Aufgrund unseres aktuellen Gewinnspiels auf unserer Facebook-Seite https://www.facebook.com/ichtragenatur/ für einen Einkaufsgutschein bei dem Label GREEN-SHIRT veröffentlichen wir noch einmal unserer Interview mit dem Gründer Niclas Astor.

GREEN SHIRTS ist ein junges, grünes Unternehmen mit Sitz in Berg am Starnberger See. Im Online-Shop gibt es Social Eco Wear aus Bio Baumwolle, Leinen, Holz, und recycelten Stoffen. Florian Simon Eiler, Herausgeber von ichtragenatur.de hat mit dem Gründer, Niclas Astor, gesprochen.

Niclas AstorNiclas Astor

Herr Astor, ein Kompliment für Ihre Kreation. Sie haben 2012 als „Einzelkämpfer" auf dem „grünen Shirt-Markt" begonnen. Wie viele Mitstreiter arbeiten bei GREEN SHIRTS aktuell?
Niklas A.: Vielen Dank. Aus dem Nichts heraus, ohne Studium, ohne Ressourcen war es natürlich schwer, alles aufzubauen was heute existiert. Vor allem, weil wir damals noch auf dem Dorf bei meinen Eltern lebten. Glücklicherweise bekamen wir das Geld für die erste eigene Kollektion letztlich zusammen. Seitdem haben wir nicht mehr aufgehört, unsere Vision eines grünen, fairen und modischen Unternehmens weiter auszubauen und zu leben.

GREEN SHIRTS hat derzeit vier Team-Mitglieder, die aktiv an GREEN SHIRTS arbeiten. Zusätzlich haben wir zwei Praktikanten für den Social Media Bereich und die Öffentlichkeitsarbeit, um aus einer kleinen Knospe einen Baum zu kreieren.

Als Logo für GREEN SHIRTS haben Sie einen alten Lindenbaum gewählt. Können Sie uns erklären, warum?
Dieser Baum hat mich meine gesamte Schulzeit lang begleitet. Jeden Morgen auf dem Weg zur Schule sah ich diesen prachtvollen Baum, von dem ich keine Ahnung hatte, welche Baumart es eigentlich war. Ich bin ihn oft besuchen gegangen in der Zeit, als ich für mein Abitur lernen musste. Manchmal ohne Blätter, mit grüner Pracht oder auch mit rosa Blüten, dieser Baum war mit seiner speziellen Baumkrone, seinem Alter und seiner Umgebung mit dem Blick auf die Alpen etwas ganz Besonderes für mich. Leider ist vor zirka einem Jahr der Blitz eingeschlagen. Somit bleibt er nur noch als Erinnerung und als GREEN SHIRTS-Logo für die Nachwelt erhalten.

LogoGreen Shirt LabelAls ökologisches Label sind Sie sicher ständig auf der Suche, die Bedingungen für die Herstellung noch mehr zu optimieren. So wird beispielsweise für alle Green-Shirts Biobaumwolle aus Regionen in Indien verwendet, die ihren Wasserbedarf zu 90% aus dem Monsunregen gewinnen. Warum ist das für Sie so entscheidend?
Wir haben uns diesem Thema verschrieben. Wir können uns nicht GREEN SHIRTS nennen und das Gegenteil verkaufen. Allein der Name bindet uns bereits an die Herstellungsmethode. Unser Ziel ist es, die höchsten Standards in der Branche zu setzen. Das fängt mit der ökologischen Produktionsweise an und geht bis zu fairen Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Produktionskette. Wir sind natürlich noch nicht am Ende und wollen für unsere Idee kämpfen, auch wenn das höhere Kosten mit sich bringt.

Viele Labels produzieren mit zertifizierter Bio-Baumwolle. Um optimale Druckergebnisse auf den Stoffen zu erreichen, greifen aber viele auf konventionelle Druckverfahren zurück. Leider ist das alles andere als ökologisch. Wie ist das bei Ihnen?
Das hatten wir anfangs auch! Zertifizierter Öko-Druck ist noch immer selten und sehr teuer. Außerdem bieten nur vereinzelt Druckereien ein Öko-Druckverfahren an. Wir haben uns Anfang 2015 dazu entschlossen, diesen für uns entscheidenden Schritt zu gehen. Selbst der Siebdruck, den wir verwenden, ist GOTS zertifiziert. Das Problem ist, dass der Kunde meist nicht hinterfragt, für was Fair und Öko steht. Dies führt dazu, dass Standards leider nur unzureichend umgesetzt werden und somit nicht viel verändert werden kann.

Cradle to Cradle – die Vision vom müllfreien Leben findet immer mehr Anhänger. Auch Sie bieten inzwischen Recycling-Mode für Männer und Frauen an. Spontan erzeugt das beim modebewussten Käufer Nasenrümpfen. Wie treten Sie dem entgegen?
Cradle to Cradle ist noch ein sehr neues Verfahren in dem es darum geht, ein Produkt wieder komplett in die Herstellung einzuführen beziehungsweise wiederzuverwerten und es zu einem in sich geschlossenen Produktionskreislauf zurückzuführen. Wenn man sich nun die Recycling-Mode ansieht, stellt man schnell fest, dass es keinen Unterschied oder gar Verschlechterung bezüglich der Qualität der Materialien gibt. Recycling-Mode gibt dem Träger mehr das Gefühl, etwas Gutes für die Umwelt zu tun.

Sie arbeiten mit Designern, man kann sagen, aus allen Teilen Europas zusammen. Ist das von der Koordination nicht sehr kompliziert und anstrengend?
Wir möchten jungen und engagierten Künstlern aus allen Teilen der Welt die Möglichkeit bieten, ihre Kunst, Illustrationen und Grafiken auf T-Shirts zu bringen. Die Zusammenarbeit verstehen wir als ein Geben und Nehmen und deshalb erhält jeder Künstler einen Anteil am Verkaufspreis - auf Lebenszeit. Unser Ziel ist es, eine Plattform zu kreieren, auf der Künstler ihre eigenen Shirts über GREEN SHIRTS vertreiben können. Denn wenn Designer Shirts bedrucken lassen wollen, ist dies meist nur mit konventionell hergestellten T-Shirts und giftigen Druckmethoden möglich.

Green ShirtsGreen Shirts

Für ein Tunic T-Shirt aus der Limited Edition muss „Frau" lediglich 34,90 Euro zahlen. Designer, Bio-Baumwolle – und bei all dem ein wirklich bezahlbarer Preis - und das bei fairen Bedingungen für die Arbeiter?
Da haben Sie Recht. Doch unser Ziel war es immer, möglichst nie zu teuer zu werden, auch wenn das auf den eigenen Profit drückt. Unsere Produktion ist auch nicht billiger geworden, da wir unser ökologisches und faires Bestreben immer weiter ausgebaut haben. Bio Hoster, Stickereien in Kooperation mit beeinträchtigten Menschen und ein hoher Standard zollen ihren Tribut. Doch wir wollen immer preisgünstig bleiben, um zu zeigen, dass auch bezahlbar öko-fair produziert werden kann. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

Textil Green-Shirtkreatives Design von Green-Shirt Ein Outfit besteht ja nicht nur aus der Oberbekleidung. Gibt es in „naher Zukunft" vielleicht auch die passende Green-Short?
Eine „Green-Short" klingt ja nicht gerade schön (lacht).Nein natürlich möchten wir gerne ein gesamtes Outfit anbieten können. Wir sind gerade auf der Suche nach Produzenten für eine eigene Herstellung. Bald wird es Mützen und Schals geben, die unter unserem eigenen Namen verkauft werden. Mit Schneidern sitzen wir gerade an den ersten Rohschnitten für eigens produzierte Hosen.

Sie sind erst ein paar Jahre mit großem Erfolg im Modegeschäft. Trotzdem, wo sehen Sie Ihr Unternehmen und andere nachhaltig und fair produzierte Labels auf dem Modemarkt in zehn Jahren?
Ich denke, die (noch) immer kleine, aber stark wachsende Bio Mode-Branche wird stetig weiter wachsen. Wie Bio-Essen bereits in der Gesellschaft angekommen ist und sogar im Supermarkt zu finden ist, wird es mit der Fair Trade Kleidung ähnlich sein. Wenn sie aus den Kinderschuhen erst einmal herauswächst, wird diese der konventionellen Branche mehr und mehr Konkurrenz machen. Dadurch werden auch H&M und Co. umschwenken müssen. Dann wird die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten sein.

Herr Astor, danke für das Gespräch!

Bilder: Green-Shirt, Einleitungsbild: pixabay

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