Kürzlich wurde der neue Hightech-Bienenstock Smart HOBOS auf dem Gelände der Audi-Fertigung in Münchsmünster offiziell eingeweiht. Der Stock erlaubt zukünftig vollkommen neuartige Einblicke in die natürliche Nestentwicklung der Bienen.         

„Die Zukunft sichern: Audi übernimmt Verantwortung für Gesellschaft, Umwelt und Gesamtwirtschaft“: Unter diesem Motto stehen die Aktivitäten der Audi Stiftung für Umwelt. Seit 2015 fördert sie das HOBOS-Bienenprojekt der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. HOBOS steht für HOneyBee Online Studies, eine weltweit einzigartige Online-Forschungs- und Lernplattform. Hier können Interessierte ganzjährig über eine Live-Video-Schaltung in echte Bienenstöcke blicken und die Honigbienen über Live-Messwerte studieren.

Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde auch der neue Hightech-Bienenstock „Smart HOBOS“ entwickelt. Dr. Rüdiger Recknagel (Geschäftsführer der Audi Stiftung für Umwelt), Prof. Dr. Hubert Waltl (Produktionsvorstand der AUDI AG und Kuratoriumsvorsitzender der Audi Umweltstiftung), Christoph Hillenbrand (Regierungspräsident von Oberbayern), Prof. Dr. Barbara Sponholz (Vizepräsidentin der Universität Würzburg) sowie der Bienenforscher Prof. Dr. Jürgen Tautz (Universität Würzburg) eröffneten am Dienstag, 26. April, die neue Bienen-Forschungsstation auf dem Gelände der Audi-Fertigung in Münchsmünster.

Der Hightech-Bienenstock Smart HOBOS ist ein neuer komplexer Beobachtungsstock, den das HOBOS-Team rund um Professor Jürgen Tautz entwickelt hat. Neben den Stöcken in Würzburg und Bad Schwartau ist es der dritte HOBOS-Stock. Smart HOBOS baut auf der Würzburger HOBOS-Station auf, die aber noch imkerlich untergebracht ist und an der sich noch keine natürliche Nestentwicklung beobachten lässt.

BienenstockDer Hightech-Bienenstock Smart HOBOS. Bild: HOBOS-Team

Der neue Hightech-Bienenstock Smart HOBOS ermöglicht es nun, dass Honigbienen ungestört ihr Nest bauen können und sich dieses natürliche Verhalten der Honigbienen im Dunkeln erstmals rundum beobachten lässt. Jürgen Tautz dazu: „Ein Grundproblem der Verhaltensforschung besteht in der Unsicherheit, welchen Anteil am Zustandekommen beobachteter Phänomene der Beobachter selbst hat, so im Falle der Bienenkolonie das Beobachten der Bienen bei Licht und in besonders gestalteten Bienenstöcken. Ein frei gebautes Bienennest, beobachtet in dunkler Umgebung durch ferngesteuerte Technik, erlaubt vollkommen neuartige Einblicke, über HOBOS frei einsehbar für jedermann.“

Der Bienenstock befindet sich in einem speziell für dieses Projekt entwickeltem kleinen Gebäude auf dem Gelände der Audi Fertigung Münchsmünster. Im selben Raum ist ein um 360 Grad schwenkbarer Roboterarm installiert. Dieser ist mit Infrarot  und Wärmebildkameras sowie mehreren 3D Sensoren ausgestattet, um so das Treiben im und um den Bienenstock rund um die Uhr zu dokumentieren. Dem Betrachter bieten sich bisher nie dagewesene Einblicke in beziehungsweise auf die Waben – und das, ohne die Bienen zu stören.

Dank hochmoderner Technologien sind zudem thermografische Aufnahmen möglich, die neuartige Perspektiven auf einzelne Bienen und das gesamte Bienenvolk geben. Des Weiteren dokumentiert modernste Technik äußere Einflüsse wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Lichteinfall. Daraus lassen sich wertvolle Rückschlüsse auf das Bienenverhalten ziehen. Der neue Stock gewährt somit einen tiefen, noch nie dagewesenen Einblick in den Superorganismus Bienenvolk. „Es ist eines der Ziele dieses Projektes neue Einsichten zu gewinnen, die im Idealfall dazu beitragen, in der imkerlichen Praxis Bienen zu entlasten“, so Tautz. In Kürze soll ein Bienenvolk in den Hightech-Bienenstock Smart HOBOS einziehen.
Quelle: Text: Gunnar Bartsch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Julius-Maximilians-Universität Würzburg /Einl.bild: Pixabay   

Weitere Informationen: http://www.hobos.de Das HOBOS-Projekt der Universität Würzburg

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