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Aus aktuellem Anlass. Hier noch einmal das ganze Interview mit dem Unternehmen Green City Solutions. Wir haben das Gespräch vor zwei Jahren geführt und sind von der Geschäftsidee nach wie vor begeistert. Green City Solution möchte die Luft in Städten sauberer machen.

Lebensräume für Menschen verändern sich ständig. Im 21. Jahrhundert wächst die Weltbevölkerung weiter und die „Landflucht“ wird sich weiter verschlimmern. Der Zustrom der Bevölkerung stellt globale Mega-Citys, aber auch mittelgroße Städte in Sachen Luftverschmutzung vor immer größere werdende Aufgaben. Anfang des neuen Jahres kann es für europäische Städte richtig unangenehm werden: London, München, Barcelona droht eine Strafe weit über 800.000 Euro, wenn sie ihre Feinstaub-Grenzen nicht einhalten.

Also was tun? Logisch, mehr Grün. Doch mehr Grün verlangt nach mehr Platz und der ist oft nicht da und massiv teuer. Jeder Stadtverantwortliche wird denselben Traum haben. Ein System, dass die ganzen Abgase und den ganzen Dreck aus der Luft wegsaugt. Pasta! Was im Großen geträumt wird, funktioniert im Kleinen schon.

Citytrees sind biologische, platzsparende Systeme, die nach Aussagen ihrer Gründer, die Luft viel effektiver reinigen als Bäume. Ein großer Vorteil von Citytrees – sie sind mobil. Ihr Aussehen ist interessant. Mit der Größe einer Werbetafel nehmen sie es durchwegs auf und die grüne, bewachsene Oberfläche präsentiert ein modernes nachhaltiges Stadtbild. Eine integrierte Sitzbank lädt Stadtbewohner zur Pause ein.

Wir haben mit Peter Sänger, einem der Gründer von Citytree gesprochen:  

Peter Sänger   Foto: citytree solutionPeter Sänger Foto: citytree solutionsWie kommt man auf eine Idee eines Citytrees?

Auf Reisen in Asien und Südeuropa im Sommer spürten wir die Probleme verdreckter Luft und massiver Aufheizung in Metropolregionen am eigenen Leib. Auffällig war, dass es sich umso unerträglicher anfühlte, je weiter Grünflächen entfernt waren. In Madrid und Paris spürten wir im Vorbeigehen an begrünten Fassaden, wie diese Flächen Abhilfe für eben diese Probleme schaffen können. Aus diesem Grund kreieren wir Grünflächen, die überall platzierbar sind.

Herr Sänger, Sie sind Gartenbauer. Weiter im Gründungsteam von Green City Solutions sind einArchitekt, ein Maschinenbauer und ein Medieninformatiker. Wie haben Sie sich gefunden?

Meine späteren Mitgründer besuchten mich auf Geheiß meines Professors an der Fakultät, um zu testen, ob es möglich ist, mit Pflanzen einen QR-Code lesbar zu machen. Nach Abschluss der gemeinsamen Arbeit blieben wir weiterhin in Kontakt, bis wir uns dazu entschlossen, einen Businessplan zu verfassen – seither arbeiten wir gemeinsam in einem Team. Zwei der Gründer kennen sich bereits aus Kindheitstagen, der dritte stammt aus dem Studienfreundeskreis.

Herr Sänger, können Sie für unsere Leser das Prinzip von Citytree  „in einfachen Worten“ erklären?

Unser Ziel ist es, die Luft, die wir tagtäglich atmen, zu säubern und reinzuhalten. Dazu benötigen wir folgende Dinge: (Gefäß-)Pflanzen, Moose und eine sowohl technisch als auch im Design gut entwickelte Konstruktion. Diese Konstruktion vereint zwei wesentliche Eigenschaften:  Sie ermöglicht sowohl die Gesunderhaltung der Pflanzen und Moose als auch den flexiblen Einsatz an nahezu jedem Ort.
Mit unserem patentierten Citytree ist uns die optimale Kombination aus allem gelungen. Er ermöglicht die Platzierung von 1682 Einzelpflanzen, die in einem Substrat aus verschiedenen Moosen wachsen. Intelligente Sensoren überwachen stets den Gesundheitszustand der Pflanzen und regeln Düngung und Bewässerung. Unsere eigens entwickelten Töpfe garantieren ein gutes Wachstum in der Vertikalen. Da der Citytree auf Grund eines eigenen Tanks und einer eigenen Solaranlage auf Wasser- und Stromanschlüsse verzichten und auf Basis seiner durchdachten Statik ohne Bodenbefestigung aufgestellt werden kann, ist eine Platzierung überall möglich. Die vertikale und halbdurchlässige Struktur des Citytrees ermöglicht ein ideales Durchströmen und Filtern der verdreckten Luft.

Der Citytree besteht aus lebenden Pflanzen. Braucht man dafür eine gewisse Anzahl an Sonnentagen und wie sieht die Pflege aus?

Foto: Green City Solutions. Das Gründerteam von Green City SolutionsFoto: Green City Solutions. Das Gründerteam von Green City SolutionsMit dem Einsatz lebender Organismen verschreiben auch wir uns den Gesetzen der Natur. Das heißt, dass im Winter weder Gefäßpflanzen noch Moose wachsen. Aber mit einer gezielten Auswahl frostresistenter Arten und der optimalen Versorgung überwintern Pflanzen und Moose im Citytree und nehmen ihre Lebensfunktionen mit Beginn der Vegetationsperiode erneut auf. Wichtig dafür sind Temperatur- und Lichtverhältnisse. Aber auch an bedeckten Tagen wachsen Pflanzen: Sie benötigen hierzu eine ausreichende Tageslänge und eine Temperatur von über 5° Celsius.

Die Pflege ist auf Grund der stetigen elektronischen Überwachung und der gezielten Zuführung von Wasser und Nährstoffen auf ein Minimum reduziert. Sollte dennoch eine Pflanze kränkeln und absterben, kann durch das entwickelte Einzeltopfsystem der gesamte Topf inklusive Pflanze entnommen und ersetzt werden. Des Weiteren überprüft der Citytree selbstständig den Füllstand des Wassertanks und bedient sich der Regenwahrscheinlichkeiten der nächsten Tage um festzustellen, ob der Tank durch Regen oder manuelles Befüllen aufgetankt wird. Ist kein Regen vorhergesagt, sendet der Citytree ein entsprechendes Signal an den Wartungsdienst. 

Stichwort Feinstaub: Viele Pflanzen können Feinstaub nicht verarbeiten und gehen dadurch ein. Mit was sind Citytrees bepflanzt? Und jede Stadt hat eine eigene Charakteristik. Gibt es beispielsweise für Hamburg eine andere Bepflanzung als für Tokio?

Jetzt geht es in die Biologie. Pflanzen werden in zwei Gruppen getrennt: Moose und Gefäßpflanzen. Letztgenannte –beispielsweise Bäume, Sträucher und allerlei weitere Gartenpflanzen –  besitzen keine Möglichkeit, Feinstaub zu verarbeiten. Sie funktionieren wie Siebe, die im Wind stehen und auf ihren Blättern den Feinstaub nur ablagern. Dieser muss letztendlich abgewaschen werden, da sonst der lebenswichtige Gasaustausch gehemmt wird und die Pflanzenteile Schaden nehmen. Anders bei Moosen, die auf Partikel in der Luft angewiesen sind: Sie benötigen diese zur Ernährung. Das Moos nutzt sogar elektrische Aufladung, um den Feinstaub anzuziehen und zu verarbeiten. Über diesen komplexen Mechanismus ließe sich ein neues Interview führen, daher würde ich es erst einmal  bei dieser vereinfachten Erklärung belassen. Fakt ist, dass wir aus diesem Wissensstand heraus Moose und Gefäßpflanzen kombinieren, um Synergieeffekte zu nutzen. Die Gefäßpflanzen dienen der Ästhetik, dem Werbeeffekt und der Entschleunigung der Luft. Das hilft den Moosen bei der Aufnahme der Feinstaubpartikel.

Die Steuerungs- und Regelungstechnik ermöglicht die Kultivierung unterschiedlichster Pflanzen. An Gefäßpflanzen testeten wir bislang Stauden, Steingartengewächse, Gemüse, Kräuter, Nadelgehölze, Beet- und Balkonpflanzen.

Natürlich ist es notwendig, die finalen Standorte der Citytrees im Vorfeld exakt zu analysieren. Daher arbeiten wir an einem Kartierungsprogramm, das uns zeigt, wie und wo Citytrees aufgestellt werden müssen, um den Umwelteffekt zu maximieren. Aus diesen Ergebnissen wiederum können wir schließen, welche Pflanzen eingesetzt werden müssen und mit Hilfe unserer Pflanzendatenbank ermitteln wir die passende Bepflanzung.

In welchen Städten stehen jetzt schon Citytrees und wo sollen 2015 welche aufgestellt werden?

Citytree solutions Mehr "Grün" in den Städten - der city tree ist eine MöglichkeitAls Ausstellungs- und Forschungsobjekt haben wir einen Citytree in Dresden aufgestellt. Im Februar wird ein weiterer hinzukommen. Im zweiten Quartal 2015 wird in Reutlingen der erste verkaufte Citytree seinen Platz finden. Derzeit planen u.a. Berlin, London, München, Potsdam und Halle weitere Einsatzmöglichkeiten und die Nutzung mehrerer Anlagen, beispielsweise in dicht bebauten Straßenzügen. Zudem soll ein Citytree als mobile Variante durch deutsche Städte touren.

Wie teuer ist ein Citytree? Könnte sich ein mittelständisches Unternehmen wie ein größeres Gesundheitsstudio einen als „Werbeaufsteller“ überhaupt leisten?

Definitiv, innerhalb unserer Kundenansprache hat sich herausgestellt, dass der Citytree durchaus für die von Ihnen angesprochenen mittelständischen Unternehmen erschwinglich ist und deren Marketingbudgets keineswegs überstrapaziert. Da heute viele Firmen an einem nachhaltigen und grünen Image interessiert sind, dient der Citytree eben auch der Umsetzung und Ausstrahlung dieser Unternehmenswerte und ist damit ein authentisches Aushängeschild.  Je nach Aufstellungsort und Ausstattung liegt der Anschaffungspreis im unteren fünfstelligen Bereich. 

Gibt es bereits eine neue „grüne“ Idee in Planung?

Der Citytree dient uns als erster Baustein in einer Klimainfrastruktur, die aus unterschiedlichsten Produkten besteht. So werden Weiterentwicklungen und Abwandlungen des Citytrees eine höhere Umweltleistung aufweisen, andere Stoffe filtern, Nahrungsmittel oder Energie erzeugen. Zudem streben wir nach Kombinationen bereits vorhandener Infrastrukturen, sodass Fahrkarten- oder Parkscheinautomaten genauso wie Paketstationen in Produkte von Green City Solutions implementiert werden können. Eine kleinere Variante als Indoorlösung für Büro- und Aufenthaltsräume befindet sich derzeit in der Testphase.

Herr Sänger, danke für das Gespräch!  

Das Interview führte Florian Simon Eiler

Bilder ohne Nachweis: pixabay

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Deutsche Umwelthilfe sucht "Gärten der Integration".

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Gartenprojekte und Initiativen, bei denen geflüchtete Menschen mitarbeiten oder die von Geflüchteten initiiert wurden sind aufgerufen, sich am DUH-Wettbewerb zu beteiligen - Gärten sind ideale Orte zur Umweltbildung und Integration

Berlin - Gartenarbeit ist bestens geeignet, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und gleichzeitig das Wissen über Umwelt und Natur zu erweitern. Kleingärtnervereine und Gemeinschaftsgärten, die ihre Anbauflächen für geflüchtete Menschen öffnen, bieten eine große Chance für deren Integration. Genau solche Gärten sucht die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Kleingärtnervereine und Gemeinschaftsgärten mit Flüchtlingsarbeit, Interkulturelle Gärten oder Gärten auf dem Gelände von Flüchtlingsunterkünften sind ab dem 1. März 2017 aufgerufen, am Wettbewerb "Gärten der Integration" teilzunehmen.

"Mit unserem Wettbewerb möchten wir den Fokus auf Gartenprojekte lenken, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind. Denn hier finden Geflüchtete nicht nur Kontakte, hier lernen sie auch die hiesige Natur kennen", erläutert Robert Spreter, Leiter Kommunaler Umweltschutz der DUH.

Gemeinsames Gärtnern mit Menschen aus verschiedenen Ländern, Kulturkreisen und Klimazonen kann einen Wissensschatz hervorbringen, von dem alle profitieren: Die Vielfalt der angebauten Gemüsesorten wächst und neue Zubereitungsarten kommen dazu. Die Geflüchteten erweitern ihr Wissen über die regionale und saisonale Arten- und Sortenvielfalt, Nährstoffkreisläufe, Anbaumethoden sowie Nützlinge und Schädlinge.

Die DUH möchte Gartenprojekte ermutigen, zu einer Plattform für die Integration zu werden. "Gärten sind ein idealer Ort, um Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache oder Religion zusammenzubringen, Wissen zu teilen und miteinander zu wachsen. Zudem werden die Geflüchteten beim gemeinsamen Gärtnern ungezwungen mit der neuen Sprache und Kultur vertraut", sagt Silke Wissel, Teamleiterin Stadtnatur der DUH.

Im Juni, September und November wird jeweils ein Projekt als "Garten der Integration" ausgezeichnet und erhält ein Preisgeld von je 500 Euro. Die Einreichungsfrist für die erste Auszeichnung ist der 15. Mai 2017, letzter Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2017. In diesem Zeitraum können Fragebögen eingereicht und Ergänzungen nachgereicht werden. Gefördert wird der Wettbewerb durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt.
Quelle: Text: DUH/Bilder: Pixabay

Alle Informationen zum Wettbewerb finden Sie auf: www.duh.de/gaerten-der-integration
Mehr über die Arbeit der DUH im Bereich Stadtnatur: http://www.duh.de/zielgruppen/kommunen/stadtnatur/

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Bauelement zur vertikalen BegrünungFraunhofer UMSICHT

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Bauelement zur vertikalen Begrünung   Fraunhofer UMSICHTBauelement zur vertikalen Begrünung Fraunhofer UMSICHT

Mit vertikaler Begrünung lassen sich Gebäudefassaden langfristig bepflanzen – mit dem zusätzlichen Ziel, das Mikroklima positiv zu beeinflussen, die Feinstaubkonzentration zu senken und den Schallschutz zu verbessern. Auf der Messe BAU 2017 präsentiert Fraunhofer UMSICHT ein Pilotsystem zur vertikalen Begrünung, das bereits jetzt im kleinen Rahmen einsatzfähig ist.

Immer mehr Menschen leben in Städten. Aus dieser Entwicklung heraus gerät zwangsläufig auch die Begrünung des urbanen Raums in das Blickfeld von Architekten und Planern. Zum einen besteht der Wunsch, grüne Flächen als gestalterisches Element zu verwenden. Zum anderen verspricht man sich positive Einflüsse auf die CO2-Bindung und Feinstaubfilterung, das Mikroklima und den Schallschutz.
Für die Begrünung von Dächern gibt es mittlerweile viele Lösungsansätze. Die Begrünung vertikaler Flächen wie Gebäudefassaden steckt dagegen noch in den Anfängen. Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen hat in diesem Rahmen ein Pilotsystem für vertikale Begrünung entwickelt. Das Modulsystem funktioniert bodenungebunden und auf der Basis mineralischer Bauelemente aus Kalksandstein, die zu großflächigen Elementen verbaut und mit verschiedenen Pflanzenarten begrünt werden können.

Bessere Luft durch begrünte Wände
Auf der BAU 2017, der Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, präsentiert Fraunhofer UMSICHT vom 16. bis zum 21. Januar in München ein Bauelement für die wandgebundene vertikale Begrünung. »Außerdem zeigen wir am Messestand ein Video, das anhand von 3D-Animationen die Funktionsweise der Wand demonstriert«, sagt Dr. Holger Wack, stellvertretender Leiter der Abteilung Materialsysteme und Hochdrucktechnik, der das Projekt bei Fraunhofer UMSICHT betreut. »Wir freuen uns, auf der BAU die Akzeptanz und mögliche Einsatzgebiete von Systemen vertikaler Begrünung zu diskutieren.«

Pilotsysteme sind seit Anfang 2015 in Castrop-Rauxel (UNIKA), in Orihuela in Spanien (biolit) und in Oberhausen (Fraunhofer UMSICHT) zu Forschungszwecken installiert. Neben Untersuchungen zum Bewässerungsverhalten, Pflanzenwachstum und zur Feinstaubsorption steht derzeit vor allem die positive Beeinflussung des Mikroklimas im Fokus: Speziell in großen Städten gibt es Areale, die signifikant wärmer sind als die Umgebung, sogenannte Urban Heat Islands. »Die Vertikalbegrünung ist ein Mittel, um die Überhitzung im urbanen Raum zu reduzieren«, erklärt Dr. Wack. So konnten Wärmebildkameraaufnahmen bereits zeigen, dass die Pilotwand deutlich kühler ist als die Umgebung.

Vertical Gardening: Erdbeeren, die in der UMSICHT-Pilotwand gewachsen sind.   Fraunhofer UMSICHTVertical Gardening: Erdbeeren, die in der UMSICHT-Pilotwand gewachsen sind. Fraunhofer UMSICHTModulsystem beliebig skalierbar
Das von UMSICHT entwickelte System zur wandgebundenen vertikalen Begrünung lässt sich bereits jetzt in der Praxis nutzen, beispielsweise als Trennwand zwischen zwei Häusern, Dr. Wack: »Durch die einzelnen Bauelemente bieten wir ein skalierbares Modul, mit dem sich beliebig große Flächen erstellen lassen.« Langfristig gesehen könnten damit beispielsweise auch Lärmschutzwände an Autobahnen realisiert werden. Das System bietet im Sinne des vertikalen Gärtnerns auch für Privatleute eine interessante Option: Die Baumodule eignen sich durch ein automatisches Bewässerungssystem für die Obst- und Gemüseaufzucht wie Erdbeeren oder Zucchini auch auf der eigenen Terrasse.  
Darüber hinaus arbeiten Dr. Wack und sein Team derzeit an Techniken zur Vermessung und Visualisierung von vertikal begrünten Wänden, die später auch anderen Betreibern von Vertikalbegrünungen zugänglich gemacht werden sollen. Damit können dann Aussagen über den Ist-Zustand getroffen und Reglungsstrategien abgeleitet werden – beispielsweise um wie viel Grad die Temperatur beeinflusst wird oder wie in Abhängigkeit der Wettersituation bewässert werden muss. 

Die BAU 2017, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, findet vom 16. bis zum 21. Januar in München statt. Fraunhofer UMSICHT ist an allen Messetagen in Halle C2, Stand 538 vertreten.
Projektpartner biolit GmbH & Co. KG und UNIKA GmbH
Kompetenzen von UMSICHT im Bereich Bau
Fraunhofer UMSICHT forscht neben vertikaler Begrünung außerdem in den Bereichen Materialentwicklung für die Baubranche (z.B. optimierte Wärmedämmputzsysteme), Recycling von Bauschutt (Projekt BauCycle) und zu energietechnischen Fragestellungen im Gebäudesektor am Fraunhofer-inHaus-Zentrum

Text: Dipl.-Chem. Iris Kumpmann Abteilung Public Relations Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT    Beitragsbild und Bild unten: pixabay

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Der Sommer bringt neben Badefreuden auch das kollektive Jammern über die Affenhitze.

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Wien - Klimageräte kurbeln den Klimawandel an, darum ist es besser ohne sie auszukommen. Ventilatoren verbrauchen wesentlich weniger Strom als Klimageräte. Lüften in der Nacht, Jalousien runterlassen bei Tag und kalte Fußbäder sind wirksame und energiesparende Sofortmaßnahmen. Fassadenbegrünung und andere bauliche Maßnahmen ergeben gute Investitionen in eine kühlere Zukunft. Das neue Online-Infoblatt „Cool durch den Sommer“ der "umweltberatung", Wien, gibt einen Überblick über Maßnahmen zur Abkühlung in heißen Zeiten.

Der Sommer bringt neben Badefreuden auch das kollektive Jammern über die Affenhitze. Warum nicht einfach ein Klimagerät anschaffen? Das geht gar nicht, und zwar aus guten Gründen: „Das Abkühlen der Raumluft im Sommer verbraucht rund 4-mal mehr Energie als das Erwärmen im Winter! Das heißt: Klimageräte kurbeln durch den Energieverbrauch den Klimawandel an. Sie erwärmen die Luft im Außenraum noch stärker und lassen auch die Stromrechnung in die Höhe schnalzen“, warnt Sabine Vogel, Energieexpertin von "die umweltberatung".

Rasche Abhilfe
In der Nacht lüften und morgens die Fenster schließen, sobald es draußen wieder wärmer ist als drinnen, das ist die wichtigste Grundregel in Hitzeperioden. Jalousien bei Tag runterlassen, reduziert das Aufheizen der Räume ebenfalls. Kalte Fußbäder und feuchte Tücher im Nacken verschaffen Erleichterung an heißen Tagen. Wenn die Hitze steht, bringen Ventilatoren angenehme Luftzirkulation und verbrauchen dabei wesentlich weniger Strom als Klimageräte. Übrigens sind Klimageräte mit Schlauch die größten Energieschleudern – Splitgeräte mit einem Innen- und einem Außengerät arbeiten effizienter. Wenn schon Klimageräte eingesetzt werden, sollte beim Kauf unbedingt das EU-Energieeffizienzlabel beachtet und ein Gerät der besten Energieeffizienzklasse (A+++/A++) gewählt werden.

„Kühlflüssigkeit“ essen und trinken
Leitungswasser löscht den Durst ohne Kalorien und kostengünstig. Mindestens 2 Liter Flüssigkeit am Tag braucht der Körper, ungesüßt und koffeinfrei. Wichtig: Die Getränke sollen nicht zu kalt sein, da der Körper viel Energie braucht um eiskalte Getränke aufzuwärmen – und dabei wird’s einem ganz schön heiß. Beim Essen ist hoher Wassergehalt gefragt: Leichte Kost mit Obst und Gemüse, Joghurt und Salaten hilft, gut durch den Sommer zu kommen.

Die Hitze draußen lassen
Zur langfristigen Vorbeugung sind bauliche Maßnahmen wichtig. Außenjalousien, Raffstores, Rollläden, Markisen und Fensterläden halten die Hitze wesentlich besser ab als Innenjalousien. Bei Sanierung und Neubau sind neben der Verschattung vor allem ausreichende Speichermasse, automatische Nachtlüftung und Wärmedämmung ratsam, um die Hitze draußen zu lassen.

Cooler Blätterwald
Begrünte Fassaden und Dächer heizen sich nicht so stark auf. Pflanzen senken die Temperatur durch Wasserverdunstung auf ökologische Weise. Laubbäume auf der Sonnenseite spenden im Sommer herrlichen Schatten und lassen nach dem Laubfall im Herbst viel Licht durch.
Quelle: Text: die umweltberatung/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen
Das Infoblatt „Cool durch den Sommer“ gibt es auf www.umweltberatung.at/cool-durch-den-sommer zum kostenlosen Herunterladen. "die umweltberatung" hat das Infoblatt im Auftrag der MA 20 – Energieplanung erstellt.

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Essen Stadtschild

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Am 18. Juni 2015 hat die Europäische Kommission der Stadt Essen den Titel „Grüne Hauptstadt Europas 2017“ verliehen. 
           European green Award                                                                                                                                                                                                                                  Mit dem Titel wird eine europäische Stadt ausgezeichnet, die nachweislich hohe Umweltstandards erreicht hat und fortlaufend ehrgeizige Ziele für die weitere Verbesserung des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung verfolgt.

Die Grüne Hauptstadt bietet 300 Aktionen
Essen ist die grünste Stadt in Nordrhein-Westfalen und drittgrünste in ganz Deutschland. Im Grüne Hauptstadt-Jahr werden zahlreiche Veranstaltungen, Kongresse und Bürgerprojekte stattfinden.

„Ich freue mich sehr, dass wir ein so abwechslungsreiches und zukunftsweisendes Programm zur Grünen Hauptstadt Europas 2017 präsentieren können“, sagt der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Die Auszeichnung ist in erster Linie ein Titel für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Mit dem Programm möchten wir aber auch unsere nationale und internationale Vorbildfunktion als Titelträger unterstreichen.“

Beteiligung über Bürgerprojekte
Bei der Programmgestaltung spielen europaweit richtungsweisende Projekte ebenso eine Rolle wie die Beteiligung der Bürgerschaft. Ziel ist, dass sich die Essenerinnen und Essener möglichst vielfältig in das zwölfmonatige Programm der Grünen Hauptstadt Europas 2017 über Bürgerprojekte einbringen.

So soll zum Beispiel im Beginenhof ein regelmäßiges Tausch-Café, das Tauschwatt-Café, stattfinden. In einem offenen Regal werden dann Bücher, Kleidungstücke und kleinere Gebrauchsgegenstände angeboten. Ein weiteres Bürgerprojekt wird die Green Fashion Tour sein. Diese startet im kommenden Jahr als informative und inspirierende Tour zu den besten Shopping-Adressen für grüne Mode in der Stadt.

Wie vielfältig die Bürgerprojekte sind, beweist das Fledermausprojekt des Naturschutzvereins Volksgarten e. V. Der Naturschutzverein schafft Nistmöglichkeiten für Fledermäuse und legt Insektenwiesen an. In der ersten Ideenbörse der Bürgerprojekte wurden 115 Projekte ausgewählt. Die Jurysitzung für die zweite Ideenbörse findet im Dezember 2016 statt.

Das Programm der Grünen Hauptstadt steht online unter www.essengreen.capital zur Verfügung.

Text: Pressebüro Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017/ Grafik links: European Green Capital Award 2017 Einleitungsbild: Pixabay

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Messinstrument für Kommunen in Sachen Nachhaltigkeit

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Bertelsmann Stiftung und Difu stellen neues Instrument für bundesweites Monitoring nachhaltiger Entwicklung vor/Kommunen können mit "Monitor Nachhaltige Kommune" den Grad ihrer Nachhaltigkeit messen

monitorBerlin - Die Mehrzahl der Kommunen steht zu einer nachhaltigen Entwicklung. Allerdings war es bisher schwierig, den Erfolg des nachhaltigen Handelns zu messen. Der von der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin entwickelte „Monitor Nachhaltige Kommune“ liefert dazu nun die Möglichkeit: Er zielt darauf ab, den Stand der nachhaltigen Entwicklung in deutschen Kommunen transparent zu machen und die Entwicklung eines wirkungsorientierten Nachhaltigkeitsmanagements zu unterstützen. Im Internet-Portal www.wegweiser-kommune.de der Bertelsmann Stiftung können Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern ihre individuellen Werte und Entwicklungsverläufe abrufen und mit den Werten anderer Kommunen vergleichen. Zwei Veröffentlichungen fassen die detaillierten Ergebnisse zusammen, sie stehen als PDF kostenfrei im Netz bereit.

Obwohl Städte, Gemeinden und Kreise bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien des Bundes und der Länder eine wichtige Rolle spielen, gibt es wenige gesicherte Erkenntnisse darüber, wie nachhaltig Deutschlands Kommunen tatsächlich sind und mit welchen Themen sie sich beschäftigen. Diese Lücke soll der auch von den kommunalen Spitzenverbänden unterstützte neue "Monitor Nachhaltige Kommune" schließen.

Die im Rahmen des Monitors durchgeführte Befragung der Stadtspitzen deutscher Städte und Kreise zeigt, wie nachhaltig Deutschlands Kommunen handeln. Fast 90 Prozent der befragten Kommunen betonen, dass das Thema für sie sehr wichtig bzw. wichtig ist. Dabei stehen die Themen Haushaltsführung, Bildung, Wohnen und Wohnumfeld sowie Klima und Energie in den befragten Kommunen derzeit hoch im Kurs. Gleichzeitig wird allerdings dem Engagement für Armut, Sicherheit, Gesundheit und Pflege sowie für die „Eine-Welt“ eher nachrangige Bedeutung beigemessen. Dies kann als Defizit bewertet werden: Die Vereinten Nationen betonen in ihrer Resolution zu den neuen globalen Zielen („Sustainable Development Goals“), dass die Beseitigung der Armut ein zentraler Aspekt und eine Vorbedingung für nachhaltige Entwicklung ist, und das gilt nicht nur global, sondern trifft auch auf deutsche Kommunen zu.

Neben der Befragung zum Nachhaltigkeitsmanagement wurde im Monitor Nachhaltige Kommune ein umfassender Indikatorenkatalog entwickelt, der dem Monitoring und der Evaluation von nachhaltiger Entwicklung dient. Von insgesamt 125 Indikatoren aus den zentralen kommunalen Aufgabenbereichen werden insbesondere 37 sogenannte „Kernindikatoren“ empfohlen. Zu diesen erfolgten eine flächendeckende Datenerhebung sowie statistische Analysen zu Zusammenhängen zwischen den Indikatoren.
Quelle: Text und Cover: Sybille Wenke-Thiem, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsches Institut für Urbanistik/
Bilder: Pixabay

EssenÜber die Stadt Essen und ihre Auszeichnung lesen Sie hier

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