München - In der Essbaren Stadt von Green City e.V. steht die Erntezeit bevor. Münchner BürgerInnen, die in den vergangenen Monaten eine Patenschaft für eines der 120 Beete im Rosengarten übernommen haben, ernten nun Gemüse, Kräuter und Beeren. Aufgrund der ungebrochenen Nachfrage fordert die Umweltorganisation, das erfolgreiche Konzept der Essbaren Stadt auf weitere Grünanlagen und -flächen in München zu übertragen.

Essbare StadtAllerlei SetzlingeNur Bio hat eine Chance
Zucchini und Tomaten sind schon reif, die Kürbisse benötigen jedoch noch einige sonnige Sommertage. In der Essbaren Stadt ernten die BeetpatInnen im August die Früchte ihrer Arbeit. Seit 2014 betreut die Umweltorganisation Green City e.V. das Projekt im Münchner Rosengarten und steuert die Vergabe von zwei Quadratmeter großen Parzellen.
Projektleiterin Irene Nitsch unterstützt gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Beirat der Essbaren Stadt die Bürger/Innen vom Frühjahr bis Herbst beim Vorziehen der Pflanzen, Anlegen der Beete und der Aussaat der Gründüngung. Die Fläche stellt die Stadt München kostenfrei zur Verfügung.

Die Essbare Stadt setzt ausschließlich auf Bio-Anbau. Statt Hybridsetzlinge werden nur samenfeste Sorten gepflanzt. Auch Mineraldünger und Pestizide sind tabu. Wer sich an diese drei Grundregeln hält, kann in der essbaren Stadt nach eigenen Wünschen anbauen und ernten.

essbare StadtJede Beetparzelle ist beschriftetDie essbare Stadt
Das Konzept der Essbaren Stadt stammt ursprünglich aus der englischen Stadt Todmorden und wurde seitdem in Städten wie Kassel und Andernach in unterschiedlichen Formen übernommen.
Gemein haben die Essbaren Städte das Bekenntnis der Kommunen, alle Möglichkeiten der Lebensmittelerzeugung in der Stadt zu nutzen, die Selbstversorgung der Bewohner/Innen zu fördern und einen Beitrag zur Umweltbildung zu leisten.
In München ist die Essbare Stadt bisher in Form eines Gemeinschaftsgartens im öffentlichen Rosengarten angelegt. Im Fokus steht das Miteinander der BeetpatInnen.

Durch die geteilte Lust am Gärtnern kommen die MünchnerInnen schnell ins Gespräch und tauschen Pflanztipps aus. Die Tatsache, dass es in der Essbaren Stadt keine Zäune zwischen einzelnen Parzellen gibt, baut weitere Hürden ab. Gemeinsam gestalten die BeetpatInnen ihre eigene Stadt, lernen den Anbau lokaler und saisonaler Lebensmittel kennen und verfolgen das Wachstum ihrer Setzlinge aus nächster Nähe.

essbare StadtSonnenblumen wollen hoch hinausErfolg für die Beetpatenschaften
Dieses Konzept geht auf. Die Nachfrage nach Beetparzellen ist so groß, dass für die Saison 2017 fast alle Beetpatenschaften vergeben sind. Neuinteressierte können sich auf der Warteliste der Umweltorganisation eintragen lassen.

Aufgrund dieses Booms fordert Silvia Gonzalez, Leiterin Stadtgestaltung bei Green City e.V. eine stadtweite Ausweitung des Konzepts: „In dicht bebauten und stark versiegelten Städten wie München sehnen sich viele BürgerInnen, Gemüse für den Eigenbedarf selbst anbauen zu können.
Die Essbare Stadt ermöglicht umweltschonende Freizeitangebote im Wohngebiet und fördert die Selbstversorgung der MünchnerInnen. Wir wünschen uns, dass dieses Konzept zukünftig in weiteren öffentlichen Grünanlagen der Landeshauptstadt München angewendet wird.“

Quelle: Text und Bilder: Green City/Einl.bild: Pixabay

 

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