NACH OBEN

  

Bambus bietet in puncto Festigkeit hervorragende  Material-Eigenschaften.

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Köln/Nanjing, China - Bambus, ein superstarkes und schnell nachwachsendes Naturprodukt, ist potenzieller Bestandteil künftiger Ford-Fahrzeuge. So könnten schon bald Oberflächen in Ford-Fahrzeugen aus einer Kombination aus Bambus und Kunststoff hergestellt werden, um auf diese Weise besonders geeignete Material-Eigenschaften zu vereinen. "Bambus ist ein unglaublich vielseitiger Werkstoff. Er ist druck-, zug- und biegefest, flexibel, nachwachsend und reichlich in China sowie in weiteren Teilen Asiens verfügbar", sagt Janet Yin, Materials Engineering Supervisor, Ford Nanjing Research & Engineering Centre.

BambusBambus - ein vielseitiger RohstoffIn den vergangenen Jahren arbeitete Ford mit ausgewählten Lieferanten zusammen, um die Lebensdauer von Bambus im Fahrzeug-Innenraum zu evaluieren. Das Team fand heraus, dass dieser natürliche Rohstoff bei einer Reihe von Werkstoffprüfungen, angefangen bei Zugfestigkeitstests bis hin zu Schlagprüfungen, deutlich besser abschneidet als andere getestete synthetische und natürliche Fasern. Selbst bei hohen Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius behält Bambus noch die gewünschten Eigenschaften.

Nachhaltigkeit hat bei Ford hohe Priorität. Die Erforschung von Bambus als Werkstoff ist nur das jüngste Beispiel für den innovativen Ansatz von Ford in puncto Produkt- und Umweltschutz durch Bio-Materialien. So erproben Ford und das Unternehmen Jose Cuervo® bereits die Verwendung von Agaven-Fasern, die als Nebenprodukt bei der Tequila-Herstellung anfallen. Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen Bio-Kunststoffs für Fahrzeugteile.

Ford begann bereits im Jahr 2000 mit dem Einsatz nachhaltiger Materialien. Inzwischen kommen zahlreiche Bio-Materialien in Ford-Fahrzeugen zum Einsatz, dazu zählen zum Beispiel Soja-Schaum, Rizinusöl, Weizenstroh, Kenaf-Fasern, Cellulose, Holz, Kokosfasern und Reiskornschalen.

Im Folgenden ein paar Beispiele:
- Kenaf, eine tropische Pflanze aus der Familie der Baumwollpflanzen, wird in den Türpolstern des Ford Escape verwendet
- REPREVE-Gewebe, das aus recycelten Plastik-Flaschen hergestellt wird, kommt seit Kurzem im F-150 zum Einsatz
- Recycelte Baumwolle aus gebrauchter Kleidung wird als Innenpolsterung und Schalldämmung in den meisten Ford-Fahrzeugen verwendet
- Wiederverwendetes Nylon wird im Bereich des Zylinderkopfdeckels bei den Modellen Ford Escape, Fusion (Mondeo), Mustang und F-150 genutzt
- Teppichböden werden bei Fahrzeugen wie dem Ford Transit oder dem Ford C-MAX unter anderem aus recycelten Plastikflaschen gefertigt
- Bestandteile der Reispflanze werden verwendet, um den Kunststoff im Elektro-Kabelbaum des Ford Ford F-150 zu verstärken
- Soja-basierte Schaumstoffe werden als Sitzpolsterungen, Sitzlehnen und Kopfstützen von nordamerikanischen Ford-Fahrzeugen verwendet
- Weizenstroh wird im Ford Flex (SUV für den amerikanischen Markt) verwendet, um Ablagen zu verstärken
- Cellulose-Baumfasern ersetzen in der Armlehne des Lincoln MKX herkömmliche Glasfaser-Materialien
Quelle: Text: Presseportal Deutschland/Original-Content von: Ford-Werke GmbH, übermittelt durch news aktuell/Bilder: Pixabay

PandaZu den Vorteilen von Bambus ein Video vom YouTube-Kanal der Ford Motor Company

 

 

Mehr Infos zu "neuen Stoffen" finden Sie hier!
 

Software erkennt eine Betrugssoftware sofort

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

Neues Tool: Betrugssoftware in Autos automatisch entdecken
Dr. Julia Weiler Dezernat Hochschulkommunikation Ruhr-Universität Bochum IT-Sicherheitsexperten der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der University of California, San Diego, haben mit dem Lübecker IT-Spezialisten Felix Domke ein Tool entwickelt, das automatisch Betrugssoftware in der Motorsteuerung von Autos entdeckt. Das Team um Prof. Dr. Thorsten Holz vom Bochumer Horst-Görtz-Institut testete gemeinsam mit den Kollegen 900 verschiedene Versionen der Motorsteuerungssoftware für Diesel-Fahrzeuge von Volkswagen und Fiat Chrysler aus den vergangenen acht Jahren. In 400 davon fanden sie eine Vorrichtung, die die Abgasreinigung unter regulären Fahrbedingungen abschaltet. Die Analyse deckt auch auf, wie genau die verschiedenen Hersteller bei dem Betrug vorgehen.    

Die Ergebnisse präsentieren die Bochumer Forscher, zu denen auch die Doktoranden Moritz Contag und Andre Pawlowski vom RUB-Lehrstuhl für Systemsicherheit gehören, gemeinsam mit ihren US-amerikanischen Partnern auf dem „IEEE Symposium on Security and Privacy“, das vom 22. bis 24. Mai 2017 in San Jose, Kalifornien, stattfindet. Die zugehörige Veröffentlichung kann online eingesehen werden (https://www.syssec.rub.de/research/publications/defeat-devices/).

Zwei Minuten Softwareanalyse reichen aus
Um zu erkennen, ob in einem Fahrzeugmodell eine nicht erlaubte Abschalteinrichtung eingebaut ist, musste bislang ein Wagen auf dem Prüfstand einen etwa 20-minütigen Test absolvieren. „Wenn man zehn Fahrzeugmodelle testen möchte, muss man auch zehn Wagen auf den Prüfstand bringen. Bild Prof. Dr. Thorsten Holz   © RUB, NelleBild Prof. Dr. Thorsten Holz © RUB, NelleDas ist aufwendig“, sagt Thorsten Holz. „Unser Tool braucht kein Auto, sondern nur die Motorsteuerungssoftware. Wir können in zwei Minuten analysieren, ob sie eine Abschalteinrichtung beinhaltet oder nicht.“
Anhand der Software können die Forscher nachvollziehen, wie ein Auto auf bestimmte Zustände reagiert, zum Beispiel welche Abgasfiltermechanismen in einer bestimmten Situation angeschaltet werden.

„Besonders plump“
Nicht nur die  haben die IT-Experten unter die Lupe genommen. Auch das System des Fiat 500X, wegen dem die EU-Kommission am 17. Mai  2017 ein Verfahren gegen die italienische Regierung eingeleitet hat, untersuchten sie. „Fiat geht besonders plump vor“, lautet das Fazit von Thorsten Holz. Während die VW-Software zum Beispiel anhand der Sequenz von Beschleunigungen und Bremsmanövern erkennt, ob sich ein Fahrzeug gerade in einem Prüfzyklus befindet, nutzt Fiat die Tatsache, dass ein Prüfzyklus 20 Minuten dauert – und schaltet die Abgasreinigung schlicht nach etwas mehr als 22 Minuten Betrieb ab.
Da die Wissenschaftler Software aus den vergangenen acht Jahren testeten, können sie nachvollziehen, dass die Abschalteinrichtungen im Lauf der Jahre immer weiter verfeinert wurden. Ihr Ziel ist es nun, ihr Tool so weiterzuentwickeln, dass es die Motorsteuerungssoftware beliebiger Hersteller automatisch analysieren kann.

Originalveröffentlichung
Moritz Contag, Guo Li, Andre Pawlowski, Felix Domke, Kirill Levchenko, Thorsten Holz, Stefan Savage: How they did it: an analysis of emission defeat devices in modern automobiles, IEEE Symposium on Security & Privacy, 2017, San Jose, CA, USA
Bilder pixabay

SUV EinleitungsbildDeutsches Autoland ist abgebrannt: Ein Kommentar von Florian Simon Eiler

Mit Mobilität-Apps kann man überall und jederzeit von A nach B fahren.

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Der VCD gibt Tipps zu Mobilitäts-Apps, die aktuell auf dem Markt sind: für kurze Wege in der Stadt genauso, wie für weite Reisen

Berlin - Start mit dem Leihfahrrad, dann mit der Straßenbahn und schließlich einer Mitfahrgelegenheit unterwegs: Mobilitäts-Apps vernetzen verschiedene Verkehrsmittel auf den alltäglichen Wegen und helfen, auch ohne Privatauto flexibel mobil zu sein. Eine App, die alles kann, gibt es allerdings noch nicht. Und bei den verschiedenen Angeboten können Kunden schnell den Überblick verlieren. Der ökologische Verkehrsclub VCD stellt daher die derzeit besten Mobilitäts-Apps vor und erklärt, welche Angebote sie berücksichtigen.

Qixxit, die umfassende App mit CO2-Bilanz:
Die Mobilitäts-App Qixxit unterstützt Wege bundesweit und von Tür zu Tür. Sie kombiniert Fahrrad, Auto, Bus, Bahn und Taxi mit dem Angebot von »Call-a-Bike« sowie den Carsharern »Car2Go«, »teilauto« und »Flinkster«. Hier zeigt Qixxit den Standort der nächstgelegenen Fahrzeuge an und leitet für die Buchung auf die jeweilige Website weiter. Zudem lassen sich Fahrscheine für die Deutsche Bahn direkt in der App buchen. Ein Bonus für alle, die besonders ökologisch unterwegs sein wollen: Für jede vorgeschlagene Route gibt die App einen Überblick über den CO2-Fußabdruck.

Ally, für Metropolen weltweit mit Shuttle-Dienst:
Ally funktioniert weltweit, jedoch nur in großen Städten wie München, Stuttgart oder Köln. Neben Bus und Bahn berücksichtigt die App auch Car- und Bikesharing-Dienste. Tickets lassen sich bislang nicht buchen. Interessant ist aber der zusätzliche Dienst der Firma »Allygator Shuttle«. Für die Nachtstunden bietet sie in Metropolen preiswerte Shuttle-Dienste in Ergänzung zu Bus und Bahn an.

Moovel, für Car2Go-Kunden mit Extras:
Besonders für Car2Go-Kunden bietet sich Moovel an, da die App in der Wegeauskunft Bus, Bahn, Taxi und Rad gezielt mit dem Angebot des Carsharers kombiniert. Ein Car2Go lässt sich jederzeit und einfach über die App reservieren. Auch beim Bikesharing integriert die App mit »nextbike« nur einen Anbieter in die Auskunft.

DB Navigator, für Fernreisende:
Die bislang beliebteste deutsche Mobilitäts-App navigiert durch den Nah- und Fernverkehr in Deutschland. Allerdings bleiben Sharing-Angebote außen vor. Der Vorteil der Bahn-App ist: Kunden können ganz einfach Tickets für die Deutsche Bahn sowie für einige lokale Verkehrsverbünde, wie in München, Berlin oder Nürnberg, buchen.

App vor Ort, für den Verkehrsverbund:
Auch die regionalen Verkehrsbetriebe haben den Trend zu Mobilitäts-Apps erkannt. Mit der Initiative »Mobility inside« wollen sie sich vernetzen, sodass künftig auch lokale Apps wie »Leipzig mobil« oder »MVG more« bundesweit für jede Stadt Tickets anbieten können. Was es heute schon gibt, lässt sich mit einem schnellen Blick auf die Websites der Verkehrsbetriebe herausfinden.
Quelle: Text: VCD/Bilder: Pixabay

AppWeitere Informationen zu digitalen Mobilitätsdiensten, lesen Sie auf der Webseite des VCD-Projekts »Multimodal unterwegs«: www.vcd.org/multimodal 

 

Akronym, Logo der Deutschen Post AG

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
Kein Zündgeräusch, kein knatternder Diesel. Das gelbe Paketauto liefert immer häufiger mit leisem Summen die bestellte Ware an seine Kunden. Man kann es kaum glauben – aber aktuell macht die E-Mobilität bei der Deutschen Post beziehungsweise ihrer Tochter DHL Furore und nimmt den deutschen Autokonzernen ordentlich „Luft aus den Reifen".
 
Der „gelbe Riese" hat im Sinne unserer Umwelt gehandelt, was man von einem ordentlichen, verantwortungsvollen Großunternehmen hierzulande erwartet. Bereits vor zwei Jahren haben sich die Paket- und Briefzusteller an die bekannten Autohersteller Volkswagen, Daimler und Audi gewandt mit der Idee, gemeinsam einen Stromer für die Paketzustellung zu bauen. Die Bosse der Wolfsburger und Stuttgarter hatten an dem „grünen" Vorschlag wenig Interesse.
 
PostStreetScooter thyssenkrupp hat die Entwicklung des neuartigen Elektromobils unterstützt. Foto: ThyssenkruppElektrische Postwagen alltagserprobt
Doch die Post gab nicht auf. Kaufte das Aachener Start-up „Streetscooter" besetzt mit hungrig forschenden Köpfen frisch von der Uni. - In diesem Zusammenhang muss man den Erfinder- und Wissensgeist in den deutschen Universitäten loben! – Wie man sieht, hat sich die Investition gelohnt: Elektrische Transporter rollten und rollen nun erfolgreich durch unsere Wohnsiedlungen.
 
Und nun soll's noch größer werden: Vergangene Woche gab's zusammen mit Ford die Vorstellung eines noch größeren Paketwagens, „Work XL", sieben Meter lang, ein Stromer der Extra-Klasse an dem man erkennt, wie sich die gesamte Automobilindustrie verändert. Der Autohersteller Ford ist nur noch Zulieferer für Gestell- und Fahrerkabine.
 
Und was machen derweilen die deutschen „Automobil-Vorzeigekonzerne"? Ja, sie betrügen, manipulieren, greifen indirekt in Gesetze und Verordnungen ... Und was noch viel schlimmer ist, sie machen bis zum heutigen Tag einfach so weiter als wäre nichts passiert. Es will mir nicht einleuchten, dass ein deutscher Volkswagenbesitzer weniger wert ist als ein amerikanischer. Letzterer bekommt gute Dollars für seinen manipulierten Diesel-Wagen als Entschädigung, während in Good Germany ein kostenloses, sehr fragwürdiges Update auf den Autobesitzer wartet...
Eine Aufarbeitung der Manipulation hat nicht einmal ansatzweise innerhalb der Konzerne stattgefunden. Über die Jahre hinweg haben sich die Autobauer von einem „gesunden" Miteinander zu Ihren Kunden entfernt. Die Politik hat dabei stumm zugesehen.
Profit, Profit, Profit. Und gab es doch mal flaue Kritik an ihren Machenschaften so holen die Chef-Etagen reflexartig die alles zertrümmernde „Arbeitsplatzkeule" heraus.
 
Die Post ist gegen Fahrverbote gerüstet
Fakt ist: Aufgrund der hohen Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Werte drohen Fahrverbote für München, Stuttgart und in vielen anderen Städten. Volkswagen, Audi, Daimler, Porsche, BMW und Opel haben mit SUVs ihre Antwort auf die Entwicklung geliefert. Leider komplett die falsche.
Seit diesem Jahr verkauft die Post ihre beiden ersten Modelle vom Streetscooter auch an Handwerker, Lieferdienste und kommunale Betriebe. Die Anfrage steigt rapide. Auch sieht man inzwischen immer mehr Tesla-Modelle des kalifornischen E-Autoherstellers zwischen Elbe und Zugspitze. Das Tankstellennetz steht schon lange.
 
Und die Deutschen?
Post-Vorstand Jürgen Gerdes scherzte bei der Vorstellung des „Work XL": „Ich freue mich, jetzt nebenbei in der Automobilindustrie tätig zu sein."
 
Vielleicht kann von nebenbei schon bald keine Rede mehr sein...
 
Einleitungs-, und Beitragsbild und Bild unten: pixabay   big merci
 
Elektroauto wird aufgeladen, e-Mobilität

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv

1000 Kilometer Reichweite durch neues Batteriekonzept
Mit Elektroautos kommt man heute noch nicht sehr weit. Ein Grund: Die Batterien benötigen viel Platz. Fraunhofer-Wissenschaftler stapeln großflächige Zellen übereinander. Das bringt mehr Leistung in die Fahrzeuge. Erste Tests im Labor verliefen positiv. Mittelfristig streben die Projektpartner mit dem Einbaukonzept Reichweiten für Elektroautos von 1000 Kilometern an. 

In Elektroautos stecken je nach Modell Hunderte bis Tausende separate Batteriezellen. Jede einzelne ist von einem Gehäuse umhüllt, über Anschlüsse und Leitungen mit dem Auto verbunden und von Sensoren überwacht. Gehäuse und Kontaktierung nehmen mehr als 50 Prozent des Raums ein. Die Zellen können so nicht beliebig dicht aneinander gepackt werden. Die aufwändige Bauweise raubt Platz. Ein weiteres Problem: An den Anschlüssen der kleinteilig aufgebauten Zellen entstehen elektrische Widerstände, die die Leistung reduzieren.

eAuto BeitragsbildErhalten e-Autos durch das sogenannte "Packaging-Konzept" der Batterie mehr Reichweite?Mehr Platz für Batterien
Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden und seine Partner haben unter dem Markennamen EMBATT das Bipolar-Prinzip, das von der Brennstoffzelle bekannt ist, auf die Lithium-Batterie übertragen. Einzelne Batteriezellen sind bei diesem Ansatz nicht kleinteilig getrennt nebeneinander aufgereiht, sondern großflächig direkt übereinander gestapelt. Der gesamte Aufbau für Gehäuse und Kontaktierung fällt somit weg. So passen mehr Batterien in das Auto. Durch die direkte Verbindung der Zellen im Stapel fließt der Strom über die gesamte Fläche der Batterie. Der elektrische Widerstand wird dadurch erheblich reduziert. Die Elektroden der Batterie sind so konstruiert, dass sie Energie sehr schnell abgeben und wieder aufnehmen können. »Durch unser neues Packaging-Konzept hoffen wir mittelfristig die Reichweite von Elektroautos auf bis zu 1000 Kilometer zu steigern«, sagt Dr. Mareike Wolter, Projektleiterin am Fraunhofer IKTS. Im Labor funktioniert der Ansatz bereits. Partner sind ThyssenKrupp System Engineering und IAV Automotive Engineering.

Keramische Materialien speichern Energie
Wichtigster Bestandteil der Batterie ist die Bipolar-Elektrode – eine metallische Folie, die mit keramischen Speichermaterialien beidseitig beschichtet wird. Eine Seite wird dadurch zur Anode, die andere zur Kathode. Als Herz der Batterie speichert sie die Energie. »Wir nutzen unser Know-how bei keramischen Technologien, um die Elektroden so zu designen, dass sie möglichst wenig Platz benötigen, viel Energie speichern, einfach herzustellen sind und lange halten«, sagt Wolter. Keramische Werkstoffe liegen als Pulver vor. Die Wissenschaftler mischen es mit Polymeren und elektrisch leitfähigen Materialien zu einer Suspension. »Diese Rezeptur muss speziell entwickelt werden – jeweils angepasst für Vorder- und Rückseite der Folie«, erklärt Wolter. Die Suspension bringt das Fraunhofer IKTS im Rolle-zu-Rolle-Verfahren auf die Folie auf. »Eine Kernkompetenz unseres Instituts ist es, keramische Werkstoffe vom Labor in den Technikums-Maßstab zu bringen und sie zuverlässig zu reproduzieren«, beschreibt Wolter das Know-how der Dresdner Wissenschaftler. Im nächsten Schritt ist geplant, größere Batteriezellen zu entwickeln und in Elektroautos einzubauen. Erste Tests im Fahrzeug streben die Partner bis 2020 an.

Text: Britta Widmann Kommunikation Fraunhofer-Gesellschaft, Bilder: pixabay 

e car AfrikaMehr über Elektromobilität gibt es hier.

Hinter dem Lenkrad Elektromobilität

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Projekt „Electrific“: TH Deggendorf und Universität Passau gestalten Zukunft der Elektromobilität
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) und der Universität Passau arbeiten im Rahmen des EU-Programms „Horizont 2020“ gemeinsam daran, die Nutzung von Elektrofahrzeugen für Endverbraucher attraktiver und nachhaltiger zu gestalten. Einfachere Ladevorgänge, längere Batterielebenszeiten und eine bessere Integration des Stromnetzes, auch hinsichtlich erneuerbarer Energien, stehen dabei im Mittelpunkt. Das interdisziplinäre Projekt „Electrific“ mit Partnern aus ganz Europa ist auf drei Jahre angelegt.      

Die Reichweite der Batterie ist häufig die Schwachstelle der Elektroautos. Dies liegt auch am Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer. Ein Beispiel: Ein Fahrer muss am nächsten Tag die Kinder zur Schule bringen, anschließend zur Arbeit, dann zum Supermarkt und noch zur Reinigung. Der Fahrer hat bereits einen bestimmten Ablauf im Kopf und neigt dazu, die Batterie vor Fahrtbeginn vollständig zu laden und auf dem Heimweg schnell nachzuladen. Doch beides wirkt sich langfristig negativ auf die Lebensdauer der Batterie aus.

Die Forscherinnen und Forscher arbeiten im Rahmen des EU-Projekts „Electrific“ gemeinsam an einem intelligenten Navigationssystem, dem „Advanced Driver Assistance System“ (ADAS). Folgende Fähigkeiten soll das System haben:

- Es schlägt dem Fahrer batteriefreundlichere Ladezeitpunkte und –orte vor. Zum Beispiel an der Tankstelle neben der Reinigung, wenn die Batterie tatsächlich geladen werden muss.
- Das System bezieht aktuelle Informationen aus dem Elektrizitätsnetz mit ein. Es zeigt dem Fahrer eine Route auf, mit der er möglichst viel Strom aus erneuerbaren Energiequellen nutzen kann.
- Es berechnet die Lastkurve des örtlichen Elektrizitätsnetzes und die Wetterprognosen, um starke Spannungsschwankungen im Netz zu verhindern. Denn sollten 2020 tatsächlich eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren, könnte das Stromnetz instabil reagieren oder gar ausfallen, wenn die Fahrerinnen und Fahrer gleichzeitig aufladen.

Elektroauto Tankstellen findet man immer öfterElektroauto-Tankstellen findet man immer öfterAuslastung des Stromnetzes, Qualität des Stroms, optimaler Ladezeitpunkt – diese Informationen kombiniert das Passauer Team und schickt sie dem intelligenten Navi. Die Forscherinnen und Forscher entwickeln lernfähige Algorithmen, die dann – je nach Informationslage – Entscheidungen treffen und diese wiederum an veränderte Situationen auch anpassen können.

So könnte das Navi dem Fahrer empfehlen, bei seiner Route die Wetterdaten zu berücksichtigen: Wenn mittags um 14 Uhr am Supermarkt die Sonne scheint, kann es möglicherweise sinnvoll sein, früher als geplant nachzuladen. Denn der Prozentsatz an Solarenergie an der Ladestation wäre dann deutlich höher, der Strom, der in der Batterie landet, umweltfreundlicher. Während der Fahrer einkauft, kann die Batterie nachgeladen werden.

 

Deggendorf konzentriert sich auf batterieschonende Ladeprozesse
Das Forschungsteam aus Deggendorf arbeitet an batterieschonenderen Ladeprozessen und Prozessen zur Optimierung der Batterie-Alterung. „Kennt man den Fahrer eines Fahrzeuges und sein Nutzungs-Verhalten bzw. seine Anforderungen, so kann man den Ladestress für die Batterie senken“, erklärt Prof. Dr. Andreas Berl, Projektleiter von „Electrific“ an der THD. Aufbauen kann Prof. Berl mit seinem Team auf das im Projekt E-WALD gewonnene Know-How. Die notwendigen Daten werden mittels des an der THD entwickelten und in den Fahrzeugen des Flottenbetreibers E-WALD-GmbH verbauten InCarApp Fahrerassistenzsystems gesammelt und analysiert. Die Pilot-Versuche werden in drei europäischen Regionen (Bayerischer Wald, Šumava in Tschechien und Barcelona in Spanien) durchgeführt.

Passau untersucht Integration ins Stromnetz
Prof. Dr. Ing. Hermann de Meer erläutert das Passauer Teilprojekt folgendermaßen: „Für uns stehen vier Dimensionen der Optimierung im Vordergrund: Zum einen suchen wir nach technischen Lösungen, die besonders batteriefreundlich sind. Daneben soll der Ladevorgang insgesamt netzfreundlicher werden, damit eine Zunahme der E-Mobilität sich nicht nachteilig auf die Stabilität des Stromnetzes auswirkt. Ein Schwachpunkt der E-Mobilität ist bisher auch die Integration erneuerbarer Energien, auch hier wollen wir Lösungen und Steuerungsmöglichkeiten aufzeigen. Viertens beziehen wir das Interesse der Fahrer mit ein, insbesondere die Frage nach den passenden Anreizen.“

Damit die Fahrerinnen und Fahrer die Vorschläge annehmen, arbeiten Expertinnen und Experten aus der Psychologie und der Wirtschaftsinformatik an psychologischen und ökonomischen Anreizmechanismen. Dazu zählen etwa Boni und Preisrabatte an den Ladestationen.
Im EU-Projekt „Electrific“ haben sich insgesamt elf europäische Partner zusammengeschlossen, die Elektromobilität gemeinsam attraktiver und nachhaltiger gestalten wollen. Zum Projektkonsortium zählen: - GFI ADELIOR (Belgien) als Koordinator - Universität Mannheim - Technische Hochschule Deggendorf - E-WALD GmbH - Universität Passau - FREEMIND CONSULTING (Belgien) - Technische Universität Prag (Tschechische Republik) - has-to-be GmbH (Österreich) – Expertise Ladeinfrastuktur Backend - Agencia de Ecologia Urbana de Barelona Consorcio (Spanien) - Bayernwerk AG – Energieversorger / Kooperationspartner E-WALD GmbH - e-Šumava (Tschechische Republik)

Text: Christian Murauer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Technische Hochschule Deggendorf,  Bilder: pixabay   big merci

Dienstfahrt EinlMehr zum Thema Elektroauto gibt es hier.

 

 

AKTUELLE NACHRICHTEN

Kaffeekapseln - die Krönung des dummen Kunden

Donnerstag, 23. November 2017 07:21
Der Kapselwahnsinn wird an Weihnachten wieder zuschlagen. Deshalb auf vielfachen Wunsch - die passende Glosse dazu. Sie heißen Vivalto Lungo, Colombia Andino und Ristretto und ihre Bedienung ist kinderleicht. Kapsel rein in die Maschine, Knopf drü

Buchweizen und Bio passen perfekt zusammen

Dienstag, 21. November 2017 06:34
Das in Vergessenheit geratene Pseudogetreide Buchweizen erlebt eine Renaissance im Bioanbau. Wegen seines nussigen Geschmacks und seiner ernährungsphysiologischen Vorzüge bereichert der Buchweizen nicht nur die glutenfreie Küche. Selbst für Schwe

Bäume in den Städten wachsen schneller

Sonntag, 19. November 2017 18:30
Bäume in Metropolen wachsen weltweit seit den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts schneller als Bäume in ländlicher Umgebung. Dies belegt erstmals eine Studie zum Einfluss des städtischen Wärmeinseleffektes auf das Baumwachstum, die unter L

 

 

oxfamunverpackt
Anzeige

 

 

NEU in der MEDIATHEK

Kaffeekapselwerbung kann gefährlich sein oder Mr. Clooney

Dienstag, 21. November 2017 05:48

Kaffeekapselwerbung kann tatsächlich gefährlich sein. Vielleicht bringt auch das kleine Filmchen Mr. Georg Clooney ein wenig zum Nachdenken. Einerseits engagiert sich der Hollywood-Start für Umweltschutz und unseren Planeten Erde. Andererseits ist er nach wie vor gerne bereit für einen Kaffeekapselgiganten als Werbefigur zur Verfügung zu stehen.

 

 

Kaffeekapselwahnsinn ichtragenatur.deUnser Kapselwahnsinn-Spezial:
Der Kommentar   und Die Glosse - nichts als die Bohne



 

ichtragenatur.de will für alle – Konsumenten wie Unternehmen – die Plattform sein, um sich zu sammeln und kennenzulernen, sich miteinander zu vernetzen und dann gemeinsam zu starten mit dem Ziel: mit unseren Ressourcen schonend umzugehen, für eine Umwelt, die allen Menschen das Leben erlaubt und – lebenswert macht.

 

 

REDAKTION

ichtragenatur - Das Magazin

Reitham 14
83627 Warngau
info@ichtragenatur.de
 

Feedback

Sie haben Fragen oder interessante Themen für die Redaktion?
Wir freuen uns über Ihre Nachricht.