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Frauen und Kinder leiden besonders stark an den Folgen des Atomunfalls im japanischen Atomkraftwerk Fukushima.

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Greenpeace-Report enthüllt psychosoziale Folgen der Atomkatastrophe

Tokio – Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, der bis heute anhält. Die dreifache Katastrophe forderte mindestens 18.000 Menschenleben. Radioaktive Verseuchung zwang 160.000 Japaner, ihre Häuser zu verlassen. Die meisten der Menschen leben bis heute in Flüchtlingscamps oder Sozialwohnungen.

Frauen und Kinder leiden besonders stark an den Folgen des Atomunfalls im japanischen Atomkraftwerk Fukushima. Das ist das Ergebnis eines nun veröffentlichten Greenpeace-Reports, der wissenschaftliche Studien zusammenfügt. Der Report beleuchtet die psychosozialen Folgen des Atomunfalls, die weit über die rein körperlichen Beeinträchtigungen bei Menschen durch atomare Strahlung hinausgehen.

Betroffene Frauen werden in der stark von Männern dominierten japanischen Gesellschaft ausgegrenzt, da ihr Risiko, an Krebs zu erkranken oder Kinder mit schweren Erbschäden zur Welt zu bringen, erhöht ist. Trotzdem sollen die Betroffenen nach dem Willen der japanischen Regierung nun in die verstrahlten Gebiete zurückkehren. Dadurch würde Tepco, der Betreiber des Atomkraftwerks, hohe Entschädigungen für die Anwohner vermeiden. „Die japanische Regierung verrät die Opfer der Katastrophe und stellt Konzerninteressen über das Wohl der Menschen“, sagt Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons. „Stattdessen müssen die Betroffenen entschädigt werden. Das muss auch die psychosozialen Folgen der Katastrophe mit einschließen.“

Fukushima"Fukushima" von ichtragenatur-Herausgeber Florian Simon Eiler.Kurz nach der Katastrophe 2011 kam es durch die unübersichtliche Situation vermehrt zu Übergriffen auf Frauen und zu Fällen häuslicher Gewalt, die bis heute juristisch nicht aufgearbeitet worden sind. In den von Männern geführten Evakuierungszentren wurden die Bedürfnisse von Frauen nach Privatsphäre massiv missachtet. Sie werden noch immer bei der Verteilung von Aufgaben ungleich behandelt. Zur Pflege und Versorgung anderer Betroffener werden ausschließlich Frauen herangezogen. Ausgleichszahlungen erhält zudem meist nur der männliche Familienvorstand, wodurch die Abhängigkeit der Frauen verstärkt wird. Viele Frauen mit Kindern leben getrennt von ihren Partnern, da diese eher in die Regionen zurückkehren. Diese gilt nach wie vor besonders für Kinder als gefährlich. Die Atomkatastrophe hat die Kluft zwischen den Geschlechtern in den betroffenen Gebieten deutlich verstärkt.

Doch die Frauen wehren sich: Der Widerstand gegen die japanische Regierung und deren Versuch, die Anwohner wieder in die verstrahlten Gebiete zurückzubringen, wird überwiegend von Frauen organisiert. Sie haben Online-Netzwerke gegründet, planen Demonstrationen und kämpfen für Entschädigungen sowie eine verbesserte Informationspolitik zu den Folgen der Katastrophe. „Vor allem für Familien mit Kindern ist es nicht möglich, ein normales Leben ohne Strahlenrisiko rund um die Unglücksreaktoren zu führen.“, so Simons. „Das Leid und die Ungerechtigkeit in Folge eines Atomunfalls gehen weit über das Messbare hinaus. Atomkraft schadet auch einer demokratischen Gesellschaft“.
Quelle: Text: Greenpeace/Bilder: Pixabay

ReportDen englischen Report „Unequal Impact“ finden Sie unter: http://bit.ly/2mKHekb

Den Report in deutscher Übersetzung finden Sie unter: http://bit.ly/2muYucJ

Weitere Infos zu Fukushima finden Sie hier!

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Greenpeace Austria: EU-Kommission will CETA mittels Verfahrenstricks an den nationalen Parlamenten vorbeischmuggeln/Verhandlungsmandat bei EU-Kanada-Handelspakt wurde verletzt/EU-Kommission befürchtet Veto durch Mitgliedsstaaten

Wien/Brüssel – Die Umweltorganisation Greenpeace übt heftige Kritik am Vorhaben der EU-Kommission, das fertig verhandelte Konzernschutzabkommen CETA zwischen der EU und Kanada mittels Verfahrenstricks durchzupeitschen. Meldungen von APA und Reuters zufolge will die EU-Kommission laut zwei Insidern Anfang Juli voraussichtlich vorschlagen, dass die Entscheidung über CETA ausschließliche EU-Kompetenz ist. Bisher hatten sich alle EU-Länder für ein sogenanntes gemischtes Abkommen ausgesprochen, das eine Ratifizierung sowohl auf EU-Ebene als auch in den Mitgliedsstaaten selbst bedeuten würde.

Setzt sich die EU-Kommission mit ihrem Vorschlag durch, wird CETA ohne die Beteiligung der nationalen Parlamente der EU-Mitgliedsstaaten beschlossen. Zudem könnte so die Einstimmigkeit bei CETA im EU-Rat aufgehoben und einzelnen Regierungen die Möglichkeit eines Vetos gegen den Handelspakt genommen werden. Unterstützung erfährt die Kommission dabei offenbar von der italienischen Regierung: Laut APA-Meldung hat einem italienischen Diplomaten zufolge Italiens Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Carlos Calenda, EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström in einem Brief seine Unterstützung in der Sache zugesagt. Die Umwandlung des Kommissionsvorschlags hin zu einem gemischten Abkommen müsste im EU-Handelsministerrat einstimmig erfolgen. Legt Italien dabei wie angekündigt ein Veto ein, bleibt der ursprüngliche Vorschlag gültig. „Das ist ein demokratiepolitischer Skandal erster Güte. Die österreichische Bundesregierung muss den Tricksereien der EU-Kommission sofort einen Riegel vorschieben“, fordert Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace in Österreich.

Die EU-Kommission versucht schon seit längerem, alle handelspolitischen Entscheidungen als EU-Kompetenz zu definieren. Als unmittelbaren Anlass für den aktuellen Vorstoß bezeichnet Greenpeace die Verletzung des von den Mitgliedsstaaten erteilten Verhandlungsmandats für CETA durch die EU-Kommission und die damit verbundene Angst vor einem Veto. Eine Greenpeace-Analyse hat ergeben, dass der vorliegende CETA-Text das Verhandlungsmandat eindeutig verletzt. So werden entgegen dem Mandat die Möglichkeiten zum Erlassen von Maßnahmen zur Erreichung von Gemeinwohlzielen  - also z.B. Umwelt- oder Konsumentenschutzgesetze – erheblich eingeschränkt.  Aufgrund des in CETA verwendeten Negativlistenansatzes bei der Liberalisierung von Dienstleistungen müssen Dienstleistungssektoren, die überhaupt erst nach Vertragsabschluss entstehen - und daher auch nicht auf der Negativliste angeführt sind – automatisch den CETA-Liberalisierungsbestimmungen unterworfen werden. Zukünftige regulatorische Handlungsspielräume werden massiv eingeschränkt. Das Recht zur Regulierung wird auch – entgegen dem Verhandlungsmandat -durch die Sonderklagerechte für ausländische Investoren eingeschränkt. 

Zudem verletzt der CETA-Text die Mandatsvorgabe, „gleiche Bedingungen für Investoren in Kanada und in der EU“ zu schaffen. Inländische Investoren werden auf zweierlei Arten benachteiligt: Erstens haben sie zum Unterschied von ausländischen Unternehmen keinen Zugang zur CETA-Paralleljustiz. Zweitens werden ausländischen Investoren weitergehende materielle Rechte eingeräumt als inländischen. Darunter fällt z.B. der Schutz vor ‚indirekter Enteignung‘. „Offenbar ist sich die EU-Kommission der Überschreitung des CETA-Verhandlungsmandats bewusst und will den EU-Kanada-Pakt nun auf Biegen und Brechen durchbringen. Dafür ist ihr jedes Mittel Recht, die nationalen Parlamente sollen umschifft werden. Aber auch die eigenen Prinzipien sollen links liegen gelassen und von der bisher immer kritisierten Blockade-Möglichkeit einzelner EU-Länder Gebrauch gemacht werden“, so Egit weiter.

„CETA ist der kleine kanadische Bruder von TTIP und würde uns den EU-USA-Konzernpakt durch die Hintertüre bringen. Viele toxische Elemente wie Sonderklagerechte für Konzerne und die drohende Senkung von Umwelt- und Verbraucherschutzstandards sind auch in CETA enthalten. So könnten 42.000 europäische Firmen im Besitz von US-Konzernen mit Niederlassungen in Kanada über CETA auch ohne TTIP europäische Staaten klagen“, so Egit, „Die Überschreitung des Verhandlungsmandats und die schmutzigen Tricks der EU-Kommission zur Umgehung demokratisch legitimierter Parlamente lässt nur einen Schluss zu: CETA muss in der vorliegenden Form die Zustimmung verweigert werden.“ 
Quelle: Text: Greenpeace Austria/Bilder: Pixabay

TTIP und CETA: Eine Erklärung im Video 

 TTIPAlles über TTIP und CETA hier bei uns!

 

 

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Ein breiter wissenschaftlicher Konsens über die Folgen von Tschernobyl besteht selbst nach 30 Jahren nur in wenigen Punkten. Doch über eines sollte Konsens bestehen: dass die Region auf Jahrzehnte verstrahlt ist. Trotzdem leben bis heute allein in der Ukraine etwa eine Million Menschen auf radioaktiv erheblich belastetem Territorium. Zehntausende konsumieren kontaminierte Lebensmittel aus ihrer Umgebung.

Unter den Kindern gibt es noch immer "Tschernobyl-Invaliden", die unter Herzkrankheiten, Hepatitis und Krebs aller Arten leiden. Viele haben Anämie, "weiche Knochen" oder ein schwaches Immunsystem.
Wie lange werden noch "Tschernobyl-Kinder" geboren?

Unser aller Ziel sollte sein, dass Kinder auf der ganzen Welt eine Zukunft haben – ein Zukunft, die ihnen ermöglicht, nach Blumen zu greifen...      

        Gemälde Fukushima www.floriansimoneiler.de

 

Lesen Sie dazu einen Statusbericht von Greenpeace zum havarierten Reaktor in der Ukraine.        

Links das Gemälde "Fukushima" von unserem Magazin-Herausgeber Florian Simon Eiler (www.floriansimoneiler.de)

Einleitungs- und Beitragsbild: pixabay,   big berci

              

Eichhörnchen auf dem Waldboden. Initiative für Bodenschutz gestartet

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Letze Woche fiel in Berlin der Startschuss für eine EU-weite Initiative zum Schutz von Böden. Die Europäischen Bürgerinitiative "People4Soil" will mehr als eine Million Unterschriften für einen besseren Schutz der Böden sammeln.

ZLogo: people4soiliel ist ein einheitliches Bodenschutzgesetz in der EU
Mit der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) "People4Soil" (P4S) wollen Umwelt- und Verbraucherschützer innerhalb eines Jahres mehr als eine Million Unterschriften sammeln, um so die EU-Kommission zu einem besseren Schutz der Böden zu verpflichten. Ziel ist es, erstmals ein EU-weit einheitliches Bodenschutzgesetz zu erreichen.
Böden sind eine unserer wichtigsten Ressourcen. Doch sie sind zunehmendem Druck und immer größeren Belastungen ausgesetzt. Mit der Kampagne soll die Bedeutung der Böden stärker in das Bewusstsein gerückt und sie durch eine EU-weite Gesetzgebung langfristig geschützen werden. 

Bernward Geier, Koordinator der Kampagne "People4Soil" in Deutschland: "In Deutschland haben wir bereits ein beeindruckende Netzwerk an Partner, die die Petition unterstützen. Doch die Zahl der Unterstützer muss noch wesentlich größer werden, um die mit einer Million Unterschriften hohe Latte für das Referendum zu packen."

Die Bodenverschmutzung geht weiter
Die Verschmutzung der Böden nimmt seit Jahren dramatisch zu. Schuld sind unter anderem Pflanzenschutzmittel, Überdüngung oder Versalzung. Hinzu kommen eine fortschreitende Versiegelung der Böden und Erosion. Die Folge sind Milliardenkosten durch zusätzliche Aufwendungen für die Sicherung menschlicher Gesundheit, der Welternährung und die Versorgung mit sauberem Trinkwasser.

Unterstützung erhält die Kampagne unter anderem von der bekannten Köchin, Buchautorin, Ernährungs- und Landwirtschaftsaktivistin Sarah Wiener. Sie machte zum Auftakt der Petition deutlich, warum der Schutz des Bodens eine Angelegenheit aller Menschen ist und gesetzlichen Schutzes bedarf. "Der Boden ist die Grundlage unserer Ernährung: 98 Prozent unserer Lebensmittel haben dort ihren Ursprung. Aber nur gesunder Boden kann gesunde Lebensmittel hervorbringen und die wachsende Weltbevölkerung auf Dauer ernähren. Wenn wir jetzt nicht damit beginnen, diesen Boden als Gemeingut zu betrachten und gemeinsam – auch mit juristischen Mitteln – zu schützen, schreiten Verschmutzung, Erosion und Versiegelung weiter fort und der natürliche Lebenskreislauf kommt zum Stillstand."

Die BRD soll mit 200.000 Unterschriften seinen Anteil leisten
Ziel der Kampagne ist es, innerhalb eines Jahres in mindestens sieben Ländern Europas eine Million Unterschriften zu sammeln, für Deutschland sollen es nach Wunsch der Initiatoren mindestens 200.000 Unterstützer werden. "Dieses ambitionierte Ziel verfolgen wir auch als politisches Signal. Deutschland ist nicht nur das bevölkerungsreichste Land der EU, sondern hat in der Vergangenheit ein bereits von der EU vorgelegtes Bodenschutzgesetz blockiert und damit den Schutz der Böden verhindert", so Bernward Geier. Für die kommenden Monate sind deutschlandweit zahlreiche Veranstaltungen zur Bedeutung der Böden geplant.

Getragen wird die Kampagne von der Stiftung Ökologie & Landbau. Zum Engagement der SÖL erklärte der geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Dr. Uli Zerger: "Mehr denn je laufen wir Gefahr, den Boden als Grundlage unseres Lebens zu beeinträchtigen und zu vernichten. Das Tragische ist, dass die Verluste unumkehrbar sind. Die Stiftung Ökologie & Landbau setzt sich dafür ein, dass durch ein europäisches Rahmengesetz Mindeststandards geschaffen werden, die eine solche Entwicklung stoppen. Wir dürfen keine Zeit verlieren."

Die Petition kann bis September 2017 unterschrieben werden. Dies kann online geschehen auf: www.people4soil.eu. Oder auf einer Unterschriftenliste, die auf der Kampagnen-Webseite heruntergeladen und ausgedruckt werden kann.

Hintergrund zum People4Soil-Netzwerk:
Zu den Unterstützern der Petition zählen bereits 50 Organisationen, Institutionen und Unternehmen, darunter die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), der NABU und die Köchin und Buchautorin Sarah Wiener. Europaweit tragen bereits 400 Partner in 26 Ländern die Kampagne. Unterstützung erhält die Kampagne in Deutschland durch einen Beirat, in dem sich der Deutsche Naturschutzring (DNR), die Verbraucherinitiative (VI) und Slow Food Youth engagieren. Weitere Informationen: www.people4soil.eu

Hintergrund zur Europäischen Bürgerinitiative:
Eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) ist ein formaler Prozess, um von der EU-Kommission einen Gesetzgebungsprozess zu verlangen. Eine Bürgerinitiative ist dann erfolgreich, wenn sie von mindestens einer Million EU-Bürgern unterstützt wird. EU-Bürger können dies durch eine Unterschrift zum Ausdruck bringen. 

Daumen hochVielleicht auch interessant: Onlinepetitionen - Mit ein paar Klicks die Welt retten

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Hamburg - Hornlose Rinder, Gen-Lachs sowie gentechnisch veränderte Nahrungspflanzen könnten mit TTIP und CETA auch nach Europa kommen. Denn die umstrittenen Handelsabkommen zwischen der EU und den USA und Kanada bedrohen die strengen europäischen Regeln zum Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen. Zu diesem Ergebnis kommt der heute von Greenpeace veröffentlichte Report "Wer CETA und TTIP sät, wird Gentechnik ernten". Er vergleicht die Standards, Regularien und die Bedeutung der Gentechnik in der Landwirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks. "Unterschiedlicher könnten die Standards gar nicht sein. Kein Wunder, dass die USA und Kanada gemeinsam mit den Gentechnik-Konzernen den Schutz von Umwelt- und Verbrauchern in Europa aushebeln wollen", sagt Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven. "Die EU-Kommission muss am Vorsorgeprinzip festhalten. Nur so können unsere Standards und unsere Wahlfreiheit gesichert werden."

In den USA und Kanada sind die wichtigen Anbauprodukte Soja, Mais, Baumwolle, und Raps zu mehr als 90 Prozent gentechnisch verändert. 2015 wuchsen Gen-Pflanzen auf 43 Prozent der US- und 24 Prozent der kanadischen Ackerflächen. In Europa ist hingegen nur eine Gen-Pflanze zum Anbau zugelassen. Auf 0,07 Prozent der EU-Agrarfläche wuchs 2015 der Gen-Mais "Mon810". Fundamental unterscheidet sich auch die Regulierung: In den USA und Kanada müssen die meisten Gen-Pflanzen weder für den Anbau noch für die Verwendung als Lebensmittel auf Risiken geprüft werden und landen ungekennzeichnet im Handel. Die EU hat sich strenge Regeln für den Umgang mit Gentechnik auferlegt. In Europa greift das Vorsorgeprinzip und schützt den Verbraucher, indem alle Stoffe vor der Markteinführung ihre Unbedenklichkeit nachweisen müssen und bei Unsicherheiten Zulassungen verweigert werden.

Unkontrollierter Marktzugang für neue Gentechnik-Verfahren
Die Anzahl gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere, die mit neuen Gentechnik-Verfahren hergestellt wurden, steigt rasant. Während diese in den USA und Kanada nicht als Gentechnik gekennzeichnet sind, wird in Europa derzeit über den rechtlichen Status diskutiert. Vergangene Woche hatte Greenpeace aufgedeckt, dass die EU-Kommission auf Druck der USA eine Regulierung neuer Gentechnik-Verfahren aufgeschoben hat (gpurl.de/ie142). Sollte die Kommission in den TTIP-Verhandlungen den Forderungen folgen, gibt sie das Vorsorgeprinzip auf. Pflanzen und Tiere, hergestellt aus neuen gentechnischen Verfahren, könnten sich ohne Regulierung und Kennzeichnung unkontrolliert in Europa ausbreiten.

Anbauverbote für Gen-Pflanzen in Europa drohen ebenfalls mit TTIP und CETA aufgehoben zu werden. "TTIP und CETA liefern der Industrie eine Steilvorlage für Klagen gegen die europäischen Anbauverbote für Gen-Pflanzen und die Kennzeichnung von Gentechnik in Lebensmitteln. Mit TTIP und CETA landet Gen-Food unerkannt und ungeprüft auf unseren Feldern und Tellern", so von Lieven.
Quelle: Text und Cover: Greenpeace/Bilder: Pixabay

CoverReport: Wer TTIP und CETA sät, wird Gentechnik ernten
Die Auswirkungen der geplanten Handelsabkommen am Beispiel von Gentechnik in der Landwirtschaft.

Lesen Sie dazu: USA drängen Europa zur neuen Gentechnik

 

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EU-Kommission ignoriert Europas Standards für TTIP-Verhandlungen

Hamburg/Brüssel – Bislang unter Verschluss gehaltene Dokumente der EU-Kommission veröffentlicht Greenpeace heute zusammen mit Corporate Europe Observatory und Genewatch.

Die Papiere beweisen, dass die US-Regierung erheblichen Druck auf die EU-Kommission ausübt, um neue gentechnische Verfahren für die Veränderung von Pflanzen nicht den strengeren EU-Regeln zu unterwerfen. Seit Ende 2015 hat die EU-Kommission ihre rechtliche Einschätzung immer wieder verschoben. Aus den Dokumenten geht hervor, dass die neuen Verfahren vermutlich als Gentechnik eingestuft worden wären. „Die Papiere sind der Beweis, dass in den geheimen Verhandlungen zu TTIP und CETA auch die Standards zur Gentechnik gesenkt werden sollen“, sagt Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven.

Zum Auftakt der weltgrößten Industriemesse in Hannover wirbt US-Präsident Obama kommenden Sonntag für das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP. Gentechnik, Regulierungen und Kennzeichnungen bilden einen zentralen Streitpunkt in den Verhandlungen über TTIP. „In vorauseilendem Gehorsam ist die EU-Kommission offensichtlich bereit, das Vorsorgeprinzip den TTIP-Verhandlungen zu opfern. Wir fordern die geheimen TTIP-Verhandlungen zu stoppen“ sagt Christoph von Lieven.

MIit TTIP UND CETA bricht die EU-Kommission eigenes EU-Recht
In Europa existieren klare Regelungen im Umgang mit gentechnisch veränderten Tieren und Pflanzen. Derzeit wird über den rechtlichen Status neuer Gentechnikverfahren wie beispielsweise CRISPR/Cas diskutiert. In den USA gelten diese Methoden des „Genome Editing“ nicht als Gentechnik. Nach Willen der USA und mächtiger Gentechnikkonzerne wie Monsanto, Cibus oder Dow DuPont soll sich die EU den US-Standards anpassen. 

Den Erfolg der amerikanischen Vorgehensweisen zeigt ein anderer Fall: 2013 sollten hormonell wirksame Chemikalien im Rahmen der REACH-Gesetzgebung in der EU verboten werden. Auf Druck der USA hin wurde jedoch nicht reguliert. Für diese Entscheidung ist die EU-Kommission vom europäischen Gerichtshof verurteilt worden. Der US Landwirtschaftsminister Thomas Vilsack lässt sich davon nicht abschrecken und kündigt an, künftig „weiterhin Druck auf die EU“ auszuüben. „Die Kommission darf nicht einknicken und muss neue gentechnische Verfahren schnellstens als das regulieren, was sie sind: Gentechnik“, sagt Dirk Zimmermann, Gentechnik-Experte von Greenpeace.
Quelle: Text: Greenpeace/Bilder: Pixabay 

Hintergrund und Dokumente (in englischer Sprache)

Am 23. 4. demonstrieren in Hannover tausende Demonstranten für einen gerechten Welthandel.

LachsLesen Sie dazu: USA - Gentech-Lachs als Lebensmittel zugelassen

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Licht aus in Deutschland

Samstag, 25. März 2017 05:18
Am 25. März ist Earth Hour / 178 Länder sind dabei Berlin - Am 25. März 2017 gehen zur WWF Earth Hour für eine Stunde rund um den Globus die Lichter aus. Jeweils um 20.30 Uhr Ortszeit gehen auch an berühmten Bauwerken die Lichter aus. Hierzu z

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Gärten nachhaltig bewirtschaften: Deutsche Umwelthilfe veröffentlicht Handbuch „Gärten für die Zukunft“/Broschüre enthält Handlungsempfehlungen und zeigt auf, wie auf lokaler Ebene die biologische Vielfalt geschützt werden kann Berlin/Rad

 

 

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NEU in der MEDIATHEK

Robert Redford: Die Stimme der Natur

Dienstag, 21. März 2017 08:48

Die Mammutbäume sprechen...

 „Und dann kamen die Menschen und die Hölle fing an...“

Zum Projekt:
Robert Redford, Julia Roberts, Penélope Cruz, Harrison Ford, Edward Norton, Ian Somerhalder und Kevin Spacey: Das sind die Namen der Prominenten, die der Natur ihre Stimme geben. Nachdrücklich, ernst und auffordernd. Sie verwandeln sich in einen Ozean, in ein Korallenriff, in plätscherndes Wasser, in einen Mammutbaum, in den Regenwald, in Blumen, in fruchtbarem Erdboden und in die Mutter Natur selbst. Faszinierende Bilder einer teilweise noch intakten Welt zeigen uns die Schönheit aber auch gleichzeitig die Zerbrechlichkeit der Natur. So lautet auch der Slogan der Umweltschutzorganisation „Conservation International“ :

Natur braucht den Menschen nicht. Aber die Menschen die Natur.

Die Kurzvideos wollen wachrütteln und den Blick schärfen: Sie demonstrieren somit nicht nur die natürlichen und naturbelassenen Gebiete dieser Erde, sondern eben auch die Auswirkungen der Menschenhand und seiner großen Gier.

Diese als Kampagne angelegte Kurzfilme unter dem Titel „Nature is Speaking“ (Die Natur spricht!) sind sicherlich nicht die ersten Dokumentationen dieser Art, die auf das Thema aufmerksam machen. Doch die Botschaften erhalten hier nochmals eine andere Dimension. Die Symbiose von Pflanze und Tieren ist dann fruchtbar und gelingend, wenn die Natur sich ausdehnen und entfalten und ihre eigenen Regenerationsprozesse steuern kann.

Weitere Stimmen der Natur finden Sie in unserer Mediathek.



 

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