Massentierhaltung ist schlecht, Ökolandwirtschaft ist gut – ein gängiges Vorurteil. Aber ist das wirklich so?
Am 23. März startet die Dokumentation „Bauer unser“ in den deutschen Kinos.

FilmcoverMenschen in westlichen Industrienationen geht es heute materiell so gut wie noch nie und der Wohlstand will permanent ausgekostet werden. Aber damit sich jeder das neueste Smartphone oder ein schickes Auto leisten kann, wird oft an anderer Stelle gespart – und zwar oft auf dem Teller, an den Lebensmitteln also. Die Anforderungen der heutigen Konsumgesellschaft zwingen die Industrie wiederum, immer mehr von den Landwirten zu verlangen. Billig und mehr soll produziert werden und wer da nicht mitspielt, läuft Gefahr, schnell aus dem Geschäft gedrängt zu werden.

In seinem neuen Dokumentarfilm „Bauer unser“ wirft Regisseur Robert Schabus einen Blick auf die gegenwärtige Situation der Bauern in Österreich und untersucht dabei auch die Auswirkungen globaler Wirtschaftsabkommen wie zum Beispiel TTIP und CETA.

Robert SchabusRegisseur Robert Schabus. Foto: MFA/Johannes Puch

Der Film zeigt gleichermaßen ungeschönt wie unaufgeregt, wie es auf Bauernhöfen zugeht. Regisseur Robert Schabus bleibt in seiner Doku vordergründig unparteiisch. Doch so vielfältig die Bauern, vom Biobauern bis zum konventionellen Agraringenieur, so einhellig der Tenor: So kann und wird es nicht weitergehen. Das Mantra der Industrie – schneller, billiger, mehr – stellen die meisten von ihnen in Frage.

"Bauer unser" ist ein sehenswerter und spannender Film, in dem deutlich wird, wie Wirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie kapitulieren. Weit entfernt von rosigen Bildern einer ländlichen Idylle gibt es dennoch Momente der Hoffnung. Etwa wenn der Gemüsebauer und Rinderzüchter Simon Vetter stolz darauf ist, ein Bauer zu sein, der seine Kunden kennt und der Entfremdung entgegenhält. Oder wenn die Bio-Schafzüchterin Maria Vogt eigenhändig Schafe melkt und frohlockt: "Hey, es geht ja auch ganz anders!"

Ein Film, der Lust macht, dem Bauern ums Eck einen Besuch abzustatten, bewusst heimische Lebensmittel zu genießen – und auch als Konsument das Bekenntnis abzulegen: "Bauer unser". Der Film wurde von Helmut Grassers AllegroFilm produziert, die schon WE FEED THE WORLD und MORE THAN HONEY sehr erfolgreich in die Kinos gebracht hat.
Quelle: Text und Cover: MFA-Film/Bilder: Pixabay

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