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Am 25. März 2017 löscht die Welt wieder das Licht.

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Am 25. März ist Earth Hour / 178 Länder sind dabei

Earth hourBerlin - Am 25. März 2017 gehen zur WWF Earth Hour für eine Stunde rund um den Globus die Lichter aus. Jeweils um 20.30 Uhr Ortszeit gehen auch an berühmten Bauwerken die Lichter aus. Hierzu zählen etwa das Opernhaus in Sydney, der Burj Khalifa in Dubai, der Moskauer Kreml, die ägyptischen Pyramiden von Gizeh, die Akropolis in Athen, der Petersdom im Vatikan oder das New Yorker Empire State Building. Mehr als 7.000 Städte in 178 Ländern haben ihre Teilnahme zugesagt. Von 20:30 Uhr bis 21:30 Uhr werden sie zahlreiche Gebäude verdunkeln, um so ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. 

Ihren Anfang nimmt die „Stunde der Erde“ auf dem Inselstaat Samoa, wo nach deutscher Zeit bereits um 7.30 Uhr am Samstagmorgen die Lichter ausgehen. Schlusslichter werden die Cookinseln und Französisch-Polynesien sein, wo das Licht 25 Stunden später wieder angeknipst wird.

Deutschland steht laut WWF mit mehr als 300 Städten vor einer neuen Rekordbeteiligung. Hier findet das zentrale Event vor dem verdunkelten Brandenburger Tor in Berlin statt, inkl. musikalischer Begleitung, deren Energiebedarf mithilfe von Fahrrädern erzeugt wird. Hier und in acht weiteren deutschen Städten machen die Umweltschützer mit einer Erde aus vielen Tausend LED-Kerzen auf den notwendigen Schutz des Planeten aufmerksam.

Neben den Städten ruft der WWF auch Privatpersonen auf mitzumachen. Unter wwf.de/earthhour informieren die Umweltschützer über Aktionen zur Earth Hour 2017 und geben Tipps für die eigene „Stunde der Erde“ zuhause sowie für ein umweltfreundlicheres Leben nach der Aktion.


„Auf der ganzen Welt machen Menschen mit und zeigen, dass ihnen der Umwelt- und Klimaschutz wichtig ist“, so Astrid Korolczuk vom WWF Deutschland. Entscheidend sei jedoch, dass es nicht beim einmaligen Licht-Aus bleibt. „Mit der Stromersparnis in 60 Minuten ist es natürlich nicht getan. Die Earth Hour ist ein Aufruf an uns alle, auch den Rest des Jahres etwas für die Umwelt zu tun.“ Laut WWF sind es gerade die kleinen Entscheidungen des Alltags, die einen Unterschied machen. Wer öfter mal das Auto stehen lässt oder bei der Ernährung auf weniger Fleisch und regionale Produkte achtet, leiste einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Würden alle Menschen in Deutschland auf ein Kilo Schweinefleisch pro Jahr verzichten – das wäre im Schnitt täglich eine Scheibe weniger Aufschnitt zum Frühstück – würden über 70.000 Hektar weniger für unseren Fleischkonsum beansprucht. In Südamerika ist es vor allem der Anbau von Soja, welches auch an Schweine und Kühe in Deutschland verfüttert wird und für die Zerstörung des Regenwaldes sorgt.

Die Earth Hour findet dieses Jahr zum elften Mal statt. Ihren Anfang nahm die Klimaschutzaktion 2007 in Sydney, als mehrere Hunderttausend Australier erstmals gemeinsam für eine Stunde die Lichter ausschalteten. Bereits ein Jahr später wurde die Aktion in 35 Ländern durchgeführt. Seit 2009 wird die Earth Hour auch in Deutschland gefeiert, als erstmals Berlin, Hamburg und Bonn dabei waren. In 2016 nahmen rund 7.000 Städte in 178 Ländern teil, darunter 241 Städte und Gemeinden in Deutschland. Rund um den Globus gingen die Lichter weltberühmter Gebäude aus – darunter beispielsweise der Eiffelturm in Paris, das Kolosseum in Rom oder die Christusstatue in Rio de Janeiro.
Quelle: Text: WWF Deutschland/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier!

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Ein nachhaltiges Megaevent - Olympia in Paris 2024
Bei 95 % der bestehenden oder temporären Austragungsorte soll eine neuartige Strategie der Reduzierung von Kohlenstoffemissionen umgesetzt werden. Damit könnte die Kohlenstoffbilanz im Vergleich zu den Olympischen und Paralympischen Spielen 2012 in London, die bisher als die nachhaltigsten Spiele in der Geschichte galten, um 55 % gesenkt werden.         

 Das Bewerbungskomitee für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 in Paris (Paris 2024) hat es sich zum Ziel gemacht, die ersten Olympischen Spiele ganz im Einklang mit dem Pariser Klimaübereinkommen auszurichten. Dazu gehört eine straffe Organisation, das bestmögliche Transportsystem für Athleten und Fans sowie innovative Initiativen in Sachen Nachhaltigkeit.
Ganz im Einklang mit dem Pariser Klimaübereinkommen macht Paris 2024 den Umweltaspekt und die Strategie in Sachen nachhaltiger Entwicklung zu zentralen Elementen seiner Bewerbung. Die Umweltauswirkungen durch die Zuschauer werden dank sauberer Transportsysteme nur 40 % der Gesamtauswirkungen ausmachen. 

Olympia EinleitungsbildDas Megaevent Olympia - alles andere als nachhaltig?"0-Abfall" und andere beeindruckende Zahlen
100 % der Zuschauer werden sich in öffentlichen oder gemeinsam genutzten Transportmitteln fortbewegen, 85 % der Athleten werden weniger als 30 Minuten Fahrzeit von ihren Wettkampfstätten entfernt untergebracht sein, 100 % der genutzten Energie = grüne Energie, Bereitstellung einer Flotte „sauberer“ Busse durch das Transportunternehmen RATP, hochwertiges Schienennetz verbindet 85 % der französischen Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern in unter 4 Stunden Fahrzeit mit Paris sowie Paris mit den wichtigsten europäischen Hauptstädten.
Die Umweltauswirkungen durch den Bau des olympischen und paralympischen Dorfes betragen dank der umweltfreundlichen Gebäude weniger als 30 % der gesamten Klimaauswirkungen. Das Dorf, das als Vorzeigebeispiel für nachhaltige Entwicklung geplant ist, soll zu 100 % mit erneuerbaren Energien versorgt werden und eine ehrgeizige „0 Abfall“-Politik umsetzen. Zudem werden die Umweltauswirkungen der Veranstaltung durch die saubere Fahrzeugflotte für die Teilnehmer der Olympischen und Paralympischen Spiele sowie durch die Nutzung der temporären Infrastrukturen während der Spiele weniger als 25 % der gesamten Klimaauswirkungen betragen.

Klimaneutrale Bewerbung
Das Bewerbungskomitee Paris 2024 strebt außerdem eine ehrgeizige Politik der CO2– Kompensation auf nationaler und internationaler Ebene an, die dank der mit dem staatlichen Finanzinstitut Caisse des Dépôts et Consignations – einem offiziellen Partner von Paris 2024 – durchgeführten Aktionen tatsächlich möglich ist. Paris 2024 könnte somit zum ersten Komitee für eine klimaneutrale Bewerbung werden. Diese Dynamik ist Teil einer strategischen Partnerschaft mit dem WWF Frankreich. Zudem will Paris 2024 die ISO 20121-Norm erreichen: Zum ersten Mal hat es sich ein Bewerbungskomitee zum Ziel gemacht, dieses internationale Zertifikat für nachhaltiges Eventmanagement zu erhalten.

Bereits 2016 hat die Stadt Paris bei Umweltinitiativen eine weltweite Vorreiterrolle eingenommen: Paris ist beim Klimaschutz führend. Es wurde von einer internationalen Fachjury als Vorzeigebeispiel für den Klimaschutz anerkannt und erhielt daraufhin vom WWF den Preis Earth Hour City Challenge.
Ebenfalls 2016 wurde die Pariser Bürgermeisterin, Anne Hidalgo, zur Präsidentin der C40 Cites Climate Leadership Group gewählt, einem Netzwerk, in dem 85 der weltweit größten Städte gemeinsam daran arbeiten, die Städte nachhaltiger zu gestalten. Und schließlich wurde Paris im Dezember 2016 mit dem C40 Cities Award ausgezeichnet und damit als eine der innovativsten Vorzeigestädte in Sachen Klimaschutz geehrt.
Darüber hinaus haben die wichtigsten Organisatoren von Sportevents in Frankreich vor kurzem eine Umweltcharta mit Paris 2024 und dem WWF Frankreich unterzeichnet. Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Bewerbung für Olympia einen positiven Einfluss auf die Umweltpolitik Frankreichs hat.

Text: Marie de Chalup Wissenschaftliche Abteilung Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland, Bilder: pixabay

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Hamburg, September 2016. Ein Leben ohne Internet ist heute kaum mehr denkbar – weder in der Wirtschaft noch im Privaten. Wir googeln, was wir wissen wollen, streamen, was wir sehen wollen, und verbrauchen dabei unbewusst sehr viel Energie. Das wirft Schatten auf die Errungenschaften des Internets, die mit voranschreitender Digitalisierung künftig noch bedeutend wachsen werden. Facebook, Dropbox, YouTube und Netflix gehören heute zum Alltag, das Internet der Dinge und Cloud Computing sind auf dem Vormarsch. Die hierfür erforderliche Infrastruktur bilden riesige Datencenter auf der ganzen Welt – und die verbrauchen Energie. Mit Abstand größte Stromfresser und Kostenfaktoren: die Kühlung und Befeuchtung der Anlagen.

Europäisches Facebook Rechenzentrum    Foto: Condair Group AGEuropäisches Facebook Rechenzentrum Foto: Condair Group AGZahlen, die für sich sprechen. Etwa 5 bis 10 Prozent des Stromverbrauchs weltweit gehen auf das Internet zurück, schätzt das Fraunhofer-Institut. Ein Bedarf, für dessen Deckung 25 Atomkraftwerke benötigt würden. Die Internationale Energieagentur (IEA) ging 2014 von weltweit 14 Milliarden Geräten aus, die miteinander verbunden sind. Für 2020 rechnet die IEA mit 50 Milliarden vernetzten Devices. Zum einen sind es Endgeräte wie Laptops und Smartphones, die mit Strom betrieben werden. Der mit Abstand größte Energiebedarf entsteht jedoch in den Rechenzentren, in denen Unternehmen gewaltige Datenmengen auf ihren Servern speichern. Und genau davon wird es in Zukunft immer mehr und immer größere geben.

Zeit, zu handeln: Green IT
Es ist also höchste Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie für das immer mehr digital ausgerichtete Leben weniger Energie verbraucht werden kann. Das Stichwort lautet Green IT. Der Begriff fasst alle Maßnahmen zusammen, die dazu beitragen, den Energiebedarf in den Informationstechnologien zu reduzieren. Der bei Weitem größte Hebel sind hierbei die Rechenzentren. Bis zu 50 Prozent der für deren Betrieb benötigten Energie werden für die  Kühlung und Befeuchtung der Serveranlagen aufgewendet. Besonders im Hinblick darauf gibt es gewaltiges Einsparpotenzial. Facebook ist in einem seiner Datencenter im Norden Schwedens mit gutem Beispiel vorangegangen.

Schweizer Technologie kühlt Facebook-Datencenter mit 380 Liter Wasser pro Minute
Im Jahr 2013 hat Facebook eines der effizientesten und nachhaltigsten Datenzentren der Welt im nordschwedischen Luleå in Betrieb genommen. Das Besondere: Die Server auf der 84.000 Quadratmeter großen Fläche werden mit kalter Frischluft gekühlt und mit einer besonders effizienten Technologie befeuchtet. Das Schweizer Unternehmen Condair, Weltmarktführer für Luftbefeuchtung und Verdunstungskühlung, hat alle drei Gebäude mit Dampfluftbefeuchtern ausgestattet, um die Feuchtigkeit in den Datenräumen aufrechtzuerhalten. Ohne Befeuchtung würde die Luftfeuchtigkeit auf 2 Prozent sinken. Die Folge wären enorme elektrostatische Probleme und damit der Kollaps des Datencenters.

Das Prinzip dahinter ist einfach: Sobald die kalte Außenluft in das Gebäude gelangt, wird sie mit heißer Luft aus den Datenräumen vermischt. Dadurch steigt die Temperatur, während die Luftfeuchtigkeit sinkt. Deshalb fügen 78 Sprüh- und Dampfluftbefeuchter dem Luftstrom bis zu 22.800 Liter Wasser pro Stunde hinzu – rund 163 gefüllte Badewannen. So entstehen die ideale Luftfeuchtigkeit und hinreichende Temperaturen zwischen 18 und 29 Grad Celsius für die Datenräume. Trotz der enormen Wassermengen, die die Luftbefeuchter in die Atmosphäre bringen, verbrauchen sie insgesamt nur 90 kWh Strom pro Stunde. Die dabei erzielten Energieeinsparungen sind enorm. Den benötigten Strom bezieht Facebook ausschließlich aus regenerativen Quellen. 
All das zeigt: Der digitale Lebensstil fordert seinen Tribut. Die ausufernden Folgen der fortschreitenden Vernetzung werden aufgrund ihrer Tragweite nach Lösungen verlangen – zum Vorteil von weitsichtigen und nachhaltig orientierten Unternehmen, die bereits heute innovative Technologien parat haben, um dem Energiehunger und den Millionen Tonnen an „Internet-CO2“ wirkungsvoll begegnen zu können.

Text: Manuel Speiseder, Condair Group AG, Leiter Marketing und Kommunikation, Einleitungs- und Beitragsbild und Bild unten: pixabay

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Bullauge

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Rostock - In Sachen Luftverschmutzung hat der Februar 2017 Erfreuliches zu Tage gebracht. Stuttgart wird aufgrung der hohen Feinstaubbelastung allen Dieselfahrzeugen, die älter als 15 Jahre sind, die "rote Karte" zeigen und vor die Stadtgrenze aussperren.
Fast noch beeindruckender - wenn man an die gigantische Umweltverschmutzung der Kreuzschifffahrtindustrie denkt - ist die kürzlich veröffentlichte Pressemitteilung von AIDA Cruises, die verkündet, dass im Herbst 2018 das weltweit erste Urlaubsschiff, komplett mit umweltfreundlichem Flüssigerdgas (LNG) betrieben, vom Stapel laufen wird. Im Frühjahr 2021 soll ein weiteres Schwesternschiff mit ebenfalls 180.000 Gross-Tonnage (GT) und jeweils rund 2.500 Kabinen die Flotte des Rostocker Unternehmens verstärken.

Gebaut werden die Luxusliner von der Papenburger Meyer Werft. AIDA Präsident Felix Eichhorn und Meyer Werft Geschäftsführer Bernard Meyer haben am Dienstag, 21.02.2017, den symbolischen ersten Stahlschnitt vollzogen.

Green Cruising - 100 Prozent Flüssiggas im Tank
AIDA Cruises wird mit dem Konzept „Green Cruising“ als weltweit erste Kreuzfahrtreederei ihre neue Schiffsgeneration zu 100 Prozent mit Gas betreiben können. 
„Mit dem Baustart des weltweit ersten LNG-Kreuzfahrtschiffes setzen wir nicht nur in Sachen Umweltfreundlichkeit neue Maßstäbe für die Zukunft. Dank der Weiterentwicklung des innovativen Schiffsdesigns und vieler erfolgreicher Produktinnovationen der AIDA Flotte eröffnen wir unseren Gästen zukünftig ganz neue Erlebniswelten an Bord", sagte Felix Eichhorn bei der Feier in Papenburg.

Die neue Schiffsgeneration vereint innovatives Design mit modernster Technik für noch mehr Komfort an Bord. Erfolgreich eingeführte Features der bestehenden Flotte wurden weiterentwickelt. Fantastische Erlebniswelten, wie das Theatrium, das Brauhaus, der Beach Club oder das Four Elements, aber auch ganz neue Angebote bieten eine grenzenlose Vielfalt für den Urlaub. Ein neues Kabinenkonzept bietet AIDA Gästen zukünftig noch mehr Raum für Individualität und persönlichen Service, von der Penthouse Suite über die extragroße Kabine für Familien bis hin zur Einzelkabine. Kulinarische Trends aus aller Welt, serviert in 15 Restaurants und 23 Bars, inspirieren die Gäste, an Bord Neues auszuprobieren.

Quelle AIDA CRUISES, Foto: Renderings/CGIs & Schiffsrundflug: AIDA Cruises & PARTNER SHIP DESIGN, Einleitungsbild: pixabay

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Berlin – Der NABU hat den veröffentlichten Klimaschutzplan 2050 als mangelhaft bezeichnet. Der von Umweltministerin Hendricks vorgelegte, im Kern ambitionierte Entwurf sei innerhalb der Ressortabstimmung massiv verwässert worden. 

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Die Maßnahmen sind nur vage umschrieben, der Kohleausstieg wird vorsichtshalber gar nicht genannt und von verbindlichen Zwischenzielen je Sektor ist keine Spur zu finden. Wenn das die Antwort der Bundesregierung auf die vereinbarten Ziele der Pariser Klimakonferenz ist, ist das ein schlechtes Zeugnis für die deutsche Klimapolitik. Hier klaffen internationaler Anspruch und im eigenen Land gelebte Wirklichkeit weit auseinander.“ International habe die Bundesregierung beim G7-Gipfel in Elmau wie auch in Paris Akzente gesetzt. Jetzt verweigere sie sich der Einsicht, dass die vereinbarten Ziele auch in Deutschland umgesetzt werden müssen. „Offensichtlich wurde aus dem Entwurf des Bundesumweltministeriums vor allem eine Streichliste für die anderen Ressorts“, so Miller. 

Nicht nur im Energiesektor enttäuscht der Klimaschutzplan, auch im Gebäudesektor mit den extrem langen Investitionszyklen sind kurzfristige wirksame Maßnahmen nicht zu finden, auch wird kein Zeitplan definiert, ab wann Gebäudewärme ohne fossile Energien erzeugt werden muss. Besonders zynisch: Im Verkehrsbereich stellt der Klimaschutzplan die richtige Diagnose, versteckt sich dann jedoch weitgehend hinter Maßnahmen auf EU-Ebene, die gleichwohl bisher meistens von deutscher Seite abgeschwächt wurden. Kein Wort verliert der Plan über den Bundesverkehrswegeplan 2030, der derzeit auf Infrastrukturseite die hohen Emissionen des Verkehrs für die nächsten Jahrzehnte zementieren wird. Der Einstieg in eine dringend notwendige Verkehrswende ist nicht erkennbar.

Unverständlich ist für den NABU auch, dass eine Empfehlung für weniger Fleischkonsum gestrichen wurde. Der Agrarbereich muss dringend klimafreundlicher und naturverträglicher werden. Wenn Deutschland und die EU nicht gegensteuern, würde der Agrarsektor nach aktuellen Schätzungen bis zum Jahr 2050 rund ein Drittel der Treibhausgase der EU ausstoßen – und zum echten klimapolitischen Sorgenkind werden.

„Offensichtlich hat der Klimaschutz nun auch den Vorwahlkampf erreicht. Vermutlich haben die Parteien der Großen Koalition Angst, dass sie mit ernst gemeinten Klimazielen Wähler verschrecken. Der Klimaschutzplan ist mild und mutlos formuliert. In seiner jetzigen Form wird er keine Wirkung haben und bleibt weiter hinter dem zurück, was tatsächlich nötig wäre, um das im Pariser Klimaschutzabkommen formulierte Zwei-Grad-Ziel zu erreichen“, so Miller weiter. 
Quelle: Text: NABU/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen: 
Zum Hintergrund des Klimaschutzplans 2050
Zum Hintergrund des Klimaschutzplans 2050

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Die Land- und Forstwirtschaft einschließlich Landnutzungsänderungen trägt weltweit bis zu 30 Prozent zum Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bei. In Deutschland war die Landwirtschaft 2013 nach Angaben des Bundesumweltamts für 6,7 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Eine Gruppe von Forschern, unter ihnen Professor Klaus Butterbach-Bahl vom Karlsruher Institut für Technologie, hat nun Möglichkeiten der Reduktion von Treibhausgasen aus der Viehhaltung untersucht: technische und betriebswirtschaftliche Maßnahmen, Intensivieren der Viehhaltung sowie Senken der Nachfrage nach tierischen Produkten. Darüber berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift Nature Climate Change.

Der Feischverbrauch hat sich in den vergangenen vierzig Jahren verdoppelt
Weltweit stellt die Viehhaltung einen großen und dynamisch wachsenden Sektor dar: Rund 20 Milliarden Tiere beanspruchen etwa 30 Prozent der Landfläche zum Grasen, ein Drittel des Ackerlands dient dem Anbau von Futterpflanzen, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO angibt. Die Viehhaltung stellt bis zu 50 Prozent des landwirtschaftlichen Bruttoinlandsprodukts weltweit. In den vergangenen 40 Jahren hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch von tierischen Produkten global mehr als verdoppelt. Die Produktion ist entsprechend gewachsen, wobei Intensivierung sowie Ausweitung der landwirtschaftlich genutzten Fläche entscheidende Rollen spielen.

Wiederkäuer, wie diese Ziegen in Kenia, sind für den größten Teil der Methan-Emissionen aus der Land, Foto: Klaus Butterbach-Bahl„Halten diese Entwicklungen an, sind schwerwiegende Umweltauswirkungen zu erwarten, wie fortschreitende Entwaldung und ein deutlicher Anstieg der Treibhausgasemissionen sowie ein Rückgang der biologischen Vielfalt“, sagt Professor Klaus Butterbach-Bahl, Leiter der Abteilung Bio-Geo-Chemische Prozesse am Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU) des KIT und einer der Autoren des nun in Nature Climate Change veröffentlichten Papers. Die Forscher schätzen, dass die weltweite Viehhaltung zwischen 1995 und 2005 verantwortlich für Treibhausgasemissionen von jährlich 5,6 bis 7,5 Gigatonnen CO2-Äquivalenten verantwortlich war. Mit CO2-Äquivalenten lässt sich das Treibhauspotenzial einer Substanz oder Aktivität angeben; als Vergleichswert dient Kohlenstoffdioxid (CO2), das bedeutendste Treibgas. Die wichtigsten Emissionen aus der Viehhaltung sind Methan (CH4), verursacht von Wiederkäuern durch Fermentation bei der Verdauung sowie Lachgas (N2O) durch Futtermittelproduktion und Nutzung von Land zum Futtermittelanbau oder als Weidefläche.

In Deutschland stammten nach Angaben des Umweltbundesamts 2013 rund 54 Prozent der gesamten Methan-Emissionen und über 77 Prozent der Lachgas-Emissionen aus der Landwirtschaft. „Um zu verstehen, wie sich die Emissionen aus der Viehhaltung entwickeln und künftig verringern lassen, müssen wir Möglichkeiten auf der Angebots- wie auf der Nachfrageseite einbeziehen“, so Butterbach-Bahl. Die Forscher untersuchten daher das Emissionsminderungspotenzial technischer und betriebswirtschaftlicher Maßnahmen in der Landwirtschaft, der Intensivierung der Viehhaltung sowie der Senkung der Nachfrage nach tierischen Produkten. Klaus Butterbach-Bahl führte für das Paper eine Literaturstudie zu vorangegangen Arbeiten durch und evaluierte Möglichkeiten zur Verminderung der Treibhausgasemissionen bei Tierhaltung. Bei seinem Forschungsaufenthalt am Internationalen Livestock Research Institute (ILRI) in Nairobi/Kenia baute er ein Umweltlabor zur Quantifizierung des Treibhausgasfußabdrucks von Tierhaltungssystemen in Afrika auf.

ErderwärmungDurch verschiedene Maßnahmen kann der Treibhausgasausstoß deutlich verringert werden
Ein Ergebnis der Forscher: Maßnahmen wie Futterzusätze, besser verdauliche Futtermittel, eine effizientere Verwendung von Wirtschaftsdünger wie Dung sowie Kohlenstoffbindung in Böden von Graslandschaften durch nachhaltige Beweidung können nach Einschätzung der Autoren des Papers die Treibhausgasemissionen um 0,01 bis 0,5 Gigatonnen CO2-Äquivalente pro Jahr reduzieren. Die Steigerung der Produktivität von Tieren, Acker- und Weideland kann den Treibhausgasausstoß direkt verringern, sich aber auch indirekt positiv auswirken, indem sie landwirtschaftliche Flächen einsparen und Entwaldung vermeiden hilft.
Die Verringerung der Nachfrage nach Fleisch und Milch kann ebenfalls erheblich zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beitragen. So erfordert die Produktion von Rinderprotein durchschnittlich 50-mal so viel Land und verursacht 100-mal so viel Treibhausgasemissionen wie die Produktion von Pflanzenprotein. Erreichen lässt sich eine geringere Nachfrage beispielsweise durch Änderung der Preise zugunsten von Nahrungsmitteln, deren Herstellung geringe Emissionen verursacht oder durch eine bewusste Änderung der Ernährung angesichts der mit Tierproduktion oft verbundenen Umweltbelastungen.

Insgesamt könnten Maßnahmen in der Viehhaltung die Treibhausgasemissionen aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Flächennutzung um bis zu 50 Prozent reduzieren, so die Forscher. Was die angebotsseitigen Maßnahmen betrifft, erkennen die Wissenschaftler ein aus technischer Perspektive hohes Potenzial, stellen aber fest, dass dieses sich nur zu rund zehn Prozent zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen verwirklichen lässt. Zurückzuführen ist das auf Einsatzbeschränkungen, Kosten und gegenläufige Abhängigkeiten. Maßnahmen auf der Nachfrageseite besitzen großes Potenzial, das sich aus ökonomischer Perspektive allerdings noch nicht quantifizieren lässt. „Um die Anwendbarkeit und Erschwinglichkeit der technischen und betriebswirtschaftlichen Maßnahmen zu verbessern und negative Auswirkungen auf Existenzgrundlagen, wirtschaftliche Aktivitäten und die Umwelt zu vermeiden, bedarf es dringend weiterer Forschungs- und Entwicklungsarbeiten“, sagt Klaus Butterbach-Bahl.
Text: Margarete Lehné, Pressereferentin, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 
Bilder: Pixabay /Bild Vieh am Wasser: Wiederkäuer, wie diese Ziegen in Kenia, sind für den größten Teil der Methan-Emissionen aus der Landwirtschaft verantwortlich. Foto: Klaus Butterbach-Bahl

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Freitag, 12. Mai 2017 18:31

3,3 Millionen Menschen haben vor zwei Jahren für die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative (EBI) gegen TTIP und CETA unterschrieben. Der Europäischen Kommisson interessierte das wenig. Nun hat die Organisation vor Gericht der Europäischen Union (EuG) Recht bekommen – in allen Punkten! Gratulation. Das ist gelebte Demokratie und eine Blamage für Junker und all diejenigen, die Bürgerbegehren in der EU am liebsten überhaupt nicht akzeptieren wollen.

Unsere Glosse zu TTIP .



 

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