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Comic- Vogel mit Blume im Schnabel

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Hamburg - Rausch-, Ranz- und Rammelzeit: Im Wald finden jetzt die "Hochzeiten der Wildtiere" statt. "Anfang des Jahres laufen die Hormone bei Wildschwein, Waschbär, Wolf & Co auf Hochtouren", erklärt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Der Zeitpunkt ist von der Natur perfekt gewählt. "Denn der Nachwuchs kommt im Frühjahr auf die Welt, wenn die Natur wieder erwacht, das erste Grün sprießt und die Temperaturen steigen." Hier ein Überblick über die ersten "Paare des Jahres 2017".

Füchse singen ein Liebeslied
Im Januar "singen" männliche Füchse "Liebeslieder". Ihr heiseres Gebell erinnert an das Jaulen eines Hundes. So betören sie die Fähen, die Weibchen. "In der Regel werben mehrere Fuchsrüden gleichzeitig um eine Fähe", erklärt Eva Goris. Frau Fuchs hat sich ordentlich mit einem Sekret parfümiert und bringt so die Hormone der Herren in Wallungen. Für menschliche Nasen stinkt es während der Fuchs-Ranzzeit unangenehm nach Ammoniak. Ende März kommen dann die zunächst blinden Fuchswelpen zur Welt.

FeldhaseFeldhase in seinem ZuhauseFeldhasen boxen sich fürs Rammeln warm
Schon im Januar bereiten sich die Feldhasen auf dem Acker auf ihre Hasen-Hochzeiten vor. Eva Goris: "Wer genau hinschaut, kann die ersten hitzigen Boxkämpfe unter Feldhasen beobachten." Übrigens sind es nicht die Männchen, die da im Zweikampf ihre Vorderläufe gegeneinander hämmern. "Die Häsin testet im Boxring, wie stark und widerstandsfähig der Partner in spe ist", erklärt Goris. Besteht er die "Box-Prüfung", darf er rammeln. Wenn nicht, sucht sie sich einen neuen Sparringspartner...! Nach etwa 40 Tagen kommen die tennisball-großen Häschen auf die Welt.

Biber"Mr. Biber"Biber-Mann sucht Frau fürs Leben
Die Hauptpaarungszeit der Biber beginnt ebenfalls im Januar. Der wasserliebende Nager bleibt seiner Auserwählten ein Leben lang treu. "Die Biber-Ehe hält bis zu 20 Jahre!" Die Tragezeit bei einem Biberweibchen beträgt rund 100 Tage. Dann kommen bis zu vier Jungtiere auf die Welt.

Waschbär-Weibchen verteilen Körbe
Gleich nach Silvester ist die Ranzzeit in vollem Gange! Häufig treffen sich Waschbär-Weibchen an einem Sammelplatz und warten auf ihren auserwählten Bären. "Die Männchen haben in der Paarungszeit richtigen Stress", sagt Eva Goris. "Das Waschbär-Weibchen erwartet über mehrere Nächte ein intensives Vorspiel, bevor sie sich beglücken lässt - und das kostet Zeit." Wenn SIE sich entschieden hat, bekommen alle anderen Waschbär-Männer einen Korb. Nach etwa 60 Tagen wird der Nachwuchs geboren.

WolfBei den Wölfen ist Anfang des Jahres Hochzeit Wolf-Paare ziehen sich gern zurück
Die Paarungszeit der Wölfe findet Ende Januar bis in den März hinein statt. Dann beginnen die Weibchen einen intensiven Lockduft abzusondern. Der so angestachelte männliche Wolf hält sich mehrere Tage und Nächte lang in der Nähe seiner Angebeteten auf. Für die Paarung sondern sich Wölfe vom Rudel ab. Die jungen Welpen kommen nach rund 60 Tagen Tragezeit zur Welt. Das Wolf-Paar bleibt in der Regel ein Leben lang zusammen.

Bachen im Liebes-Rausch
Weibliche Wildschweine, die Bachen, sind bereits seit Dezember in der so genannten Rauschzeit. "In dieser Zeit werden die Bachen gleich mehrfach vom stärksten Keiler des Reviers beglückt", erklärt Eva Goris. Der Keiler wiederum imponiert den Damen mit schaumigem Speichel, der betörende Duftstoffe enthält. Ganz "Mann" markiert er das Revier zusätzlich mit Urin. Wildschwein-Urin ist "Männer-Parfüm" für die Bachen.
Quelle: Text: Deutsche Wildtierstiftung/Bilder: Pixabay

Lesen Sie dazu: Auf den Spuren von Baumeister Biber

 

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Göttinger Agrarwissenschaftler untersuchen Entwicklung von Linsen an mehreren Standorten

Göttingen - Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen untersuchen in einem Langzeitprojekt – zurzeit gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und unterstützt von der Software AG – Stiftung –, welche Rolle landwirtschaftliche Betriebe bei der Erhaltung und Entwicklung der Biodiversität als Grundlage für die zukünftige Ernährung spielen können. Im Rahmen des Projekts „Standortspezifische Populationsentwicklung durch natürliche Selektion am Beispiel der Linse“ wurde bereits vor 20 Jahren Saatgut von drei alten Linsensorten auf drei verschiedene Höfe verteilt und dort angebaut. Bisherige Ergebnisse zeigen, dass es für jeden Hof eine optimale Samengröße gibt. Das Projekt läuft bis 2017 und wird von der DFG mit rund 340.000 Euro gefördert. 

LinsenversuchLinsenversuch bei Erntebeginn. Foto: Uni GöttingenDie Forscher untersuchen auf dem Versuchsgut Reinshof der Universität Göttingen und auf zwei biodynamischen Höfen in Thüringen und Nordost-Niedersachsen, wie weit der langfristige Nachbau im landwirtschaftlichen Betrieb zu einer Standortanpassung führen kann. Dieses sogenannte „on-farm-Management“ ist dabei eine dynamische Ergänzung zur statischen Erhaltung in Genbanken, in der Samen in der Regel auf Eis liegen und nicht dem Wandel der Umwelt ausgesetzt sind. „Wenn aus der eigenen Ernte jedes Jahr wieder Saatgut zur Aussaat verwendet wird, kann die natürliche Auslese zu einem Heimvorteil führen, also eine eigene Hofsorte entstehen“, sagt Michael Ruland, der als Doktorand im Rahmen des DFG-Projekts die Linsenversuche betreut. „Gut angepasste Pflanzen produzieren mehr Samen als schlecht angepasste und setzen sich langfristig durch.“ 

TrockenstressanlageTrockenstressanlage in der Erntezeit. Foto: Uni Göttingen

Neben der optimalen Samengröße für jeden Hof zeichnet sich auch ab, dass die natürliche Auslese in besonders stressiger Umwelt Sorten verbessern kann. Um den Einfluss von Trockenstress auf die verschiedenen Hof-Auslesen zu untersuchen, wird beispielsweise auf dem Reinshof in einer Trockenstress-Anlage die Wasserversorgung gezielt eingestellt. Die Hof-Auslesen werden mit agronomischen, morphologischen und molekularen Methoden analysiert, um die zeitliche und örtliche Entwicklung der Biodiversität zu erfassen. 

„Die Züchtung lebt von dem, was frühere Generationen geschaffen haben – also ist es heute unsere Aufgabe, Biodiversität für unsere Kinder und Kindeskinder zu erhalten und weiter zu entwickeln“, sagt Dr. Bernd Horneburg, Leiter der Fachgruppe genetische Ressourcen und ökologische Pflanzenzüchtung der Universität Göttingen. „Auch vor dem Hintergrund des Klimawandels reicht dazu die Einlagerung in Genbanken nicht aus – wir brauchen den praktischen Anbau.“
Quelle: Text und Bild: Romas Bielke, Pressesprecher | Stellvertretender Leiter Abteilung Öffentlichkeitsarbeit Georg-August-Universität Göttingen

Weitere Informationen zum Projekt sind im Internet
unter www.uni-goettingen.de/de/48392.html zu finden.

WieseVielleicht auch interessant: Lasst uns die ursprünglichen Wiesen wieder säen


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München - Am Montag (6. Juni) startete wieder die alljährliche „Woche des Waldes“ in Bayern. Sie steht heuer ganz unter dem Motto „Kunst im Wald“, wie Forstminister Helmut Brunner im Vorfeld in München mitteilte. Dazu bieten wieder zahlreiche Forstbehörden mit ihren Kooperationspartnern in dieser wie in den kommenden Wochen interessante Aktionen und Veranstaltungen für Schulklassen, Kindergartengruppen und Familien an: von geführten Erlebnis- und Nachtwanderungen über kreatives Basteln mit Naturmaterialien bis zu Schnupperkursen zur Holzbildhauerei.

WaldHolz in seiner kunstvollsten Form. Foto: S. Blaschke, LWF „Wir wollen den Menschen die Vielfalt der Wälder und den wunderbaren Roh- und Werkstoff Holz auf besonders einprägsame Weise vor Augen führen“, so der Minister. Gerade das Thema Kunst sei dafür bestens geeignet. Schließlich seien Wald und Kunst seit jeher eng miteinander verbunden: in der Schnitzerei ebenso wie beim Instrumentenbau, zudem sei der Wald seit Jahrhunderten inspirierender Ort für Musik und Schauspiel und mystisches Motiv in der Malerei. 

Gerade Kinder lassen sich laut Brunner mit emotionalen Erlebnissen besonders nachhaltig für den Wald begeistern. Für sie sei der Wald ein idealer Lernort, um das Bewusstsein für die Zusammenhänge in der Natur und den Wert der natürlichen Lebensgrundlagen zu schärfen. Das wiederum sei die wesentliche Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Deshalb ist es erklärtes Ziel des Ministers, dass jedes Kind in seiner Schulzeit mindestens einen Waldtag mit einem Förster verbringt. 

Die Waldpädagogik ist in Bayern ein wichtiger Bildungsauftrag für die Forstbehörden: Rund 160.000 Menschen pro Jahr besuchen die zahlreichen Veranstaltungen an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den bayernweit zwölf waldpädagogischen Zentren – zwei Drittel sind Schulkinder.
Quelle: Text: PM Bay. Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten/Bilder: Pixabay

Detailinfos, eine Liste der Veranstaltungen in ganz Bayern sowie die entsprechenden Kontaktdaten gibt es unter hier.

WaldLesen Sie dazu: den BUND-Waldreport 2016 und über den Wettbewerb von Bäumen

Feuerwerke versetzen die Tiere in Todesangst und Panik.

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Organisation appelliert an Bevölkerung, Jahreswechsel ohne Raketen und Knallkörper zu feiern

Stuttgart – Entspannte Silvesternacht für Mensch und Tier: Während die knallenden Lichterspiele zum Jahreswechsel eine schöne Unterhaltung für Menschen sind, nehmen Wildtiere, Hunde, Katzen und Kleintiere den ohrenbetäubenden Lärm, die grellen Blitze und die unbekannten Gerüche oftmals als lebensbedrohliche Situation wahr. Zudem kann das Feuerwerk für wild lebende Tiere schnell zur tödlichen Gefahr werden. Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA, klärt über die Gefahren für Wildtiere auf und hat einige Tipps zusammengestellt, wie Hunde und Katzen trotz Feuerwerk einen angstfreien Jahreswechsel erleben.

„Insbesondere für Vögel wird der Silvesterhimmel in den Städten zum Inferno. Wer ein Herz für Tiere hat, sollte das Jahresende deshalb möglichst ohne Raketen und Knallkörper feiern“, so Dörte Röhl. „Tierhalter können ihren Hunden und Katzen den Jahreswechsel mit guter Vorbereitung und Ruhe erleichtern.“

Warum besonders Wildtiere beim Feuerwerk in der Silvesternacht gefährdet sind
Gerade im Winter müssen heimische Wildtiere gut mit ihren Kräften haushalten, da sie nur begrenzte Energie- und Nahrungsreserven zur Verfügung haben. Ein hoher Energieverlust durch Störungen oder panisches Flüchten kann lebensbedrohliche Folgen haben. Vor allem Vögel weichen unter Schock in für sie teilweise ungewöhnliche Höhen aus, was mit einem erheblichen Energieverlust einhergeht. Rauchschwaden und helle Leuchtraketen können zudem zur Desorientierung führen, ihnen die Sicht nehmen und sie blenden, sodass sie Hindernissen nicht mehr rechtzeitig ausweichen können [1].

7 Tipps, um den Silvesterabend entspannt mit Hund und Katze zu verbringen:

  • Hunde und Katzen sollten an Silvester nicht über einen längeren Zeitraum alleine gelassen werden. 
  • Schon Stunden vor dem Jahreswechsel beginnen viele Feierfreudige mit der Knallerei. Den Silvesterabend müssen die Tiere deshalb sicher im Haus verbringen. Auch umzäunte Gärten sind an Silvester nicht sicher: Zu Tode erschreckte Tiere finden auf ihrer Flucht fast immer einen Ausweg.
  • Geschlossene Rollläden, sanftes Licht und leise Musik bzw. Fernsehgeräusche können helfen, den Feuerwerkslärm für die Tiere möglichst auszublenden. Wichtig ist, Hunde und Katzen nicht in ihrer Angst zu bestärken, sondern ihnen Geborgenheit und Schutz zu geben. Wenn Tierhalter Gelassenheit ausstrahlen, vermittelt das auch den Vierbeinern Sicherheit.
  • Familien, bei denen Bleigießen zum Silvesterritual gehört, müssen darauf achten, dass Hunde und Katzen nicht an das verwendete Wasser gelangen – es kann zu schweren Vergiftungen führen.
  • Tierhalter, die am Silvesterabend noch mit ihrem Hund spazieren gehen, sollten ihn an der Leine führen. Für den Fall, dass sich das Tier in Panik aus dem Geschirr befreit und davonläuft, muss der Vierbeiner ein Halsband mit Adressanhänger und Telefonnummer tragen.
  • Hunde dürfen keinesfalls mit zum Feuerwerk genommen werden. Raketen bergen neben dem Schreckpotenzial auch eine Verletzungsgefahr.
  • Leiden tierische Mitbewohner bekanntermaßen besonders stark unter dem lauten Jahreswechsel oder neigen zu Panikattacken, kann es ratsam sein, in Absprache mit einem Tierarzt beruhigende Medikamente zu verabreichen. Halter von ängstlichen Hunden können sich dem Silvesterlärm entziehen, indem sie kurzzeitig eine ruhige Gegend aufsuchen. 


Meiden Tierfreunde Feuerwerke und beachten die Regeln für einen entspannten Jahreswechsel für Hund und Katze, steht einer friedlichen Silvesternacht für Mensch und Tier nichts mehr im Wege.
Quelle: Text: PETA/Bilder: Pixabay

[1] Shamoun-Baranes J., Dr. Adriaan M., van Gasteren H., van Loon E. E., Leijnse H., Bouten W. (2011): Birds flee en mass from New Year’s Eve fireworks. Behavioral Ecology. doi:10.1093/beheco/arr102.

Weitere Informationen:
PETA.de/Feuerwerk
 

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Wenn der Siebenschläfer den Sommer verpennt oder was die Bucheckern-Ernte mit dem Langschläfer zu tun hat
Gebannt blickt Deutschland auf das Wetter am Montag, denn der 27. Juni ist der „Siebenschläfer-Tag“. Und nach einer alten Bauernregel entscheidet sich am Montag, wie das Sommerwetter in den nächsten sieben Wochen wird. Meteorologen zucken über diese Prophezeiungs-Praxis mit den Schultern - und auch dem Siebenschläfer (Glis glis) ist die Regel völlig egal: Er interessiert sich fast ausschließlich für Bucheckern. Ist die Ernte gut, verlässt er seine Schlafhöhle, schlägt sich den Bauch voll und zeugt Nachwuchs. Ist die Ernte schlecht, legt er sich gleich wieder hin.

BucheckernBucheckern - des Siebenschläfers LieblingsmahlzeitÖkologe Franz Hölzl vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde in Wien: „Wenn Siebenschläfer sich nicht sattfressen und fortpflanzen können, sind sie elf lange Monate inaktiv.“ Damit ist der Siebenschläfer einer der größten „Schlafmützen“ im Tierreich überhaupt.

Das nachtaktive, knapp hundert Gramm leichte Tier mit dem buschigen Schwanz, den großen dunklen Augen und den rundlichen Ohren ist also kein Wetter-, sondern eher ein Ernte-Prophet. Die säuerlich schmeckenden Bucheckern sind das Hauptnahrungsmittel der kleinen Bilche (Anm. d. Red. Gattung der Schlafmäuse). Die kantigen Nüsse wachsen und reifen in einem verholzten Fruchtbecher heran. Im Spätsommer platzen sie auf und setzen die Nüsse frei. „Die jungen Siebenschläfer brauchen diese fettreichen Samen“, sagt Peer Cyriacks, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung. Der Nachwuchs wird Ende Juli bis August geboren und hat etwa acht Wochen Zeit, um sich genügend Fett für den Winter anzufressen. „Dann geht es schon wieder ab in den langen, langen Winterschlaf.“

Das große Geheimnis: Niemand weiß schon jetzt, wie die Bucheckern-Ernte 2016 ausfällt – nur der kleine Langschläfer ahnt es.

Text: Deutsche Wildtier Stiftung, Bilder: pixabay,   big merci

HirschVielleicht auch interessant: Projekt Seepferdchen erfolgreich oder Hirsche als Spediteure für die Artenvielfalt

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94 Prozent der Deutschen wollen „wichtige Rolle“ für Naturschutz in der EU. / WWF startet europaweite Kampagne gegen Schwächung von EU-Umweltgesetzen.

GrafikEine überwältigende Mehrheit von 94 Prozent der Deutschen will eine starke Rolle des Naturschutzes in Europa. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Naturschutzorganisation WWF. Zugleich befürchten 85 Prozent der Befragten, dass ökonomische Interessen in der EU vorrangig behandelt werden, wenn sie dem Naturschutz entgegenstehen. Anlass der Umfrage sind Bestrebungen der EU-Kommission, die europäischen Naturschutzrichtlinen zu überprüfen und einer „Modernisierung“ zu unterziehen. Der WWF forderte Umweltministerin Hendricks auf, sich angesichts der „beeindruckend klaren Umfrageergebnisse“ gegen jegliche Pläne der EU-Kommission zu stemmen, die bewährten europäischen Naturschutzstandards herabzusetzen.

„Die Umfrage zeigt, für die Deutschen hat die europäische Idee eindeutig eine ökologische Komponente. Die Bürger wollen starken Naturschutz, sehen die wirtschaftlichen Interessen jedoch bereits heute als Priorität in der EU. Umso wichtiger ist es, dass sich die Bundesregierung in Europa für bedrohte Tier- und Pflanzenarten stark macht“, erklärte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland. Die Umfrageergebnisse seien nicht nur ein klares Mandat, sondern auch eine Mahnung: Auf die Frage, ob die Politik genug unternehme, um die Natur in Deutschland zu schützen, antworteten 59 Prozent mit Nein, 36 Prozent sind mit der Arbeit hingegen zufrieden. Auch die Bedeutung von großen, grenzüberschreitenden Naturschutzgebieten wird von der deutschen Bevölkerung mit 91 Prozent als wichtig eingeschätzt. Doch genau dieses weltweit größte Schutzgebietsnetzwerk steht auf dem Spiel.

Um ein wortwörtlich lautstarkes Zeichen für den Naturschutz in Europa und für bedrohte Arten wie Kegelrobbe, Luchs oder Braunbär zu setzen, hat der WWF eine europaweite Kampagne gestartet. EU-Bürger sind aufgefordert, an ihre nationalen Umweltminister und die EU-Kommission eine Mail mit der klaren Aufforderung zu senden, sich „weiter hartnäckig für den Erhalt der europäischen Naturschutzrichtlinien einzusetzen“. Untermalt wird die Nachricht mit Tierstimmen und Naturgeräuschen aus Europas Schutzgebieten, wobei die Teilnehmer ihr individuelles Naturkonzert aus 46 Sound-Schnipseln selbst komponieren können. In Deutschland rufen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)  und der WWF gemeinsam zur Aktion an Umweltministerin Barbara Hendricks auf.

Sollten die beiden entscheidenden Richtlinien, die Vogelschutz- und FFH-Richtlinie zusammengeführt oder abgeschwächt werden, wären davon über 27.000 sogenannte Natura 2000-Gebiete in ganz Europa betroffen. Das entspricht insgesamt der 2,3fachen Fläche Deutschlands.
Quelle: Text und Grafik: WWF/Bilder: Pixabay

Hintergrund Umfrage: 
Zahlen und Aussagen basieren auf einer im Mai 2016 durchgeführten, bevölkerungsrepräsentativen Befragung durch TNS Emnid. Auftraggeber ist der WWF Deutschland. Da die dargestellten Anteilswerte auf ganze Zahlen auf- oder abgerundet sind, kann es vorkommen, dass sie sich nicht zu 100 Prozent aufsummieren.

Zum Dowhload: Ergebnisse WWF Umfrage NaturAlert

Lesen Sie dazu: Zahl der bedrohten Tiere wächst

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