Aus aktuellem Anlass: Der Bayer Konzern übernimmt den amerikanischen Saatgut- und Pestizidhersteller Monsanto für  66 Milliarden Euro.

Album gegen MonsantoAlbum gegen Monsanto The Monsanto Years

„Es sei ein schlechter Tag, um den Kopf in den Sand zu stecken, wo so viele Menschen Hilfe bräuchten, um ihr Land vor den Gierigen zu schützen“, so beginnt der Auftaktsong im Album The Monsanto Years. Es ist Neil Youngs neuestes Opus. Und es ein künstlerisches Werk, auf das ich so lange gewartet habe. Wie kann es „fuck noch mal“ sein, dass unsere Elite, sei es in der Kunst, im Sport oder einfach als VIP, nichts mehr zu sagen hat. Von den Politikern will ich gar nicht mehr sprechen. Seit Jahren verabschiedet sich diese Personengruppe immer mehr von „Volkes Wille und ist „Knecht“ der Großen, der „Big Player“ – Konzerne, die alles fressen, was ihnen unter die Nase kommt. Beispielsweise Monsanto. Der weltgrößte Saatguthersteller und Erfinder von Agent Orange. Das Entlaubungsmittel im Vietnamkrieg. Bis heute gibt es in den kontaminierten Gebieten eine erhöhte Krebsrate und Fehlbildungen bei Neugeborenen.

Ein Musiker gegen die Machenschaften eines Megakonzerns
Young besingt den US-Konzern auf seine ganz persönliche Art und Weise und er hat
recht, wenn aus seiner Kehle ertönt: „Let our farmers grow what they want to grow!“ (Lass unsere Bauern anbauen, was sie wollen…) Verdammt noch mal…Ja! Das muss in die Welt getragen werden. Das muss in jeder Spelunke, in jeder Bar aus dem Lautsprecher schmettern. Der Saat-Tycoon startet gerade mit seinem aktuellen Lieblings-Patentbaby Glyphosat, das zurzeit wohl effektivste Herbizid, einen Eroberungsfeldzug über den ganzen Globus. Mit im Reisegepäck gentechnisch manipulierte Pflanzen wie Mais, Soja, Raps und Baumwolle, die gegen die Wirkung von Glyphosat resistent sind. In den USA und anderen Ländern sind Farmer diesen teuflischen Pakt eingegangen. Das Ergebnis der Knebelverträge für die Bauern: Ernteüberschüsse dürfen nicht ausgesät werden. Monsanto sackt sie ein.

Glyphosat, das zurzeit wohl effektivste Herbizid, feiert einen Eroberungsfeldzug über den ganzen Globus.Glyphosat, das zurzeit wohl effektivste Herbizid, feiert einen Eroberungsfeldzug über den ganzen Globus.Übrigens, als kleines Gimmick für die Allgegenwart des Chemie- und Biotechnologiekonzerns: Glyphosat ist hoch krebserregend. An Youngs singenden Marterpfahl wird auch die Weltmarke Star Bucks Coffee gebunden. Im Song "A Rock Star Bucks a Coffee" wird die Geschäftsbeziehung zu Monsanto kritisiert. Letztendlich ist es das Genfood, das den Künstler auf die musikalische Palme bringt.

Neil Young - ein Musiker mit vielen Gesichtern
Young war in seinem künstlerischen Leben immer ein Seitenwechsler. Mal sympathisierte er mit der Bush-Doktrin nach 9/11, mal ist er Umweltschützer. Natürlich sind mir geradlinig positionierte Statements lieber.
Doch: Das Albums The Monsanto Years ist die Anklage an die wirkliche Macht auf dieser Welt und dafür gebührt Young Dank. Die Weltkonzerne machen Politik und sie werden immer dreister. Aktuelles Beispiel TTIP. Sollte das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA zustande kommen, haben wir eine Entmachtung von demokratisch legitimierten Parlamenten durch Konzernzentralen.
Monsanto hätte mit Sicherheit einen der besten Plätze.

Eine Polemik von Florian Simon Eiler

Titel: 1. A New Day For Love
2.  Wolf Moon
3.  People Want To Hear About Love
4.  Big Box
5.  A Rock Star Bucks A Coffee Shop
6.  Workin' Man
7.  Rules Of Change
8.  Monsanto Years
9.  If I Don't Know

Foto: Einleitungsbild und Textbild pixabay Großer Dank!

Grüne GlosseVielleicht auch interessant:
Glosse zur Unbedenklichkeitserklärung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat: Die „grüne“ Hitparade Pianist Lang Lang spielt gegen Elfenbeinhandel