NACH OBEN

  

Die DUH bewertete die Dienstwagen von Behörden.

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

DUH untersuchte den CO2-Ausstoß der Dienstfahrzeuge sowie Mobilitätsstrategien von 29 deutschen Bundesbehörden und 18 öffentlichen Unternehmen und Landesbanken – Acht öffentliche Unternehmen bzw. Landesbanken verweigern die Auskunft und setzen erneut auf Intransparenz – Erfreuliche Entwicklung bei den Mobilitätsstrategien: DUH würdigt vorbildliche ‚Best Practice‘ Beispiele – DUH-Bundesgeschäftsführer Resch fordert ab 2017 Stopp der Anschaffung von Diesel-Pkw für alle öffentlich finanzierten Institutionen

Zum sechsten Mal stellt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Ergebnisse ihrer jährlichen Dienstwagenstudie unter Bundesbehörden, öffentlichen Unternehmen und Landesbanken vor (Die detaillierten Ergebnisse finden Sie am Ende dieser Seite). Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation untersuchte bei den Behörden den CO2-Ausstoß der Dienstwagen der Leitung sowie der Gesamtflotte. Bei den öffentlichen Unternehmen und Landesbanken analysierte sie zusätzlich den CO2-Ausstoß der Vorstandsflotte. 

Die DUH zeichnet 2016 nur drei Behördenleiter mit einer “Grünen Karte“ aus. Vorrausetzung für die Auszeichnung ist die Unterschreitung eines CO2-Ausstosses von unter 124 g/km sowie Elektro-, Erdgas-, Benzin-Hybrid oder Benzinantrieb. Diesel-Pkw werden wegen ihrer hohen Realemissionen vom giftigen Dieselabgas Stickstoffdioxid (NO2) grundsätzlich abgewertet und erhalten generell keine “Grüne Karte“. 

„Es freut uns, dass neben den beiden Präsidentinnen von Umweltbehörden auch Steffen Seibert vom Bundespresseamt mit positivem Beispiel voranfährt und zeigt, dass man auch ohne schmutzigen Dieselantrieb mobil sein kann. Nachdem viele europäische Stadtverwaltungen und zuletzt unser Nachbar Luxemburg das ‘Aus‘ für Diesel-Behördenfahrzeuge beschlossen haben, fordert die DUH von allen öffentlich finanzierten Institutionen einen Stopp der Anschaffung von Diesel-Pkw. Durch unsere Klagen werden wir Diesel-Fahrverbote ab 2018 durchsetzen. Behörden, Landesbanken und öffentliche Unternehmen sollten diese Verkehrswende nicht verschlafen, sondern sobald wie möglich auf umweltfreundliche Antriebsarten umsteigen“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.  

PfeilDen umweltfreundlichsten Dienstwagen fährt Maria Krautzberger vom Umweltbundesamt mit einem Ausstoß von 102 g CO2/km. Der Dienstwagen von Birgit Esser von der Bundesanstalt für Gewässerkunde hat einen Ausstoß von 107 g CO2/km und landet damit auf dem zweiten Platz. Die dritte „Grüne Karte“ geht an Steffen Seibert vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung mit einem Ausstoß von 121 g CO2/km. Steffen Seibert gehörte im letzten Jahr mit seinem Dienstwagen und einem Ausstoß von 158 g CO2/km noch zu den Schlusslichtern und verbesserte sich in diesem Jahr deutlich. Die drei Ausgezeichneten setzen positive Akzente und erfüllen bei der Wahl eines klimafreundlichen Dienstwagens eine wichtige Vorbildfunktion.

Pfeil rotEnttäuschend fällt dagegen das Ergebnis bei den Chefs der öffentlichen Unternehmen und Landesbanken aus: Von den 18 befragten öffentlichen Unternehmen und Landesbanken verweigerten acht der DUH die Auskunft, die Mehrheit der übrigen Unternehmenschefs verfehlt bei der Wahl ihrer Dienstwagen klar die EU-Klimaziele von 130 g CO2/km. 

Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wurde als Schlusslicht aus dem Jahr 2015 von Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH, abgelöst. Ihr Dienstwagen stößt 158 g CO2/km aus und liegt deutlich über dem EU-Grenzwert von 130 g CO2/km. Frank-Jürgen Weise verbesserte sich zwar zum Vorjahr von 169 g CO2/km auf 142 g CO2/km, dennoch ist auch dieser Wert stark verbesserungsfähig.

Eine positive Entwicklung ist dagegen beim durchschnittlichen Flottenausstoß erkennbar. Sowohl für die Behörden als auch für die Landesbanken und öffentlichen Unternehmen lässt sich dieses Jahr ein durchschnittlicher Ausstoß von 123 g CO2/km verzeichnen. Spitzenreiter ist die BwFuhrparkService GmbH mit einem durchschnittlichen Flottenausstoß von 97 g CO2/km, gefolgt vom Bundesamt für Naturschutz mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 99 g/km. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat mit einem durchschnittlichen Ausstoß von 187 g CO2/km bei weitem die klimaschädlichste Flotte und hat sich zum Vorjahr sogar noch um 7 g CO2/km verschlechtert.

Die DUH untersuchte zudem, mit welcher Mobilitätsstrategie die Behörden und Unternehmen Dienstreisen vermeiden, ihre Mobilität auf umweltfreundlichere Verkehrsträger verlagern oder Anreize zum Verzicht oder zur Wahl eines weniger schädlichen Dienstwagens geben. Als zukunftsweisend schätzt die DUH die Ansätze der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, der Bundesdruckerei GmbH, der Deutschen Bundesbank, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH und des Umweltbundesamtes ein, die jeweils in drei von fünf Kategorien vorbildliche Anreize setzen. Besonders lobenswert ist die Bundesdruckerei GmbH, die bereits in vier Kategorien einen innovativen Ansatz verfolgt. Dienstwagenberechtigte Mitarbeiter haben zum Beispiel die Möglichkeit, anstelle eines Dienstwagens eine BahnCard 100 zu wählen und damit klimafreundlich mobil zu sein. Zudem konnte das öffentliche Unternehmen mit einem festen CO2-Grenzwert überzeugen und der Festlegung auf einen maximalen Flottengesamtausstoß von 90 g CO2/km für 2020.

RadfahrerAuch der Radverkehr wird zunehmend unterstützt: Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung stellt Dienstfahrräder zur Verfügung und fördert die Nutzung privater Fahrräder durch eine Nutzungspauschale. Das Umweltbundesamt bietet den Beschäftigten zusätzlich Dusch- und Umkleidemöglichkeiten und einen Fahrradreparaturservice an. Besonders engagiert zeigen sich auch die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH, die Mobilitätstage für ihre Mitarbeiter anbieten und die Elektromobilität durch mit Ökostrom betriebene Ladesäulen fördern.

Hintergrund:
Der EU CO2-Flottenzielwert von 130 g /km wird bis zum Jahr 2020 auf 95 g CO2/km verschärft. Die DUH passt daher für die Dienstwagenumfrage ihre Bewertungskriterien jährlich schrittweise an und verschärft diese. Für den Erhalt einer “Grünen Karte“ liegt der Wert in diesem Jahr bei 124 g CO2/ km – bezogen auf alle Antriebsarten außer Diesel.Das Ranking stützt sich wie in den letzten Jahren auf die offiziellen beim Kraftfahrt-Bundesamt hinterlegten Angaben zum durchschnittlichen CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilometer (g/km). Bei Elektro-Pkw sowie Plug-In Hybriden legt die DUH die mit der Stromerzeugung verbundene durchschnittliche CO2-Emission laut Berechnungen des Umweltbundesamtes zugrunde. Eine Berücksichtigung individueller Tank- bzw. Strombezugsquellen (Biodiesel beziehungsweise Ökostrom) unterbleibt, da ansonsten ein Vergleich des Energieverbrauchs und der durch den Gebrauch der Fahrzeuge verursachten CO2-Emissionen unmöglich gemacht würde.
Quelle: Text: DUH/Bilder: Pixabay

Ergebnisse im Detail:
01_DUH-Dienstwagen-Umfrage_Bundesbehoerden_2016.pdf
02_DUH-Dienstwagen-Umfrage_oeffentliche-Unternehmen_2016.pdf
03_DUH-Dienstwagen-Umfrage_Bundesbehoerden-Top3_2016.pdf
04_DUH-Dienstwagen-Umfrage_Mobilitaetsstrategien_2016.pdf

Rücklicht SUV

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Aktualisierung: Die Vorweihnachtszeit hat man sich im Kanzleramt vielleicht doch ein bisschen anders vorgestellt. Ein brisantes Dokument sorgt jetzt bei den elitären Beamten für einige Unruhe.

Was war passiert? Die Organisation abgeordnetenwatch.de hatte auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) Ende September 2016 ein  Papier beim Bundeskanzleramt angefordert: Bei dem Dokument handelt es sich um eine vertrauliche e-mail von der Bayerischen Staatskanzlei, von Ministerpräsident Horst Seehofer höchstpersönlich.

Dass der Absender um Diskretion bittet, ist nicht weiter verwunderlich. Denn das angehängte pdf ist ein Lobbypapier, in dem die Bundesregierung „eindringlich gebeten“ wird, sich für die Interessen der Automobilindustrie einzusetzen und strenge Abgasregeln auf EU-Ebene zu verhindern. Seehofer übermittelt "Die wichtigsten Forderungen der BMW Group".
Einen Tag nach der Intervention aus bayerischen Landen verständigen sich die EU-Staaten auf Abgasregeln, die weniger streng sind als zunächst geplant. Was in Brüssel mit Beteiligung Deutschlands beschlossen wird, schreibt die SZ später, "entspricht bis ins Detail dem, was BMW durchsetzen wollte".

Der Vermerk, den abgeordnetenwatch.de inzwischen aus anderer Quelle besorgen konnte, belegt, wie sich die Bayerische Staatskanzlei inmitten der Dieselaffäre für die Interessen der Automobilindustrie stark machte.

Und die Suche im Kanzleramt nach dem Papier – weiter erfolglos.

Am Nachmittag, den 15.12.16, sitzt Kanzleramtschef Peter Altmaier als Zeuge im Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des VW-Abgasskandals, es geht unter anderem um die Frage, was die Bundesregierung von den Manipulationen des Volkswagen-Konzerns gewusst hat. Während der Sitzung wird Altmaier mit einem Papier konfrontiert – es ist der Vermerk aus der Bayerischen Staatskanzlei, der per Mail am 27. Oktober 2015, um 12:23 Uhr, im Bundeskanzleramt eingegangen ist. Jenes Papier, das man in der Regierungszentrale nicht finden konnte, als abgeordnetenwatch.de es anforderte.

Kurz darauf hat abgeordnetenwatch.de bei der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Beschwerde gegen das Bundeskanzleramt eingereicht.

Quelle: abgeordnetenwatch.de,  Bilder: pixabay

Kommentar von 2015 - Leuchtturm der Demokratie
Die deutsche Politik wird von der Industrie mitbestimmt und keiner kriegt es mit. Oder besser, es interessiert niemanden. So könnte man die momentane Situation in der Bundesrepublik beschreiben. Transparency  International (TI) Deutschland e.V. hat am vergangenen Montag seinen Bericht "Lobbying in Deutschland" veröffentlicht. Die nötige breite mediale Aufarbeitung der 40-seitigen Niederschrift fand kaum statt.

Laut Transparency zeigt der Gesetzgeber wenig Einsatz, um Lobbyismus sinnvoll zu regulieren. Außerdem fehlt ein fairer Zugang für alle Interessensgruppen, die am politischen Entscheidungsprozess mitwirken wollen.

Spannend wird es auf Seite 30 der Publikation. Dort liest man von der Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV), die im Jahr 2011 in Kraft getreten ist. Sie bildet die Grundlage für das Energieeffizienzlabel, das bei jedem zum Verkauf stehenden neuen Pkw zu finden ist.
Schon ein Jahr vorher hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) beim Wirtschafts- und Umweltministerium Einsicht in die Akten beantragt. Das wurde abgelehnt. Erst eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs im Juni 2013 erbrachte die Offenlegung der Akten.
Die DUH kommt nach Durchsicht der Unterlagen zu folgender Bewertung: Die Regelung ist mehr oder weniger von der deutschen Automobilindustrie initiiert worden. Um die kleinen, energiesparsamen Autos nicht zu übervorteilen, hat man festgelegt, dass bei der Berechnung des Verbrauchs immer die Schwere eines Automobils mit hineingerechnet werden muss. Vereinfacht gesagt: Natürlich schütten große SUVs mehr CO2 aus als kleinere Wagen. Trotzdem ist der Ausstoß auf das enorme Gewicht der Geländewagen somit wieder schön gerechnet. Transparency geht in seinem Papier nicht nur mit der Politik ins Gericht, sondern es wird auch der Journalismus angemahnt. Weder Politik noch Medien seien in der Lage, der Öffentlichkeit verlässliche Informationen über die Akteure des Lobbying zu liefern.
Einigen Journalisten wirft die Organisation sogar vor, wenig Interesse an mehr Transparenz zu haben, da "deren Kapital in den guten Beziehungen zu den zu beobachtenden Interessengruppen besteht".
Diese Kritik ist längst überfällig und vernichtend. In Deutschland und anderen EU-Ländern findet ein langsames Aussterben des kritischen Journalismus statt. Die Argumentation mit dem immensen Absatzdruck und dem potientiellen Verlust von Werbekunden von Seiten der Verlagshäuser kann und darf man nicht gelten lassen. Es stehen große Entscheidungen für die gesamte Gesellschaft an. Beispiel Energiewende, Beispiel Freihandelsabkommen mit Kanada und den Vereinigten Staaten. Einige werden sagen, Lobbyismus und Nepotismus hat es schon immer gegeben, was kann ich dagegen tun.
Die Antwort liefert Maritta Strasser. Sie ist Campaigner bei Campact e.V. und maßgeblich dafür verantwortlich, dass über 1.600.000 Unterschriften gegen TTIP, das Freihandelsabkommen mit den USA, bisher gesammelt wurden. Der angestrebte Vertrag soll unter der Federführung von wirtschaftlichen  Lobbyisten unter absoluter Geheimhaltung durchgepeitscht werden. Ein neue Dimension einer schleichenden Entdemokratisierung durch einige mächtige Interessensgruppen.
KorruptionKorruption ist schädlich für jede DemokratieFür uns alle gilt: Mauscheleien über zukunftsweisende Großprojekte und schnelle, großzügige Politikerwechsel in die Wirtschaft sind nicht ohne Weiteres zu tolerieren und müssen genauestens geprüft werden. 

Unser Dank muss Vereinigungen wie Transparency Internationalabgeordnetenwatch.de und LobbyControl e.V.,  gelten, dass sie niemals müde werden, die Missstände in der Politik anzuprangern.  

Bilder: pixabay                         

Florian Simon Eiler

 

"StreetScooter“ der Deutschen Post

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Jetzt kommt wieder die Vorweihnachtszeit und damit herrscht für die Post Hochbetrieb. Im Einsatz hilfreich dabei ist der neue „StreetScooter“. Der beweist, wie eine pfiffige und praktikable Lösung für Elektroautos aussehen kann. Das Fahrzeug wurde entwickelt, um Elektromobilität bereits ab kleinen Stückzahlen wirtschaftlich attraktiv zu gestalten und somit Ökonomie und Ökologie miteinander zu verbinden. Das Aachener Unternehmen StreetScooter GmbH, eine Tochtergesellschaft des weltgrößten Logistik-Konzerns Deutsche Post DHL Group, fertigt für diesen Elektrofahrzeuge. Thyssenkrupp setzt ebenfalls auf das Thema Elektromobilität und ist mit dem „StreetScooter“ schon länger verbunden.    

Gelber Wagen mit grünem Antrieb: Die Deutsche Post setzt für die Paket- und Briefzustellung den „StreetScooter“ ein. thyssenkrupp hat die Entwicklung des neuartigen Elektromobils unterstützt.Gelber Wagen mit grünem Antrieb: Die Deutsche Post setzt für die Paket- und Briefzustellung den „StreetScooter“ ein. thyssenkrupp hat die Entwicklung des neuartigen Elektromobils unterstützt. Foto: ThyssenkruppWenn der Postmann elektrisch fährt: thyssenkrupp unterstützt „StreetScooter“ der Deutschen Post
Die Stahl- und die Komponentensparte von thyssenkrupp hatten sich bereits in der Anfangsphase in die Entwicklung eingebracht. So wurde u. a. ein Konzept für eine wirtschaftliche Fertigungsweise mit Leichtbauelementen aus Stahl für die Bodenstruktur erarbeitet. Heute liefert thyssenkrupp ein eigenes Paket für die Deutsche Post: Die Stahlsparte versorgt den „StreetScooter“ mit bestimmten Werkstoffen und von thyssenkrupp Bilstein kommen die Stoßdämpfer.

Die Deutsche Post hat 2014 die StreetScooter GmbH übernommen, um eigene Fahrzeuge für die Brief- und Paketbeförderung zu produzieren. Auf dieser Basis entstand das Modell „Work“, das den harten Belastungen des Zustell-Alltags angepasst und völlig emissionsfrei unterwegs ist. Der gelbe Wagen mit „grüner“ Antriebstechnologie muss z. B. täglich bis zu 200 Stopps und Anfahrvorgänge bewältigen. Er braucht genügend Ladevolumen für Briefe und Pakete und muss an 300 Tagen im Jahr zuverlässig seinen Dienst tun. Auf der anderen Seite braucht der Kleintransporter keine hohen Geschwindigkeiten und ist nahezu ausschließlich auf Kurzstrecken unterwegs. Im Aachener Werk rollen in diesem Jahr die ersten 2.000 Kleintransporter vom Band, ab 2017 können bis zu 10.000 Fahrzeuge jährlich gebaut werden. Ziel der Deutschen Post ist es, im Rahmen ihrer „GoGreen“-Initiative mittelfristig ihre Zustellflotte mit konventionellem Antrieb durch Elektrotransporter zu ersetzen, so dass die Brief- und Paketzustellung künftig umweltschonend mit E-Mobilen erfolgt.

Thyssenkrupp war an dem dezentralen Netzwerk beteiligt, das verschiedene Komponenten und Module für das Elektrofahrzeug entwickelt hat. So hat beispielsweise die Stahlsparte als einer der strategischen Partner die Karosseriestruktur des „StreetScooter“ mitentworfen. Die Entwickler setzten dabei auf wirtschaftlichen Leichtbau mit einer Karosseriestruktur aus Stahl, die mit einer Kunststoff-Außenhaut beplankt wird. Die Stahlstruktur besteht zu 57 Prozent aus höher- und höchstfesten Stählen. Mit ihrer hohen Festigkeit ermöglichen die Werkstoffe dünnwandige, leichtere Bauteile ohne Abstriche bei der Sicherheit. Hinzu kommen Warmumformstähle für Stoßfänger sowie A- und B-Säule, die hohe Bauteilfestigkeiten aufweisen und ebenfalls große Gewichts-Einsparungen ermöglichen. Kosteneffizient sind beim „StreetScooter“ sowohl die verwendeten Werkstoffe als auch die profilintensive Bauweise. Sie macht die Ableitung von Modellvarianten deutlich preiswerter als herkömmliche Pressteil-Konstruktionen.

Batterien bei Crash geschützt
Die Stahlsparte von thyssenkrupp hat für den „StreetScooter“ zudem die Bodengruppe entwickelt. Das Bauteil ist eine Sandwich-Konstruktion, mit Fächern für bis zu drei Batterien. Die Energieträger so zu beherbergen, dass sie im Crashfall nicht beschädigt werden, und daraufhin brennen oder Stoffe freisetzen, ist die Hauptaufgabe des Moduls. Entsprechend haben die Entwickler von thyssenkrupp in Duisburg Konstruktion und Materialkonzept ausgelegt. Die Längsträger der Bodenstruktur, zwischen die die Batteriemodule gesetzt werden, sind zweischalig und bestehen aus einem höchstfesten Dualphasenstahl. Damit sind die Bauteile so stabil, dass sie im Crashfall nicht nachgeben und keine Beschädigung der Batterien zulassen. Einen Teil der Aufprallenergie kontrolliert abzubauen, ist die Aufgabe der Schweller, die aus einem kalt gewalzten Dualphasenstahl gefertigt sind. Der Werkstoff besitzt nicht nur eine hohe Festigkeit, sondern auch genug Umformvermögen, um Crash-Energie zu absorbieren. Auf die Bodengruppe werden Sitzstruktur und Fahrzeugtunnel montiert.

StreetScooter: e-Mobil für extreme Belastungen
Der „StreetScooter“ besticht auch durch seine praktischen Qualitäten wie der mehr als vier Kubikmeter große Laderaum, der eine Zuladung von 650 Kilo ermöglicht. Hierdurch ergibt sich eine enorme Spreizung zwischen leerem und vollem Fahrzeug, was hohe Anforderungen an das Setup der Stoßdämpfer stellt. Deshalb setzte der Hersteller bereits  bei der 150 Fahrzeuge umfassenden Vorserie auf das Know-how des Dämpferspezialisten von thyssenkrupp.
Das zulässige Gesamtgewicht eines voll beladenen „StreetScooter“ beträgt 2.130 Kilogramm, am Ende eines langen Zustelltags kann es über eine halbe Tonne weniger sein. Um ein ausgewogenes Dämpfungsverhalten über das gesamte Spektrum zu liefern, muss die Abstimmung sehr sorgfältig vorgenommen werden – andernfalls wirkt das Fahrzeug je nach Situation schnell über- oder unterdämpft, worunter Komfort und Sicherheit leiden würden. Die von Thyssenkrupp Bilstein bereits in der Erprobungsphase gelieferten Komponenten haben sich hier bewährt, weshalb das Unternehmen auch bei der Serienfertigung als Zulieferer zum Zug kommt.
In ihrer langen Vergangenheit hat sich die Deutsche Post bereits mehrfach mit elektrisch angetriebenen Zustellfahrzeugen beschäftigt und auf diesem Gebiet viel Pionierarbeit geleistet. Doch noch nie waren die technischen Vorzeichen so vielversprechend wie heute. Die Zusteller selbst jedenfalls sind von ihrem „StreetScooter“ begeistert.

Text: Erik Walner Media Relations Steel ThyssenKrupp AG, Beitragsbild und Bild unten: pixabay

e car AfrikaVielleicht auch interessant: Modulares E-Fahrzeug fürs ländliche Afrika

Lastenrad Willi

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Neu: Radlhauptstadt München bietet Lastenrad zur kostenlosen Nutzung an

München - Schwere Sachen kann man nur mit dem Auto transportieren? Nicht unbedingt, denn wer nicht Besitzer eines PS-starken Gefährts ist, aber trotzdem seinen Einkauf oder beispielsweise seine Kinder von A nach B transportieren muss, für den ist das Radl mit Aufbau eine tolle Alternative. Vor allem in einer Großstadt wie München und hier hilft seit kurzem bei derartigen Transportproblemen Willi, das Lastenrad.

Mit dem neuen Lastenrad „Willi“ bietet die Radlhauptstadt München einen weiteren Service für eine kostenfreie und umweltverträgliche Nahmobilität an. Und vor allem: einen Service, der auch bei sperrigen oder schweren Transporten funktioniert. Die Ausleihe ist ab sofort kostenlos über www.freie-lastenradler.de möglich. 

In den Niederlanden und in Dänemark ersetzen Lastenräder immer häufiger das Auto. Mit ihnen ist man schnell und einfach in der Stadt unterwegs, der Wocheneinkauf hat genügend Platz und Kindern macht die Fahrt im radelnden „Elterntaxi“ besonders viel Spaß. Auch in München bietet sich das Lastenrad für schwere, unhandliche Transporte an, vor allem auch in Kombination mit einem Elektromotor als Tretunterstützung. Ganz ohne Parkplatzsuche und Stau ist es ein schnelles und unkompliziertes Verkehrsmittel, das zugleich umweltfreundlich und kostengünstig ist. „Mit der kostenfreien Nutzung von „Willi“ möchte die Radlhauptstadt den Münchnerinnen und Münchnern zeigen, dass ein Lastenrad ein praktisches Verkehrsmittel für den städtischen Alltag ist“, sagt Wigand von Sassen, Projektleiter der Radlhauptstadt München. 

Der Verleih funktioniert ebenso einfach: Wer das neue Lastenrad der Radlhauptstadt ausleihen möchte, kann sich online – ebenfalls kostenlos – auf www.freie-lastenradler.de registrieren und im nächsten Schritt den Wunschtermin buchen. Das Codewort, das dann als Email zugeschickt wird, muss später zusammen mit dem Personalausweis an der Abholstation vorgezeigt werden. Lastenrad-Neulinge bekommen an der Verleihstation eine kurze Einführung.
Quelle: Text und Bild: Radlhauptstadt München 

FahrradMehr Informationen zum Lastenrad gibt es auch online unter: www.radlhauptstadt.de/lastenrad-willi 
und hier mehr Radl-Infos 

Die DUH bewertete die Dienstwagen von 27 römisch-katholischen und 20 protestantischen Kirchen.

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

DUH untersuchte den CO2-Ausstoß der Dienstwagen von 47 Erzbischöfen, Bischöfen und sonstigen Kirchenoberhäuptern sowie ihrer Hilfsorganisationen – Grüne Karten für klimaverträgliche und saubere Dienstwagen erhalten Bischof Stefan Oster (Bistum Passau), Erzbischof Ludwig Schick (Erzbistum Bamberg) sowie Präsidentin Edda Bosse (Bremische Evangelische Kirche) – Schlusslicht ist Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz) mit 163 g CO2/km – Insgesamt zehn „Grüne Karten“ für kirchliche Würdenträger – Bistum Regensburg verweigert als einziges Bistum die Auskünfte

AutoViele Kirchenoberhäupter sind alles andere als vorbildlich bei der Wahl ihres FuhrparksZum sechsten Mal hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Dienstwagen der Erzbischöfe und Bischöfe und sonstiger geistlicher Würdenträger in den 47 katholischen und evangelischen Kirchenbistümern sowie deren fünf Hilfsorganisationen untersucht. Wie in den Vorjahren bewertet die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation die Fahrzeuge nach der Höhe der CO2-Emissionen sowie Antriebsart. Nur drei Kirchoberhäupter konnten in diesem Jahr mit einer „Grünen Karte“ ausgezeichnet werden. Kriterium ist die Unterschreitung eines CO2-Ausstoßes von unter 124 g/km sowie Elektro-, Erdgas-, Benzin-Hybrid oder Benzinantrieb. Zahlreiche Messungen, darunter die von der DUH durchgeführten Abgasuntersuchungen im realen Fahrbetrieb, belegen massive Stickoxidemissionen und das Vorhandensein illegaler Abschalteinrichtungen bei Diesel-Pkw. Dieselabgase gerade auch von Euro 6 Modellen werden nicht ordnungsgemäß gereinigt. Daher erhalten Diesel-Pkw generell keine „Grüne Karte“. (Die Ergebnisse im Detail finden Sie am Ende der Seite).

Die DUH bewertete die Dienstwagen von 27 römisch-katholischen und 20 protestantischen Kirchen.
Im Ranking der Kirchenoberhäupter gehen in diesem Jahr zwei „Grüne Karten“ an römisch-katholische Vertreter: Bischof Stefan Oster (Bistum Passau) und Erzbischof Ludwig Schick (Erzbistum Bamberg). Die dritte „Grüne Karte“ erhält Präsidentin Edda Bosse von der Bremischen Evangelischen Kirche. Alle sind in einem sparsamen Dienstwagen mit einem CO2-Austoß von unter 124g/km unterwegs.
Schlusslicht in der diesjährigen Bewertung der Kirchenoberhäupter ist Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz) mit 163 g CO2/km.

Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Jahr Bischof Franz-Josef Overbeck aus Essen. Mit seinem alten VW Phaeton und einem CO2-Ausstoß von 224 g/km war er aus ökologischer Sicht jahrelang das Schlusslicht der Dienstwagenumfrage. Davon hat er sich in diesem Jahr verabschiedet und fährt einen Audi A6 mit einem offiziellen CO2-Ausstoß von 128 g/km, allerdings mit Dieselmotor.  

Im Durchschnitt ist der CO2-Ausstoß bei den Dienstwagen der Kirchenoberhäupter gegenüber 2015 leicht gesunken. Allerdings hat sich dieser Durchschnittswert in den letzten Jahren kaum verbessert. Zudem bewegt er sich lediglich in der Größenordnung der durchschnittlichen CO2-Flottenwerte von Neuzulassungen. „Mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 126 g/km haben sich die Kirchenoberhäupter zwar gegenüber der ersten Untersuchung deutlich verbessert, wir empfehlen für die Zukunft aber verstärkte Anstrengungen, sowohl den Ausstoß an Klimagasen deutlich unter den Durchschnittwert für Neuzulassungen zu senken als auch auf Dieselantriebe zu verzichten“, erklärt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. 

grüner Pfeilgrüner Pfeil bzw. eine grüne Karte für Bischof Stefan Oster (Bistum Passau), Insgesamt vergibt die DUH in diesem Jahr zehn „Grüne Karten“ für kirchliche Würdenträger. Am besten schneiden Bischof Stefan Oster (Bistum Passau), Generalvikar Dominik Meiering und Weihbischof Rolf Steinhäuser (beide Erzbistum Köln) ab. Sie fahren einen BMW 225xe iPerformance Active Tourer mit einem offiziellen CO2-Ausstoß von 109g/km. Kurz danach folgt Präsidentin Edda Bosse (Bremische Evangelische Kirche) mit ihrem Dienstwagen, für den der Hersteller Volkswagen einen CO2-Ausstoß von 113g/km angibt. Weihbischof Ulrich Boom (Diözese Würzburg) und die stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) erhalten ebenfalls eine „Grüne Karte“ mit einem Wert von 116 g CO2/km. Es folgt Präses Andreas Schindler (Evangelische Landeskirche Anhalts), sowie Erzbischof Ludwig Schick und  Weihbischof Herwig Gössel (beide Erzbistum Bamberg). Die zehnte „Grüne Karte“ geht an Weihbischof Markus Bentz (Bistum Mainz) für seinen Mercedes Benz C250 und einen CO2-Ausstoß von 123 g/km. 

Im Ranking der Leitungsebene deutscher Kirchen ist die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 103g/km Spitzenreiter, gefolgt von dem Erzbistum Hamburg mit durchschnittlich 107g CO2/km. Dahinter reihen sich das Bistum Dresden-Meißen, die Diözese Würzburg, die Evangelische Kirche Westphalen sowie die Evangelische-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe ein, jeweils mit einem Durchschnittswert von 109 g CO2/km.

roter PfeilBistum Regensburg besticht durch IntransparenzDie mit Abstand schmutzigsten Fahrzeuge werden vom Bistum Augsburg (durchschnittlich 146g CO2/km) und dem Schlusslicht Bistum Görlitz (durchschnittlich 163g CO2/km) gefahren.
Als einzige Kirche verweigert das Bistum Regensburg in diesem Jahr die Angaben und glänzt durch Intransparenz.

Die Umfrage der DUH umfasst wie schon in den Vorjahren auch die Dienstwagen der Leiter kirchlicher Hilfsorganisationen. Hier vergibt die Umweltschutzorganisation eine “Grüne Karte“ an die Diakonie Deutschland.
Quelle: Text: DUH/Bilder: Pixabay

Und hier geht es zu den Ergebnissen:
01_DUH-Dienstwagen-Umfrage_Kirchen-Oberhaeupter_2016_011216.pdf
02_DUH-Dienstwagen-Umfrage_Kirchen-Leitungsebene_2016_301116.pdf
03_DUH-Dienstwagen-Umfrage_Kirchen-Top10_2016_011216.pdf
04_DUH-Dienstwagen-Umfrage_Kirchen_Entwicklung2011-2016_011216.pdf 
05_DUH-Dienstwagen-Umfrage_Hilfsorganisationen-Vorsitzende_2016_251116.pdf 

 

Radfahrer im Sonnenuntergang. Brücke Sonnenuntergang

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Mit einem Smartphone-Spiel erstrampeln sich Radfahrer virtuelle Bäume, die später gegen echte getauscht werden können. Der Wettbewerb ist Teil eines Projekts, mit dem Forscher von Siemens Corporate Technology umweltfreundliche Verkehrsmittel fördern.         

App liefert Daten über das aktuelle Wetter und Gefahrenstellen für Radfahrer
Das EU-Projekt Streetlife will mit Hilfe moderner Kommunikationstechnik den CO2-Ausstoß im Stadtverkehr der Pilotstädte: Berlin, Tampere, Finnland und Rovereto, Italien reduzieren. In Berlin entwickelten die Partner die App Streetlife, einen intermodalen Routenplaner, der alle Verkehrsmittel kombiniert – Fahrrad, Bus oder Bahn, Auto sowie Fußwege. Die Nutzer bekommen für jede Variante jeweils Zeit, Weglänge, Kosten, aber auch CO2-Emissionen angezeigt. Die Vorschläge berücksichtigen zudem das aktuelle Wetter und informieren erstmals auch über Gefahrenstellen für Fahrradfahrer. Grundlage letzterer Information sind Unfallstatistiken und Befragungen von Radfahrern.

Die Vernunft attraktiv machen
Siemens ist an Streetlife in dreifacher Weise beteiligt: Die Siemens-Tochter VMZ Berlin ermittelt die intermodalen Routen. Die City Intelligence Platform (CIP), eine Entwicklung von Corporate Technology (CT) mit smarter Datenanalytik an Bord, wickelt alle Services in Hintergrund ab. Als Informations- und Datenplattform für Städte organisiert die CIP, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Systemkomponenten, verwaltet die Nutzerdaten und wertet sie aus. „Eine solche Auswertung wäre beispielsweise die Frage, ob an bestimmten Tagen besonders viele oder besonders wenige Fahrradkilometer gesammelt wurden, und warum“, sagt CT-Forscher Christian Schwingenschlögl. Um die App, die eher an die Vernunft appelliert, spielerischer und damit attraktiver zu machen, entwickelten er und Astrid Kellermann von der Business Unit Verkehrstechnik bei Mobility Management (MO MM ITS), die Idee für den Wettbewerb BikeRider.

Der Wettbewerb macht den Unterschied
„Das war der entscheidende Dreh, um möglichst viele Nutzer zu gewinnen“, erzählt Kellermann. „Es gibt ja schon einige kommerzielle Apps, in Berlin beispielsweise von der BVG, und wir befürchteten, zu wenige Nutzer zu finden. So kam uns die Idee mit dem Wettbewerb, und das hat wirklich etwas gebracht.“ Mit BikeRider sammeln die Spieler für jeden gefahrenen Fahrradkilometer 10 Blätter. Haben sie 500 Blätter oder 50 Radkilometer beisammen, können sie auf dem virtuellen Stadtplan Berlins einen Baum pflanzen. „Zuerst zeigte die App nur den CO2-Footprint in Form von Blättern an. Nachdem wir den Wettbewerb mit den Bäumen eingeführt hatten, gingen die Nutzerzahlen deutlich nach oben“, sagt Kellermann. Gespielt wird in drei Runden á einem Monat, gestartet ist BikeRider Anfang März. Für jeden Monat werden jeweils die Teilnehmer mit den meisten Fahrradkilometern ermittelt. Die Fahrer auf den ersten beiden Plätzen gewinnen einen echten Baum, der von Siemens gesponsert und von der Berliner Stadtbauminitiative gepflanzt wird.

Mitte April gab es 180 registrierte BikeRider-Teilnehmer, die insgesamt bereits knapp 7000 Kilometer geradelt waren. Die App selbst wurde bis dahin über 900 Mal heruntergeladen. „Es ist schön, zu sehen wie die Community wächst. Ich sehe ganz viele virtuelle Bäume auf unserer Karte“, freut sich Kellermann. Auch die beiden Gewinner für März stehen jetzt fest. Trotz der frühen Jahreszeit haben sie in diesem Monat 460 beziehungsweise fast 400 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt.

Mit der Streetlife-App soll der Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel attraktiv werden. Im Bild: Potdamer Platz in Berlin.Mit der Streetlife-App soll der Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel attraktiv werden. Im Bild: Potdamer Platz in Berlin. Foto:siemensGPS-Daten liefern die Fahrradkilometer
Um das Spiel umzusetzen, mussten die Forscher BikeRider zuerst auf der City Intelligence Platform (CIP) implementieren. „Die Berechnung der Fahrradkilometer, die Erstellung des High-Scores, der gesamte Wettbewerb läuft auf der Plattform“, erklärt Schwingenschlögl. Die Spieler übermitteln an sie die GPS-Daten ihres Smartphones. Ein von den Forschern entwickelter Algorithmus ermittelt dann, ob der Teilnehmer zum jeweiligen Zeitpunkt radelt, geht oder Bus fährt. Daraus ergibt sich die Grundlage des Spiels – nämlich die von jedem Spieler mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer.

In dem EU-Projekt wird nun untersucht, wie die App das Verhalten beeinflusst. Nutzer – die ansonsten anonym radeln – werden gefragt, warum sie vorgeschlagene Routen verwenden oder nicht. Diese Erhebungen macht das Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR), die App selbst stammt vom Projektpartner DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz). Anhand der Ergebnisse soll modelliert werden, wie sich die App bei einer großflächigen Umsetzung insgesamt auf den Berliner Verkehr auswirken würde.

Ausweitung auf andere Städte
Streetlife endet im Herbst 2016. „Wir überlegen, an andere Städte mit der Idee heranzutreten, BikeRider als Motivation fürs Radfahren einzusetzen“, berichtet Kellermann. „Eine Routen-App gibt es fast in jeder Stadt, in München zum Beispiel von der MVG (Anm. d. Red. Münchner Verkehrsgesellschaft). Darauf kann BikeRider aufbauen.“ Die City Intelligence Platform, die die Trackingdaten verarbeitet, sei ebenfalls für die jeweilige Stadt einfach aufzusetzen. Erste Anfragen gibt es bereits. Derweil überlegen die Forscher, das Spiel weiter auszubauen, beispielsweise um Teams gegeneinander antreten zu lassen. Das gäbe den Städten die Möglichkeit, einen groß angelegten Wettbewerb zu starten oder das Spiel in Zusammenhang mit Großereignissen umzusetzen und so Mobilität nachhaltig zu organisieren.

Text: Dr. Norbert Aschenbrenner Corporate Communications, Corporate Technology Siemens AG,   Fotos: pixabay

App Beitrag Rette deine InselVielleicht auch interessant: #rettedeineinsel: Neue App!

AKTUELLE NACHRICHTEN

Tipps für den Kauf von veganen Klamotten

Freitag, 20. Januar 2017 08:25
Ob Jacken aus Kork, Pyjamas aus Bambusfasern oder Brillen aus Holz – Immer mehr Modelabel steigen für ihre Kreationen auf pflanzliche Materialien um oder erweitern ihr Sortiment um Kleidungsstücke aus tierleidfreien Stoffen.Vegane Mode liegt im T

Greenshowroom & Ethical Fashion Show 2017: Bedeutung von Eco-Fashion erreicht neues Niveau

Donnerstag, 19. Januar 2017 15:32
Deutlicher Besucherzuwachs: Konventionelle Händler erkennen das Potenzial grüner ModeEin komplett ausgebuchter Postbahnhof, ein deutlicher Besucherzuwachs und etliche begeisternde Kollektionsneuheiten: Der Greenshowroom und die Ethical Fashion Show

#rettedeineinsel: Neue App!

Donnerstag, 19. Januar 2017 09:00
Mit der energie-führerschein App spielerisch das Thema Energiesparen erkunden.  Wien - Ab auf die Insel – die neue energie-führerschein App macht‘ s nach dem Motto „Rette deine Insel“ möglich. Gefragt ist das Wissen über Energiespar

 

 

oxfamunverpackt
Anzeige

 

 

NEU in der MEDIATHEK

Lang Lang spielt gegen Elfenbeinhandel

Montag, 09. Januar 2017 06:24

Aktuell - schöne Nachricht. China will Elfenbeinhandel bis Ende 2017 komplett verbieten.

Lang Lang spielt gegen den Elfenbeinhandel.

 

 

Grüne Töne  - das neue Album von Neil Young „The Monsanto Years“- ein Album gegen den US- Konzern Monsanto

mehr Videos in unserer Mediathek:



 

ichtragenatur.de will für alle – Konsumenten wie Unternehmen – die Plattform sein, um sich zu sammeln und kennenzulernen, sich miteinander zu vernetzen und dann gemeinsam zu starten mit dem Ziel: mit unseren Ressourcen schonend umzugehen, für eine Umwelt, die allen Menschen das Leben erlaubt und – lebenswert macht.

 

 

REDAKTION

ichtragenatur - Das Magazin

Reitham 14
83627 Warngau
info@ichtragenatur.de
 

Feedback

Sie haben Fragen oder interessante Themen für die Redaktion?
Wir freuen uns über Ihre Nachricht.