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Schaumkresse

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Die Hallersche Schaumkresse kann nicht nur Schwermetall-verseuchte Böden besiedeln, sondern auch enorme Mengen dieser giftigen Stoffe in ihren Blättern speichern. Bochumer und Bayreuther Forscher haben jetzt rund 2.000 Exemplare dieser Art an 165 Standorten in Europa untersucht und eine überraschende Vielfalt an Eigenschaften vorgefunden, die die Pflanzen durch Evolution entwickelt haben. Diese Entdeckung ist verheißungsvoll für die Forschung und die Entwicklung nachhaltiger Umwelttechnologien. So können die Pflanzen zum Beispiel helfen, verseuchte Böden zu entgiften.         

Eine Kressenart   Bild: pixabayEine Kressenart Bild: pixabayVerblüffende Extreme biologischer Leistungen
„Die natürlichen Prozesse der Evolution haben insbesondere unter Pflanzen die verblüffendsten Extreme biologischer Leistungen und eine überwältigende biologische Vielfalt hervorgebracht“, sagt Prof. Dr. Ute Krämer vom Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie der Ruhr-Universität Bochum. „Sie sind jedoch bis heute nur ausschnitthaft beschrieben, und erklären können wir sie noch viel weniger.“ In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Stephan Clemens aus Bayreuth haben die Bochumer Forscher jetzt eine Studie von beispiellosem Umfang an der Hallersche Schaumkresse (Fachbezeichnung: Arabidopsis halleri (L.) O’Kane and Al-Shehbaz) durchgeführt. Im Mittelpunkt stand die gepaarte Analyse von Blatt- und Bodenproben zur Bestimmung der Konzentrationen einer Reihe von Schwermetall- und nicht-Schwermetallelementen für jedes einzelne von etwa 2.000 Individuen an 165 Standorten in Europa.

Der Evolution vor Ort auf die Finger schauen
So konnten die Forscher der Evolution wesentlich besser auf die Finger schauen als im Gewächshaus. Denn die Individuen mit den vorteilhaftesten Eigenschaften in ihrer lokalen Umwelt sind besser angepasst und haben mehr Nachkommen, und so breiten sich günstige Mutationen aus. Außerdem erlaubte ihre Strategie den Wissenschaftlern, die Zusammensetzung der Blätter direkt in Beziehung zu setzen zur Zusammensetzung des Bodens. Daraus konnten sie besser Rückschlüsse auf die Eigenschaften einzelner Pflanzenindividuen ziehen.

Forscher messen neue Rekordwerte
Die Zusammensetzung des Bodens schwankte zwischen den verschiedenen Standorten für die Schwermetalle Blei, Cadmium, Zink und Kupfer über fast fünf Größenordnungen. Daraus ergab sich eine enorme Bandbreite der Anpassung innerhalb der Pflanzenart. Die in den Blättern der Hallerschen Schaumkresse angereicherten maximalen Konzentrationen giftiger Schwermetalle erreichten Rekordwerte von bis zu 5,4 Prozent Zink und 0,3 Prozent Cadmium relativ zum Trockengewicht.

Mit Schwermetall gegen Blattfraß
„Einige Pflanzen waren in der Lage, aus lediglich Spuren im Boden die Schwermetalle Cadmium und Zink geradezu herauszusaugen“, beschreibt Ute Krämer und beantwortet auch die Frage, warum: „Hier handelt es sich um einen ungewöhnlichen Verteidigungsmechanismus gegen Feinde oder Konkurrenten, wobei es bislang vor allem experimentelle Nachweise für eine Wirkung gegen Blattfraß gibt.“

Tschechische Pflanzen reichern viel Cadmium an
Zudem fanden die Wissenschaftler geografische Strukturen in den pflanzlichen Eigenschaften auf unterschiedlichen Größenskalen. Zum Beispiel konnten Pflanzen entlang der deutsch-tschechischen Grenze sehr viel besser Cadmium anreichern als Pflanzen in Norditalien. Und an einer Untergruppe von Standorten unterschieden sich Pflanzenindividuen an ein und demselben Standort besonders stark in ihrer Schwermetallanreicherung, ganz unabhängig von der Zusammensetzung des Bodens. Die Forscher vermuten, dass es sich dabei um Ergebnisse von Evolution handelt, nämlich einer Vielzahl von Anpassungen der Pflanzen an standortabhängige ökologische Bedingungen.

Jetzt können genetische Studien folgen
Um zu belegen, dass die an natürlichen Standorten beobachteten Unterschiede in der Schwermetallanreicherung tatsächlich Ergebnis unterschiedlicher Eigenschaften einzelner Individuen der Art sind, bestätigten die Autoren exemplarisch ihre Resultate im Laborexperiment unter kontrollierten einheitlichen Bedingungen. „Alles in allem ergibt sich eine überraschende Individualität von Merkmalen in Pflanzen ein und derselben Art“, sagt Ute Krämer. „Nun sind genetische Studien möglich, um aufzudecken, wodurch diese Unterschiede bestimmt werden und wie sie in der Pflanze zustande kommen.“

Zukunftstechnologen auf Pflanzenbasis
Die Ergebnisse der Studie bedeuten einen weiteren Schritt hin zur Erschließung des enormen Potenzials, das in natürlicher Vielfalt verborgen liegt, für die Entwicklung nachhaltiger pflanzenbasierter Zukunftstechnologien. In diesem Fall ist zum Beispiel denkbar, Pflanzen einzusetzen, um wirtschaftlich interessante Metalle aus Böden anzureichern. Experten sprechen von Phytomining. Außerdem könnte man Pflanzen nutzen, um Schwermetall-verseuchte Böden zu reinigen, eine Technologie namens Phytoremediation.
Ursprünge besser verstehen
„Besonders bedeutend sind diese speziellen biologischen Phänomene aber für uns Menschen, um allgemeingültige Erkenntnisse über Evolutionsprozesse im Wechselspiel mit einer seit jeher höchst veränderlichen und oft lebensfeindlichen Umwelt zu gewinnen“, unterstreicht Ute Krämer. „Abgesehen von der äußerst wichtigen Befriedigung des menschlichen Erkenntnisbedürfnisses, unsere eigenen Ursprünge und die der uns umgebenden Natur besser zu verstehen, könnte das Überleben der Menschheit abhängen von einer erfolgreichen Entwicklung dieser allgemeinen Erkenntnisse in der nahen Zukunft.“
Förderung
Die Arbeiten wurden im DFG Schwerpunktprogramm ADAPTOMICS gefördert, deren Koordinatorin Ute Krämer ist. http://www.adaptomics-dfg.de
Originalveröffentlichung

Text: Meike Drießen Dezernat Hochschulkommunikation Ruhr-Universität Bochum, Bilder:pixabay

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Green-IT umfasst sämtliche „grüne“ Technologien und Aspekte der Wertschöpfungskette.

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Stuttgart - Der Earth Day findet alljährlich am 22. April weltweit in über 190 Ländern der Erde statt. "Unsere Kommunikation wird grüner" lautet das Earth Day-Jahres-Motto 2017, d.h. Energie sparen und Kosten senken durch effiziente IT-Technologie. Der effiziente Einsatz von Energie ist besonders in der Informations- und Kommunikationsindustrie entscheidend. So sind mittlerweile rund zwei Prozent des deutschen Strombedarfs auf Rechenzentren zurückzuführen. 

EarthDayGreen-IT soll Flagge zeigen für den nachhaltigen Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und deren Anwendung pro Klima- und Umweltschutz. Dabei geht es um die nachhaltige Maximierung des gesamten Produktlebenszyklus die zu einer deutlichen Entlastung der Umwelt führen soll. Neue Technologien sind gefordert.

Green-IT soll vor allem Energie effizienter nutzen. Bei Herstellung, Transport, Lagerung, Betrieb und Entsorgung gilt es den Ressourcenverbrauch zu minimieren. Der effiziente Rohstoffeinsatz von Green-IT ist Maßstab. Das gilt für Unternehmen jeder Größe und ist wirtschaftlich. Mit Green-IT können im beruflichen und auch privaten Umfeld sowohl Ressourcen als auch Kosten und CO2-Emissionen gespart werden.

Green-IT-Produkte sind vorbildlich maximal nachhaltig und Klima schonend. Dies zieht sich durch die gesamte Wertschöpfungskette. Diese "Direct impacts"- maximale Green-IT Lösungen - tragen vor allem dazu bei, dass in anderen Branchen und Lebensbereichen Einsparungen und Effekte pro Klima erreicht werden. Green-IT umfasst sämtliche „grüne“ Technologien und Aspekte der Wertschöpfungskette. In allen Bereichen sollen Optimierungspotentiale ausgeschöpft werden.

Beispiele:
Minimierung des Energieverbrauchs in der Nutzung
Maximale Reduktion des Energie- und Materialverbrauchs in der Herstellung
Intelligente Nutzung von Abwärme
Ausschalten von Schadstoffen in den Produkten und bei Herstellungsprozessen
Keine unnötigen Ausdrucke im Druckerbereich
Recycling und energiesparende Entsorgung. Illegalen Export vermeiden
Nachhaltiges Design der Produkte und Herstellung möglichst langlebiger Hardware
Weiternutzen statt Neukauf
Ressourcensparende Programmierung von Software (Green Software Engineering)
Sauberer Strom für den wachsenden Trend: Cloud-Computing
Einsatz von Green IT zur Reduktion des Energieverbrauchs einer anderen Quelle (z.B. Verkehr, Heizsysteme)
Soziale und ethische Aspekte, wie gesunde und faire Arbeitsbedingungen (Fair IT)

Generell gilt für Green IT das Privileg: Nutzung des „Sauberen Stroms“ in allen Bereichen. Verbraucher können durch ihr Einkaufsverhalten nicht nur kurzfristig Kosten und Energie einsparen, sondern auch die weitere Entwicklung von noch effizienteren Geräten mit ihrem Kaufverhalten begünstigen. Dazu zählt auch der alltägliche nachhaltige Umgang, mit Wartung, Pflege, möglichst eigenständiger Reparatur und Wiederverwendung. Earth Day Präsident Thomas Dannenmann gibt noch einen Hinweis. „Green IT und grünes Geld ergänzen sich“, erklärt er. Mit dem Geld der Kunden finanzieren die grünen Banken ausschließlich ökologische Projekte. Dazu gehört auch Windkraft und Solaranlagen.
Quelle: Text und Logo: earthday.de/Bilder: Pixabay

Hintergrund:
Der Earth Day findet alljährlich am 22. April weltweit in über 190 Ländern der Erde statt. Das Earth Day-Motto, "Global denken, lokal handeln", soll deutlich machen, dass es hier nicht nur um das heutige Wohlbefinden der Menschen geht. Gesunde Erde heißt gesunde Umwelt und lebenswerter Ort für die Zukunft. Dies bedeutet eine Verwirklichung der Visionen aus der Agenda 21 des UN-Erdgipfels von Rio de Janeiro1992 in den Städten und Gemeinden, am Wohnort. Auch 21 Jahre nach Rio gelten mehr denn je die Grundprinzipien der Chapter der Agenda 21 für zukunftsfähige, nachhaltige Lebensgestaltung.

In Deutschland finden im "Earth Month" April rund um den Earth Day vielfältige Aktionen zum Thema: "Nachhaltig, zukunftsfähig leben, seid umweltfit, engagiert Euch lokal, wie global", statt. Eine große Zahl von Initiativen auf lokaler Ebene, u.a. in Unternehmen der Wirtschaft, in den Gemeinden, in Schulen und an Universitäten, in Vereinen und Spontangruppen engagieren sich für den Earth Day nach dem Motto: "Every day is Earth Day". Die Earth Day Stuttgart-Koordinierungsstelle vom Institut Dr. Flad organisiert die Veranstaltungen in Stuttgart unter Beteiligung einer Anzahl engagierter Organisationen.

Weltstars wie Leonardo DiCaprio, Jane Fonda, Hannes Jaenicke, Sigourney Weaver, Schauspieler aller Erdteile, umweltaktive Poltiker, führende Experten der UNO und Persönlichkeiten wie der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore, sowie zahlreiche Stiftungen wie die Clinton Foundation und die Bertelsmann Stiftung sind Fürsprecher der weltweit stattfindenden Earth Day Aktionen.

Mehr Infos zu Aktionen finden Sie hier!

LeoHören Sie dazu "Leo's" legendäre Rede vor den Vereinten Nationen zum Klimawandel

grüne, nachhaltige Geschenkideen   Katze mit Nikolausmütze

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Last-Minute-Geschenk: Spende für Umweltschutz und Menschenrechte
Weihnachten rückt näher und mancher ist noch auf der Suche nach einem passenden Geschenk. Wer nachhaltig schenken will, kann das Öko-Institut Öko-Institut Logo    mit einer Spende für das Projekt „Umweltschutz wahrt Menschenrechte“ unterstützen. Der Kupferbergbau in Peru, die Abwrackung von Schiffen in Bangladesch und der Vertrieb von in Deutschland nicht zugelassenen Pestiziden und Herbiziden in Ländern des globalen Südens – das Projekt analysiert den Zusammenhang zwischen der Schädigung der Umwelt und der Verletzung von Menschenrechten an drei Fallbeispielen. Mit der Unterstützung von Spenderinnen und Spendern soll es im Januar 2017 starten und bis Ende des Jahres Ergebnisse vorlegen.

Unternehmen in die Pflicht nehmen
Die Expertinnen und Experten des Öko-Institut untersuchen in drei Fallstudien die Vorwürfe an deutsche Unternehmen, sie seien als Käufer, Lieferanten oder Entsorger Mitverursacher von Umweltschäden, die die Menschenrechte von Arbeitern und Anwohnern verletzen. Sie befragen die Unternehmen, welche Vorkehrungen sie getroffen haben, um Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen im Ausland zu vermeiden und wie sie schon jetzt mit bestehenden Fällen umgehen. Außerdem untersucht das Projektteam, welche rechtlichen Möglichkeiten die Betroffenen vor Ort haben, um die verantwortlichen deutschen Unternehmen zu belangen und wo gesetzliche Lücken bestehen.

„Auf der Basis dieser Erkenntnisse erstellen wir schließlich Anforderungen an Politik und Wirtschaft für einen besseren Schutz von Umwelt und Menschenrechten“, fasst Dr. Nele Kampffmeyer, Projektleiterin am Öko-Institut die Zielsetzung des Projekts zusammen. „Diese sollen in die Aktualisierung des Aktionsplans Wirtschaft und Menschrechte der Bundesregierung einfließen.“

Weitere Informationen zum Spendenprojekt:

Spendenprojekt „Umweltschutz wahrt Menschenrechte. Deutsche Unternehmen in der globalen Verantwortung“ des Öko-Instituts unterstützen

Flyer zum Spendenprojekt „Umweltschutz wahrt Menschenrechte“ des Öko-Instituts

Text: Ökoinstitut, Logo: Öko-Institut, Bilder: pixabay

oeko logo pc rgb lMehr über das Öko-Institut bei uns:

Bienen brauchen reichlich Nahrung: heimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten und unterschiedlichen Blühzeiten.

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Berlin - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Aurelia Stiftung haben umfassende Maßnahmen zum Schutz bestäubender Insekten wie Bienen und Hummeln gefordert. Angesichts schwindender Bestände bei den zur Befruchtung von Nutz- und Wildpflanzen wie Obstbäumen, verschiedenen Gemüsesorten, Kräutern und Blumen unverzichtbaren Bestäuberinsekten müsse Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt endlich seine Zusagen für mehr Bienenschutz umsetzen.

"Vor allem die industrielle Landwirtschaft ist für den Rückgang und das Aussterben von immer mehr Insektenarten verantwortlich. Pestizide, Monokulturen und die reduzierte Pflanzenvielfalt gefährden Bestäuber wie Honigbienen, Wildbienen und Hummeln. Wird der Artenverlust bei den Insekten nicht gestoppt, gefährdet dies nicht nur die biologische Vielfalt, sondern auch die Nahrungsmittelproduktion", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

ChemieThomas Radetzki, Vorsitzender der Aurelia Stiftung, der seit langem vor dem Europäischen Gerichtshof für ein Verbot von Pestiziden wie den bienengefährdenden Neonikotinoiden und Glyphosat eintritt, forderte die Umsetzung des Verursacher- und Vorsorgeprinzips. "Pestizide sind mitverantwortlich für das Bienenvölkersterben. Es geht nicht an, dass die EU-Kommission von den Imkern fordert, ihre Bienenvölker andernorts aufzustellen, wenn mit einer erhöhten Pestizidbelastung zu rechnen ist. Die Tatsache, dass im Honig erhebliche Rückstände von Pestiziden nachweisbar sind, ist höchst beunruhigend für Imker und Verbraucher", sagte Radetzki.

Werner Kratz, Ökotoxikologe und Privatdozent an der Freien Universität Berlin, wies auf umfangreiche wissenschaftliche Belege für die Schädlichkeit von Pestiziden hin. "Wissenschaftliche Untersuchungen haben die massive Schädigung von Bienen durch zugelassene Mittel wie Neonikotinoide und Glyphosat bewiesen. Damit umweltschädliche Stoffe künftig rechtzeitig identifiziert und verboten werden können, muss das Zulassungsverfahren für Pestizide dringend reformiert werden. Zulassungsprüfungen dürfen nicht länger den antragstellenden Herstellerfirmen überlassen, sondern müssen von unabhängigen Instituten durchgeführt werden", sagte Kratz.

Zu den vom BUND und der Aurelia Stiftung empfohlenen Maßnahmen für einen nationalen Bienenaktionsplan zählen neben der Reform des Zulassungsverfahrens für Pestizide auf nationaler und internationaler Ebene ein verbesserter Schutzstatus für Bestäuber, die Erhaltung und Wiederherstellung vielfältiger Lebensräume, die ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft sowie die Einführung eines Langzeit-Monitorings der Insektenbestände.
Quelle: Text: BUND/Bilder: Pixabay

Mehr zum Thema:
Hintergründe und Bienenaktionsplan des BUND und der Aurelia Stiftung (PDF) 

Biene Wertvolle Tipps für einen bienenfreundliche Gartengestaltung finden Sie hier!

Comic Auto Auto mit Bleistift gezeichnet

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Chemiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben ein Verfahren entwickelt, mit dem Stickoxide, die in industriellen Prozessen anfallen, für die Herstellung von Farbstoffen und Arzneimitteln genutzt werden können. Mit dieser Methode könnten Unternehmen künftig die Entgiftung von Abgasen mit der Produktion neuer Stoffe kombinieren.         

Das Gift in der Luft
Stickoxide zählen zu den bedeutendsten Umweltgiften. Die Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff entstehen vor allem bei der Verbrennung, etwa in Kraftfahrzeugmotoren, in Gas- und Kohlekraftwerken, aber auch bei anderen thermischen und chemischen Prozessen in der Industrie. Um die Abgase zu reinigen, werden entweder Nachverbrennungen oder das Prinzip der katalytischen Reduktion eingesetzt – beide Verfahren sind jedoch vergleichsweise aufwändig und mit gewissen Nachteilen behaftet. Doch Stickoxide sind nicht nur überflüssige Gifte. Wie neue Forschungsarbeiten zeigen, können sie auch in der chemischen Synthese hochwertiger Produkte eingesetzt werden.

Abgase EinleitungsbildStickoxide entstehen unter anderem bei der Verbrennung in AutomotorenUmweltgift als Rohstoff nutzen
Die Forschergruppe um Prof. Dr. Markus Heinrich vom Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie der FAU hat jetzt ein hocheffizientes Verfahren entwickelt, das genau diese zwei Welten – die Reinigung von Abgasströmen und die sinnvolle Verwertung der Stickoxide – zusammenbringt. In einer Modellanlage simulierten die Erlanger Chemiker ein typisches Verfahren der Industrie: die Umwandlung von Kupfer in Kupfernitrat. „Kupfernitrat wird als Farbstoff, Korrosions- und Holzschutzmittel sowie als Oxidationsmittel in der Synthesechemie verwendet“, erklärt Markus Heinrich. „Das beim Herstellungsprozess entstehende Stickstoffdioxid können wir unmittelbar mit der Synthese von Balsalazid und Sulfasalazin kombinieren – zwei zu den Azoverbindungen zählende Arzneistoffe, die zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen eingesetzt werden.“

Fast 100 Prozent Abgasreinigung
Herzstück der Modellanlage ist ein röhrenförmiger Gaswäscher, mit dem die Forscher die Stickstoffdioxidkonzentration im Abgasstrom um 99,7 Prozent senken konnten. „Das ist ein sensationeller Wert, den wir allerdings unter Laborbedingungen erreichen“, schränkt Markus Heinrich ein. „Wir gehen jedoch davon aus, dass unsere Methode auch in der industriellen Anwendung einen guten Wirkungsgrad erzielen wird.“ Im Gegensatz zu früheren Versuchen im Experimentallabor der Pharmachemiker verwertet die neue Anlage auch geringe Stickoxid-Konzentrationen und arbeitet selbst bei Schwankungen des Abgasstroms zuverlässig.

Azoverbindungen für verschiedene Einsatzgebiete
Die Herstellung von Kupfernitrat ist nur ein Beispiel für industrielle Verfahren, bei denen Stickoxide bislang aufwändig neutralisiert werden, anstatt sie in gewinnbringende Syntheseprozesse zu überführen. Heinrich: „Überall dort, wo wir es mit überschaubaren Ausgangsstoffen zu tun haben, dazu zählt beispielsweise auch das Ätzen von Leiterplatten in der Elektronikindustrie, können wir Stickoxide als Nebenprodukt für die Herstellung von Arzneistoffen verwenden. Anders sieht es zum Beispiel bei Kraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen aus: Aus diesem Cocktail an Giften und Schwermetallen sollten wir besser keine Medikamente gewinnen. Aber es ist möglich und sinnvoll, die im Abgas befindlichen Stickoxide für die Herstellung bestimmter Farbstoffe auf der Basis von Azoverbindungen zu verwenden.“

Text: Dr. Susanne Langer Kommunikation und Presse Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg , Bilder: pixabay  

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Feuer im Kamin  Glut

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Besonders in der kalten Jahreszeit erfreuen sich Kaminöfen großer Beliebtheit. Die Kehrseite der gemütlichen Raumwärme sind Feinstaub- und Rußemissionen. Sie belasten sowohl innerhalb als auch außerhalb der vier Wände die Atemluft. Holzfeuerungsanlagen verursachen im Jahr mehr Feinstaub als die Auspuffanlagen von Pkw, Lkw und Motorrädern. Mit ihrer Informationskampagne „Clean Heat“ möchte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) dazu beitragen, die Schadstoffe aus Kaminen zu senken.

Viele Hausbesitzer haben ihr eigenes FeuerholzViele Hausbesitzer lagern ihr Feuerholz an der HausmauerHolz gilt als günstiger, klimafreundlicher und erneuerbarer Brennstoff. In Deutschlands Haushalten und im Kleingewerbe stehen mehr als zehn Millionen sogenannte Einzelraumfeuerungsanlagen. Hierzu gehören beispielsweise Kamin- und Kachelöfen, die mit Scheitholz befeuert werden. In den meisten Fällen dienen sie lediglich als Zusatzheizung und sorgen für Gemütlichkeit.  

Holzöfen pusten mehr Feinstaub raus als der Verkehr
In Deutschland verursachen die Holzfeuerungsanlagen, die in Haushalten und im Kleingewerbe zum Einsatz kommen, im Jahr ca. 28 Kilotonnen Feinstaub. Damit liegen sie über den Auspuffemissionen des Straßenverkehrs. Die ultrafeinen Partikel belasten die Atemwege, dringen tief in die Lunge sowie den Blutkreislauf ein und können Krebs auslösen. In Wohnräumen können sich bei schlechter Feuerung erhebliche Mengen gesundheitsgefährdender Partikel ausbreiten.

„Mit der Informationskampagne 'Clean Heat' erweitern wir unser jahrelanges Engagement für saubere Luft und unterstützen damit die Umsetzung der europäischen Umweltpolitik. Denn viele Städte und Regionen schaffen es nicht, die EU-Vorgaben zur Luftqualität einzuhalten. Grund hierfür sind auch private Holzöfen, die vor allem in der kalten Jahreszeit zur Schadstoffbelastung beitragen“, erklärt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. 

Alte Kamine produzieren erhebliche Mengen Feinstaub                            
Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation hat 2015 gegen acht Städte Klagen eingereicht und gegen vier weitere einen Antrag auf Zwangsvollstreckung gestellt, um das Recht auf saubere Luft durchzusetzen. Insbesondere veraltete und falsch befeuerte Anlagen produzieren erhebliche Mengen Feinstaub und Ruß. Auch moderne Öfen und Kessel bergen noch erhebliches technisches Verbesserungspotential. Städte und Kommunen sind gefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Emissionen aus Holzfeuerungsanlagen zu senken.  

„Zusammen mit der skandinavischen Partnerorganisation Danish Ecological Council (DEC) wollen wir in den kommenden Jahren insbesondere die Schadstoffe privater Holzfeuerungsanlagen senken. Verbraucher sollen über die richtige Bedienung, emissionsarme Öfen und Alternativen zum Heizen mit Holz informiert werden. Im gemeinsamen Austausch mit Experten und Entscheidungsträgern werden wir politische Lösungen erarbeiten und die Entwicklung von Anlagen mit geringeren Emissionen anstoßen“, erläutert Patrick Huth, Projektleiter Clean Heat. 

Hintergründe zu “Clean Heat“ und Praxistipps für Ofennutzer finden Sie auf der Kampagnen-Seite.
Die Informationskampagne Clean Heat wird vom LIFE-Programm der Europäischen Kommission gefördert.

Quelle: Text: DUH, Bilder: Pixabay

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