Nervengift aus Kohlekraftwerken- hätten Sie es gewusst?

Quecksilber, ein stark toxisches Schwermetall, blasen die Schlote der Kohlekraftwerke in großen Mengen in unsere Umwelt. Quecksilber ist hochgiftig. Zerbrochene alte Fieberthermometer müssen im gelüfteten Raum mit Bedacht entsorgt werden.

Doch was ist mit den ungleich größeren Mengen dieses Nervengiftes, das als Dampf aus den Kohlekraftwerken in die Umwelt gelangt? Es reichert sich vor allem in Gewässern an und gelangt so in die Nahrungskette. Mikroorganismen wandeln das Schwermetall in hundert Mal giftigeres Methylquecksilber um. Weil der Mensch am Ende der Nahrungskette steht, sammelt sich in unserem Körper ein großer Teil des Quecksilbers und baut sich nicht wieder ab. Bereits geringe Mengen können dem Gehirn schaden und beeinträchtigen vor allem die geistige Entwicklung von Kleinkindern.

Quecksilber ist schädlich für die GesundheitFisch mit Quecksilber
Zu den größten Quecksilberquellen gehören für den Menschen belastete Speisefische. Vor allem Raubfische wie zum Beispiel Thunfisch, Schwertfisch oder Hai sollten Schwangere, Stillende und Kleinkinder meiden.

Strengere Grenzwerte durchsetzen
Die Quecksilber-Emissionen aus Kohlekraftwerken sind in Deutschland seit dem Jahr 2000 ungebremst hoch, weil die Betreiber bislang auf moderne Filter verzichten. Allein mit dem Einsatz dieser Technik wäre es möglich, den gesamten Quecksilberausstoß um die Hälfte zu verringern. Die Bundesregierung muss die Kraftwerksbetreiber zur Nachrüstung verpflichten und endlich die Menschen vor dem Gift aus den Schloten schützen. Der jüngste EU-Vorschlag für neue Schadstoffgrenzwerte sieht für Quecksilber nur eine minimale Reduktion vor. Andere Länder gehen entschlossener gegen die Gefahr vor: In den USA etwa liegen die Quecksilber-Grenzwerte künftig klar unter denen in Europa. Greenpeace fordert auch für Europa deutlich niedrigere Grenzwerte.

CO2-Ziel umsetzen
Deutsche Kohlekraftwerke sind nach wie vor Klimakiller:

Vier der fünf größten CO2-Emittenten in Europa sind laut EU-Kommission Braunkohlekraftwerke in Deutschland.

Das Aktionsprogramm der Bundesregierung sieht vor, dass bis 2020 der CO2-Ausstoß des Energiesektors um 93 Millionen Tonnen gesenkt werden soll.

Jetzt fallen die Entscheidungen
In den nächsten Wochen und Monaten werden die Weichen in der Klimapolitik gestellt. Die Verabschiedung von EU-Grenzwerten und dem Klimaaktionsprogramm sowie weltweite Konferenzen stehen bevor.

Quecksilber schadet der GesundheitSetzen Sie mit uns ein Zeichen:
Am 25. April wird es eine kilometerlange Anti-Kohle-Kette am Braunkohletagebau Garzweiler bei Köln geben.
Quelle: Text: Andree Böhling, Energie- Experte von Greenpeace e.V./Bilder: Greenpeace

Mehr Infos: http://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/greenpeace-studie-quecksilber-kohle-31032015.pdf