Langsam aber stetig wächst die Zahl der zugelassenen Elektroautos in Deutschland. Allein zwischen 2012 und 2013 hat sich die Anzahl der Neuzulassungen von 2.956 auf 6.051 mehr als verdoppelt. Von Januar bis September 2015 ist laut Statista diese Zahl auf 7.385 gestiegen.

Die knapp 30 sich momentan auf dem Markt befindlichen deutschen Elektroautomodelle erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, ihren Diesel oder Benziner zu verkaufen. Allerdings sind sogenannte E-Cars nicht für jeden Autofahrer eine sinnvolle Alternative. Zwar arbeitet die deutsche Bundesregierung an dem Ziel, dass 2020 bereits eine Million Elektroautos die deutschen Straßen bevölkern sollen. Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) gibt zu bedenken, dass nur zusätzliche Investitionen dieses Ziel noch verwirklichen ließen. So schlägt sie in ihrem Fortschrittsbericht 2014 unter anderem den Ausbau monetärer Anreize für Käufer oder auch den der Intensivierung des Aufbaus der Ladeinfrastruktur vor.

e-carGerade die Verfügbarkeit von Aufladestationen ist der Knackpunkt, der womöglich für viele Nutzer ein Hindernis für den möglichen Kauf darstellt. Handelsübliche Batterien schaffen weniger Reichweite als konventionelle Fahrzeuge.
Doch welche Nutzergruppen könnten trotz dieser Innovationsschwachstelle als Käuferschicht gewonnen werden? Das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung schlägt als Zielgruppe für Elektroautos Vollzeitpendler vor, welche außerhalb des Stadtzentrums wohnen. Diesen stünden die nötige Infrastruktur, wie ein eigener Stellplatz am Haus und das damit verbundene private Laden, am ehesten zur Verfügung.

Auch Paket- und Lieferdienste nennen die Forscher als potenzielle Pioniere, da diese planbare Routen abfahren würden und täglich gleiche Stellplätze einnehmen. Genau diese Kriterien treffen auch auf den öffentlichen Nahverkehr zu, welcher in manchen Teilen der Bundesrepublik partiell bereits erfolgreich auf Elektroantrieb umgestellt werden konnte.

Großstadtbewohner sollten dagegen im Interesse der Nachhaltigkeit Carsharing oder Mietwagen dem Kauf eines eigenen Elektroautos vorziehen, da sie im Durchschnitt mit 9.000 gefahrenen Kilometern im Jahr zu wenig fahren würden, um den Umstieg ökonomisch und ökologisch begründbar zu machen.

Unsere Gastautorin: Eva Förster (*1987),  ihre Arbeit befasst sich mit Neuigkeiten, Tipps und Trends rund um die Automobilbranche. Als Mutter interessiert sie sich besonders für ökologische und nachhaltige Trends.

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