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Frauen und Kinder leiden besonders stark an den Folgen des Atomunfalls im japanischen Atomkraftwerk Fukushima.

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Greenpeace-Report enthüllt psychosoziale Folgen der Atomkatastrophe

Tokio – Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, der bis heute anhält. Die dreifache Katastrophe forderte mindestens 18.000 Menschenleben. Radioaktive Verseuchung zwang 160.000 Japaner, ihre Häuser zu verlassen. Die meisten der Menschen leben bis heute in Flüchtlingscamps oder Sozialwohnungen.

Frauen und Kinder leiden besonders stark an den Folgen des Atomunfalls im japanischen Atomkraftwerk Fukushima. Das ist das Ergebnis eines nun veröffentlichten Greenpeace-Reports, der wissenschaftliche Studien zusammenfügt. Der Report beleuchtet die psychosozialen Folgen des Atomunfalls, die weit über die rein körperlichen Beeinträchtigungen bei Menschen durch atomare Strahlung hinausgehen.

Betroffene Frauen werden in der stark von Männern dominierten japanischen Gesellschaft ausgegrenzt, da ihr Risiko, an Krebs zu erkranken oder Kinder mit schweren Erbschäden zur Welt zu bringen, erhöht ist. Trotzdem sollen die Betroffenen nach dem Willen der japanischen Regierung nun in die verstrahlten Gebiete zurückkehren. Dadurch würde Tepco, der Betreiber des Atomkraftwerks, hohe Entschädigungen für die Anwohner vermeiden. „Die japanische Regierung verrät die Opfer der Katastrophe und stellt Konzerninteressen über das Wohl der Menschen“, sagt Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons. „Stattdessen müssen die Betroffenen entschädigt werden. Das muss auch die psychosozialen Folgen der Katastrophe mit einschließen.“

Fukushima"Fukushima" von ichtragenatur-Herausgeber Florian Simon Eiler.Kurz nach der Katastrophe 2011 kam es durch die unübersichtliche Situation vermehrt zu Übergriffen auf Frauen und zu Fällen häuslicher Gewalt, die bis heute juristisch nicht aufgearbeitet worden sind. In den von Männern geführten Evakuierungszentren wurden die Bedürfnisse von Frauen nach Privatsphäre massiv missachtet. Sie werden noch immer bei der Verteilung von Aufgaben ungleich behandelt. Zur Pflege und Versorgung anderer Betroffener werden ausschließlich Frauen herangezogen. Ausgleichszahlungen erhält zudem meist nur der männliche Familienvorstand, wodurch die Abhängigkeit der Frauen verstärkt wird. Viele Frauen mit Kindern leben getrennt von ihren Partnern, da diese eher in die Regionen zurückkehren. Diese gilt nach wie vor besonders für Kinder als gefährlich. Die Atomkatastrophe hat die Kluft zwischen den Geschlechtern in den betroffenen Gebieten deutlich verstärkt.

Doch die Frauen wehren sich: Der Widerstand gegen die japanische Regierung und deren Versuch, die Anwohner wieder in die verstrahlten Gebiete zurückzubringen, wird überwiegend von Frauen organisiert. Sie haben Online-Netzwerke gegründet, planen Demonstrationen und kämpfen für Entschädigungen sowie eine verbesserte Informationspolitik zu den Folgen der Katastrophe. „Vor allem für Familien mit Kindern ist es nicht möglich, ein normales Leben ohne Strahlenrisiko rund um die Unglücksreaktoren zu führen.“, so Simons. „Das Leid und die Ungerechtigkeit in Folge eines Atomunfalls gehen weit über das Messbare hinaus. Atomkraft schadet auch einer demokratischen Gesellschaft“.
Quelle: Text: Greenpeace/Bilder: Pixabay

ReportDen englischen Report „Unequal Impact“ finden Sie unter: http://bit.ly/2mKHekb

Den Report in deutscher Übersetzung finden Sie unter: http://bit.ly/2muYucJ

Weitere Infos zu Fukushima finden Sie hier!

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Ein breiter wissenschaftlicher Konsens über die Folgen von Tschernobyl besteht selbst nach 30 Jahren nur in wenigen Punkten. Doch über eines sollte Konsens bestehen: dass die Region auf Jahrzehnte verstrahlt ist. Trotzdem leben bis heute allein in der Ukraine etwa eine Million Menschen auf radioaktiv erheblich belastetem Territorium. Zehntausende konsumieren kontaminierte Lebensmittel aus ihrer Umgebung.

Unter den Kindern gibt es noch immer "Tschernobyl-Invaliden", die unter Herzkrankheiten, Hepatitis und Krebs aller Arten leiden. Viele haben Anämie, "weiche Knochen" oder ein schwaches Immunsystem.
Wie lange werden noch "Tschernobyl-Kinder" geboren?

Unser aller Ziel sollte sein, dass Kinder auf der ganzen Welt eine Zukunft haben – ein Zukunft, die ihnen ermöglicht, nach Blumen zu greifen...      

        Gemälde Fukushima www.floriansimoneiler.de

 

Lesen Sie dazu einen Statusbericht von Greenpeace zum havarierten Reaktor in der Ukraine.        

Links das Gemälde "Fukushima" von unserem Magazin-Herausgeber Florian Simon Eiler (www.floriansimoneiler.de)

Einleitungs- und Beitragsbild: pixabay,   big berci

              

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Erstes frei zugängliches Verbraucherportal zur Bewertung der sozialen und ökologischen Verantwortung deutscher Banken sieht GLS Bank und Triodos Bank ganz vorn

Berlin - Kürzlich hat ein Bündnis aus Nichtregierungsorganisationen (NRO) das erste frei zugängliche Informationsportal zur Überprüfung der sozialen und ökologischen Richtlinien deutscher Banken vor: www.fairfinanceguide.de. Für Bankkundinnen und -kunden in Deutschland war es bislang nicht möglich, sich einen unabhängigen Eindruck darüber zu verschaffen, wie bzw. ob deutsche Geldhäuser Menschenrechte und Umweltstandards beachten. Doch immer mehr Menschen fordern, dass auch Banken ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen. Repräsentative Umfragen haben gezeigt, dass gut 60% der Deutschen ihre Bank wechseln würden wenn sie wüssten, dass diese zum Beispiel mit Nahrungsmitteln spekuliert oder in Rüstungsunternehmen investiert bzw. diese finanziert.

Webseite

Vor diesem intransparenten Hintergrund stellt der Fair Finance Guide Deutschland den Verbrauchern jetzt ein anhand von 240 sozialen und ökologischen Kriterien detailliert recherchiertes Bewertungsportfolio zu acht deutschen Banken zur Verfügung. Das Ergebnis: GLS Bank und Triodos liegen an der Spitze, die Pax-Bank nimmt den letzten Platz ein.

"Bankkunden haben einfach ein Recht darauf zu erfahren, zu welchen Bedingungen und an welche Unternehmen eine Bank ihr Geld verleiht oder in wen sie investiert, zum Beispiel auch bei der privaten Altersvorsorge", betont Thomas Küchenmeister, geschäftsführender Vorstand der NRO Facing Finance, die den Fair Finance Guide Deutschland koordiniert. "Banken spielen eine zentrale Rolle bei der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft, weshalb soziale und ökologische Kriterien ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Geschäftsmodelle sein müssen. Sollten Banken dazu nicht bereit sein, werden ihre Kunden sie früher oder später dazu zwingen - und dazu wollen wir beitragen", so Küchenmeister.

VatikanDie Richtlinien der GLS Bank und Triodos Bank erfüllen unter allen untersuchten Banken die meisten Bewertungskriterien zu den vom Fair Finance Guide untersuchten Themenbereichen. Sie führen das Ranking an, gefolgt von der evangelischen KD-Bank. Die katholische PAX-Bank liegt hingegen auf dem letzten Platz. "Die veröffentlichten Richtlinien der PAX-Bank erweisen sich bislang als grundsätzlich nicht umfassend und konkret genug. Unter allen untersuchten Banken zeigte sich die PAX-Bank zudem als einzige Bank nicht bereit, einen konstruktiven Dialog zu den Bewertungen aufzunehmen", bedauert Mario Dziamski von Rank a Brand.

Private Großbanken sowie öffentlich-rechtliche und auch genossenschaftliche Institute haben zum Teil große Defizite bei der Veröffentlichung und Implementierung von sozialen und ökologischen Richtlinien für sensible Sektoren wie Bergbau oder Energieerzeugung. "Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Deutsche Bank, die Commerzbank oder auch die DZ Bank in kontroverse Unternehmen investiert sind oder diese finanzieren, auch wenn sie zum Teil gegenlautende Richtlinien veröffentlicht haben", kritisiert die Projektleiterin des Fair Finance Guide Deutschland, Sarah Guhr von Facing Finance.

"Bei den Geschäftsbanken findet sich die LBBW auf dem letzten Platz wieder und dies obwohl erkennbar ist, dass sie ein großer Finanzierer im Bereich der regenerativen Energien ist und Nachhaltigkeitssysteme installiert hat", sagt Antje Schneeweiß von Südwind. Der Grund liege darin, dass die LBBW in vielen Bereichen keine konsequenten Richtlinien veröffentlicht, in denen sie sich verpflichtet, bei Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen bestimmte Normen wie z.B. die ILO-Kernarbeitsnormen einzuhalten. Ebenso fehle jeder Ansatz, die Finanzierung von Rüstungsgütern über den Ausschluss von Streumunition, Landminen und mit Embargos belegten Ländern hinaus zu beschränken, so Schneeweiß.

klimapolitikAuch die Klimapolitik muss für Geldinstitute eine größere Rolle spielen. "Das Pariser Klimaabkommen fordert, die Finanzströme klimagerecht umzuschichten. Dies verlangt von Banken mehr Transparenz über die Risiken fossiler Investitionen zu geben, klimaschädliche Investitionen zu begrenzen und stärker grüne Anlagemöglichkeiten zu forcieren. Die Banken im Spitzenbereich des Fair Finance Guide zeigen hier schon deutlich mehr Ambition als die anderen Banken", sagt Alexander El Alaoui, Co-Autor der Studie für Germanwatch.

Der Fair Finance Guide Deutschland ist Teil des Netzwerkes Fair Finance Guide International (www.fairfinanceguide.org), gegründet von Oxfam Novib und finanziert von der schwedischen Entwicklungsbehörde Sida. Es umfasst derzeit acht Länder und vereint annähernd 40 Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, Umweltgruppen und Verbraucherorganisationen.
Quelle: Text: Presseportal Deutschland/Bilder: Pixabay

GeldLesen Sie dazu: Nachhaltige Geldanlagen - Chance oder Lüge? 
und Spielwiese Agrarrohstoffe

Eichhörnchen auf dem Waldboden. Initiative für Bodenschutz gestartet

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Letze Woche fiel in Berlin der Startschuss für eine EU-weite Initiative zum Schutz von Böden. Die Europäischen Bürgerinitiative "People4Soil" will mehr als eine Million Unterschriften für einen besseren Schutz der Böden sammeln.

ZLogo: people4soiliel ist ein einheitliches Bodenschutzgesetz in der EU
Mit der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) "People4Soil" (P4S) wollen Umwelt- und Verbraucherschützer innerhalb eines Jahres mehr als eine Million Unterschriften sammeln, um so die EU-Kommission zu einem besseren Schutz der Böden zu verpflichten. Ziel ist es, erstmals ein EU-weit einheitliches Bodenschutzgesetz zu erreichen.
Böden sind eine unserer wichtigsten Ressourcen. Doch sie sind zunehmendem Druck und immer größeren Belastungen ausgesetzt. Mit der Kampagne soll die Bedeutung der Böden stärker in das Bewusstsein gerückt und sie durch eine EU-weite Gesetzgebung langfristig geschützen werden. 

Bernward Geier, Koordinator der Kampagne "People4Soil" in Deutschland: "In Deutschland haben wir bereits ein beeindruckende Netzwerk an Partner, die die Petition unterstützen. Doch die Zahl der Unterstützer muss noch wesentlich größer werden, um die mit einer Million Unterschriften hohe Latte für das Referendum zu packen."

Die Bodenverschmutzung geht weiter
Die Verschmutzung der Böden nimmt seit Jahren dramatisch zu. Schuld sind unter anderem Pflanzenschutzmittel, Überdüngung oder Versalzung. Hinzu kommen eine fortschreitende Versiegelung der Böden und Erosion. Die Folge sind Milliardenkosten durch zusätzliche Aufwendungen für die Sicherung menschlicher Gesundheit, der Welternährung und die Versorgung mit sauberem Trinkwasser.

Unterstützung erhält die Kampagne unter anderem von der bekannten Köchin, Buchautorin, Ernährungs- und Landwirtschaftsaktivistin Sarah Wiener. Sie machte zum Auftakt der Petition deutlich, warum der Schutz des Bodens eine Angelegenheit aller Menschen ist und gesetzlichen Schutzes bedarf. "Der Boden ist die Grundlage unserer Ernährung: 98 Prozent unserer Lebensmittel haben dort ihren Ursprung. Aber nur gesunder Boden kann gesunde Lebensmittel hervorbringen und die wachsende Weltbevölkerung auf Dauer ernähren. Wenn wir jetzt nicht damit beginnen, diesen Boden als Gemeingut zu betrachten und gemeinsam – auch mit juristischen Mitteln – zu schützen, schreiten Verschmutzung, Erosion und Versiegelung weiter fort und der natürliche Lebenskreislauf kommt zum Stillstand."

Die BRD soll mit 200.000 Unterschriften seinen Anteil leisten
Ziel der Kampagne ist es, innerhalb eines Jahres in mindestens sieben Ländern Europas eine Million Unterschriften zu sammeln, für Deutschland sollen es nach Wunsch der Initiatoren mindestens 200.000 Unterstützer werden. "Dieses ambitionierte Ziel verfolgen wir auch als politisches Signal. Deutschland ist nicht nur das bevölkerungsreichste Land der EU, sondern hat in der Vergangenheit ein bereits von der EU vorgelegtes Bodenschutzgesetz blockiert und damit den Schutz der Böden verhindert", so Bernward Geier. Für die kommenden Monate sind deutschlandweit zahlreiche Veranstaltungen zur Bedeutung der Böden geplant.

Getragen wird die Kampagne von der Stiftung Ökologie & Landbau. Zum Engagement der SÖL erklärte der geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Dr. Uli Zerger: "Mehr denn je laufen wir Gefahr, den Boden als Grundlage unseres Lebens zu beeinträchtigen und zu vernichten. Das Tragische ist, dass die Verluste unumkehrbar sind. Die Stiftung Ökologie & Landbau setzt sich dafür ein, dass durch ein europäisches Rahmengesetz Mindeststandards geschaffen werden, die eine solche Entwicklung stoppen. Wir dürfen keine Zeit verlieren."

Die Petition kann bis September 2017 unterschrieben werden. Dies kann online geschehen auf: www.people4soil.eu. Oder auf einer Unterschriftenliste, die auf der Kampagnen-Webseite heruntergeladen und ausgedruckt werden kann.

Hintergrund zum People4Soil-Netzwerk:
Zu den Unterstützern der Petition zählen bereits 50 Organisationen, Institutionen und Unternehmen, darunter die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), der NABU und die Köchin und Buchautorin Sarah Wiener. Europaweit tragen bereits 400 Partner in 26 Ländern die Kampagne. Unterstützung erhält die Kampagne in Deutschland durch einen Beirat, in dem sich der Deutsche Naturschutzring (DNR), die Verbraucherinitiative (VI) und Slow Food Youth engagieren. Weitere Informationen: www.people4soil.eu

Hintergrund zur Europäischen Bürgerinitiative:
Eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) ist ein formaler Prozess, um von der EU-Kommission einen Gesetzgebungsprozess zu verlangen. Eine Bürgerinitiative ist dann erfolgreich, wenn sie von mindestens einer Million EU-Bürgern unterstützt wird. EU-Bürger können dies durch eine Unterschrift zum Ausdruck bringen. 

Daumen hochVielleicht auch interessant: Onlinepetitionen - Mit ein paar Klicks die Welt retten

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EU-Kommission ignoriert Europas Standards für TTIP-Verhandlungen

Hamburg/Brüssel – Bislang unter Verschluss gehaltene Dokumente der EU-Kommission veröffentlicht Greenpeace heute zusammen mit Corporate Europe Observatory und Genewatch.

Die Papiere beweisen, dass die US-Regierung erheblichen Druck auf die EU-Kommission ausübt, um neue gentechnische Verfahren für die Veränderung von Pflanzen nicht den strengeren EU-Regeln zu unterwerfen. Seit Ende 2015 hat die EU-Kommission ihre rechtliche Einschätzung immer wieder verschoben. Aus den Dokumenten geht hervor, dass die neuen Verfahren vermutlich als Gentechnik eingestuft worden wären. „Die Papiere sind der Beweis, dass in den geheimen Verhandlungen zu TTIP und CETA auch die Standards zur Gentechnik gesenkt werden sollen“, sagt Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven.

Zum Auftakt der weltgrößten Industriemesse in Hannover wirbt US-Präsident Obama kommenden Sonntag für das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP. Gentechnik, Regulierungen und Kennzeichnungen bilden einen zentralen Streitpunkt in den Verhandlungen über TTIP. „In vorauseilendem Gehorsam ist die EU-Kommission offensichtlich bereit, das Vorsorgeprinzip den TTIP-Verhandlungen zu opfern. Wir fordern die geheimen TTIP-Verhandlungen zu stoppen“ sagt Christoph von Lieven.

MIit TTIP UND CETA bricht die EU-Kommission eigenes EU-Recht
In Europa existieren klare Regelungen im Umgang mit gentechnisch veränderten Tieren und Pflanzen. Derzeit wird über den rechtlichen Status neuer Gentechnikverfahren wie beispielsweise CRISPR/Cas diskutiert. In den USA gelten diese Methoden des „Genome Editing“ nicht als Gentechnik. Nach Willen der USA und mächtiger Gentechnikkonzerne wie Monsanto, Cibus oder Dow DuPont soll sich die EU den US-Standards anpassen. 

Den Erfolg der amerikanischen Vorgehensweisen zeigt ein anderer Fall: 2013 sollten hormonell wirksame Chemikalien im Rahmen der REACH-Gesetzgebung in der EU verboten werden. Auf Druck der USA hin wurde jedoch nicht reguliert. Für diese Entscheidung ist die EU-Kommission vom europäischen Gerichtshof verurteilt worden. Der US Landwirtschaftsminister Thomas Vilsack lässt sich davon nicht abschrecken und kündigt an, künftig „weiterhin Druck auf die EU“ auszuüben. „Die Kommission darf nicht einknicken und muss neue gentechnische Verfahren schnellstens als das regulieren, was sie sind: Gentechnik“, sagt Dirk Zimmermann, Gentechnik-Experte von Greenpeace.
Quelle: Text: Greenpeace/Bilder: Pixabay 

Hintergrund und Dokumente (in englischer Sprache)

Am 23. 4. demonstrieren in Hannover tausende Demonstranten für einen gerechten Welthandel.

LachsLesen Sie dazu: USA - Gentech-Lachs als Lebensmittel zugelassen

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Hamburg - Es ist Februar. Auf den landwirtschaftlichen Flächen beginnt wieder die Güllesaison. Mit der Gülle werden nicht nur Nährstoffe ausgebracht, sondern auch Rückstände von Antibiotika, Antiparasitika und Hormonen. Obwohl Arzneimittel mittlerweile fast flächendeckend in Fließgewässern nachzuweisen sind, findet weder eine systematische Erfassung von Arzneimitteln in der Umwelt statt noch gibt es Grenzwerte zum Schutz von Gewässern. Hier ist nach Ansicht des Umweltverbands PAN Germany dringend Handlungsbedarf.

"Arzneimittel sind eine wichtige Errungenschaft. Doch in der Umwelt werden sie zum Problem" so Dipl.Ing.agr. Susan Haffmans von Umweltverband PAN Germany,"daher müssen die Einträge dringend reduziert werden. Das fängt bereits bei der Nutztierhaltung an. Hier muss die Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes ernsthaft vorangetrieben und endlich die verbreitete Mitbehandlung gesunder Tiere drastisch eingeschränkt werden. Darüber hinaus benötigen wir eine bessere Verankerung des Umweltschutzes im Tierarzneimittelrecht, die Einführung von Grenzwerten für die Belastung von Gewässern mit Arzneimitteln, wie es sie bereits für Pestizide gibt, sowie ein verpflichtendes Umwelt-Monitoring".

PillenArzneimittel sind so konzipiert, dass sie stabil sind gegenüber einem sauren pH-Wert und bestimmten Enzymen. Nur so können sie im Organismus eines erkrankten Tieres wirksam bleiben. Bis zu 90 % der Wirkstoffe werden nach Verabreichung unverändert wieder ausgeschieden. Mit der Gülle oder dem Mist gelangen sie in die Umwelt, wo ihre abtötende Wirkung auf Bakterien oder Parasiten oder ihre hormonelle Wirkung zu unerwünschten schädlichen Auswirkungen bei Nichtzielorganismen führen können. In Gülle nachweisen lassen sich vor allem Rückstände von Antibiotika aus der Intensivtierhaltung wie Sulfonamide, Makrolide und Tetracycline.

In den Böden können diese Antibiotika-Rückstände zu Verschiebungen in der Zusammensetzung von Bodenmikroorganismen führen, Antibiotika-resistente Bodenbakterien fördern und nützliche Pilze schädigen. Die Langzeitfolgen für die Bodenfruchtbarkeit sind nicht absehbar. Bei den Antiparasitika gibt es eine Reihe von Wirkstoffen, die sehr langlebig sind, sich anreichern können und toxisch auf Organismen wie Insekten oder Fische wirken.

Deutschlandweit liegt das jährliche Gülle- und Mistaufkommen bei 309.522.716 Kubikmetern. Mengenmäßig am relevantesten ist die Menge der Rinder- und Schweinegülle, die mit bis zu 260 mg Wirkstoff/kg belastet ist. Flächen, die regelmäßig mit Schweinegülle gedüngt werden, weisen Tetracycline-Konzentrationen von teilweise deutlich oberhalb von 100 Mikrogramm/kg Oberboden auf.

In der kommenden Woche am 17.2.16 stimmt der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments über den Vorschlag für ein überarbeitetes europäisches Tierarzneimittel-Gesetze ab. PAN Germany hält den Vorschlag vor dem Hintergrund einer notwendigen Minderung von Arzneimittel-Einträgen in die Umwelt für nicht ausreichend.
Quelle: Text: PAN Germany/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen: http://www.pan-germany.org/deu/projekte/tierarzneimittel.html

Dazu der Film: 

 Lesen Sie dazu: Trinkwasser auf Rezept

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