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Plastik in Kosmetik

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Vier von fünf Deutschen wollen kein Plastik in Kosmetik

Hamburg – Die breite Mehrheit der Deutschen (83 Prozent) erwartet von den Kosmetikherstellern, dass sie auf Kunststoffe in fester, flüssiger oder anderer Form in ihren Produkten verzichten. Knapp Dreiviertel befürworten sogar ein generelles Verbot von Plastik in Pflegeprodukten. Dies ergab eine repräsentative Umfrage, die das Emnid-Institut im Auftrag von Greenpeace zwischen dem 26.11. und 30.11.2016 durchgeführt hat. Damit schließt die unabhängige Umweltorganisation eine Wissenslücke der Bundesregierung. Diese antwortete auf eine Kleine Anfrage der Grünen, es lägen „keine Erkenntnisse“  zur Verbraucherakzeptanz von Mikroplastik in Kosmetik vor. „Die Menschen wollen kein Mikroplastik in Tuben und Tiegeln“, sagt Thilo Maack, Meeresexperte von Greenpeace. „Plastik belastet die Meere und hat in Kosmetik nichts verloren. Umweltministerin Hendricks muss für ein umfassendes Verbot sorgen.“

Mikroplastik in KosmetikIn vielen Kosmetikprodukten ist PlastikDie meisten konventionellen Kosmetika enthalten feste, flüssige oder wachsartige Kunststoffe. Diese gelangen über den Abfluss ungefiltert ins Abwasser und weiter in Flüsse und Meere. Da Plastik biologisch nicht abbaubar ist, zerfällt es in immer kleinere Teilchen. Im Wasser binden sich an die Partikel Schadstoffe in teils hoher Konzentration, die über die Nahrungskette auch auf unseren Tellern landen. Bislang ist nur zertifizierte Bio-Kosmetik frei von Mikroplastik.

Verbraucher wollen Transparenz - und saubere Produkte
Drei Viertel der Befragten würde Kosmetikprodukte nicht kaufen, wenn sie wüssten, dass diese Plastik oder flüssige Kunststoffe enthalten. Doch ebenso viele (75 Prozent) wissen nach eigenen Angaben nicht, wie man dies erkennt. „Kein Wunder, denn als  Verbraucher müsste man Chemieexperte sein, um im Kleingedruckten die Kunststoffe herauszulesen“, sagt Maack. Gut vier Fünftel der Verbraucher (84 Prozent) wünschen sich eine eindeutige Produktkennzeichnung. Drei Viertel der Befragten (74 Prozent) sprechen sich sogar dafür aus, dass die Hersteller gesetzlich verpflichtet werden, auf Kunststoffe zu verzichten. „Bislang legen sich die Hersteller ihre freiwillige Selbstverpflichtung so aus, wie es ihnen am besten passt. Wir brauchen ein Gesetz, um Plastik aus Kosmetika zu verbannen“, sagt Maack.

Der sogenannte Kosmetikdialog, ein Industriedeal zwischen Umweltministerium und den Herstellern, regelt einen Teilausstieg aus Mikroplastik. Doch der Plan ist aus Greenpeace-Sicht lediglich eine Minimallösung. So umfasst er beispielsweise lediglich feste Plastikteilchen und ignoriert damit das Problem flüssiger und wachsartiger Kunststoffe, über deren Umweltverhalten es größtenteils noch keine Erkenntnisse gibt. (Weitere Kritikpunkte von Greenpeace.)
Quelle: Text und Cover: Greenpeace Deutschland/Bilder: Pixabay

MikroplastikDie Umfrageergebnisse im Detail:
Was Verbraucher vom Einsatz fester und flüssiger Kunststoffe in Kosmetik und Pflegeprodukten halten

Infos zu "grüner Mode" und Kosmetik finden Sie hier!

 

In deutschen Gewässer findet man Plastikpartikel

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In 53 Gewässerproben haben Greenpeace-Aktivisten bei Tests Plastikpartikel gefunden 

Hamburg – Zwischen Mai und August dieses Jahres waren die Umweltschützer mit den Aktionsschiff ‚Beluga II‘ unter dem Motto #Wellemachen für Meere ohne Plastikmüll auf Expeditionstour. Im Fokus der Tour lagen Rhein, Main, Donau, Elbe, Weser und einige Kanäle, aber auch das Wattenmeer. Laboranalysen zeigen nun: Alle Proben enthalten Plastikpartikel. „Die Verschmutzung mit Mikroplastik ist nicht nur im Meer ein Problem, sondern fängt schon in den Flüssen direkt vor unserer Haustür an“, sagt Sandra Schöttner, Meeresexpertin von Greenpeace. Aus den Flüssen gelangen die winzigen Plastikpartikel  ins Meer – auch solche aus Kosmetik- und Reinigungsmitteln. „Umweltministerin Barbara Hendricks muss sich endlich für ein Verbot von Mikroplastik in Produkten stark machen, die täglich über Abwässer in die Umwelt gelangen“, so Schöttner. „Das wäre ein einfacher Schritt mit Signalwirkung.“

Spuren unseres Konsums
Die Mehrheit der 0,3 bis fünf Millimeter kleinen Plastikpartikel besteht aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) – die gängigsten Kunststoffe für Verpackungen aller Art. Ebenfalls nachweisbar sind Styropor (PS-E), Polyamid/Nylon (PA), Polyester (PEsT, inklusive PET), Styrol Acrylnitril Copolymerisat (SAN) und Acrylnitril Butadien Styrol (ABS), das beispielsweise für Elektronikgehäuse oder Spielzeug verwendet wird. Bei den Plastikpartikeln handelt es sich überwiegend um Bruchstücke, Folienfetzen und weitere Fragmente, wie sie beim Zerfall oder Verschleiß größerer Plastikteile entstehen. Aber auch zylindrische Pellets aus der Kunststoff-Vorproduktion finden sich in den Proben – und Mikrokügelchen, wie sie in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten eingesetzt werden.

Mikroplastik vermeidbar
Mikroplastik wurde bereits in Kabeljau, Makrele, Garnelen und Muscheln aus der Nord- und Ostsee nachgewiesen. Studien belegen, dass Plastikpartikel samt Schadstoffen in die Nahrungskette gelangen und dort angereichert werden. Doch noch immer fehlen Schritte für die Eindämmung des Plastikmüll-Problems in unseren Flüssen und Meeren – vor allem auch was Mikroplastik aus Kosmetik und Reinigern betrifft. „Die Bundesregierung muss mehr tun, als nur Maßnahmenkataloge zu erstellen und sich auf Selbstverpflichtungen der Wirtschaft zu verlassen“, sagt Schöttner. „Um den Eintrag von Mikroplastik in unsere Gewässer tatsächlich zu verhindern, braucht es konkrete gesetzliche Vorgaben.“
Quelle: Text: Greenpeace Deutschland/Bilder: Pixabay

PlastikmüllMehr zum Thema lesen Sie hier!

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Neuer Greenpeace-Report fasst aktuellen Forschungsstand zur Belastung von Fisch, Krusten- und Schalentieren mit Plastikpartikeln zusammen

Hamburg – „Mikroplastik wirkt in der Umwelt wie ein Fremdkörper mit Giftfracht. Es enthält Schadstoffe, zum Beispiel Weichmacher und Flammschutzmittel. Gleichzeitig sammeln sich Schadstoffe aus der Umwelt an den Partikeln. Es droht die Gefahr, dass sich Mikroplastik in der Nahrungskette anreichert“, sagt Sandra Schöttner, Greenpeace-Meeresexpertin. Diese Annahme stützt der Report mit Ergebnissen aus den jüngsten Feld- und Laborstudien zur Aufnahme, Anreicherung und Auswirkungen von Mikroplastik und assoziierten Schadstoffen.

In der Nahrungskette haben Wissenschaftler Mikroplastik längst nachgewiesen: in kleinstem Zooplankton, aber auch in kommerziell genutzten Arten wie Thunfisch, Kabeljau, Makrele sowie Miesmuscheln und Nordseegarnelen. Dort können die winzigen Plastikpartikel samt Schadstoffen sowohl physisch als auch chemisch zum Problem werden. Sie rufen beispielsweise Entzündungsreaktionen im Darmtrakt hervor, beeinflussen die Nahrungsaufnahme oder das Fortpflanzungsverhalten der Tiere. „Bisher gibt es keine Erkenntnisse, inwieweit die Plastikpartikel auch ins Gewebe gelangen. Vorsicht ist jedoch bei Muscheln oder Garnelen geboten, die etwa vollständig verzehrt werden“, so Schöttner. 

Erster Schritt: Industriell gefertigtes Mikroplastik verbieten
„Die Forschung zu Mikroplastik steckt noch immer in den Kinderschuhen – erst recht, was die möglichen Folgen für Mensch und Umwelt angeht“, so die Greenpeace-Expertin. Die unabhängige Umweltschutzorganisation fordert die Politik auf, das Vorsorgeprinzip anzuwenden, um das Risiko für Mensch und Umwelt gering zu halten. „Als ersten, einfachen Schritt sollte Umweltministerin Hendricks dem Beispiel Großbritanniens folgen und Mikroplastik in Verbrauchsgütern verbieten, die täglich ins Abwasser gelangen – das betrifft insbesondere Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsmittel.“ In Peelings, Shampoos und Scheuermilch dienen die Plastikkügelchen zum Beispiel als Schleif- oder Bindemittel. Die Industrie entzieht sich einem gesetzlichen Standard bisher durch individuelle Ausstiegspläne. Greenpeace hatte im Sommer die 30 größten Kosmetikhersteller weltweit auf Qualität und Stand ihrer freiwilligen Selbstverpflichtung befragt. Keine einzige erfüllte die Greenpeace-Kriterien.

Als Mikroplastik werden Plastikpartikel mit einem Durchmesser von weniger als fünf  Millimetern bezeichnet. Sie entstehen entweder durch den Zerfall größeren Mülls oder werden bereits in kleiner Größe industriell hergestellt. Sie können teils ungehindert die Klärwerke passieren. Jährlich gelangen bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll allein von Land in unsere Ozeane. Er wird biologisch nicht abgebaut, sondern zerfällt in immer kleinere Teilchen. Derzeit gibt keine verlässliche Angabe über die genaue Menge von Mikroplastik in den Ozeanen. Funde in entlegenen Gebieten wie Arktis und Antarktis belegen jedoch, dass die Verschmutzung sehr weitreichend ist.
Quelle: Text: Greenpeace Deutschland

Report: Plastik in Fisch und Meeresfrüchten
Report
Schätzungen zufolge macht Plastik 60 bis 80 Prozent des Mülls im Meer aus. Die Gefahr: Mit Schadstoffen belastetes Mikroplastik wird von Meeresbewohnern verschluckt und landet in der Nahrungskette.

Meeresorganismen nehmen Mikroplastik auf verschiedene Arten auf: Muscheln und Austern filtern ihre Nahrung aus dem Wasser; Krabben atmen durch ihre Kiemen und ernähren sich über ihre Mundöffnung; auch Fische nehmen Nahrung über ihre Mundöffnung auf. Wie Verbraucher zum Beispiel Mikroplastik in Kosmetikartikeln erkennen und vermeiden können, zeigt eine kleine Einkaufshilfe von Greenpeace.

Mehr zum Thema Mikroplastik finden Sie hier!

Plastiktütenflut

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Plastiktüten und andere Produkte aus Kunststoff werden aus Ethylen hergestellt – genauer: aus Polyethylen. 140 Millionen Tonnen des kohlenstoffbasierten Chemierohstoffs werden jährlich weltweit produziert. Erdöl ist der Rohstoff dafür. Das Produktionsverfahren bei Temperaturen um 800°C ist energieintensiv und wenig nachhaltig. TU-Forscher wollen nun mit weiteren Partnern eine nachhaltige Alternative dazu entwickeln: die Produktion von Ethylen aus Sprudelwasser – also Kohlendioxid und Wasser – und regenerativem Strom.

PlastiktüteErdöl ist Rofstoff für PlastiktütenReinster Sauerstoff ist Nebenprodukte
Prof. Dr. Peter Strasser und sein Team von der TU Berlin, die sich mit der elektrochemischen Katalyse befassen, starten mit weiteren Partnern aus Hochschulen und Industrie das im Rahmen des BMBF-Programms „CO2Plus – Stoffliche Nutzung von CO2“ geförderte Verbundprojekt „eEthylen“. Eine neuartige, komplexe elektrochemische Technologie soll es ermöglichen, aus Kohlendioxid und Wasser Ethylen zu synthetisieren, dessen Nebenprodukt ausschließlich reinster Sauerstoff ist. So werden im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren keine umweltschädlichen Nebenprodukte freigesetzt. Die benötigte Energie wird elektrisch zugeführt und stammt aus erneuerbaren Quellen.

Eine große wissenschaftliche Herausforderung liegt im Design der Materialien für die Elektroden an beiden Enden der Elektrolysezelle. Die Nanostruktur des Materials muss das komplexe Netzwerk chemisch gekoppelter Einzelreaktionen des Gesamtprozesses so organisieren können, dass Kohlendioxid- und Wassermoleküle schnell, ohne Nebenprodukte und ohne großen Energieverlust zu Ethylen reagieren können.

Schnelle Umsetzung für die industrielle Anwendung
Die Erkenntnisse der Forschungen sollen dabei direkt in die industrielle Entwicklung einfließen und so helfen, technische Verfahren zu entwickeln und zu optimieren. Die Beteiligung von Großunternehmen ermöglicht eine schnelle Umsetzung in die industrielle Anwendung.  Als wissenschaftliche Partner sind außer der TU Berlin die Ruhr-Universität Bochum und das Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg am Projekt beteiligt, als industrielle Koordinatoren die Unternehmen Evonik Resource Efficiency GmbH und Siemens AG. Das Gesamtfördervolumen des Verbunds beträgt 1,5 Millionen Euro. Knapp eine Viertelmillion Euro geht an die TU Berlin.

Text: Stefanie Terp Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Alumni Technische Universität Berlin,

Plastiktüten aus natürlichen StoffenMehr über die "grüne" Forschung gibt es hier.

Plastik wird angespült

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Mitte des Jahrhunderts könnte das Gewicht des Plastik das der Fische übersteigen
Mit dem Kinospot „Plastik-Peter“ im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung Bewusstsein für die Plastikverschmutzung in den Weltmeeren schaffen. Mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll landen dort jährlich und sind längst zu einer großen Gefahr für Pflanzen und Lebewesen geworden: Im Jahr 2050 könnte das Gewicht des Plastikmülls in den Ozeanen bereits das aller Meeresfische übersteigen.

Der Spot ist jetzt deutschlandweit in den Kinos zu sehen. „Frisch aus dem Meer“ preist „Plastik-Peter“ auf dem Fischmarkt seinen besonders langlebigen Fang an: Plastikmüll. Während Plastiktüten nur maximal 20 Jahre brauchen, bis sie zersetzt sind, überdauern handelsübliche PET-Flaschen ganze 450 Jahre in den Meeren.

 

Bundesregierung setzt sich für Lösungen ein
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung nimmt sich der systemischen Untersuchung des Plastikmülls an: von der Produktion, den Konsum, den Transport vom Land in die Flüsse bis zum Verbleib in unseren Weltmeeren. Mit der Förderrichtlinie „Plastik in der Umwelt“ fördert es Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit insgesamt 28 Millionen Euro. Im Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane möchte das Bundesministerium außerdem – mit Projekten wie dem Film „Plastik-Peter“ – verstärkt die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren.

Der Müll, der im Spot zu sehen ist, wurde vor Beginn der Filmproduktion durch Naturschützer von Greenpeace und NABU am Elbstrand gesammelt. Der Film appelliert an die Zuschauerinnen und Zuschauer, den Gebrauch von Plastik im Alltag zu reduzieren und damit einen Teil zum Meeresschutz beizutragen.

Bürgerinnen und Bürger können sich umfassend informieren
Der Film „Plastik-Peter“ ist ab sofort im Kino und auf der Website des Wissenschaftsjahres unter http://www.wissenschaftsjahr.de/plastik zu sehen. Dort finden sich außerdem wichtige Hintergrundinformationen über die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll sowie hilfreiche Tipps zum richtigen Umgang mit Plastikmüll im Alltag.

Logo MeereOzeaneWissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane
Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Text: Christine Rutke Redaktionsbüro Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane ,Bilder: pixabay

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Ein großer Teil des Mülls in den Meeren und Ozeanen gelangt über die Flüsse dorthin. Bis zu 13 Millionen Tonnen landen jährlich in den Meeren. 41 Prozent aller Deutschen aber meinen, dass sie durch den täglichen Gebrauch von Plastikartikeln wie Verpackungen keine große oder so gut wie keine Mitverantwortung an der Plastikmüllverschmutzung der Meere tragen, so das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane.

Teilnehmer der Jugendaktion „Plastikpiraten“ im Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane messen Plastikbelastung in Fließgewässern
Am 16. September startete die bundesweite Citizen Science-Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“ des Wissenschaftsjahres, um die Belastung durch Plastik in fließenden Gewässern zu messen und die Öffentlichkeit stärker für das Problem zu sensibilisieren. Bis zum 18. November werden Jugendliche selbst zu Forscherinnen und Forschern: Schulklassen und Jugendgruppen fischen mit feinmaschigen Netzen in Flüssen nach Mikroplastik, sammeln Plastik am Ufer ein und dokumentieren das Ergebnis auf einer digitalen Karte unter http://www.wissenschaftsjahr.de/jugendaktion.

Den Auftakt hat am vergangenen Freitag eine Schülergruppe des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Preetz am Falckensteiner Strand an der Kieler Förde gemacht, und die erste Untersuchung vorgenommen. Alle Ergebnisse werden anschließend von der Kieler Forschungswerkstatt wissenschaftlich ausgewertet. Das Schülerlabor ist Partner der Aktion und wird unterstützt vom Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“. „Klimawandel, Überfischung und Vermüllung bedrohen den größten Lebensraum des Planeten“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. „Wir brauchen eine Trendwende hin zu einem nachhaltigen Umgang mit den Meeren. Das wollen wir mit der Aktion ‚Plastikpiraten‘ jungen Menschen nahebringen. Jeder und jede Einzelne kann etwas dafür tun, um die Meere zu schützen“.

Viele Deutsche würden Mehrkosten für umweltschonendere Alternativen akzeptieren
Immerhin sind viele Deutsche schon jetzt bereit, zum Schutz der Meere und Ozeane ihren Teil beizutragen: 86 Prozent geben laut forsa-Umfrage an, höhere Kosten zu akzeptieren, wenn beispielsweise Lebensmittelproduzenten zunehmend auf Plastikverpackungen verzichten und umweltschonendere, aber möglicherweise teurere Alternativen verwenden würden. Sogar bei den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.500 Euro liegt die Bereitschaft noch bei 78 Prozent, so das Ergebnis der forsa-Umfrage.

Mehr Forschung zum Thema Plastikmüll gewünscht
Dass Aufklärung wichtig ist, sagen fast alle: 90 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Erforschung der Plastikbelastung in Meeren und Ozeanen staatlich gefördert werden soll. Zudem glauben 87 Prozent, dass die Auswirkungen von Plastikmüll auf die Gesundheit des Menschen nicht ausreichend bekannt sind. Rund die Hälfte der Befragten (53 Prozent) weiß nicht, dass in vielen Kosmetikartikeln kleine Plastikpartikel – sogenanntes Mikroplastik – enthalten sind, die durch die Verwendung dieser Produkte in die Meere gelangen. Um die Erforschung der Plastikmüll-Belastung zu fördern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Juni 2016 die Förderrichtlinie „Plastik in der Umwelt“ veröffentlicht.
Medienpartner des Wissenschaftsjahres 2016*17 ist ARTE:  Zeitnah zum Auftakt der Jugendaktion „Plastikpiraten“ wird am 17. September um 21:45 Uhr die Dokumentation „Mikroplastik im Meer“ auf ARTE ausgestrahlt. Unter http://www.arte.tv/meerentdecken werden Hintergründe zum Thema Plastik im Meer interaktiv und multimedial aufbereitet. Fotomaterial zum Auftakt an der Kieler Förde steht unter http://www.wissenschaftsjahr.de/presse zum Download bereit.

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane
Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Text: Christine Rutke Redaktionsbüro Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane Wissenschaftsjahr 2016*17 - Meere und Ozeane , Einleitungsbild und Bild unten pixabaxy

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