Wissenspool und „Grüne Reisekarte" für die Tourismusbranche in Deutschland

Saarbrücken - Tourismus lebt von einer intakten und attraktiven Natur und Kultur – die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist eine vorrangige Aufgabe aller Beteiligten. Für Tourismusbetriebe, Reiseveranstalter und Destinationen in Deutschland wird es nun einfacher, zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt beizutragen und auf ihr Engagement für eine nachhaltige Entwicklung aufmerksam zu machen.

Wissenspool und Checklisten online für Betriebe und Destinationen
Dazu bietet der online Wissenspool „Tourismus und biologische Vielfalt" allen Entscheidungsträgern praktische Hilfestellung. Herzstück für die Planung und Umsetzung sind sechs Selbstchecks Biodiversität für Beherbergungsbetriebe, Campingplätze, Restaurants, Destinationen, Reiseveranstalter und Reisebüros zum interaktiven Erfassen von Stärken und Lücken. Die einzelnen Handlungsbereiche wie Management, Einkauf oder Gästeinformation sind dabei verknüpft mit unterstützenden Publikationen und Definitionen, Fachorganisationen und Best Practice Beispielen.Mit einer kurzen Anleitung „Ihr Weg zum biodiversitätsfreundlichen Beherbergungsbetrieb – 10 Schritte vom Engagement zum Erfolg" werden die Nutzer durch den Selbstcheck geführt und Anregungen zu weiteren Maßnahmen/Aktivitäten gegeben. So werden auf dem Wissenspool aus den über 50 Zertifikaten und Wettbewerben für umwelt- und naturverträglichen und nachhaltigen Tourismus in Deutschland diejenigen empfohlen, die die detaillierten „Biodiversitätskriterien für den Tourismus: Empfehlungen für Standards, Labels und Awards" in ihre Systeme integrieren, wie z.B. „Ecocamping" für Campingplätze, „TourCert" für Reiseveranstalter oder der „Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusregionen" für Destinationen.„Grüne Reisekarte Deutschland" als Planungs- und EntscheidungshilfeNachhaltiger Tourismus muss mit seinen vielen Facetten – inklusive des Beitrages zum Erhalt der biologischen Vielfalt – im internationalen Markt als solcher erkennbar sein.

  • Welche grünen Angebotsbausteine gibt es in Baden-Württemberg oder im Bliesgau?
  • Womit belegen sie ihre Beiträge zur Nachhaltigen Entwicklung?

 

LandkarteDazu stellen die Experten von ECOTRANS erstmals eine bundesweite Karte vor, die kontinuierlich erweitert wird. Die Grüne Reisekarte Deutschland dient den Destinationen und Landesmarketingorganisationen in Deutschland als wichtige Planungs- und Entscheidungshilfe für ihre zukunftsfähigen Angebote. Destinationsmanager und Reiseveranstalter, Fachleute und Reiseinteressierte können auf einen Blick die touristischen Produktbausteine sehen, die nachweislich zu einem nachhaltigen Tourismus in Deutschland beitragen. Als Nachweise gelten dabei Zertifikate, Labels und Preise für hohe Umwelt-, Natur- und Sozialverträglichkeit, die auf dem internationalen Fachportal DestiNet.eu gelistet sind. Weltweit gibt es mittlerweile über 150 solcher nationaler und internationaler Zeichen, die den Hotels oder Restaurants Nachhaltigkeitsqualitäten wie „bio", öko" oder „fair" bescheinigen.

In Deutschland decken über 50 dieser Labels ein breites Spektrum von Dienstleistungen und Angeboten im Tourismus ab. Ihre zertifizierten Betriebe und Preisträger werden auf der Grünen Reisekarte Deutschland auf DestiNet gelistet und alle mit einer Kurzbeschreibung ihres jeweiligen Labels oder Preises verlinkt. Damit sorgt die Karte auch für die notwendige Transparenz.

Unter den über 1.000 Einträgen auf der Karte werden auch Best Practice Beispiele für den Erhalt der biologischen Vielfalt im Tourismus vorgestellt. Vorschläge dazu werden noch entgegengenommen!

Hintergrund: 
Der Wissenspool, die Checklisten und die Entwicklung der Grünen Reisekarte Deutschland sind Ergebnisse des Projektes „Integration biologischer Vielfalt in CSR-Prozesse in der Tourismusindustrie", durchgeführt von ECOTRANS, Global Nature Fund und Adelphi.

Förderung:
Das Projekt wurde unterstützt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit finanziellen Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).
Quelle: Text: Global Nature Fund, www.globalnature.org/Bilder: Pixabay

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