NACH OBEN

  

Wir haben es selbst in der Hand, Müll zu vermeiden.

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Tag der Lebensmittelverschwendung: Alle Lebensmittel, die bis 2.Mai produziert werden, landen auf dem Müll/18. Mio. Tonnen: Ein Drittel unserer Nahrung wird nicht genutzt

Berlin - Es ist nur ein theoretisches Gedankenkonstrukt. Und doch macht es deutlich, wie viele Lebensmittel in Deutschland alltäglich verschwendet werden: Der 02. Mai markiert den Tag im Jahr, ab dem die für Deutschland produzierten Nahrungsmittel nicht mehr auf den Müll landen, sondern endlich verwertet und tatsächlich genutzt werden. Mit dem „Tag der Lebensmittelverschwendung“ will die Naturschutzorganisation WWF symbolisch verdeutlichen, dass wir in der Bundesrepublik fast ein Drittel des aktuellen Verbrauchs von Lebensmitteln ungenutzt verschwenden. Den WWF-Berechnungen zufolge entspricht das jährlich rund 18 Mio. Tonnen.

„Umgerechnet sind alle Nahrungsmittel, die wir in den ersten vier Monaten von 2017 produziert haben, auf dem Müll gelandet“, sagt Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin für Landwirtschaft. Da sich die Bundesregierung aber lautstark zu dem Ziel bekenne, die Lebensmittelverluste bis 2030 zu halbieren, müsste der symbolische „Tag der Lebensmittelverschwendung“ damit eigentlich jedes Jahr um mehrere Kalendertage nach vorne rutschen. Doch das ist nicht der Fall, so die Kritik. Laut WWF werden jährlich 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet, nur um die darauf angebauten Produkte wieder zu wegzuwerfen. Hinzukommen unnötig freigesetzte Treibhausgasemissionen in Höhe von 48 Mio. Tonnen.

„Seitens der Bundespolitik hat es in der Vergangenheit viele Ankündigungen gegeben. Aber bis heute fehlt es an einer fundierten Erfassung der Lebensmittelverluste. Damit ist es auch nicht möglich nachzuweisen, ob überhaupt und was konkret erreicht worden ist. Wir brauchen endlich eine abgestimmte nationale Strategie zur Verminderung von Lebensmittelverlusten, die klare und verbindliche Zielvorgaben vom Produzenten über die Lebensmittelindustrie bis hin zum Handel und der Gastronomie erarbeitet. Damit alle Aktivitäten zielgerichtet gebündelt werden, ist zudem eine schlagkräftige Koordinierungsstelle notwendig“, so die WWF-Expertin. 

 „Bereits heute können wir auch ohne den Einsatz neuer Technologien, 10 der 18 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste vermeiden - etwa durch ein verbessertes Management entlang der Wertschöpfungskette, nachhaltigere Marketingstrategien und veränderte Konsumgewohnheiten“, so Dräger de Teran. „Mindern Landwirtschaft, Handel und Verbraucher Lebensmittelverluste, leisten sie aktiv Ressourcen- und Klimaschutz.“
Quelle: Text: WWF Deutschland/Fotos: Pixabay

GemüseLesen Sie dazu: Gemüse mit Schönheitsfehlern

Müllberg Lebensmittelmüll

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Upcycling, Tauschbörsen, reparieren, selber machen – der beste Müll ist der, der nicht entsteht. Müllvermeidung ist in jeder Lebenssituation möglich: im Haushalt, im Büro oder Betrieb, in der Schule oder unterwegs. Wir haben es selbst in der Hand.

Als oberstes Gebot gilt: Abfall vermeiden statt verursachen! Und so geht’s! 

Hier ein paar Tipps:

1. Produkte mit wenig Verpackung kaufen: Weniger ist mehr
VerpackungVerpackung bei Lebensmitteln sorgt für eine Menge HausmüllDie umweltfreundlichste Verpackung ist die nicht vorhandene Verpackung. Abgepackte und verschweißte Waren verursachen oft unnötigen Abfall. Greifen Sie deshalb zu Produkten, die wenig oder gar nicht verpackt sind und vermeiden Sie Luftverpackungen.

2. Einwegverpackungen vermeiden: Mehrweg hat Vorfahrt
Getränke und Milchprodukte sind meistens in Mehrwegverpackungen erhältlich. Eine Mineralwasser Mehrwegflasche wird im Durchschnitt über 50mal wiederbefüllt. Vermeiden Sie also beim nächsten Einkauf Einwegverpackungen und setzen Sie auf Mehrweg.

3. Jutebeutel statt Plastiktüten nutzen: Retrochic im Supermarkt
500 Plastiktüten verbraucht ein Europäer im Durchschnitt pro Jahr. Dabei gibt es mit Stoffbeuteln, Einkaufskörben und Einkaufsnetzen praktische wieder verwendbare Alternativen. Diese sind nicht nur umweltfreundlich, sondern feiern ein regelrechtes Revival als modisches Accessoire.

4. Paperverbrauch reduzieren: Werden Sie Papiersparer
Trotz Computerdateien, E-Mail-Versand und Internet steigt seit Jahren der Papierverbrauch. Reduzieren Sie Ihren Papierverbrauch und verwenden Sie Recyclingpapier. Dieses besteht größtenteils aus wiederverwertetem Altpapier.

5. Flohmärkte, Secondhand-Läden und Onlinebörsen nutzen
In jeder Stadt gibt es Antiquariate, Secondhand-Läden und Flohmärkte. Dort können Sie Dinge, die Sie nicht mehr brauchen, gegen etwas Taschengeld wieder an den Mann oder die Frau bringen. Natürlich finden sich dort auch Dinge, die man selbst brauchen kann und so nicht neu kaufen muss. Für alte Bücher, CDs oder Filme bietet sich der Verkauf über das Internet an: www.momox.de und www.rebuy.de  sind bekannte Portale.

6. Vermeiden Sie Essensabfälle: Teller statt Mülltonne
58.000 Tonnen Bioabfälle produzieren beispielsweise die Berliner Haushalte jedes Jahr. Mit einem Einkaufszettel und Speiseplan für die Woche bringen Sie Ordnung in Ihren Kühlschrank und sorgen dafür, dass weniger Essen in die Mülltonne wandert.

7. Die richtige Packungsgröße wählen: Sagen Sie NEIN zu XXL-Verpackungen
Leider werben viele Supermärkte mit kostengünstigen XXL-Verpackungen. Überlegen Sie gut, welche Packungsgröße Sie wirklich benötigen und lassen Sie sich nicht von Rabatten für Großverpackungen blenden. Denn jedes Lebensmittel das übrig bleibt, ist zu schade für den Müll.

8. Nachfüllpackungen statt Einwegverpackungen nutzen
Greifen Sie zu Nachfüllverpackungen. Vor allem Sanitär- und Hygieneartikel werden als Nachfüllvariante in Drogeriemärkten angeboten. Diese Nachfüllpackungen verursachen weniger Abfall, da beispielsweise auf Pumpspender verzichtet wird.

9. Reparieren statt wegschmeißen: Selbst ist der Mann oder die Frau
„Reparieren lohnt sich nicht!“ – das bekommt man oft zu hören, will man beispielsweise einen defekten Fernseher beim Händler zur Reparatur abgeben. Im Internet finden Sie jedoch viele Betriebe, die das Reparaturhandwerk noch verstehen, zum Beispiel auf http://www.deutschland-repariert.de/. Wer seine Geräte oder Möbel selbst reparieren möchte, aber nicht weiß, wie das geht, findet in einem der vielen Repair Cafés Unterstützung. Auf der Website repaircafe.org sind bereits mehr als 200 Repair Cafés in Deutschland gelistet.

10. Mehrfachverpackungen vermeiden
Das Abfallaufkommen wird durch überflüssige Verpackungen und sogenannte Portionsverpackungen unnötig erhöht. Meist möchten die Hersteller damit mehr Inhalt vortäuschen. Zeigen Sie diesen Produkten die kalte Schulter.

11. Borgen, Leihen oder Mieten: Wiedersehen macht Freude
Viele Dinge benötigt man nur ein einziges Mal, da lohnt sich keine Anschaffung. Bibliotheken bieten beispielsweise Bücher, CDs und DVDs an, die man gegen eine geringe Gebühr ausleihen kann. Größere Gegenstände, wie Handwerker-Maschinen, können Sie in den meisten Baumärkten mieten.

12. Dinge spenden und verschenken: doppelt Gutes tun
Nicht alles, was in Ihrem Haushalt, Betrieb oder in Ihrer Bildungseinrichtung überflüssig ist, ist gleichzeitig auch Müll. Spenden Sie diese Dinge an gemeinnützige Organisationen, die mit dem Verkauf ihre Arbeit finanzieren. Sachspenden nehmen beispielsweise die Shops von Oxfam entgegen. Praktisch sind Online-Verschenk- und Tauschbörsen: wie www.netcycler.de,, www.leihgrube.de, eBay Kleinanzeigen oder der BSR Verschenkmarkt für Berlin.

13. Leitungswasser statt Flaschenwasser: Flasche leer? Wasserhahn auf
WasserglasEin Glas Leitungswasser gefällig?Wer Leitungswasser trinkt und auf Wasserflaschen verzichtet, trägt viel zur Müllvermeidung bei. Ganz nach dem Motto: Die beste Verpackung ist keine Verpackung. Schön gestaltete Trinkflaschen aus Glas gibt es übrigens von Soulbottles.

14. Reklame vermeiden: Werben Sie für „Keine Werbung“
Ein Aufkleber auf dem Briefkasten mit der Bitte keine Reklame einzuwerfen sorgt dafür, dass werbende Unternehmen keine Abnehmer für ihre Prospekte finden. Damit sinkt der Papierverbrauch, da die meisten Prospekte ohnehin im Papierkorb vor den Briefkästen landen. Die Hoffnung: Je mehr Menschen mitmachen, desto weniger Werbung wird gedruckt. 


15. Bioabfälle zu Dünger machen
KomposthaufenOrganische Abfälle auf den KomposthaufenBioabfälle können über den heimischen Kompost entsorgt und dort zu Humus verarbeitet werden: Perfekter Dünger für Balkonpflanzen und Garten! Wer keinen Garten hat, kann sich eine Wurmkiste besorgen und mit Hilfe der kleinen Freunde hervorragenden Humus in der eignen Wohnung herstellen. Weitere Infos dazu finden Sie auf www.wurmwelten.de.

16. Brotbox statt Alufolie nutzen
Verzichten Sie auf Pausenstullen in Alufolie oder Plastiktütchen. In Schule, Büro und auf Reisen sind Brotboxen nicht nur praktisch, sondern auch noch umweltfreundlich, da sie nach dem Auswaschen wiederverwendet werden können.

17. Feiern – ohne Müll
Die nächste Feier kommt bestimmt. Servieren Sie Ihren Gästen die Speisen und Getränke auf echtem Geschirr und vermeiden Sie Einweg-Lösungen aus Pappe und Plastik. Das schont die Umwelt – und Abwaschen ist deutlich günstiger als Einweg-Geschirr zu kaufen.

18. Verpackungen aus nur einem Material kaufen
Vermeiden Sie Verpackungen, die aus verschiedenen Stoffen bestehen. Beispielsweise werden Papierverpackungen mit Blickfenstern aus Plastikfolie versehen oder Glasflaschen von Deos mit Plastikaufsätzen verklebt. Derzeit können nur sortenreine Stoffe recycelt werden. Mischstoffe landen hingegen in der Müllverbrennung.

19. Alte Handys verkaufen oder verschenken
HandySmartphones und Handies gehören nicht in den MüllDie Flut an neuen Handymodellen lässt nicht nach. Der durchschnittliche Produktlebenszyklus eines Mobiltelefons liegt derzeit bei 1,5 Jahren. Doch was passiert mit den ausgemusterten Modellen? Angeblich sollen rund 72 Millionen alte Handys in deutschen Schubladen liegen. Auf www.handysfuerdieumwelt.de können Sie Ihr altes Handy verkaufen oder defekte Geräte kostenlos einsenden.

20. Akkus nutzen und leere Batterien zurückgeben
Pro Jahr werden nur ein Drittel der verkauften Batterien wieder zurückgegeben. Der Rest wird, trotz Verbot, über den Hausmüll entsorgt, wodurch schädliche Stoffe wie Nickel, Cadmium und Quecksilber freigesetzt werden. Daher sollten Sie am besten Akkus oder Geräte mit Stromanschluss benutzen.
Quelle: Text: lin/co2online/Bilder: Pixabay

Mehr zum Thema finden Sie hier!

Viele Verpackungen von Lebensmittel enthalten zu viel Luft.

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Hamburg - Lebensmittel- und Kosmetikpackungen sind häufig überdimensioniert und enthalten zu viel Luft. Zu diesem Fazit kommt die Verbraucherzentrale Hamburg, die in Zusammenarbeit mit dem Eichamt Fellbach stichprobenartig Produkte mittels Röntgenbildern untersucht hat, über die sich Verbraucher beschwert hatten. Die Verbraucherschützer fordern konkrete gesetzliche Regelungen, die Anbietern vorschreiben, dass Packungen vollständig zu füllen sind und nur bei technisch begründeten Ausnahmen davon abgewichen werden darf.

Durchschnittlich 40 Prozent Luft enthielten die zwölf überprüften Lebensmittelpackungen. Die Spannbreite für den Luftanteil lag zwischen 29 und 49 Prozent. Von den Eichämtern toleriert wird im Regelfall ein Wert von höchstens 30 Prozent. „Uns ist schleierhaft, warum bei Risotto-Reis, Falafel-Mehl und Müsli nicht möglich sein soll, was beim Abfüllen von Mehl anscheinend problemlos klappt“, argumentiert Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Mehl-Tüten werden üblicherweise ohne Luft verkauft.“

Bei drei Kosmetika-Produkten fielen doppelte Böden und Tiegel mit dicken Wandungen auf. Viele Verbraucher fühlen sich laut Valet durch solche Tricks getäuscht und wollen auch aus Umweltschutzgründen kleinere Verpackungen.

„Die Röntgenbilder vom Eichamt Fellbach zeigen eindrucksvoll, wie Verbraucher hinters Licht geführt werden“, so Valet. Bei vielen Herstellern seien Luftpackungen noch immer die Methode der Wahl, um mehr Inhalt vorzutäuschen. „Leider bereiten die laschen gesetzlichen Vorgaben den Anbietern den Weg“, meint der Hamburger Verbraucherschützer. So gäbe es etwa in der Fertigpackungsverordnung keine konkreten Vorgaben, wie viel Luft in Packungen tatsächlich zulässig ist, und zahlreiche Ausnahmeregelungen ließen viel Spielraum für Tricksereien.

Die Verbraucherzentrale Hamburg wird prüfen, ob die untersuchten Packungen dem Eichrecht entsprechen. „Es muss sich etwas ändern“, erklärt Valet. „Nach aktuellen Angaben der Deutschen Umwelthilfe verursachen die Deutschen europaweit den meisten Verpackungsmüll, und Luftpackungen sind ein Teil dieses Problems.“

Die Röntgenbilder der untersuchten Lebensmittel- und Kosmetikverpackungen sowie weitere Hintergrundinformationen zu Luftpackungen hat die Verbraucherzentrale Hamburg auf ihrer Internetseite unter www.vzhh.de veröffentlicht. Die Liste finden Sie hier!
Quelle: Text: Verbraucherzentrale Hamburg/Bilder: Pixabay

Mehr zu Verpackungen finden Sie hier!

Müllvermeidung ist in jeder Lebenssituation möglich.

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Besonders starke Müllflut zu Ostern ist Zeichen einer verfehlten Abfallpolitik - Supermärkte, Discounter und Drogerien sind mitverantwortlich für besonders große Abfallmengen und hohe Ressourcenverbräuche durch unnötige Verpackungen und ineffiziente Produkte - Das neue Verpackungsgesetz von Umweltministerin Hendricks setzt dem nichts entgegen - Umfrage der Deutschen Umwelthilfe belegt: Verbraucher wollen weniger Verpackungen und mehr Verantwortung von Aldi, Lidl, dm & Co. - Das Herstellen von Verpackungen muss deutlich teurer werden

Berlin - Mit mehr als 218 Kilogramm Verpackungsabfall pro Kopf und Jahr bleibt Deutschland weiterhin unangefochtener europäischer Spitzenreiter beim Anfall von Verpackungsabfällen. In Nachbarstaaten wie Italien werden 197 kg, in Frankreich 188 kg und in Dänemark 163 kg Verpackungsabfall produziert. In Deutschland läuft etwas gewaltig schief, denn die Bürgerinnen und Bürger werden in Supermärkten und Drogerien nicht nur zu Ostern mit Rekordmengen unnötiger Verpackungen zugemüllt. Dabei ergibt eine repräsentative Umfrage der Aris Umfrageforschung GmbH im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dass für mehr als drei Viertel der Befragten eine möglichst rohstoffschonende Herstellung von Produkten und die sparsame Verwendung von Verpackungsmaterialien eine sehr große Bedeutung haben.

Die reale Entwicklung des Ressourcenverbrauchs und der Abfallentwicklung in Supermärkten und Drogerien läuft den Einstellungen der Verbraucher entgegen. Deshalb fordert die DUH von Supermärkten, Discountern und Drogerien konkrete Maßnahmen, wie die Festlegung unternehmensweiter Strategien zu Ressourceneinsparungen, verbindliche Ziele und die Auslistung besonders ressourcenverschwendender Produkte.

"Zu Ostern werden Produkte um bis zu 20 Prozent mehr verpackt. Diese Müllflut ist völlig unnötig und zeigt, dass Supermärkte und Drogerien ihrer Verantwortung bei der Auswahl ressourcenschonender und abfallarmer Produkte nicht nachkommen. Dieses Problem geht weit über Ostern hinaus, denn Einwegplastikflaschen, Bananen in Plastikfolie und Kaffeekapseln werden das ganze Jahr über angeboten", kritisiert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Der Verbrauch von Ressourcen muss deutlich verringert werden, worauf Bundesumweltministerin Barbara Hendricks kurz vor dem Bundestagsbeschluss zum neuen Verpackungsgesetz am 30. März 2017 ausdrücklich hinwies. "Hinweise von Umweltministerin Hendricks zur Ressourcenschonung sind offenkundig nur Lippenbekenntnisse. Das im Bundestag beschlossene Verpackungsgesetz wird nicht zu weniger Verpackungsmüll führen, weil es sich in erster Linie auf das Recycling als gegeben hingenommener Abfälle konzentriert, anstatt diese zuallererst zu vermeiden", sagt Resch. So wollte die Ministerin bis zuletzt die Zielquote für abfallarme Mehrweggetränkeverpackungen ersatzlos streichen und nahm sie nur aufgrund starken politischen Drucks in allerletzter Minute wieder ins Gesetz auf.

"Bereits heute verbrauchen wir 1,5 Mal mehr Ressourcen als die Erde regenerieren kann. Würden alle so leben wie die Deutschen, dann bräuchten wir sogar drei Erden. Als rohstoffarmes Land sollte Deutschland sparsam mit begrenzt vorhandenen Ressourcen umgehen. Mit dem Titel als 'Europameister beim Anfall von Verpackungsabfall' ist augenscheinlich jedoch das Gegenteil der Fall", sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Ein sparsamer Umgang mit Ressourcen gilt für Supermärkte und Drogerien in besonderer Weise, weil ihnen eine wichtige Rolle zukommt. Durch die Auswahl und das Angebot von Produkten haben sie einen erheblichen Einfluss auf deren Gestaltung und Verpackung. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der DUH belegt jedoch, dass vier von fünf Verbrauchern denken, dass Hersteller und Händler nicht sparsam genug mit Verpackungsmaterial umgehen. Dieser Eindruck zeigt das ganze Dilemma, in dem sich Deutschland befindet. "Das Herstellen und Inverkehrbringen von Verpackungen ist noch viel zu günstig. Aus diesem Grund müssen entweder die Lizenzentgelte für das Inverkehrbringen von Verpackungen deutlich ansteigen oder es muss eine Ressourcensteuer eingeführt werden. Am Ende sollten Hersteller, die besonders viele Verpackungen produzieren, auch besonders viel dafür bezahlen", sagt Fischer.
Quelle: Text: DUH/Bilder: Pixabay

Mehr Informationen: 
Neues DUH-Hintergrundpapier mit allen Fakten und Lösungsstrategien zum Ressourcenschutz in Supermärkten und Drogerien

Repräsentative Umfrage der Aris Umfrageinstitut GmbH zur Nachhaltigkeit von Produkten und Verpackungen in Supermärkten und Drogerien

Weniger ist mehr: Studie zur Ressourcen-Effizienz im deutschen Drogeriehandel: http://www.duh.de/themen/recycling/verpackungen/supermaerkte/

Cutting the Crap: die Vorteile einer Strategie zu weniger Ressourcenverbrauch in deutschen Supermärkten: http://www.duh.de/themen/recycling/verpackungen/supermaerkte/

Verpackung Und hier gibt es ein paar Tipps zur Abfallvermeidung!

Tipps für eine ökologische Weihnachtszeit.

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Berlin – Alle Jahre wieder quellen Mülltüten, Tonnen und Container über: Weihnachten, das ‚Fest der Liebe und Freude‘, wird zur Abfallorgie. Berge von Geschenkpapier, Lametta und Plastik wandern in den Müll.

TannenzweigeTannenzweige gehören bei uns zu Weihnachten

Der NABU gibt Tipps für abfallarme, "grüne" Feiertage:

Tipp 1: Oh, echter Tannenbaum!
Auch wenn modisch gefärbte Plastik-Christbäume als „letzter Schrei“ gelten: Besser, man bleibt beim guten alten echten Tannenbaum. Bäume aus Kunststoff nadeln zwar nicht, belasten aber die Umwelt und enden irgendwann als Plastikmüll. Echte Weihnachtsbäume dagegen lassen sich problemlos zu Humus verarbeiten.

Tipp 2: Weihnachtsbäume aus heimischen Kulturen
GesteckWoher kommt das weihnachtliche Gesteck?Beim Weihnachtsbaum sollte man sich für einheimische Fichten, Kiefern oder Tannen entscheiden. Das ist umweltfreundlicher als die Wahl nicht heimischer Blaufichten – „Edeltanne“ oder „Blautanne“ –, die in Christbaumplantagen gezüchtet werden, häufig mit hohem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Unter Umweltgesichtspunkten schneiden zertifizierte Bio-Weihnachtsbäume sowie Nadelbäume aus FSC-zertifizierten Wäldern am besten ab. Weihnachtsbäume haben in unseren Wohnzimmern zudem nur eine kurze Verweildauer und werden anschließend entsorgt. Statt sich jedes Jahr einen neuen Baum zu kaufen, kann man aus den Samen eines Nadelbaums seinen eigenen Baum im Topf ziehen. Bis eine ansprechende Weihnachtsbaumgröße erreicht ist, vergehen zwar ein paar Jahre, dennoch ist es eine Freude, seinen eigenen Baum wachsen zu sehen. Alternativ können auch Zweige dekoriert werden, oder größere Zimmerpflanzen werden für die Weihnachtszeit geschmückt.

Tipp 3: Öko-Style für Weihnachtsbäume
Zum umweltverträglichen Christbaumschmuck gehören Nüsse, Holz, Plätzchen, Stoffbänder, Obst und Figuren aus Papier, Holz, Stroh oder Wachs. Damit lassen sich Christbäume wunderschön dekorieren. Vermeiden sollte man Schnee- und Glitzersprays.

Tipp 4: Kerzen – Bienenwachs statt Erdöl oder Palmöl
BienenwachskerzenBienenwachskerzen sind sehr zu empfehlenKerzen bestehen heute meistens aus Erdöl (Paraffin) oder Pflanzenöle (Stearin), letztere sehr oft aus nicht nachhaltig angebautem Palmöl. Daher sollte bei Kerzen aus Pflanzenölen darauf geachtet werden, dass der Rohstoff aus nachhaltigem Anbau kommt. Besonders zu empfehlen sind Kerzen aus Bienenwachs, die auch sehr schön aussehen. Das „RAL-Gütezeichen“ steht bei Kerzen für gesundheits- und umweltorientierte Grenzwerte für die Inhaltsstoffe, Dochte und Lacke. Teelichter gibt es auch ohne Aluschale und Glasschalen lassen sich neu befüllen. So wird überflüssiger Müll vermieden.



Tipp 5: Geschenke pfiffig verpackt
Es muss nicht immer Geschenkpapier sein, erst recht nicht alubeschichtetes Schmuckpapier. Als Alternative bieten sich Geschenkhüllen aus Recyclingpapier, Kartons und Packpapier an, phantasievoll bemalt oder mit Gebäck, Zweigen, getrockneten Blättern und Blumen beklebt. Bänder aus Stoff müssen nicht im Müll landen, sondern können im kommenden Jahr wieder benutzt werden. Goldrichtig als geheimnisvoll schimmernde Verpackungen und gleichzeitig schöne Geschenke sind getönte Gläser und transparente Seidentücher.

Tipp 6: Küsse unter dem Mistelzweig?
Naajaa! Ein Fichtenzweig tut’s doch auch mal als dezente Botschaft, oder? Die mystische Mistel sollte man Druiden für Zaubertränke überlassen. Durch das Überangebot auf den Weihnachtsmärkten könnten Misteln wieder gefährdet werden. Und Vögel freuen sich im Winter über die Beeren.

Tipp 7: Silvester Naturkorken knallen lassen!
Wenn zum Jahreswechsel die Korken knallen, dann lieber aus Flaschen ohne umweltbelastende Zinn-Aufsätze. Es gibt inzwischen zahlreiche Winzer und Sektkellereien, die auf zinn- oder aluminiumhaltige Flaschenverzierungen verzichten. Der prickelnde Inhalt hat garantiert die gleiche Wirkung.

Tipp 8: Wachs statt Blei gießen
Warum nicht mal Kerzenwachs als Orakel? Das schont die Umwelt und sagt die Zukunft mindestens genauso zuverlässig voraus wie giftiges Schwermetall. Roter Wachs soll übrigens ideal sein für sichere Prognosen in Sachen Liebe.
Quelle: Text: NABU/Bilder: Pixabay

GeschenktippsUnd hier gibt's noch mehr:
Zehn weihnachtliche Geschenktipps für Naturliebhaber 
und faire Weihnachtsdeko

Mittelfeldspieler Xabi Alonso trägt das adidas x Parley FC Bayern München Trikot

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Herzogenaurach/München Der FC Bayern München spielte am 04.11.16 im Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim einmalig in einer ganz besonderen Spielkleidung: Ausrüster adidas hatte einen Tag zuvor das adidas x Parley FC Bayern München Trikot präsentiert, welches zu 100 Prozent aus Ocean PlasticTM besteht. Garne und Fasern aus recycelten und aufbereiteten Plastikabfällen, die an den Küsten der Malediven eingesammelt wurden.

Trikot weist auf die Vermüllung der Meere hin
Das Trikot fällt auf durch sein „cleanes" Design, das die Parley-Botschaft zur Bewahrung der Weltmeere widerspiegelt: Im Kragen ist der Schriftzug „For the oceans" angebracht, das Club-Logo sowie die für adidas typischen 3 Streifen wurden in einem besonders umweltfreundlichen Verfahren ganz in Rot in das Jersey eingearbeitet. Auch FC Bayern-Hauptpartner Telekom unterstützte die Trikot-Aktion und verzichtete auf die übliche Sichtbarkeit der Logos zugunsten einer tonalen Variante.

Mittelfeldspieler Xabi Alonso trägt das adidas x Parley FC Bayern München TrikotMittelfeldspieler Xabi Alonso trägt das adidas x Parley FC Bayern München TrikotFC Bayern-Mittelfeldspieler Xabi Alonso sagte: „Ich bin an den Stränden Spaniens aufgewachsen. Daher bin ich besonders froh darüber, ein Trikot tragen zu dürfen, das zu 100 Prozent aus recyceltem Ozeanmüll hergestellt wurde. Das ist eine tolle Gelegenheit darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist, die Weltmeere zu schützen."
 

Auch Real Madrid spielt in den recycelten Trikots
Auch UEFA Champions League-Sieger Real Madrid wird in einem der kommenden Heimspiele in der spanischen Liga einmalig in einem adidas x Parley for the Oceans Trikot spielen. Parley for the Oceans ist eine Organisation aus Kreativen, Denkern und Führungskräften. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein über den Zustand unserer Ozeane zu schärfen und gemeinsam Projekte zum Schutz und Erhalt der Weltmeere auf den Weg zu bringen. adidas, Mitbegründer von Parley for the Oceans, unterstützt die Organisation bei ihrer Aufklärungs- und Kommunikationsarbeit sowie bei ihrem „Ocean Plastic Programm", um die Verschmutzung der Meere mit Plastik zu beenden. Zudem entwickelt adidas gemeinsam mit Parley Verfahren, um aus Plastikmüll hochwertige Garne und Fasern zu erzeugen.

Mehr Informationen zu den adidas x Parley Trikots gibt es unter adidas.com/us/parley,

Text und Bilder: adidas x Parley for the Oceans

Zu diesem Thema:Schadstoffbelastung durch Mikroplastik in Elbe, Weser und Trave

AKTUELLE NACHRICHTEN

Düfte, die unter die Haut gehen

Freitag, 26. Mai 2017 04:21
Wien - Was für die einen purer Genuss ist, kann bei anderen Allergien auslösen. Künstliche Duftstoffe begleiten uns im Alltag auf Schritt und Tritt, empfindliche Menschen sollten sie aber möglichst aus dem Badezimmerschrank verbannen. Welche Duft

Deutsche Gewässer zum Baden - top

Donnerstag, 25. Mai 2017 11:15
Rund 98 Prozent der Badegewässer in Deutschland erfüllen die Qualitätsanforderungen der EG-Badegewässerrichtlinie. Knapp 91 Prozent wurden sogar mit der besten Note ‚ausgezeichnet‘ bewertet. Dies zeigen die vor kurzem von der EU-Kom

Einkorn, Emmer, Dinkel: Alte Weizenarten fördern die Sehkraft und senken das Cholesterin

Mittwoch, 24. Mai 2017 07:57
Experten der Universität Hohenheim veröffentlichen wissenschaftliche Artikel zu Nährstoffen und Anbaufragen in alten Weizenarten / Herausforderungen liegen im Anbau          Der Emmer galt zur Römerzeit als „Weizen von

 

 

Anzeige

 

 

NEU in der MEDIATHEK

TTIP-Urteil - Niederlage für die EU-Kommission und Sieg für die Bürger

Freitag, 12. Mai 2017 18:31

3,3 Millionen Menschen haben vor zwei Jahren für die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative (EBI) gegen TTIP und CETA unterschrieben. Der Europäischen Kommisson interessierte das wenig. Nun hat die Organisation vor Gericht der Europäischen Union (EuG) Recht bekommen – in allen Punkten! Gratulation. Das ist gelebte Demokratie und eine Blamage für Junker und all diejenigen, die Bürgerbegehren in der EU am liebsten überhaupt nicht akzeptieren wollen.

Unsere Glosse zu TTIP .



 

ichtragenatur.de will für alle – Konsumenten wie Unternehmen – die Plattform sein, um sich zu sammeln und kennenzulernen, sich miteinander zu vernetzen und dann gemeinsam zu starten mit dem Ziel: mit unseren Ressourcen schonend umzugehen, für eine Umwelt, die allen Menschen das Leben erlaubt und – lebenswert macht.

 

 

REDAKTION

ichtragenatur - Das Magazin

Reitham 14
83627 Warngau
info@ichtragenatur.de
 

Feedback

Sie haben Fragen oder interessante Themen für die Redaktion?
Wir freuen uns über Ihre Nachricht.