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Studie: Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen

Fraunhofer UMSICHT hat im Rahmen einer Studie die Aufarbeitung von PCs und Notebooks durch die INTERSOROH Dienstleistungs GmbH untersucht. Mit positivem Ergebnis: Primärressourcen werden eingespart und der Ausstoß schädlicher Klimagase vermindert.         

Die Nutzungsdauer von IT- und Kommunikationsgeräten wie PCs oder Notebooks ist insbesondere im Arbeitsalltag, z. B. durch bestehende Leasingverträge, begrenzt. Nach dem Austausch durch neue Geräte sind die alten Geräte in den meisten Fällen jedoch keineswegs unbrauchbar. Im Gegenteil: Für eine Vielzahl von Aufgaben ist ihre Leistung mehr als ausreichend. Der Umweltdienstleister INTERSOROH kauft gebrauchte Geräte und organisiert sämtliche Schritte auf dem Weg zur Wiederverwendung – von der Abholung über die sichere und zertifizierte Datenlöschung und/oder Datenträgerzerstörung bis zur Endabnahme.

FrauenhoferBild: IT-Geräte können nach ihrem »ersten Leben« wiederverwendet werden – mit positivem Effekt für die Umwelt. ALBA Group387 Kilogramm Primärressourcen eingespart je wiederverwendetem PC
Forscher von Fraunhofer UMSICHT haben die Aufarbeitung von PCs und Notebooks durch INTERSOROH detailliert untersucht. In einer Studie bestätigen sie den messbaren Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung natürlicher Ressourcen. Als Bezugsgröße wurde die Nutzung eines Notebooks bzw. PCs über 7 Jahre gewählt. Es wird angenommen, dass die Altgeräte nach 3,5 Jahren ausgetauscht werden. Die Aufarbeitung der Geräte verlängert die Nutzung um weitere 3,5 Jahre.
Danach spart die einmalige Wiederverwendung eines gängigen Business Notebooks allein 181 Kilogramm Primärressourcen ein. Hierbei berücksichtigt wird auch das tote Gestein, das bei der Gewinnung von Erzen für Metalle oder bei der Erdölförderung als Rohstoff für Kunststoffe anfällt. Zugleich vermindert sich durch die längere Lebensdauer der Ausstoß von schädlichen Klimagasen um 154 Kilogramm. Das entspricht rund 1 100 gefahrenen Kilometern eines durchschnittlichen PKWs – einmal die Strecke Berlin-München und zurück. Noch ressourcenschonender ist die Aufbereitung eines PCs. Hier werden durch die verlängerte Lebensdauer 387 Kilogramm Primärressourcen und 229 Kilogramm klimaschädliche Gase eingespart.
»Im Sinne der circular economy ist die Wiederverwendung von Produkten die aus Ressourcensicht beste Möglichkeit, da hier der größtmögliche Wert des Produkts erhalten bleibt. Nach der Wiederverwendung des Geräts kann die zusätzliche Nutzung von Ersatzteilen folgen und dann das Recycling der enthaltenen Wertstoffe«, so Dr. Markus Hiebel aus der Abteilung Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement bei Fraunhofer UMSICHT. Jan Höschel, Leiter Business Center ReUse INTERSEROH Dienstleistungs GmbH, fügt hinzu: »Durch die längere Lebensdauer der Geräte tragen wir entscheidend dazu bei, dass der Gedanke der Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung auch in der Informationstechnologie Einzug findet.«
Text: Dipl.-Chem. Iris Kumpmann Abteilung Public Relations Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT , Bilder: Pixabay

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Im Schnitt werden Smartphones hierzulande lediglich zwei bis drei Jahre genutzt.

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Greenpeace-Studie: Kurzlebige Handys verschwenden hunderte Tonnen wertvoller Rohstoffe/Kleine Reparaturen können umweltschädlichen Abbau von Metallen deutlich senken

Hamburg – Rund 1000 Tonnen wertvoller Rohstoffe lassen sich alleine in Deutschland jährlich durch kleine Reparaturen an Smartphones und Tablets einsparen, darunter 20 Tonnen Kobalt, mehrere Tonnen Zinn, Wolfram und Silber.

Dies errechnete Greenpeace auf Basis einer kürzlich veröffentlichten Studie des Freiburger Öko-Instituts zu den Umweltauswirkungen von so genannten Handheld-Geräten. Der Abbau dieser Metalle zerstört in vielen Regionen der Welt die Umwelt und schürt soziale Konflikte. „Hersteller wie Apple und Samsung verursachen mit kurzlebigen Elektrogeräten und unnötig schnellen Produktzyklen massive Umweltschäden und katastrophale Arbeitsbedingungen“, sagt Manfred Santen, Elektronik-Experte von Greenpeace. „Die Hersteller müssen Geräte künftig so bauen, dass sie leichter repariert werden können. Und sie müssen verpflichtet werden, kaputte Smartphones bedingungslos zurückzunehmen und wiederzuverwerten.“ 

Greenpeace fordert von Herstellern eine modulare Bauweise, damit sich defekte Komponenten wie Displays und Kameras leichter ersetzen lassen. „Ein kaputtes Display oder ein defekter Akku sind kein Totalschaden für ein Smartphone“, sagt Santen. „Jede Reparatur verlängert die Lebensdauer eines Smartphones, schützt die Umwelt und spart wertvolle Rohstoffe.“ Nach einer repräsentativen Greenpeace-Umfrage von August 2016 wünschen sich drei von fünf Befragten in Deutschland Mobiltelefone, die länger als bisher halten. Wichtiger als das Design ist Verbrauchern beim Kauf eines neuen Gerätes eine lange Lebenszeit des Akkus und, dass kleine Schäden leicht reparieren werden können. 

Reparaturen sparen wertvolle Rohstoffe
In diesem Jahr werden in Deutschland 28 Millionen Handys verkauft, schätzen Marktbeobachter. Im Schnitt werden Smartphones hierzulande lediglich zwei bis drei Jahre genutzt. Dadurch ist die Zahl der nicht mehr genutzten Altgeräte inzwischen auf 100 Millionen gestiegen. Recycelt oder repariert wird davon bislang nur ein Bruchteil. Auch der aktuelle Fall von Samsungs Galaxy Note 7 zeigt: Umweltfreundliches Recycling ist für die meisten Hersteller nicht selbstverständlich.

Deutschland ist Europameister beim Elektroschrott: Pro Kopf und Jahr 21,7 Kilogramm (EU-Durchschnitt: 18,7 Kilogramm) und liegt damit nur knapp hinter den USA (22,1 Kilogramm). Elektroschrott enthält PVC, bromierte Flammschutzmittel und andere Substanzen, deren Freisetzung etwa auf illegalen Deponien in Afrika oder China die Gesundheit der Arbeiter und Anwohner gefährdet, sowie Böden und Grundwasser verseucht. 
Quelle: Text: Greenpeace Deutschland/Bilder: Pixabay

CoverDer Bericht online  in Englisch und in seiner deutschen Kurzfassung

Lesen Sie dazu:  Recyclebare Handys - Wunschtraum oder Wirklichkeit?

 

 

 

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Neue Nachwuchsgruppe der Universität Jena erforscht Bioökonomie und soziale Ungleichheiten aus einer länderübergreifenden Perspektive

Jena - Mit Rapsöl Auto fahren, Biogas aus Gülle gewinnen und Plastiktaschen auf Pflanzenbasis produzieren. Das klingt nach ökologischen und nachhaltigen Wirtschaftsformen und genießt ein positives Renommee. Aber ist das weltweit die geeignetste Wirtschaftsform oder gibt es auch kritische (Neben-)Wirkungen, die zu bedenken sind, wenn Staaten ihre Wirtschaftspolitik auf Bioenergie ausrichten?

Dr. Maria BackhouseDr. Maria Backhouse leitet die neue Bioökonomie-Nachwuchsforschungsgruppe an der Universität Jena. Foto: Anne Günther/FSUMit dem großen Fragenkomplex der Bioökonomie beschäftigt sich eine neue Forschungsgruppe am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die jetzt ihre Arbeit aufgenommen hat. Unter der Leitung der Umweltsoziologin Dr. Maria Backhouse wird die sechsköpfige Nachwuchsgruppe in den nächsten fünf Jahren das Thema „Bioökonomie und soziale Ungleichheiten – Verflechtungen und Wechselbeziehungen im Bioenergie-Sektor aus transnationaler Perspektive“ (Bioinequalities) untersuchen. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert die Jenaer Gruppe im Rahmen des Programms „Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel“ mit rund 2,6 Millionen Euro.

Pflanzen zum Tanken statt für die Ernährung 
In vielen Teilen Europas steht die Bioenergie im Mittelpunkt einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik und weltweit wird ihre Erzeugung ausgebaut. In Deutschland wird dieser Ausbau vom Staat vor allem durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Doch die Gewinnung von Bioenergie aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Holz, Palmöl oder Weizen, hat auch „Schattenseiten“. Pflanzen zum Tanken statt für die Ernährung einzusetzen, ist ein solcher Kritikpunkt, über den mittlerweile weltweit gestritten wird. „Deutschland hat nicht genug Flächen, um den eigenen wachsenden Biomassebedarf zu decken und ist auf Importe aus dem globalen Süden angewiesen. Dort entstehen nicht nur neue Einkommensmöglichkeiten, es ist auch mit negativen Entwicklungen zu rechnen: Landkonflikte, Verdrängung und Ausbeutung, die Minderheiten und Frauen besonders treffen“, weist Dr. Backhouse auf weitere Aspekte hin. Die sechs Jenaer Nachwuchskräfte werden der forschungsleitenden Frage nachgehen, wie sich die entstehende Bioökonomie auf transnationale soziale Ungleichheiten innerhalb und zwischen Westeuropa, Südamerika und Südostasien auswirkt.

globalisierungDas Soziologie-Team, das mit Sozial-, Agrar- und Naturwissenschaften kooperieren wird, untersucht die sozialen und kulturellen Implikationen dieses Struktur- und Politikwandels. Fragen nach der Veränderung der sozialen Verhältnisse in den Ländern, aber auch zwischen den Staaten wollen sie exemplarisch durch Fallstudien in Brasilien, Indonesien und Deutschland beantworten. Diese werden mit übergreifenden Analysen transnationaler Verflechtungen verzahnt. Denn sog. Schwellenländer wie Brasilien und Malaysia gehören zu den großen „Playern“ in der Bioenergie. Wenn Bioenergie verstärkt genutzt wird, verändert dies auch die Bedeutung dieser Schwellenländer und damit die globalen Verhältnisse. Und so stellen sich die Soziologen auch wirtschaftspolitischen, -ethischen und politiktheoretischen Fragen, etwa zu veränderten Handelsbeziehungen und globalen Handelsregularien, zu Arbeits- und Landzugangsverhältnissen, zur politischen Mitbestimmung. Auch die Frage, wer die entsprechenden Technologien entwickelt, wird in den geplanten Studien untersucht. Diese empirischen Untersuchungen nehmen Akteure – aus Politik, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – sowie politische und normative Rahmensetzungen und nicht zuletzt polit-ökonomische Entwicklungen, wie Handel und Investitionen, in den Blick. 

„Unser Ziel ist es, Zusammenhänge darzustellen, zum Beispiel die Energiesysteme nicht nur im deutschen Kontext zu betrachten“, erläutert Backhouse an einem Beispiel – und verweist auf aktuelle „grüne Strategien“ Chinas, also die internationale Perspektive, auf der das neue Forschungsprojekt basiert.
Quelle: Text und Porträt: Axel Burchardt Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle, Friedrich-Schiller-Universität Jena/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de

RegenwaldAlles zum Stichwort "Palmöl" finden Sie hier!


Fruchtfleisch der Ölpalme

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Vom Aufstrich über Keks und Kosmetik bis zum Waschmittel - Palmöl steckt in unzähligen Produkten. Die Herkunft des beliebten Rohstoffes ist oft mehr als zweifelhaft. Wer Palmöl verarbeitet, sollte genau hinschauen, wo es herkommt.

Deutschland ist Spitzenreiter beim Palmölverbrauch
Palmöl ist der industrielle Traumrohstoff: Geschmacksneutral, hitzestabil, leicht zu verarbeiten und dazu noch günstig. Auch in immer mehr Palmölplantagen: Grün, aber nicht gut für die Umwelt. Foto: WWFBioprodukten steckt dieses Superöl. Deutschland gehört mit jährlich rund 1,3 Millionen Tonnen Palmöl weltweit zu den Spitzenverbrauchern. Der Bioanteil von Palmöl lag 2015 erst bei rund einem Prozent. Das meiste Palmöl stammt aus Indonesien, wo dafür rücksichtlos Regenwälder abgeholzt werden und Torfmoore buchstäblich aus der Landschaft verschwinden. Nicht nur, aber vor allem wegen Palmöl ging dort seit 1990 eine Waldfläche fast so groß wie Deutschland verloren. Aber auch die örtliche Bevölkerung leidet massiv unter unserem unersättlichen Hunger nach Palmöl. Die Journalistin Kathrin Hartmann beschreibt in ihrem Buch "aus kontrolliertem Raubbau", dass zumindest in Indonesien Landraub und Vertreibung der örtlichen Kleinbauernfamilien nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist.

RSPO - Ein nachhaltiges Siegel ohne bleibenden Wert
Umweltorganisationen fordern daher, das wertvolle Pflanzenfett wenigstens nicht als "Biosprit" in unseren Autos zu verheizen. Allein 42 Prozent des kostbaren Rohstoffes fließen in Deutschland nach der Studie "Auf der Ölspur – Berechnungen zu einer palmölfreien Welt" der Umweltorganisation WWF in Biokraftstoffe (weltweit 5 Prozent). Etwa 40 Prozent landen bei uns in Lebens- und Futtermitteln (weltweit 68 Prozent).

Verbrauch von Palmölen für einzelne Konsumgüter in Deutschland. Grafik: WWFVerbrauch von Palmölen für einzelne Konsumgüter in Deutschland. Grafik: WWFVerarbeitende Betriebe sollten genau darauf achten, wo ihre Rohstoffe herkommen. Nicht bewährt hat sich laut Greenpeace-Recherchen der Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO), ein internationales Bündnis von Palmölproduzenten, Industrieunternehmen und einigen Verbänden. Dieser Runde Tisch hat sich selbst verpflichtet, für einen nachhaltigen Palmölanbau zu sorgen und diesen zertifizieren zu lassen. "Zwölf Jahre nach Gründung des RSPO werden immer noch Regenwälder für Palmöl zerstört. Und das ist nur eins der ökologischen und sozialen Probleme, die weiterhin mit dem Palmölanbau in Verbindung stehen. Die Kriterien für das Siegel sind zu schwach. Und selbst gegen die schwachen Standards verstoßen RSPO-Mitglieder regelmäßig", beklagt Gesche Jürgens, Waldexpertin von Greenpeace.

Boykott nicht nachhaltig
Dennoch sprechen sich Greenpeace und WWF gegen einen totalen Boykott aus. Denn die Ölpalme ist mit durchschnittlich 3,3 Tonnen Öl pro Hektar im Vergleich zu allen anderen Ölfrüchten die ertragreichste und damit sparsamste, was den Flächenverbrauch betrifft. "Würde man den "Business as usual"-Pfaden folgen und Palmöl durch einen Mix aus Raps-, Sonnenblumen- und Sojaöl ersetzen, so würden wir in Deutschland das Fünffache an Fläche benötigen", ist in der aktuellen WWF-Studie zu lesen.

Besonders ein unkritischer Austausch von Palmöl durch Kokos- oder Sojaöle löse die Probleme nicht, sondern verlagere und verschlimmere sie nur. Wenn Unternehmen sich entscheiden, Palmöl durch anderes Pflanzenöl zu ersetzen, sind heimische Pflanzenöle die beste Wahl. Die brauchen zwar mehr Fläche, zerstören aber im Vergleich zum Anbau im Regenwald deutlich weniger Biodiversität und sind sozialverträglicher. Für ökologisch orientierte Verarbeiterinnen und Verarbeiter kann es daher eine Lösung sein, Palmöl durch regionale Öle zu ersetzen. Noch ist die Biobranche auf der Suche nach den besten Rohstoffen.

Biofaires Palmöl durch eigene Lieferantenketten
Beispielsweise hat der Naturkoststeller Rapunzel zahlreiche Produkte im Sortiment, in denen sich der Rohstoff nicht einfach ersetzen lässt. Allerdings Globale Ölerträge der Pflanzen im Vergleich Ölerträge in Tonnen pro Hektar (t/ha). Grafik: WWFkauft der bayrische Bioverarbeiter sein Pflanzenfett nicht anonym auf dem Weltmarkt, sondern nimmt die Beschaffung lieber selbst in die Hand. "Beim Einkauf von Palmöl spielen für uns ökologische, aber auch soziale Kriterien eine wesentliche Rolle. Daher beziehen wir nur fair gehandeltes Bio-Palmöl von unseren Hand in Hand-Partnern. Dieses Fairtradeprogramm haben wir bereits 1992 entwickelt", erklärt Eva Kiene von Rapunzel. Das Palmöl des Naturkostherstellers stammt nicht aus Indonesien, sondern aus Ghana und Südamerika. Die Palmen wachsen auf bereits lange landwirtschaftlich genutzten Flächen; es muss also kein Wald dafür weichen. "Wir kennen unsere Lieferanten und sind auch immer wieder vor Ort. Durch diesen direkten Kontakt können wir die lückenlose Transparenz bis zum Ursprung sicherstellen", betont Kommunikationswirtin Kiene.

Mehr faires Palmöl braucht das Land
Auch der international agierende Ökoanbauverband Naturland arbeitet derzeit an eigenen Zertifizierungen. "Da der Bedarf an Palmöl zunimmt und uns die bestehenden Zertifizierungen wie RSPO nicht weit genug gehen, führt Naturland zurzeit Gespräche mit Palmölproduzenten aus Ecuador. Ziel hierbei ist es, Palmölproduzenten "Naturland Fair" zu zertifizieren", erklärt Ralf Alsfeld von Naturland.

Fazit: Palmöl ist ein besonders sensibler Rohstoff. Verarbeitungsbetriebe sollten abwägen, wie viel und wofür sie unbedingt Palmöl benötigen, sowie ihre Lieferantinnen und Lieferanten kennen und prüfen. Höchste Transparenz und Rückverfolgbarkeit sind gefragt. Heimische Öle können punktuell eine Alternative sein. Einfache Lösungen gibt es in beim Palmöl leider nicht.

Text: ökolandbau.de, Textbilder: WWF , Einleitungs- und Beitragsbild und Foto unten: pixabay

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Freiburg - Der Buchdruck bleibt eine Vorreiterbranche für nachhaltige Produkte. 88 Prozent der Top 15 Bücher in den wöchentlich veröffentlichten sechs Kategorien der SPIEGEL-Bestsellerliste sind mit dem FSC-Zertifikat ausgezeichnet. Buchdruck und Verlagswesen besetzen damit bereits seit einigen Jahren eine Vorreiterrolle.

FSC BücherFSC zertifizierte Bücher Foto: FSC Deutschland"Buchdruck war Vorreiter"
Zum Start der Frankfurter Buchmesse veröffentlicht der FSC Deutschland wieder seine Nachhaltigkeitsstudie für den Buchmarkt. Im Zentrum steht die Frage, wie hoch ist der Anteil an zertifizierten Büchern in der Spiegel-Bestsellerliste. Dabei zeigte sich, dass Bestseller auch in diesem Jahr meistens auf nachhaltigem Papier gedruckt werden. 88 Prozent von 360 Büchen aus den Spiegel-Bestsellerlisten vom 22. September 2016 bis 13. Oktober 2016 trugen das FSC-Zeichen für Produkte aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft oder Recycling. Vor vier Jahren lag der Anteil der Bestseller mit FSC-Zeichen noch bei 65 Prozent.
Besonders im Bereich Belletristik ist die Wahrscheinlichkeit hoch ein zertifiziertes Buch aus dem Bücherregal zu ziehen. Ob Hardcover, Paperback oder Taschenbuch 94 Prozent aller Belletristik Bestseller tragen das FSC-Logo. Taschenbücher haben mit 93 Prozent den höchsten Anteil FSC-zertifizierter Bücher bei den Produktgruppen. "Bücher und Buchdruck haben schon oft den Impuls für die Modernisierung von Gesellschaften gegeben. Im Falle der FSC-Zertifizierung war der Buchdruck wieder Vorreiter. Das FSC-Zeichen in Büchern hat wesentlich dazu beigetragen, dass FSC als glaubwürdiges Zeichen für Produkte aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft oder Recycling wahrgenommen wird. Buchdrucker haben der FSC-Zertifizierung damit im gesamten Papiermarkt zum Durchbruch verholfen. FSC-Papier leistet einen Beitrag dazu, dass auch künftige Generationen natürliche Wälder erleben und schöne Bücher auf Papier lesen können", erläutert Dr. Uwe Sayer Geschäftsführer FSC Deutschland.

Harry Potter war der Durchbruch
Nachdem bereits seit 1998 vereinzelt Bücher unterschiedlicher Verleger, oftmals auf Autorenwunsch, auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt wurden, verhalf der Zauberlehrling Harry Potter dem international anerkannten FSC-Zeichen zum Durchbruch in der Branche. Mit Zauberei hatte das damals wenig zu tun, vielmehr mit dem erklärten Willen seiner Schöpferin, der Autorin Joanne K. Rowling. Nachdem die ersten fünf Bücher über den Zauberlehrling und seine wundersame Welt mit Muggeln, Hogwarts, Quidditch und dem Gleis 9¾ bereits ein Millionenpublikum begeistert hatten, sollte das nächste von den Fans sehnlich erwartete Buch "Harry Potter und der Halbblutprinz" nach Rowlings Willen ausschließlich auf nachhaltig zertifiziertem Papier gedruckt werden. Da sich der Verlag im Jahr 2005 nicht die erwartete zig Millionenauflage entgehen lassen wollte, machte er sich in ganz Europa und in anderen Teilen der Welt auf die Suche nach Recycling- und FSC-Papier. Weltweit wurden die Auflagen von Harry Potter Büchern von diesem Zeitpunkt an mit dem FSC-Zeichen gekennzeichnet.

Die Aktion sorgte für Furore und sie war ein Aufbruchssignal für die Buchdruck- und Papierbranche. Ohne Zauberei aber auf wunderbare Weise waren von da an immer mehr Bücher mit FSC-Zeichen in Buchhandlungen und Büchereien zu finden. Jedes FSC-zertifizierte Buch leistet einen kleinen Beitrag, dass sich die Bedingungen in den Wäldern der Welt verbessern. Damit auch künftige Generationen von begeisterten Leseratten sich von Büchern verzaubern lassen können.

Quelle: Text: FSC Deutschland

Das Diagramm zur Entwicklung nachhaltig FSC-zertifizierter Bücher unter den Spiegel-Bestsellern:http://ots.de/QJA8O

Über FSC:
Der Forest Stewardship Council® (FSC®) ist eine internationale, gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, mit Hilfe eines Siegels ökologisch und sozial verantwortliche Waldbewirtschaftung global auf Produkten sichtbar zu machen. Weltweit sind über 192 Millionen Hektar Wald FSC-zertifiziert, in Deutschland sind es rund 1,2 Million Hektar Wald (Stand: August 2016).

In deutschen Wäldern steht der FSC u.a. für eine Waldwirtschaft, die den Wald nicht übernutzt, die ökologische Vielfalt fördert und ohne Kahlschläge, Gentechnik und Pestizide auskommt. FSC setzt sich hier für die Mehrung natürlicher Mischwälder, für den Schutz seltener Arten und Ökosysteme sowie für faire Entlohnung und mehr Bürgerbeteiligung ein. Als einziges Waldzertifizierungssystem wird FSC von Umwelt - und Sozialverbänden wie z.B. WWF, Greenpeace, NABU, BUND und IG BAU, IG Metall unterstützt. Die Zertifikatsvergabe erfolgt durch unabhängige Dritte und wird jährlich überprüft.

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Ressourcen aufgebraucht: Ab 08. August nimmt Menschheit Schulden auf / Welterschöpfungstag fünf Tage früher als 2015 / WWF-Kritik: „Schwarzes-Peter-Spiel“ der Bundesregierung

achtBerlin - Der gestrige Sonntag ist der letzte Tag in 2016, an dem die Menschheit ein Guthaben auf ihrem globalen Konto hat. Ab dem heutigen Montag, 8. August, sind dann die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Das teilte die Naturschutzorganisation WWF mit. Damit ist der Welterschöpfungstag (Englisch: Earth Overshoot Day), der sich aus Berechnungen des Global Footprint Networks ergibt, um fünf Tage im Kalender nach vorne gerutscht. 2015 reichten die Ressourcen noch bis zum 13. August. Für den Rest des Jahres lebt die Menschheit von den stillen Reserven der Erde.

„Der globale Kontostand rutscht auch 2016 wieder kräftig ins Minus. Und das nicht zum ersten Mal. Seit über dreißig Jahren häufen wir jährlich neue Schulden an“, betont WWF-Vorstand Eberhard Brandes. „Wir müssen endlich einen Weg finden, in den natürlichen Grenzen unseres Planeten zu leben und zu wirtschaften. Das ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Wenn wir diese Herausforderung nicht meistern, werden unsere Kinder und Enkel massiv unter den Folgen zu leiden haben.“

Zugleich warnt Brandes vor „Egoismus und Kleinstaaterei“ bei Nachhaltigkeits- und Umweltschutzfragen. „Der Klimawandel kennt keine Nationalstaatsgrenzen. Vor den Folgen von Wassermangel, Artensterben oder Meeresverschmutzung kann sich kein Land der Welt abschotten. Nur eine Verringerung des Fußabdrucks kann auch für unsere Kinder und Enkel ein hohes Wohlstandsniveau garantieren“, verdeutlicht der WWF-Vorstand. Dementsprechend müssten die großen Industrienationen bei den dringend notwendigen Transformationen vorangehen. „Die Fakten liegen auf dem Tisch, die Ziele sind durch die Sustainable Development Goals und das Pariser Klimaschutzabkommen klar vorgegeben. Jetzt ist es Zeit zu handeln“, so Brandes.

Laut WWF stagniert der ökologische Fußabdruck Deutschlands seit zehn Jahren auf gefährlich hohem Niveau. Jeder Deutsche verbraucht demnach mehr als doppelt so viele Ressourcen, wie ihm jährlich zustehen würden. Deutschland müsse daher insbesondere Landwirtschaft und Verkehr nachhaltiger ausrichten und Schutzgebiete wirksamer schützen. Herausragende Bedeutung habe zudem die konsequente Realisierung der Energiewende und die Reduzierung der Treibhausgasemissionen insbesondere im Stromsektor.

KüheLeider sende die deutsche Politik derzeit gänzlich andere Signale aus. Der Klimaschutzplan 2050 werde zunehmend abgespeckt. Das bezeichnet der WWF als einen „gravierenden, politischen Fehler“. Von einem konkreten Kohleausstieg  sei „nichts mehr zu lesen“, obwohl die Bundesrepublik, wenn sie das Unter-Zwei-Grad-Ziel von Paris ernst nehme, bis spätestens 2035 aus dieser Form der Stromerzeugung aussteigen müsse. Auch die  Reduzierung und Reformierung der Fleischproduktion werde nicht angegangen, dabei sei - nicht nur unter Klimaschutzgesichtspunkten - eine nachhaltige Agrar-Wende für Deutschland überfällig.

„Es braucht endlich eine sektorspezifische Gesetzgebung, die dann nicht nur den Klimaschutz im Blick hat, sondern auch konkrete Ziele für Biologische Vielfalt und Landnutzung umfasst“, fordert WWF-Vorstand Brandes. „Statt den Klimaschutzplan weiter aufzuweichen, sollten sich alle Ministerien auf verpflichtende und Dekaden-scharfe Treibhausgasminderungsziele bis 2050 festlegen. Damit wäre dann auch endlich eine klare Ressortzuständigkeit gegeben und das ewige Schwarze-Peter-Spiel könnte aufhören.“
Quelle: Text: WWF/Bilder: Pixabay

Hintergrund
Die Berechnungen zum Welterschöpfungstag (Overshoot Day) gehen auf das Konzept des Ökologische Fußabdrucks zurück, der ausweist, wie viel Fläche benötigt wird, um alle Ressourcenbedürfnisse inklusive der Energieversorgung zu gewährleisten.

Allein die CO2-Emissionen haben sich seit 1970 mehr als verdoppelt. Deutlich ist auch der Rückgang der Artenvielfalt. So zeigt der Living Planet Index für die vergangenen vier Jahrzehnte einen Rückgang der Biologischen Vielfalt um 52 Prozent. Im Durchschnitt hat sich die Anzahl der untersuchten Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische damit halbiert.

Lebt die Menschheit unverändert weiter wie bisher, benötigen wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung und nachwachsenden Rohstoffen  zu decken. Bis zum Jahr 2050 wären es knapp drei. 1961, dem Gründungsjahr des WWF, benötigte die Menschheit hingegen nur zwei Drittel der weltweit zur Verfügung stehenden Ressourcen.  

CoverINKOTA-Aktion zum Erdüberlastungstag in Berlin 
Wann: Montag, 8. August 2016, 10 Uhr 
Wo: Auf dem Pariser Platz, vor dem Brandenburger Tor, Berlin

INKOTA-Aktion zum Erdüberlastungstag in Dresden 
Wann: Montag, 8. August 2016, 11 Uhr 
Wo: vor dem Kulturzentrum Scheune, Alaunstr. 36-40, Dresden-Neustadt

Lesen Sie dazu: Tatort-Kommissar als "Arme Sau"

 

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Man nehme Orangenschalen, entziehe ihnen den Naturstoff Limonen, oxidiere ihn und verbinde ihn mit Kohlendioxid: Und schon hat man einen biobasierten Kunststoff, aus dem sich ohne hohe Kosten umweltfreundliche Funktionsmaterialien für verschiedenste

 

 

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Mit Drachen Strom erzeugen

Montag, 19. Juni 2017 11:53

 Nicht nur Windräder können mit einer starken Böe Strom erzeugen. In Zukunft werden Flugdrachen in höheren Luftschichten Energie ernten. Diese Technologie ist effizienter. Einige Firmen forschen an Prototypen.



 

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