Ob Linsensuppe oder Erbseneintopf: Früher als "Arme-Leute-Essen" verschrien, haben Hülsenfrüchte inzwischen einen festen Paltz auf unserem Speiseplan. Aus gutem Grund. Hülsenfrüchte haben eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft, da sie durch eine Symbiose mit den sogenannten Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Atmosphäre gewinnen können. Außerdem sind Linsen, Bohnen und Co für mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung die wichtigsten Eiweißlieferanten und extrem klimaschonend in der Produktion.

In Supermärkten und Bioläden gibt es Linsen, Erbsen und Bohnen mittlerweile in vielen verschiedenen Sorten, frisch, getrocknet, gefroren oder in Glas und Dose. Eher seltener ist auf unseren Tellern die Adzukibohne. Adzukibohnen werden hauptsächlich in der japanischen, chinesischen und koreanischen Küche verwendet. Sie ist sehr proteinreich, hat aber weniger Kalorien als andere Bohnenarten wie Kidneybohnen, Pintobohnen oder Weiße Bohnen. Ein Grund mehr, sie etwas genauer unter die Lupe zu nehmen: 

AdzukibohneHülsenfrüchte werden immer beliebterDie Adzukibohne ähnelt in der Form der Mungbohne, wird in China auch rote Bohne genannt und es gibt Sie auch in schwarz auf dem Markt. Die feinste aller Bohnen (und nach der Sojabohne auch die meist gegessene) „kleine rote Bohne“ (chin. chi xiao dou 赤小豆) hat einen so leckeren süßen Geschmack, dass sie meist in Süßspeisen landet, in Japan zum Beispiel in dem marmeladeähnlichen Anko (siehe Rezept am Ende des Artikels). Gleichzeitig ist sie sehr nahrhaft, enthält große Mengen pflanzliches Eiweiß, hat aber gleichzeitig deutlich weniger Kalorien und den geringsten Fettgehalt. Überdies sind Adzukibohnen verdaulicher als europäische Bohnen und haben viel Kalium, Calcium, außerdem Eisen, Zink und andere wertvolle Spurenelemente wie Phosphor. 

Nach der Chinesischen Medizin hat die Adzukibohne so herausragende Eigenschaften, dass sie seit dem Altertum nicht nur in der Küche, sondern auch als Heilkraut eingesetzt wird. Bei uns im Westen wurde die kleine rote Bohne zunächst nur in der Makrobiotik verwendet, ist heute aber getrocknet in allen Bioläden erhältlich. Ob für Suppen, Hauptgerichte oder Desserts, Adzukibohnen sind vielseitig zu verwenden.

Bohnen in der Dessertcreme
Mit ihrer mehligen Konsistenz und ihrem nussigen Geschmack passen sie auch besonders gut zu Süßspeisen. Dazu werden sie mit Zucker gekocht und zu einer süßen Paste verarbeitet, die als Grundlage für Cremedesserts oder Füllungen dient. Adzukibohnen sind besonders leicht verdaulich und eine gute Wahl für EinsteigerInnen.

Kochtipps:

  • Bohnen mindestens 8 h oder länger in reichlich Wasser einweichen
  • Vor dem Kochen das Quellwasser wegschütten, denn es enthält unverträgliche, blähende Substanzen.
  • Die Hülsenfrüchte abwaschen und in frischem Wasser gar kochen.
  • Geben Sie die Gewürze von Anfang an in das Kochwasser.


Zu Adzukibohnen passen Gewürze wie Zimt, Curry, Ingwer, Koriander, Chili, Rosmarin, Thymian und Salbei. Sie unterstützen die Verdauung.

Lust auf mehr Bohnen?
Hier einige Rezepte:

Reiscongee mit Adzukibohnen
Das Reiscongee gilt in der TCM als die am leichtesten verdaubare und dabei sehr stärkende Speise. Dabei wird ein Teil Reis gut gewaschen und mit 6-10 Teilen Wasser über mindestens 2 Stunden auf kleinster Flamme ge(zer-)kocht. Wenn eine stärker diuretische Wirkung erwünscht ist, können Adzukibohnen mitgekocht werden und zwar bis zu einem Verhältnis von 1:1. Das Congee wird erst nach dem Kochen gewürzt.

Anko mit Kastanien und Orangenschale
200 g Adzuki über Nacht einweichen. Am nächsten Tag mit einem halben Liter frischem Wasser aufkochen und 5 Minuten lang kochen lassen. Das Kochwasser abgießen und die Bohnen mit 700 ml frischem Wasser aufsetzen. 90 Minuten lang köcheln lassen, dabei ab und zu umrühren und bei Bedarf noch etwas Wasser dazugeben. 10 Minuten vor Ende der Kochzeit zwei Handvoll gekochte, grob zerkleinerte Kastanien zugeben und 180 g Vollrohrzucker unterrühren. Gut rühren und schließlich mit einer Prise Salz und etwas Orangenschale abschmecken. Die Bohnen zerkochen fast völlig, aber falls nötig, kann man mit einem Pürierstab etwas nachhelfen, um einen glatte Creme zu erhalten. Je nach Verwendung kann das Anko nach der Zugabe von Zucker noch auf kleinster Flamme etwas eingekocht werden.

Eintopf mit Adzuki und Kürbis
200 g Adzukibohnen und ein kleines Stück Kombu-Alge über Nacht einweichen. Mit frischem Wasser aufsetzen und 30 Minuten lang köcheln lassen und dabei immer wieder Wasser aufgießen, wenn es nötig ist. Die ersten 5 Minuten ohne Deckel und stark kochen, danach zudecken und die Hitze auf ein Minimum reduzieren. 350 g Speisekürbis in mundgerechte Stücke schneiden, nach den 30 Minuten auf die Bohnen geben und knapp mit Wasser bedecken. Weitere 40 Minuten lang weiterkochen, bis der Kürbis und die Bohnen weich sind. 10 Minuten vor Ende der Kochzeit kann man den Eintopf mit Sojasoße oder Salz abschmecken. Vor dem Servieren mit Olivenöl beträufeln und nach Geschmack mit Petersilie oder anderen aromatischen Kräutern bestreuen.
Quelle: Text: lin/die umweltberatung.at/Bilder: Pixabay

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