Während man im Internet surft, entsteht sie, ebenso beim tagtäglichen Fahren mit dem Auto zur Arbeit oder auch in einer Industrieanlage während beispielsweise Produkte produziert werden. Bei jeder Art von Bewegung wird Abwärme, sprich Energie, erzeugt. In der breiten Öffentlichkeit kaum beachtet, verpufft sie weltweit in Unmengen. Sie zu nutzen, war bis vor einigen Jahren noch schwierig und die bekannten Methoden teuer. Der Verlust von Energie in Form von Wärme ist eine der größten Ineffizienzen in der modernen Energiewirtschaft.

AbwärmeIm großen Bereich Mobilität mit Verbrennungsmotoren geht rund ein Drittel der im Treibstoff vorhandenen Energie in Form von ungenutzter Abwärme verloren.
Lösungsansätze für eine sinnvolle Abwärmenutzung gibt es, findet man aber nur punktuell im Bundesgebiet verteilt. Wie in der Stadt Neuwied in Rheinland-Pfalz. Die Tüftler der Stadtwerke (SWN) haben ein innovatives Projekt auf die Beine gestellt, das Aufmerksamkeit verdient. Abwärme eines Transformators wird erstmals zum Heizen der neue Touristeninformation und der öffentliche Toilette genutzt. Die Neuwieder Techniker haben einen Wärmetauscher in den Kühlkreislauf des Trafos eingebaut. In einem thermodynamischen Prozess, in dem Wärme immer vom warmen zum kalten Stoff fließt, entsteht Energie. Ergebnis des physikalischen Vorgangs: Die Stadt spart sich Heizungs- und Wartungskosten für das Informationsbüro und das „stille“ Örtchen.

Anderswo in der Republik wird die Abwärme aus Biogasanlagen dafür verwendet, ein kommunales Schwimmbad zu beheizen. Eine Fabrik in der Lebensmittelherstellung versorgt andere Gebäude mit Abwärme mittels Wärmepumpe. Es gibt genügend Beispiele, wie eine immer bessere Nutzung dieser Ressource funktionieren kann.

Hitze als Nebenprodukt – bei vielen mechanischen Vorgängen ein Automatismus
Die in den Vereinigten Staaten ansässige Startup-Firma Alphabet Energy hat einen nachhaltigen Generator auf Basis von Tetraedrit entwickelt. Tetraedrit, auch dunkles Schwarzerz genannt, ist ein häufig vorkommendes Schwefelwasserstoffsalz. Es zeichnet sich dabei aus, Wärme effizienter in Energie umzuwandeln, als alle bisherigen thermoelektrischen Module. Wirkungsbereich ab 50 bis 400 Grad Celsius. Zweiter großer Pluspunkt der wiederum für den Stoff spricht – der niedrige Preis.

Die Macher der neuen Technology benutzen die Redewendung „plug and play“, also anschließen und loslegen, was heißen soll, wo immer gerade eine Menge Wärme verpufft, können die thermoelektrische Generatoren eingesetzt werden. Mehrere Branchenkenner und Fachjournale  prophezeien dem „Schwarzerzgenerator“ eine große Zukunft.

Erfindergeister, die das Prädikat „nachhaltig“ preisverdächtig verdienen.

Florian Simon Eiler

Bilder: pixabay, big merci

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