Ökologische Landwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Wasserspeicherung in Ackerböden und zum vorbeugenden Hochwasserschutz. Zu diesem Ergebnis kommt die "Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt" (KBU) in einer aktuellen Untersuchung.

Der Bio-Acker hält Wasser zurück
Demnach ist das Wasserrückhaltepotential von ökologisch bewirtschafteten Flächen deutlich höher als das von konventionell bewirtschafteten Flächen. Der Grund: Auf Bio-Äckern versickert doppelt so viel Wasser. 
Bioland-Präsident Jan Plagge: "Die vielen Unwetter und Überschwemmungen in diesem Sommer führen uns wieder einmal vor Augen, wie dringend ein vorsorgender Hochwasserschutz ist. Eine Ausdehnung des Biolandbaus könnte dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Dies käme auch den Steuerzahler weitaus günstiger, als allein auf teuren technischen Hochwasserschutz zu setzen." 

Die Bundesregierung hat sich in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren 20 Prozent der Agrarfläche auf Biolandbau umzustellen - aktuell sind es aber nur 6,5 Prozent. "Bund und Länder müssen jetzt in eine zeitnahe Erreichung des 20 Prozent-Ziels investieren – es sollte spätestens 2030 erreicht sein", so Plagge. Auch nach Auffassung der KBU sollte die erhöhte Infiltrationsleistung des Biolandbaus in politisches Handeln umsetzt werden und der Ökologische Landbau gezielt mit ausreichenden Anreizen gefördert werden. 

Beispiel: Kompensation urbaner Versiegelung. Zum Ausgleich könnte für jede durch Versiegelung verloren gegangene Fläche die Umstellung der doppelten Fläche auf Ökologischen Landbau angestrebt werden. Plagge begrüßt diesen Experten-Vorschlag: "Neben der notwendigen Minderung der Flächenversiegelung von Agrarflächen wäre mehr Biofläche eine geeignete Kompensationsmaßnahme für Flächenverbrauch und Bodenversiegelung. Darüber hinaus leistet der Biolandbau auch viel für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft."

Böden beeiflussen die Entstehung von Hochwasserktastrophen
Landwirtschaftliche Böden stellen etwa die Hälfte der für Versickerung und Wasserspeicherung zur Verfügung stehenden Landfläche. Verminderte Wasserspeicherfähigkeit der landwirtschaftlich genutzten Böden kann bei ungünstigen Witterungsverhältnissen zu verstärktem Oberflächenabfluss und damit stärkerer Bodenerosion und lokalen Überschwemmungen führen. Bio-Böden können Wasser besser aufnehmen und speichern. So gelangt bei Starkregen weniger Wasser in Bäche und Flüssen. Hauptgrund sind erhöhte Anteile von groben Bodenporen, die auf Biobetrieben das Wasser schnell in tiefere Bodenschichten transportieren. Die erhöhte Regenwurmpopulation unter Biobewirtschaftung spielt dabei eine zentrale Rolle. Somit leistet der Biolandbau einen wichtigen Beitrag, die Gefahr von Hochwasser und Bodenerosion zu mindern. 

Zur UBA Veröffentlichung der Kommission Bodenschutz: Böden als Wasserspeicher

Text: ökolandbau.de,   Bilder: pixabay

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