Vom 5. Oktober 2016  bis zum 8. Januar 2017 werden im zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität die 90 Siegerbilder des internationalen und größten deutschen Naturfoto-Wettbewerbs „Glanzlichter 2016“ gezeigt. Dieser wird seit 1999 jährlich ausgeschrieben und vergibt in acht verschiedenen Kategorien Geld- und Sachpreise im Wert von etwa knapp 30.000 Euro.        

„Dramaturgie des Himmels -Wolkenhimmel über West-Island“   Copyright Foto: Thomas Kolenbrander„Dramaturgie des Himmels -Wolkenhimmel über West-Island“ Copyright Foto: Thomas Kolenbrander„Glanzlichter der Naturfotografie 2016 im Museum Koenig in Bonn
Teils bizarre, teils schöne Bilder, die teilweise schon an Werke der bildenden Kunst erinnern, wecken insbesondere bei unsere jüngeren Besucher den Wunsch, die Natur zu schützen“ begründete Prof. Dr. Wolfgang Wägele in seiner Begrüßungsrede das Museum Koenig als Ausstellungsort.
„Die Jury bestehend aus Viola Brandt, Andreas Klotz und mir musste nach der Wahl des Gewinnerbildes für den Fritz Pölking-Award durch Gisela Pölking die 21.654 Bildeinsendungen aus 38 Ländern  bewerten. Eine aufwändige Prozedur vor einem großen Monitor“ erläuterte Mara Fuhrmann vom Projekt »natur und fotografie«, das seit 17 Jahren den internationalen Naturfoto-Wettbewerb »Glanzlichter« veranstaltet. „Eine digitale Überarbeitung ist beim Wettbewerb nur in bestimmten Grenzen erlaubt, die Einhaltung der Auflagen wird von uns anhand der RAW-Dateien kontrolliert“ ergänzte Udo Höcke, ebenfalls vom Projekt »natur und fotografie«. 

Die Ausstellung wird während der regulären Öffnungszeiten gezeigt. Es wird kein gesonderter Eintritt erhoben. Der  zur Ausstellung gehörige Katalog im Hardcover-Format von 21 x 30 cm umfasst auf 136 Seiten die 87 Siegerbilder sowie ein Grußwort der Schirmherrin Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Das durchgehend farbig illustrierte Werk ist für 20,- Euro auch an der Museumskasse erhältlich.
Der Gesamtgewinner (Allover-Winner) Thomas Kolenbrander aus Deutschland wurde mit seinem Bild „Dramaturgie des Himmels -Wolkenhimmel über West-Island“ aus 21.654 Bildeinsendungen ausgewählt. Der Naturfoto-Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Barbara Hendricks und unter dem Patronat des DVF. Die Glanzlichter-Sponsoren aus der Fotoindustrie stellen die Preise im Gesamtwert von € 28.000 zur Verfügung.
Auf der Fahrt zum Nationalpark þingvellir sah Kolenbrander einen außergewöhnlichen Wolkenhimmel im Westen Islands. Leider war weit und breit kein passendes Motiv zu sehen, mit dem er den Himmel hätte kombinieren können. Nach einigen Kilometern weiterer Fahrt hatte er Glück, weil eine hübsche Hügelkette auftauchte. Endlich war eine gute Komposition möglich. Wohlwissend, dass solche Wolkenkonstellationen nicht ewig andauern, rannte Kolenbrander über das Gelände auf einen Zaun zu, weil er diesen nicht in das Bild einbeziehen wollte. Am Zaun angekommen konnte er noch einige schöne Aufnahmen machen, bevor der Zauberhimmel wieder verflogen war.
Das diesjährige Siegerbild wurde von der Jury einstimmig gewählt. Es ist in 18 Jahren „Glanzlichter“ Naturfoto-Wettbewerb erstmals ein Landschaftsfoto. Und es ist erstmalig ein Schwarz-Weiß-Bild.

Jedes Jahr werden zwei Sonderpreise werden ausgelobt: Der „Fritz Pölking-Award“ und der „Junior Award“.
In diesem Jahr gewann Heinz Buls aus Deutschland den Fitz Pölkin-Award mit dem Bild „Großangriff Buntspecht und Eichelhäher“ Pfaffenhofen, Bayern, Deutschland. Dieser Preis wird zu Ehren von Fritz Pölking vergeben, dem bekanntesten deutschen Naturfotografen, der über Jahrzehnte der Naturfotografie mit seinen Ideen, Beiträgen und Fotos entscheidende Impulse gegeben hat. Das Gewinnerbild wird von seiner Witwe Gisela ausgewählt, die selbst Naturfotografin ist.

Gewinnerbild Fitz Pölking-Award : „Großangriff Buntspecht und Eichelhäher“ Foto Copyright: Heinz Buls Gewinnerbild Fitz Pölking-Award : „Großangriff Buntspecht und Eichelhäher“ Foto Copyright: Heinz Buls

Kamera fängt Vogelkampf ein
Buls fotografiert schon seit acht Jahren vor allem in den Wintermonaten verschiedenste Vogelarten in einem schwer zugänglichen Brachgelände, das von einem breiten Wassergraben umgeben ist. Dieses kleine Naturparadies liegt in der Nähe seines Wohnortes.
Im schneereichen Winter 2013 beobachtete er aus dem Tarnversteck heraus einen Buntspecht, der an einer morschen, abgebrochenen Birke herumhämmerte. Ein Eichelhäher, der diesen Stamm schon länger als Ansitz in Anspruch nahm, war mehr als empört über diesen Eindringling. Nach mehreren Drohkrächzern flog er den ersten Scheinangriff gegen den Specht, der aber völlig unbeeindruckt blieb. Die Kamera hatte Buls inzwischen voll auf diesen Schauplatz eingerichtet, doch der Specht alleine war noch kein so außergewöhnliches Fotomotiv, so hoffte er auf den Häher. Nach kurzer Ruhezeit flog der Eichelhäher diesmal ohne Vorankündigung einen erneuten Angriff. Doch trotz des deutlichen Größenunterschiedes ließ sich der Buntspecht nicht beirren, er hielt zur Verteidigung seinen kräftigen Schnabel dem Angreifer wie eine Speerspitze entgegen. Mehrere Großangriffe folgten, jedoch ohne Feindberührung.
Dann gab der Eichelhäher auf, flog auf den Boden, holte sich noch ein paar Körner und verschwand mit lautem Gekrächze. In diesen spannenden Momenten mit viel Adrenalin hatte Heinz nicht mal mehr bemerkt, wie kalt es an diesem Tag war. Und erst jetzt hatte er Zeit auf das Display der Kamera zu blicken, ob der Autofokus ihn nicht im Stich gelassen hatte. Mit zwei gelungenen Szenen war er mehr als zufrieden, denn dieses Schauspiel hat sich, wie so oft in der Naturfotografie, nie mehr wiederholt.
Begründung von Gisela Pölking

Aufgaben des zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig
Die wissenschaftlichen Untersuchungen des zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig (Leibniz Institut für Biodiversität der Tiere) dienen dem Erhalt der Biodiversität. Insbesondere weil nur ein Bruchteil der existierenden Arten heute bekannt ist, drängt die Zeit, Methoden zu entwickeln, mit denen schnell und effizient Arten im Gelände bestimmt werden können. Näheres unter www.zfmk.de
Die 88 Institute der Leibniz-Gemeinschaft erforschen drängende Probleme unserer Gesellschaft (z.B. Klimawandel, Volkskrankheiten, Bildung etc.), stellen wissenschaftliche Infrastrukturen zur Verfügung und beraten Politik und Gesellschaft auf Basis ihrer Forschungsergebnisse. Näheres unter www.leibniz-gemeinschaft.de

Sabine Heine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere , Bilder unbeschriftet: pixabay

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