Ob Jacken aus Kork, Pyjamas aus Bambusfasern oder Brillen aus Holz – Immer mehr Modelabel steigen für ihre Kreationen auf pflanzliche Materialien um oder erweitern ihr Sortiment um Kleidungsstücke aus tierleidfreien Stoffen.Vegane Mode liegt im Trend. Der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) erklärt den veganen Trend und stellt alternative Materialien vor.

vegane Mode von recolutionvegane Mode von recolutionMenschen, die sich vegan ernähren, lehnen es ab, dass Tiere für sie gequält oder getötet werden. Nicht nur im Hinblick auf ihre Ernährung, sondern auch in vielen Bereichen des Alltags entscheiden sie sich deshalb für vegane Alternativen. Vegane Kleidung ist frei von tierischen Bestandteilen. Sie besteht aus pflanzlichen Rohstoffen oder chemisch hergestellten Stoffen. 

Gefahren durch tierische Bestandteile  "Die Vorstellung, sich in Tierhäute oder -pelze zu hüllen widerspricht den Werten vegan lebender Menschen. Tierische Materialien sind nicht, wie viele denken, Nebenprodukte der Fleischindustrie. Ein großer Anteil der Schlachtungen weltweit dient der Ledergewinnung", sagt Sebastian Joy, Geschäftsführer des VEBU. Materialien tierischen Ursprungs können in der Herstellung schädlich für die Umwelt und die Menschen sein. Bei der Verarbeitung von Leder werden oft krebserregende Gerbstoffe verwendet und bei der pflanzlichen Gerbung Unmengen an Wasser verbraucht. Tierische Materialien sind neben Leder vor allem Pelz, Wolle, Kaschmir, Angora und Seide. Hinzu kommen Knöpfe aus Horn oder Perlmutt, Daunenjacken aus Enten- und Gänsefedern sowie Textilfarben und Klebstoffe für Schuhe und Handtaschen, die ebenfalls nicht selten tierische Komponenten enthalten.   

Kleidung mit gutem Gewissen
Für vegane Kleidungsstücke werden ausschließlich tierleidfreie Materialien verwendet, wie zum Beispiel Baumwolle, Hanf, Leinen, Sojaseide, Viskose, Lyocell/Tencel, Kunstleder und -pelz. Ein beliebtes veganes Material ist auch Kork. Innovative nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Mais, Bambus, Ananasblätter und Getreidesamen befinden sich im Aufwind. "Pflanzliche Kleidungsstücke sind nicht nur frei von tierischen Bestandteilen und tragen damit zum Tierwohl bei, sie stammen meist auch aus nachwachsenden Rohstoffen", so Joy weiter.

Biomode ist nicht automatisch vegan
"Bei der Wahl der Kleidungsstücke sollten Verbraucher genau hinschauen, denn Kleidungsstücke, die als bio oder öko gekennzeichnet werden, sind nicht automatisch vegan", betont Joy. Zunächst bietet der Blick auf das Etikett Aufschluss darüber, welche Materialien in den Kleidungsstücken verwendet wurden. Hilfsmittel wie Klebstoffe und Kleinteile wie Accessoires und Aufnäher werden dort jedoch nicht aufgeführt. Schuhe müssen mit entsprechenden Piktogrammen gekennzeichnet sein. Produkte mit dem Hinweis "enthält nichttextile Bestandteile tierischen Ursprungs" weisen darauf hin, dass ein Kleidungsstück nicht vegan ist. Bei Händlern oder Herstellern können Verbraucher nachhaken. Wer auf vegane Modelabel setzt, kann aber in der Regel sicher gehen, dass die Kleidung frei von tierischen Bestandteilen ist. 

vegane Mode von recolutionvegane Mode von recolution Vegane Mode auf den Laufstegen der Fashion-Shows 
Mittlerweile gibt es im Netz eine große Anzahl von Online-Shops, in denen Interessierte stöbern und Produkte bestellen können. "Konsumenten, die auf vegane Kleidung achten, sind darüber hinaus oft daran interessiert, dass die Kleidungsstücke fair produziert sind", erläutert Joy. Auch auf den Fashion-Shows wie der Fashion Week in Berlin hat die vegane Mode mittlerweile ihren festen Platz gefunden. Auf den Laufstegen werden die neuesten Kreationen präsentiert, die ganz ohne Tierleid auskommen.

Von der Fashion Week zur VeggieWorld
Zudem werden vegane nachhaltige Mode und Accessoires auch auf der VeggieWorld, der bundesweit größten und ältesten Publikumsmesse rund um den pflanzlichen Lebensstil, vorgestellt. Die VeggieWorld findet an sechs Standorten in Deutschland und in sechs weiteren europäischen Städten statt. Die Aussteller präsentieren ein umfangreiches Produkt- und Dienstleistungsangebot mit veganen Neuheiten, Gratishäppchen, tierversuchsfreier Kosmetik und ein vielfältiges Rahmenprogramm.
Die nächsten Messen sind die VeggieWorld Rhein-Main vom 3. bis 5. März und die VeggieWorld Hamburg vom 18. bis 19. März 2017. 
Text: www.VEBU.de; Bilder: Großer Dank an das Label recolution, Hamburg;
Beitragsbild Pixabay
 

Vielleicht auch interessant: Im Kampf gegen das Pelzgeschäft: Nova Meierhenrich