Die „heilige Kuh“ ist völlig außer Rand & Band.  13.11.2016 -  Neue Aktualisierung siehe Kommentare weiter unten: Kraftfahrtbundesamt und der Verkehrsminister - Lakaien der Autoindustrie


Wir schrieben im September vergangenen Jahres:
Volkswagen wollte der weltgrößte Autobauer werden. Heute wissen wir, dass dieses Ziel in weite Ferne gerückt ist. Scheinbar waren den Winterkorns in der VW-Zentrale in Wolfsburg Verkaufszahlen wichtiger als alles andere. Mit einer speziellen Software haben die konzerntreuen Ingenieure den amerikanischen Feldzug eingeläutet. Auf ihrer Standarte die Idee einer sauberen, zukunftsträchtigen Fahrzeugtechnologie. Der Mega-Riese hat betrogen und was angesichts der sinkenden Aktienkurse in der momentanen Diskussion untergeht, ist die Tatsache, dass Menschen und Umwelt einer Mehrbelastung durch erhöhte Rußpartikelausscheidung ausgesetzt waren.

Betrogen haben alle deutschen Fahrzeughersteller und viele ihrer ausländischen Konkurrenz. Neueste Zahl: Mercedes überschreitet die ausgewiesenen Prüfergebnisse um über das 40fache. Die Autobauer sehen das natürlich anders. Für sie ist das technisch erklärbar. Das Kraftfahrtbundesamt und der zuständige Minister Dobrindt haben sich in die Bedeutungslosigkeit manövriert.

Der folgende Kommentar stammt aus dem Jahr 2014 - heute ist er aktueller denn je.

Vielleicht ist die „heilige Kuh“ diesmal doch ein bisschen zu weit gegangen. Nach einer Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) beträgt die Differenz zwischen dem angegebenen Spritverbrauch von PKWs von Seiten der Hersteller und des tatsächlichen auf der Straße bis zu durchschnittlich achtunddreißig Prozent.
 
Kommentar Sprit_VerbrauchDer Diesel-Skandal ist noch lange nicht ausgestandenDeutsche Karossen alles andere als grün
Was der eine oder andere umweltbewusste Fahrer hierzulande schon immer vermutet hat, dass die German Autoindustrie alles andere als begeistert ist von der grünen Mobilität, bewahrheitet sich jetzt. Laut Deutscher Umwelthilfe sind deutsche Karossen bei der Abweichung ganz vorne. Beim Audi A6 waren es sogar fünfzig Prozent, bei der Mercedes E-Klasse 45 Prozent. Knapp dahinter der 5er BMW. Das Modell brachte es auf 40 Prozentpunkte Differenz.
Wer seit der Jahrtausendwende das Agieren der deutschen Autolobby beobachtet hat, ist von diesen Zahlen weniger beeindruckt. Immer wieder wurde massiv auf die Politik Einfluss genommen. Der Quandt-Clan, Haupteigentümer von BMW, hat erst gar nicht versucht, die 690.000 Euro-Spende auf das CDU-Konto zu vertuschen. Besonders heikel: Gerade als der Geldfluss stattfand, wurde in Brüssel um einen einheitlichen CO- Grenzwert für Neuwagen gerungen. Wenn verwunderts: Auf massive Einflussnahme der Deutschen wurden die Grenzwerte gelockert, und das Erreichen auf Ende 2020 verschoben.
 
Worhülsen von der Klima-Kanzlerin
Die in Heiligendamm 2006 zur „Klima-Kanzlerin“ ausgerufene Angela Merkel vertritt heute eine Politik der grün-gefärbten Worthülsenmaschinerie. Das vor ein paar Tagen beschlossene Elektromobilitätsgesetz ist seines Namens nicht wert. Es dient vielmehr als Alibi-Funktion eines planlos agierenden Verkehrsministers, der das Jahrhundertwerk „Maut“ gerne auf seine Fahnen schreiben möchte.
Mit dem Gros der Medien haben Regierung und Autoindustrie einen recht angenehmen Partner. Wenn es nun mal keine Alternative zu den jetzigen Motoren gibt, dann ist es ebenso. Bei dem Thema Elektromobilität ist es wie mit der Energiewende. Es wird ins gleiche Horn geblasen. Macht es den Redakteuren doch weniger Aufwand und Mühe.
Der kritische Journalismus geht schwierigen Zeiten entgegen, und wer behauptet, dass Elektromobilität nicht funktioniere, sollte sich einmal den Autobauer Tesla aus Kalifornien anschauen. Übrigens: Gerade bauen die Kalifornier ein geschlossenes Tankstellen-Netz durch deutsche Lande.
 
Teslas e-Tankstellennetz wird in Europa flächendeckend erschlossen
Erst vor ein paar Tagen ist am Irschenberg, an der A8, eine großflächige Aufladestation Tesla-Supercharger eröffnet worden.
Am selben Platz steht fast etwas hilflos eine Ladestation von E.ON. Nach Aussagen des Tesla-Betreibers in einer lokalen Zeitung haben inzwischen mehr Tesla-Elektroflitzer bei ihm getankt als andere E-Modelle das ganze Jahr über beim Nachbarn E.ON.
Diese Tatsache steht als Symbol für eine Prophezeiung: In zehn Jahren wird die Elektromobilität an den deutschen Marken vorbeigerast sein. Arroganz und - nach den neuesten Enthüllungen – Dreistigkeit, haben ihriges dazu getan.
 
Florian Simon Eiler , Bilder pixabay
Dienstwagen BeitragGlosse zum tatsächlichen Spritverbrauch deutscher Nobelkarossen: Zahlen auf der Überholspur