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Chemiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben ein Verfahren entwickelt, mit dem Stickoxide, die in industriellen Prozessen anfallen, für die Herstellung von Farbstoffen und Arzneimitteln genutzt werden können. Mit dieser Methode könnten Unternehmen künftig die Entgiftung von Abgasen mit der Produktion neuer Stoffe kombinieren.         

Das Gift in der Luft
Stickoxide zählen zu den bedeutendsten Umweltgiften. Die Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff entstehen vor allem bei der Verbrennung, etwa in Kraftfahrzeugmotoren, in Gas- und Kohlekraftwerken, aber auch bei anderen thermischen und chemischen Prozessen in der Industrie. Um die Abgase zu reinigen, werden entweder Nachverbrennungen oder das Prinzip der katalytischen Reduktion eingesetzt – beide Verfahren sind jedoch vergleichsweise aufwändig und mit gewissen Nachteilen behaftet. Doch Stickoxide sind nicht nur überflüssige Gifte. Wie neue Forschungsarbeiten zeigen, können sie auch in der chemischen Synthese hochwertiger Produkte eingesetzt werden.

Abgase EinleitungsbildStickoxide entstehen unter anderem bei der Verbrennung in AutomotorenUmweltgift als Rohstoff nutzen
Die Forschergruppe um Prof. Dr. Markus Heinrich vom Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie der FAU hat jetzt ein hocheffizientes Verfahren entwickelt, das genau diese zwei Welten – die Reinigung von Abgasströmen und die sinnvolle Verwertung der Stickoxide – zusammenbringt. In einer Modellanlage simulierten die Erlanger Chemiker ein typisches Verfahren der Industrie: die Umwandlung von Kupfer in Kupfernitrat. „Kupfernitrat wird als Farbstoff, Korrosions- und Holzschutzmittel sowie als Oxidationsmittel in der Synthesechemie verwendet“, erklärt Markus Heinrich. „Das beim Herstellungsprozess entstehende Stickstoffdioxid können wir unmittelbar mit der Synthese von Balsalazid und Sulfasalazin kombinieren – zwei zu den Azoverbindungen zählende Arzneistoffe, die zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen eingesetzt werden.“

Fast 100 Prozent Abgasreinigung
Herzstück der Modellanlage ist ein röhrenförmiger Gaswäscher, mit dem die Forscher die Stickstoffdioxidkonzentration im Abgasstrom um 99,7 Prozent senken konnten. „Das ist ein sensationeller Wert, den wir allerdings unter Laborbedingungen erreichen“, schränkt Markus Heinrich ein. „Wir gehen jedoch davon aus, dass unsere Methode auch in der industriellen Anwendung einen guten Wirkungsgrad erzielen wird.“ Im Gegensatz zu früheren Versuchen im Experimentallabor der Pharmachemiker verwertet die neue Anlage auch geringe Stickoxid-Konzentrationen und arbeitet selbst bei Schwankungen des Abgasstroms zuverlässig.

Azoverbindungen für verschiedene Einsatzgebiete
Die Herstellung von Kupfernitrat ist nur ein Beispiel für industrielle Verfahren, bei denen Stickoxide bislang aufwändig neutralisiert werden, anstatt sie in gewinnbringende Syntheseprozesse zu überführen. Heinrich: „Überall dort, wo wir es mit überschaubaren Ausgangsstoffen zu tun haben, dazu zählt beispielsweise auch das Ätzen von Leiterplatten in der Elektronikindustrie, können wir Stickoxide als Nebenprodukt für die Herstellung von Arzneistoffen verwenden. Anders sieht es zum Beispiel bei Kraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen aus: Aus diesem Cocktail an Giften und Schwermetallen sollten wir besser keine Medikamente gewinnen. Aber es ist möglich und sinnvoll, die im Abgas befindlichen Stickoxide für die Herstellung bestimmter Farbstoffe auf der Basis von Azoverbindungen zu verwenden.“

Text: Dr. Susanne Langer Kommunikation und Presse Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg , Bilder: pixabay  

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Feuer im Kamin  Glut

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Besonders in der kalten Jahreszeit erfreuen sich Kaminöfen großer Beliebtheit. Die Kehrseite der gemütlichen Raumwärme sind Feinstaub- und Rußemissionen. Sie belasten sowohl innerhalb als auch außerhalb der vier Wände die Atemluft. Holzfeuerungsanlagen verursachen im Jahr mehr Feinstaub als die Auspuffanlagen von Pkw, Lkw und Motorrädern. Mit ihrer Informationskampagne „Clean Heat“ möchte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) dazu beitragen, die Schadstoffe aus Kaminen zu senken.

Viele Hausbesitzer haben ihr eigenes FeuerholzViele Hausbesitzer lagern ihr Feuerholz an der HausmauerHolz gilt als günstiger, klimafreundlicher und erneuerbarer Brennstoff. In Deutschlands Haushalten und im Kleingewerbe stehen mehr als zehn Millionen sogenannte Einzelraumfeuerungsanlagen. Hierzu gehören beispielsweise Kamin- und Kachelöfen, die mit Scheitholz befeuert werden. In den meisten Fällen dienen sie lediglich als Zusatzheizung und sorgen für Gemütlichkeit.  

Holzöfen pusten mehr Feinstaub raus als der Verkehr
In Deutschland verursachen die Holzfeuerungsanlagen, die in Haushalten und im Kleingewerbe zum Einsatz kommen, im Jahr ca. 28 Kilotonnen Feinstaub. Damit liegen sie über den Auspuffemissionen des Straßenverkehrs. Die ultrafeinen Partikel belasten die Atemwege, dringen tief in die Lunge sowie den Blutkreislauf ein und können Krebs auslösen. In Wohnräumen können sich bei schlechter Feuerung erhebliche Mengen gesundheitsgefährdender Partikel ausbreiten.

„Mit der Informationskampagne 'Clean Heat' erweitern wir unser jahrelanges Engagement für saubere Luft und unterstützen damit die Umsetzung der europäischen Umweltpolitik. Denn viele Städte und Regionen schaffen es nicht, die EU-Vorgaben zur Luftqualität einzuhalten. Grund hierfür sind auch private Holzöfen, die vor allem in der kalten Jahreszeit zur Schadstoffbelastung beitragen“, erklärt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. 

Alte Kamine produzieren erhebliche Mengen Feinstaub                            
Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation hat 2015 gegen acht Städte Klagen eingereicht und gegen vier weitere einen Antrag auf Zwangsvollstreckung gestellt, um das Recht auf saubere Luft durchzusetzen. Insbesondere veraltete und falsch befeuerte Anlagen produzieren erhebliche Mengen Feinstaub und Ruß. Auch moderne Öfen und Kessel bergen noch erhebliches technisches Verbesserungspotential. Städte und Kommunen sind gefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Emissionen aus Holzfeuerungsanlagen zu senken.  

„Zusammen mit der skandinavischen Partnerorganisation Danish Ecological Council (DEC) wollen wir in den kommenden Jahren insbesondere die Schadstoffe privater Holzfeuerungsanlagen senken. Verbraucher sollen über die richtige Bedienung, emissionsarme Öfen und Alternativen zum Heizen mit Holz informiert werden. Im gemeinsamen Austausch mit Experten und Entscheidungsträgern werden wir politische Lösungen erarbeiten und die Entwicklung von Anlagen mit geringeren Emissionen anstoßen“, erläutert Patrick Huth, Projektleiter Clean Heat. 

Hintergründe zu “Clean Heat“ und Praxistipps für Ofennutzer finden Sie auf der Kampagnen-Seite.
Die Informationskampagne Clean Heat wird vom LIFE-Programm der Europäischen Kommission gefördert.

Quelle: Text: DUH, Bilder: Pixabay

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Verwerten vor Deponieren - Bauschutt wird wiederverwertet

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DBU würdigt Unternehmer van Abel und Feeß und Wissenschaftlerin Mettke – Bundespräsident übergab Preise
Würzburg. Der Deutsche Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ist zum 24. Mal vergeben. Aus den Händen von Bundespräsident Joachim Gauck und der DBU-Kuratoriumsvorsitzenden und Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, nahmen am 30. Oktober in Würzburg der Unternehmer Bas van Abel (39, Amsterdam) sowie die Wissenschaftlerin Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke (64, Cottbus) und der Unternehmer Walter Feeß (62, Kirchheim/Teck) den höchstdotierten, unabhängigen Umweltpreis Europas in Empfang. Die DBU will mit der Auszeichnung der Pioniere und kreativen Wegbereiter für den Schutz und die nachhaltige Nutzung natürlicher Rohstoffe darauf hinweisen, dass entschlossenes Handeln zwingend nötig ist, um die Lebensgrundlagen des Planeten auch für zukünftige Generationen zu sichern. Die Erde werde in Teilen schon jetzt über ihre Belastungsgrenzen hinaus strapaziert. Van Abel erhält 250.000 Euro. Die zweite Hälfte des Preisgeldes teilen sich Mettke und Feeß.

Dank seiner modularen Bauweise kann das Fairphone problemlos repariert werden - ein Garant für Langlebigkeit. Foto: Fairphone Dank seiner modularen Bauweise kann das Fairphone problemlos repariert werden - ein Garant für Langlebigkeit. Foto: Fairphone Längerer Lebenszyklus für Smartphones und Beton
Die DBU würdigte den Gründer und Geschäftsführer von Fairphone B.A., Bas van Abel, weil er in der Informations- und Kommunikationsbranche neue Wege gefunden habe, um dem übersteigerten Verbrauch von Handys und Smartphones entgegenzutreten. Angelika Mettke von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg und Walter Feeß, Geschäftsführer der Heinrich Feeß Erdbau GmbH & Co. KG, trieben den Einsatz von wiederverwertbaren Betonteilen und Recycling-Beton voran. In beiden Branchen zerstöre der Abbau von Rohstoffen flächendeckend wertvolle Lebensräume. Es gebe aber Möglichkeiten, diese Nutzung zu drosseln, indem auf einen längeren Lebenszyklus der Produkte – seien es Smartphones oder Beton – gesetzt werde.

Van Abel: Sozial-, Arbeitsschutz- und Umwelt-Standards vor Ort verbessern
Van Abel verfolge das Ziel, ein nach ethischen Grundsätzen produziertes Smartphone mit möglichst geringem Schaden für die Umwelt und ohne Ausbeutung von Menschen herzustellen. Einzelbauteile des reparaturfreundlich konstruierten Fairphones wie Akku oder Display seien austauschbar, so dass Rohmaterialien durch längere Lebenszyklen geschont und Kreisläufe durch Recycling geschlossen würden. Sozial-, Arbeitsschutz- und Umwelt-Standards sollten vor Ort verbessert werden, damit die Menschen in Konfliktregionen zu fairen Konditionen beschäftigt würden und der Einfluss auf die Umwelt so gering wie möglich ausfalle.
Für die gesamte Wertschöpfungskette habe Fairphone Strategien entwickelt, um die derzeit vorherrschenden Bedingungen zu verbessern. Damit setze Fairphone bewusst ein Zeichen gegen die heute gängigen Mobiltelefone, die mit wertvollen und oft nur unter großen Umweltbelastungen zu gewinnenden Metallen und Komponenten bestückt seien und nach wenigen Jahren ausgemustert oder weggeworfen würden, obwohl sie noch voll funktionstüchtig seien.

Mettke und Feeß: Eingefahrene Strukturen in der Rohstoffwirtschaft durchbrechen
Mettke und Feeß hätten eingefahrene Strukturen in der Rohstoffwirtschaft durchbrochen, dem sorglosen Umgang mit Ressourcen einen Riegel vorgeschoben und dem Grundsatz „Verwerten vor Deponieren“ eine neue Qualität verliehen. Hinzu komme das Problem des Flächenverbrauchs. Denn für konventionellen Beton würden Schotter und Kies in großen Gruben abgebaut und über lange Wege zwischen Abbaugebiet und Baustelle transportiert. Der Flächenverbrauch sei immens und hinterlasse karge Landschaften, die aufwändig für die Natur wieder hergestellt werden müssten. Außerdem gingen wertvolle land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen verloren.

Altbeton für Recycling-Beton zu verwenden Altbeton für Recycling-Beton verwenden Umweltprobleme aus Abriss- und Rückbauprozesse für Öffentlichkeit zugänglich gemacht
Altbeton aus Abbruch-Bauten für Recycling-Beton zu verwenden, sei ein wichtiges Standbein, um den Flächenverbrauch einzudämmen und Deponien zu entlasten. Mettke habe Umweltprobleme aus Abriss- und Rückbauprozessen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, Stoffkreisläufe neu gestaltet und damit viele neue qualifizierte Arbeitsplätze möglich gemacht. Als Wegbereiter für Recycling-Beton habe Feeß mit unternehmerischem Mut einen florierenden Baustoffhandel aufgebaut. Beide stellten die zentralen Fragen nach der Herkunft, der Herstellung und der Kreislaufwirtschaft und versuchten so, an den Systemen etwas zu ändern, zu verbessern.

Unternehmen müssen Umgang mit Ressourcen bewusster angehen
Die Preisträger selbst machten in Filmen, die während des Festaktes eingespielt wurden, ihre Positionen und Einstellungen noch einmal deutlich. Van Abel unterstrich, seine Vision sei, dass Unternehmen ihre Geschäftsmodelle und ihren Umgang mit Ressourcen bewusster angingen: „Jetzt ist es doch leider so: ökonomisch geht es aufwärts, ökologisch geht’s aber den Bach runter. Wir müssen das ins Gleichgewicht bringen. Wirtschaft und Ökologie müssen sich zusammentun, Hand in Hand gehen. Das ist für mich die Zukunft.“ Wir wüssten zwar um die schlimmen Arbeitsbedingungen, unter denen verschiedene Mineralien, die für Smartphones benötigt werden, gewonnen würden.
Wir wüssten „um die ganz alltägliche Kinderarbeit“, dass es keine faire Mine im Kongo gebe, dort Krieg herrsche und Menschen nichts zu essen hätten, „aber wir sehen die Verbindung zwischen den Produkten und diesem Elend nicht mehr“. Deshalb sei es für ihn das Wichtigste gewesen, auf diese Zusammenhänge hinzuweisen. Van Abel: „Unsere Kunden sollen ihr Fairphone kennen und sich dafür verantwortlich fühlen. Und ihr Mobiltelefon so lange nutzen, wie es nur geht. Denn: bei einer fünfjährigen statt einer zweieinhalbjährigen Nutzung müssen nur halb so viele neue Smartphones hergestellt werden. Und das ist dann ein riesiger Beitrag für den Umweltschutz.“

Jährlich zwei Millionen Tonnen Bauschutt vermeidbar
Mettke forderte, es müsse bei den Menschen ein Umdenken einsetzen. Die Ressourcen, die nicht unendlich verfügbar seien, müssten viel sorgfältiger und besser genutzt werden. Sie habe einmal überschlagen, dass jährlich zwei Millionen Tonnen Bauschutt vermieden werden könnten, wenn die Betonplatten wieder eingesetzt würden. Nur: Von diesen potenziellen Material-, aber auch den Energieeinsparungen spreche niemand. Auch die Qualität der Betonelemente werde immer wieder in Frage gestellt. Dabei habe sie „über tausend Betonelemente geprüft, unterschiedliche Bautypen“ und „sensationelle Festigkeitswerte feststellen können“.

Verantwortung gegenüber kommenden Generationen gerecht werden
Auch Feeß kritisierte, dass er sich „oft alleine gelassen“ fühle und immer kämpfen müsse. Die Akzeptanz von Recycling-Material und -Beton sei nicht so leicht zu erreichen. Dabei lägen die Vorteile auf der Hand. Sein Unternehmen bereite Abfälle wieder auf, wo sie anfallen. Das spare „enorm viele Lkw-Kilometer“ und verringere Transportwege, Lärm, Kohlendioxid- und Feinstaubausstoß. Feeß: „Ein Riesenvorteil für unsere Umwelt.“ Er hoffe und wünsche sich, dass der Staat seiner Vorbildfunktion öfters gerecht werde und seine Gebäude in Recyclingbeton baue, denn dann „zieht der Privatmann umso schneller nach“. Seine Vision sei, „dass die Leute irgendwann mal infiziert werden und wissen, es gibt keine Alternative. Wenn wir die Klimaschutzziele erreichen wollen, wenn wir die Verantwortung gegenüber unseren kommenden Generationen gerecht werden wolle, dann müssen wir mehr unsere Abfälle verwerten.“

Text: Franz-Georg Elpers Pressestelle Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU),  Bilder unbeschriftet pixabay,   big merci dafür

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grüne, nachhaltige Geschenkideen   Katze mit Nikolausmütze

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Last-Minute-Geschenk: Spende für Umweltschutz und Menschenrechte
Weihnachten rückt näher und mancher ist noch auf der Suche nach einem passenden Geschenk. Wer nachhaltig schenken will, kann das Öko-Institut Öko-Institut Logo    mit einer Spende für das Projekt „Umweltschutz wahrt Menschenrechte“ unterstützen. Der Kupferbergbau in Peru, die Abwrackung von Schiffen in Bangladesch und der Vertrieb von in Deutschland nicht zugelassenen Pestiziden und Herbiziden in Ländern des globalen Südens – das Projekt analysiert den Zusammenhang zwischen der Schädigung der Umwelt und der Verletzung von Menschenrechten an drei Fallbeispielen. Mit der Unterstützung von Spenderinnen und Spendern soll es im Januar 2017 starten und bis Ende des Jahres Ergebnisse vorlegen.

Unternehmen in die Pflicht nehmen
Die Expertinnen und Experten des Öko-Institut untersuchen in drei Fallstudien die Vorwürfe an deutsche Unternehmen, sie seien als Käufer, Lieferanten oder Entsorger Mitverursacher von Umweltschäden, die die Menschenrechte von Arbeitern und Anwohnern verletzen. Sie befragen die Unternehmen, welche Vorkehrungen sie getroffen haben, um Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen im Ausland zu vermeiden und wie sie schon jetzt mit bestehenden Fällen umgehen. Außerdem untersucht das Projektteam, welche rechtlichen Möglichkeiten die Betroffenen vor Ort haben, um die verantwortlichen deutschen Unternehmen zu belangen und wo gesetzliche Lücken bestehen.

„Auf der Basis dieser Erkenntnisse erstellen wir schließlich Anforderungen an Politik und Wirtschaft für einen besseren Schutz von Umwelt und Menschenrechten“, fasst Dr. Nele Kampffmeyer, Projektleiterin am Öko-Institut die Zielsetzung des Projekts zusammen. „Diese sollen in die Aktualisierung des Aktionsplans Wirtschaft und Menschrechte der Bundesregierung einfließen.“

Weitere Informationen zum Spendenprojekt:

Spendenprojekt „Umweltschutz wahrt Menschenrechte. Deutsche Unternehmen in der globalen Verantwortung“ des Öko-Instituts unterstützen

Flyer zum Spendenprojekt „Umweltschutz wahrt Menschenrechte“ des Öko-Instituts

Text: Ökoinstitut, Logo: Öko-Institut, Bilder: pixabay

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Gerste - Schädlinge mit natürlicher Methode bekämpfen

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Gießener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln mit einer neuen Technik eine hochspezifische und nachhaltige Alternative zum Einsatz von umweltschädlichem Kupfer im biologischen Pflanzenschutz.   

Pilze sorgen für Ernteausfälle und Lebensmittelvergiftungen
Pathogene Pilze der Gattung Fusarium sind ursächlich für eine Vielzahl schwerwiegender Pflanzenkrankheiten im Getreideanbau, die zumeist unter dem Begriff „Ährenfusariosen“ zusammengefasst werden und weltweit für immense Ernteverluste und Lebensmittelvergiftungen sorgen. Der Einsatz konventioneller chemischer und biologischer Pflanzenschutzmittel ist immer öfter wirkungslos, da Fusarien – wie andere Schaderreger auch – zunehmend Resistenzen gegen die wenigen noch zugelassenen Wirkstoffe entwickeln.

Neue Waffe gegen Pilze ist gut für Mensch und Bienen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen(JLU) haben ein innovatives, hochspezifisches Verfahren entwickelt, mit dem sich der Getreidepilz Fusarium graminearum und auch andere Pilze gezielt unschädlich machen lassen. Der Vorteil dieser Technik ist die hohe Selektivität, mit der negative Effekte auf Nützlinge wie Bienen, aber auch auf den Menschen verhindert werden. Zudem bietet diese Technik breite Anwendungsmöglichkeiten. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun in der Fachzeitschrift PloS Pathogens veröffentlicht.

Nachhaltiges Verfahren kann für jeden Schädling angewandt werden
 Die Schlüsseltechnologie hinter dem Verfahren ist die RNA-Interferenz-Technik (RNAi-Technik). Sie basiert auf einem natürlichen Regelmechanismus, für dessen Entdeckung 2006 der Nobelpreis für Physiologie/Medizin vergeben wurde: Mit der RNAi-Technik lassen sich Gene gezielt inaktivieren – in Pflanzen werden auf diese Weise normalerweise Gene reguliert und Viruserkrankungen abgewehrt. Die Nutzung dieses natürlichen Prinzips für den Pflanzenschutz ist umweltfreundlich, nachhaltig und ermöglicht den Verzicht auf gentechnische Veränderungen von Pflanzen. Ein erheblicher Vorteil der neuen Methode ist zudem, dass sie im Prinzip auf jeden erdenklichen Schaderreger oder Schädling angewendet werden kann.

Dem Team von Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel und seiner Kollegin Dr. Aline Koch vom Institut für Phytopathologie der JLU war es bereits im Jahr 2013 gelungen, Pflanzen zu züchten, die ein RNAi-Molekül produzieren, das den Getreidepilz Fusarium graminearum gezielt unschädlich macht. Nun konnten die Forscherinnen und Forscher zeigen, dass gezielt hergestellt RNA-Moleküle auch dann gegen den Pilz wirksam sind, wenn sie – wie im Pflanzenschutz üblich –, einfach auf Pflanzen gesprüht werden. Bei Gerste erzielten die Forscherinnen und Forscher damit eine außergewöhnlich hohe Widerstandsfähigkeit gegen den Pilz.

„Langfristig wird diese innovative und umweltfreundliche Methode chemische und biologische Pflanzenschutzmittel, wie z.B. das für die Umwelt sehr problematische Kupfer ersetzen können“, so Prof. Kogel. „Wir gehen damit im künftigen Pflanzenschutz einen dritten Weg – jenseits konventioneller oder biodynamischer Strategien. Die neue Methode hat ein enormes Potenzial für die Landwirtschaft.“

Text: Lisa Dittrich Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Justus-Liebig-Universität Gießen , Bilder: pixabay

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WWF-Report: Menschheit verbraucht 60 Prozent mehr Ressourcen als Erde bereithält/ Living Planet Index: Weltweiter Rückgang von Tierbeständen um 58 Prozent./ WWF fordert Paradigmenwechsel: Brauchen neue Definition von Wohlstand und Erfolg

Die Menschheit verbraucht jedes Jahr 60 Prozent mehr Ressourcen, als die Erde innerhalb dieses Zeitraums regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Setzt sich diese Entwicklung ungebremst fort, sind 2030 zwei komplette Planeten nötig, um den Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Das ist das Ergebnis des „Living Planet Reports 2016“, den die Naturschutzorganisation WWF am Donnerstag in Berlin vorgelegt hat. Laut dem globalen Zustandsbericht nehmen die ökologischen Reserven der Erde immer weiter ab. So zeigt etwa der Living Planet Index, der den Zustand der weltweiten biologischen Vielfalt erfasst, steil nach unten. Für die vergangenen vierzig Jahre wurde ein Rückgang von 58 Prozent gemessen. Damit haben sich die über 14.000 untersuchten Tierpopulationen mehr als halbiert.

FußabdruckFußabdruck - Sinnbild für den ökologischen Fußabdruck eines jeden Einzelnen„Die Menschheit treibt die Erde in einen lebensbedrohlichen Burn-Out. Dagegen hilft nur ein tiefgehender Paradigmenwechsel“, warnte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland, bei der Veröffentlichung des Reports. „In einer Welt mit begrenzten Ressourcen muss deren nachhaltige Nutzung endlich zu einer der obersten Handlungsmaximen von Politik und Wirtschaft werden. Wir brauchen eine neue Definition von Wohlstand und Erfolg, die die Gesundheit von Individuen, der Gesellschaft und der Umwelt einbezieht.“ Nur bei einem verringerten ökologischen Fußabdruck könnten auch zukünftige Generationen überhaupt mit einem hohen Wohlstandsniveau rechnen.

Die Auswirkungen des Raubbaus sind laut WWF bereits heute spürbar: Dürre und extreme Wetterereignisse, Hungersnöte oder Artensterben nehmen immer dramatischere Ausmaße an. Insgesamt sind vier von neun ökologischen Belastungsgrenzen, die die Stabilität der planetaren Lebensräume definieren, überschritten: beim Klimawandel, dem Verlust der Biodiversität, der Landnutzung sowie den biogeochemischen Kreisläufen von Stickstoff und Phosphor.

Gegen die Folgen des globalen Burn-Outs lassen sich weder Staaten noch Märkte dauerhaft abschotten. Daher warnt WWF-Vorstand Heinrich vor nationalen Egoismen und Verzagtheit seitens Wirtschaft oder Politik und fordert die zügige Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsagenda durch die Mitgliedsstaaten. Die Sustainable Development Goals (SDG) und das Klimaschutzabkommen von Paris müssten mit konkreten, nationalen Maßnahmen hinterlegt werden. Hier hat ausgerechnet Deutschland seine Vorreiterrolle eingebüßt.

„Die Bundesrepublik darf vor den entscheidenden Reformen nicht zurückschrecken, sondern muss die notwendigen Transformationsprozesse als Chance und Wettbewerbsvorteil begreifen“, fordert Heinrich, auch mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl und die Ausrichtung zukünftiger Regierungspolitik. „Wir brauchen eine erfolgreiche Energiewende, eine ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft und ein Finanzsystem, das Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit im Fokus hat.“ Leider sende die deutsche Politik derzeit jedoch andere Signale aus.

BrotzeittellerDie Produktion von einem Kilo Rindfleisch beispielsweise verursacht zwischen sieben und 28 Kilo Treibhausgasemissionen.„Bei internationalen Klimaschutzkonferenzen wurden in der Vergangenheit spektakuläre Fortschritte erzielt. Doch bei der konkreten Umsetzung, geht der deutschen Politik die Luft aus. Der Entwurf des Klimaschutzplans 2050 wird gerade bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt“, sagt Heinrich. Von einem konkreten Plan für den Kohleausstieg sei beispielsweise gar nichts mehr zu lesen, obwohl die Bundesrepublik, wenn sie die Paris-Beschlüsse ernst nehme, bis spätestens 2035 aus dieser Stromerzeugung aussteigen müsse.

Auch eine Agrar-Wende ist laut WWF-Vorstand überfällig: „Die Fleischproduktion muss sich grundlegend wandeln. Wir beanspruchen in Südamerika ausgedehnte Flächen auf denen mit Soja das derzeit wichtigste Futtermittel der konventionellen Tiermast angebaut wird. Darunter leiden wertvolle Ökosysteme wie Savannen und Regenwälder.“ Der Fokus müsse stattdessen auf einer natur- und landschaftsverträglichen Produktion im Inland liegen. An diesen Leitlinien müsse die Agrar-Subventionspolitik auf nationaler wie europäischer Ebene ausgerichtet werden.
Quelle: Text: WWF Deutschland/Bilder: Pixabay

Hintergrund
Der Living Planet Report misst die Veränderungen der weltweiten Biodiversität und des menschlichen Konsums. Die Studie wird alle zwei Jahre vom WWF gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft London (ZSL) und dem Global Footprint Network (GFN) erstellt.

Der Ökologische Fußabdruck hat sich seit 1966 verdoppelt. Seit mehr als 40 Jahren nutzen die Menschen mehr natürliche Ressourcen, als die Erde erneuern kann. Der Fußabdruck gibt die Beanspruchung der Ökosysteme durch den Menschen an und misst die biologisch produktive Landfläche (Biokapazität), die zur Bereitstellung erforderlich ist.

Der Living Planet Index (LPI) erfasst den Zustand der biologischen Vielfalt. Er basiert auf Daten zu 14.152 untersuchten Populationen von Wirbeltierarten auf der ganzen Erde. Für den Zeitraum von 1970 bis 2012 ermittelt der globale LPI einen Rückgang von 58 Prozent.

Ökologischen Belastungsgrenzen beschreiben biophysikalischer Prozesse, die die Stabilität der Erde garantieren. Für jeden Prozess werden Grenzwerte festgelegt, die nicht überschritten werden sollten. Doch genau das ist inzwischen bei vier der neun Prozesse geschehen.

Downloads: 

- Living Planet Report 2016, deutsche Kurzfassung

- Living Plandt Report 2016: Risk and resilience in a new area

AKTUELLE NACHRICHTEN

Licht aus in Deutschland

Samstag, 25. März 2017 05:18
Am 25. März ist Earth Hour / 178 Länder sind dabei Berlin - Am 25. März 2017 gehen zur WWF Earth Hour für eine Stunde rund um den Globus die Lichter aus. Jeweils um 20.30 Uhr Ortszeit gehen auch an berühmten Bauwerken die Lichter aus. Hierzu z

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DIY: "die umweltberatung" leitet mit Video und Infoblatt beim Eierfärben mit natürlichen Zutaten an.  Wien - Selber Färben geht ganz einfach und bringt´s, denn die natürlichen Farben dürfen sogar mitgegessen werden. "die umweltberatung" b

Gärten für die Zukunft

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Gärten nachhaltig bewirtschaften: Deutsche Umwelthilfe veröffentlicht Handbuch „Gärten für die Zukunft“/Broschüre enthält Handlungsempfehlungen und zeigt auf, wie auf lokaler Ebene die biologische Vielfalt geschützt werden kann Berlin/Rad

 

 

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NEU in der MEDIATHEK

Robert Redford: Die Stimme der Natur

Dienstag, 21. März 2017 08:48

Die Mammutbäume sprechen...

 „Und dann kamen die Menschen und die Hölle fing an...“

Zum Projekt:
Robert Redford, Julia Roberts, Penélope Cruz, Harrison Ford, Edward Norton, Ian Somerhalder und Kevin Spacey: Das sind die Namen der Prominenten, die der Natur ihre Stimme geben. Nachdrücklich, ernst und auffordernd. Sie verwandeln sich in einen Ozean, in ein Korallenriff, in plätscherndes Wasser, in einen Mammutbaum, in den Regenwald, in Blumen, in fruchtbarem Erdboden und in die Mutter Natur selbst. Faszinierende Bilder einer teilweise noch intakten Welt zeigen uns die Schönheit aber auch gleichzeitig die Zerbrechlichkeit der Natur. So lautet auch der Slogan der Umweltschutzorganisation „Conservation International“ :

Natur braucht den Menschen nicht. Aber die Menschen die Natur.

Die Kurzvideos wollen wachrütteln und den Blick schärfen: Sie demonstrieren somit nicht nur die natürlichen und naturbelassenen Gebiete dieser Erde, sondern eben auch die Auswirkungen der Menschenhand und seiner großen Gier.

Diese als Kampagne angelegte Kurzfilme unter dem Titel „Nature is Speaking“ (Die Natur spricht!) sind sicherlich nicht die ersten Dokumentationen dieser Art, die auf das Thema aufmerksam machen. Doch die Botschaften erhalten hier nochmals eine andere Dimension. Die Symbiose von Pflanze und Tieren ist dann fruchtbar und gelingend, wenn die Natur sich ausdehnen und entfalten und ihre eigenen Regenerationsprozesse steuern kann.

Weitere Stimmen der Natur finden Sie in unserer Mediathek.



 

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