Während die deutsche Politik in Brüssel die Aufweichung für Abgasnormen neuer Pkws Ende 2013 maßgeblich initiiert hat, ist Norwegen bereits in der urbanen Elektromobilität von morgen angekommen.

Die Zahlen sprechen für sich: Im September 2013 fuhren im Land der Wikinger bereits sieben Prozent Elektroautos, während es hierzulande gerade mal 0,2 Prozent waren.
 
NorwegenNorwegen ist bei der Elektromobilität spitze.Gründe dafür gibt es einige:Die Geschichte der Elektromobilität datiert in dem über fünf Millionen Einwohner zählenden Land bereits in die 90-iger Jahre. Gestartet mit einem, im wahrsten Sinne des Wortes, „Aha-Erlebnis“. Die Mitglieder der weltweit bekannten Popgruppe A-ha waren die ersten Prominenten, die sich als „vernarrt“ in den in Norwegen entwickelten „Thjnk“ outeten. Ein Kleinwagen mit Elektromotor.
Ein weiterer Grund: Die Lebenshaltungskosten in Norwegen sind immer schon hoch. Für den Kauf eines importierten Autos zahlt man deutlich mehr als in mittel- und südeuropäischen Ländern plus den hohen Mehrwertsteuersatz von 25 Prozent. Seit zwei Jahren fällt die Mehrwertsteuer und die Sondersteuer für Autokäufer (richtet sich nach Motorisierung und Abgaswert) beim Erwerb eines Elektrofahrzeugs weg.
Wenn man verstehen will, wie in dem skandinavischen Land abgasfreie Mobilität funktioniert, muss man in die City von Oslo.
 
Hier wird den „Stromern“ der rote Teppich, vielmehr der rote Asphalt, ausgerollt. Der Besitzer eines E-Autos erfährt hier neben dem geld- auch einen zeitwerten Vorteil. Das Motto im Stadtgebiet: Allzeit freie Fahrt.

Jeden Tag flitzen die Null-Emissionen-Pkws mit dem einheitlichen Kennzeichen EL und Norwegen hat in Europa die meisten Elektroautoseiner Zahlenkombination im morgendlichen Berufsverkehr in die Innenstadt. Staut es sich – kein Problem. Rauf auf die Busspur und vorbei an den unzähligen Überwachungskameras für die Maut. Den Fahrer interessiert es nicht. Für die „Benzinkutschen“ ist Oslo-Stadt allerdings mit 3,30 Euro pro Tag gebührenpflichtig.

Und weiter geht der Traum für jeden Fahrzeuglenker. „Elektro-Fahrer" können in der Innenstadt und in den Hafenbuchten gratis parken und die Batterie aufladen. Die Kosten dafür trägt die Stadtverwaltung. Was Autoland Deutschland mit offenem Mund zurücklässt, ist in Norwegen bereits Normalität. Das Land hat stillschweigend die Vorreiterrolle für die Elektromobilität in Europa eingenommen.

Florian Simon Eiler, Fotos: pixabay.com,

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