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Am 23. März startet die Dokumentation „Bauer unser“ in den deutschen Kinos.

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Massentierhaltung ist schlecht, Ökolandwirtschaft ist gut – ein gängiges Vorurteil. Aber ist das wirklich so?
Am 23. März startet die Dokumentation „Bauer unser“ in den deutschen Kinos.

FilmcoverMenschen in westlichen Industrienationen geht es heute materiell so gut wie noch nie und der Wohlstand will permanent ausgekostet werden. Aber damit sich jeder das neueste Smartphone oder ein schickes Auto leisten kann, wird oft an anderer Stelle gespart – und zwar oft auf dem Teller, an den Lebensmitteln also. Die Anforderungen der heutigen Konsumgesellschaft zwingen die Industrie wiederum, immer mehr von den Landwirten zu verlangen. Billig und mehr soll produziert werden und wer da nicht mitspielt, läuft Gefahr, schnell aus dem Geschäft gedrängt zu werden.

In seinem neuen Dokumentarfilm „Bauer unser“ wirft Regisseur Robert Schabus einen Blick auf die gegenwärtige Situation der Bauern in Österreich und untersucht dabei auch die Auswirkungen globaler Wirtschaftsabkommen wie zum Beispiel TTIP und CETA.

Robert SchabusRegisseur Robert Schabus. Foto: MFA/Johannes Puch

Der Film zeigt gleichermaßen ungeschönt wie unaufgeregt, wie es auf Bauernhöfen zugeht. Regisseur Robert Schabus bleibt in seiner Doku vordergründig unparteiisch. Doch so vielfältig die Bauern, vom Biobauern bis zum konventionellen Agraringenieur, so einhellig der Tenor: So kann und wird es nicht weitergehen. Das Mantra der Industrie – schneller, billiger, mehr – stellen die meisten von ihnen in Frage.

"Bauer unser" ist ein sehenswerter und spannender Film, in dem deutlich wird, wie Wirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie kapitulieren. Weit entfernt von rosigen Bildern einer ländlichen Idylle gibt es dennoch Momente der Hoffnung. Etwa wenn der Gemüsebauer und Rinderzüchter Simon Vetter stolz darauf ist, ein Bauer zu sein, der seine Kunden kennt und der Entfremdung entgegenhält. Oder wenn die Bio-Schafzüchterin Maria Vogt eigenhändig Schafe melkt und frohlockt: "Hey, es geht ja auch ganz anders!"

Ein Film, der Lust macht, dem Bauern ums Eck einen Besuch abzustatten, bewusst heimische Lebensmittel zu genießen – und auch als Konsument das Bekenntnis abzulegen: "Bauer unser". Der Film wurde von Helmut Grassers AllegroFilm produziert, die schon WE FEED THE WORLD und MORE THAN HONEY sehr erfolgreich in die Kinos gebracht hat.
Quelle: Text und Cover: MFA-Film/Bilder: Pixabay

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Wie in jedem Jahr ehrt der UmweltMedienpreis der Deutschen Umwelthilfe herausragende Leistungen, die sich mit der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen auseinandersetzen.

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Nominierungsverfahren läuft bis 31. Mai 2017

Berlin - Im November 2017 vergibt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in Berlin zum 22. Mal den renommierten UmweltMedienpreis für herausragende journalistische und schriftstellerische Leistungen in der Umweltberichterstattung. Mit der Auszeichnung ehrt die DUH Autorinnen und Autoren, die sich mit der Zukunft der Erde, mit Chancen und Risiken künftiger Entwicklungen für Mensch und Natur auseinandersetzen und die viele Menschen für die Bewahrung der Natur begeistern.

Der Ehrenpreis wird in den Kategorien Printmedien, Hörfunk, Fernsehen und Online an Journalisten, Filmemacher, Redakteure, Umweltgruppen, Autoren und Verleger verliehen, die in beispielhafter Weise das Bewusstsein für Umweltgefahren schärfen, umweltbezogene Fragestellungen lösungsorientiert darstellen und Umwelt- und Naturthemen publikumsgerecht vermitteln. Geehrt werden außerdem Beiträge, die Handlungsanreize schaffen und Pionierleistungen im Bereich des Umwelt-, Natur- und Artenschutzes bekanntmachen sowie dem Verbraucherschutz zu einem höheren Stellenwert verhelfen.

Die Teilnahmebedingungen sind unter www.duh.de/ump/ erhältlich. Nominierungen können bis 31. Mai 2017 unter www.duh.de/nominierung.html oder auf dem Postweg eingereicht werden. Über die Vergabe des Preises, den die Telekom Deutschland unterstützt, entscheidet der Bundesvorstand der Deutschen Umwelthilfe.
Quelle: Text: DUH/Bilder: Pixabay

Downloads: Ausschreibung_UMP_2017.pdf 

Fotomodell Barbara Meier

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Fotomodell Barbara Meier wird WWF-Projektbotschafterin Geisternetze / In Sommersaison 5 Tonnen alter Fischernetze aus der Ostsee geborgen

Barbara Meier beim WWF als BotschafterinBarbara Meier beim WWF als BotschafterinDas WWF-Projekt zur Geisternetzbergung aus der Ostsee erhält prominente Unterstützung: Fotomodell und Schauspielerin Barbara Meier unterstützt den WWF als Projektbotschafterin. „Meere sind  viel mehr als Erholungsorte oder traumhafte Kulisse, wir müssen unsere Meere besser schützen und die Vermüllung des Ozeans mit Plastik stoppen“, sagt Barbara Meier. Schätzungsweise 10 Prozent des  Kunststoffmülls in den Weltmeeren bestehen aus verlorengegangenem Fischereigerät, sogenannten Geisternetzen. Allein in der Ostsee  gehen jährlich bis zu 10.000 Fischernetze oder Netzteile verloren.

Barbara Meier wird den WWF künftig dabei unterstützen, das Thema Geisternetze verstärkt in die Öffentlichkeit zu bringen. Zunächst hat sie sich bei einer WWF-Bergungsausfahrt mit Fischkutter  und einem Tauchgang vor Rügen selbst ein Bild gemacht. „Wir sind zu einem Wrack getaucht, an dem sich Geisternetze verfangen haben. Teilweise war der Schiffsrumpf regelrecht eingewickelt in alte Kunststoffnetze, das war auch bei wenig Sicht gut zu erkennen“, schildert Barbara Meier die Eindrücke ihres ersten Tauchgangs in der Ostsee.

Auch die anschließende Bergung von drei frei am Grund  liegende Netzen hat die Schauspielerin beeindruckt. Die Position der Netze wurde mit Bojen markiert, vom Fischkutter aus mit einer Hakenkonstruktion angesteuert und die Netze über die Winde an Bord gehievt. „Es ist aufwändig die Geisternetze aufzuspüren und sie vom Meeresboden hochzuziehen, aber es ist ein gutes Gefühl, dass wir die Ostsee heute ein bisschen sauberer gemacht haben“, so Meier. Ihre Verbundenheit zu Meer erwachte schon in Kindertagen. „Ich habe mir als Kind oft Walgesänge angehört und war fasziniert von der geheimnisvollen Welt des Meeres. Und klar ist auch, Plastikabfall in jeder Form schadet der Unterwasserwelt“.

Insgesamt hat der WWF in dieser Bergungssaison fünf Tonnen Geisternetze vor den Küsten Rügens und Usedoms geborgen. 
Quelle: Text; WWF Deutschland/Bild: Thomas Macholz/WWF

Eva PadbergÜber weitere Promis im Einsatz für den Umweltschutz lesen Sie hier!

Am 22. März 2017 steht der Weltwassertag unter dem Motto "WASTEWATER".

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Die Vereinten Nationen (VN) haben den 22. März jedes Jahres zum Weltwassertag ausgerufen. Ziel ist es, dem global bedeutsamen Thema Wasser Bedeutung und Aufmerksamkeit zu widmen.

Der Weltwassertag ist ein Ergebnis der Weltkonferenz "Umwelt und Entwicklung" 1992 in Rio de Janeiro und wird seit 1993 aufgrund einer Resolution der VN-Generalversammlung alljährlich begangen.

Der Weltwasserstag 2017 steht unter dem Motto "Wastewater - Abwasser“. Das Thema des World Water Development Reports, der immer aus Anlass des Weltwassertages von UN Water herausgegeben wird, konzentriert sich ebenso auf Abwasser und lautet für 2017 "Wastewater – the untapped resource". Weitere Informationen zum Weltwassertag stehen auf der Internetseite der VN zur Verfügung.

“Nature doesn’t need people. People need nature.” Unter diesem Motto hat die Umweltschutzorganisation Conservation International die Bestenriege der Hollywoodstars im Namen der Natur sprechen lassen. Die Kurz-Videos eröffnen dabei einen neuen Blick auf unsere Umwelt und die Elemente unserer Erde wie der Boden, die Bäume, das Korallenriff und - das Wasser:

„Die Menschen halten mich für selbstverständlich. Aber ich bin endlich und von ihnen gibt es immer mehr.“ 
(Penélope Cruz als die Stimme des Wassers)

Hintergrund zum Projekt: Stimme der Natur
Julia Roberts, Penélope Cruz, Harrison Ford, Edward Norton, Robert Redford, Ian Somerhalder und Kevin Spacey: Das sind die Namen der Prominenten, die der Natur ihre Stimme geben. Nachdrücklich, ernst und auffordernd. Sie verwandeln sich in einen Ozean,

in ein Korallenriff, in plätscherndes Wasser, in einen Mammutbaum, in den Regenwald, in Blumen, in fruchtbarem Erdboden und in die Mutter Natur selbst. Faszinierende Bilder einer teilweise noch intakten Welt zeigen uns die Schönheit aber auch gleichzeitig die Zerbrechlichkeit der Natur. So lautet auch der Slogan der Umweltschutzorganisation „Conservation International“ :

Natur braucht den Menschen nicht. Aber die Menschen die Natur.

Die Kurzvideos wollen wachrütteln und den Blick schärfen: Sie demonstrieren somit nicht nur die natürlichen und naturbelassenen Gebiete dieser Erde, sondern eben auch die Auswirkungen der Menschenhand und seiner großen Gier.

Diese als Kampagne angelegte Kurzfilme unter dem Titel „Nature is Speaking“ (Die Natur spricht!) sind sicherlich nicht die ersten Dokumentationen dieser Art, die auf das Thema aufmerksam machen. Doch die Botschaften erhalten hier nochmals eine andere Dimension. Die Symbiose von Pflanze und Tieren ist dann fruchtbar und gelingend, wenn die Natur sich ausdehnen und entfalten und ihre eigenen Regenerationsprozesse steuern kann.

WasserMehr zum Thema "(Ab)wasser" finden Sie hier!


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Zum Weltkindertag am 20. November, dem Jahrestag, an dem die UN-Vollversammlung die Kinderrechtskonvention von 1989 verabschiedete.
Sie gehört zu den deutschen Supermodels und hat auf internationalen Laufstegen Karriere gemacht zum Beispiel in London, New York, Paris oder Mailand. Außerdem arbeitet Eva Padberg seit einigen Jahren erfolgreich als Sängerin, Schauspielerin und Moderatorin. Trotzdem ist die 37-Jährige alles andere als abgehoben und engagiert sich gerade für die, die weitab von Glitzer und Glamour ihr Leben fristen müssen: Seit 2006 unterstützt die gebürtige Thüringerin die Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF und hat seitdem zahlreiche Projektreisen nach Burkina Faso, Südafrika und Georgien gemacht.
 
Eva Padberg liegen Kinder besonders am HerzenEva Padberg mit Schülern der Kau Kul Grundschule im Kampong Siem District in Kambodscha.
© UNICEF Deutschland/Claudia BergerEines liegt ihr dabei besonders am Herzen: die Kampagne „Schulen für Afrika". Um sich vor Ort ein Bild zu machen, besuchte sie 2006 Schulklassen in Ruanda. Über die Kampagne und die Arbeit von UNICEF sagt sie:
„Das schönste Lächeln der Welt habe ich nicht auf den Laufstegen in Mailand oder Paris gesehen, sondern beim Besuch von UNICEF-Projekten in Ruanda. Die Mädchen dort freuen sich, weil sie in die Schule gehen dürfen.“

Seit Dezember 2012 darf sich das 1,79 Meter große Top-Model UNICEF-Botschafterin nennen. Ihre erste Projektreise seit ihrer Ernennung führte sie im März 2013 nach Kambodscha, ein Land, in dem nur jeder zweite Mensch Zugang zu sauberem Trinkwasser und nur jeder Vierte Zugang zu sanitären Anlagen hat. Im Rahmen der Kampagne „Wasser wirkt“ setzt sich die Hilfsorganisation in dem südostasischen Königreich für sauberes Trinkwasser und Hygiene ein. 

Neben ihrer ehrenamtlichen Arbeit für UNICEF ist die blonde Deutsche auch bei TransFair aktiv. Eva Padberg unterstützt den gemeinnützigen Verein, der unter anderem das Fairtrade-Siegel vergibt, seit 2008. Zwischen November 2008 und dem Sommer 2009 machte die Mentorin der Model-Castingshow „Das perfekte Model“ im Rahmen der gemeinsamen Kampagne von UNICEF und TransFair "Stoppt Ausbeutung" auf das Thema ausbeuterischer Kinderarbeit, insbesondere in der Baumwoll- und Textilindustrie, aufmerksam.

Eva Padberg setzt sich für sauberes Wasser ein.Eva Padberg trinkt Wasser aus einer Filteranlage in der Gemeinde Pothiban in Kambodscha.
© UNICEF Deutschland/Claudia BergerAuch nach Abschluss der Kampagne blieb „Fairer Handel“ für sie ein wichtiges Anliegen: Im Vorwort des TransFair-Jahresberichtes 2009/10 forderte sie beispielsweise zum Kauf von Fairtrade-Produkten auf: „Wir haben die Möglichkeit, die Welt gerechter zu gestalten, indem wir als Kunden im Geschäft nachfragen, woher die Waren stammen und zu welchen Bedingungen sie gehandelt wurden. Ich bin froh, dass ich mit meiner Entscheidung, was ich einkaufe, einen Beitrag dazu leisten kann." 
Für den deutschen Versandhandel OTTO hat Eva Padberg bereits einige Male in "fair fashion" posiert und nahm für die „faire Sache“ sogar die Herausforderung als Designerin an. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Musiker und Produzenten Niklas Worgt (DJ Dapayk), entwarf sie im Juni 2010 für das Kölner Fairtrade-Modelabel armedangels das T-Shirt „Two Hearts–One Rhythm“, um ein Zeichen gegen Ausbeutung, Umweltverschmutzung und Kinderarbeit zu setzen. Das in puristischer, schwarz-weiß Optik gestaltete T-Shirt besteht aus Fairtrade Bio-Baumwolle und hat einen ökologischen Druck, der auf Wasserbasis basiert. Laut Firmen-Website ist das Shirt mittlerweile bereits ausverkauft. 

Zudem setzt sich die Moderatorin der Sendung „InStyle – das TV-Magazin“ für zahlreiche karitative Projekte wie das SOS-Kinderdorf und die Ronald-McDonald-Stiftung ein und unterstützt „Die Chancenstiftung – Bildungspaten für Deutschland“. 

Eva Padberg engagiert sich für die Jugend.Eva Padberg vergibt 2014 einen Preis an Junior Botschafter in der Frankfurter Paulskirche.
© UNICEF DT/2014/VielzAuch eines ihrer jüngeren Engagements galt der Jugend und deren Zukunft auf dieser Erde: Im März 2013 läutete Eva Padberg den Endspurt zu einer gemeinsamen Initiative von UNICEF und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ein: Jugendliche sollten ihre Ideen und Meinungen für eine bessere Welt auf www.WorldWeWant.de veröffentlichen und über ihre Vorstellung von einer gerechteren Zukunft diskutieren.

Die Internetplattform ist Teil der weltweiten Befragung über die neuen Ziele der Vereinten Nationen. Diese sollen die Millenniumsentwicklungsziele nach 2015 ablösen. Die Ergebnisse daraus fließen in die Diskussionen über die neuen Entwicklungsziele für eine bessere Welt mit ein. Auch dabei hat Eva Padberg die Jugendlichen unterstützt. „Wenn viele gemeinsam von einer besseren Zukunft träumen, ist das der Anfang für Veränderungen in der Wirklichkeit“, sagt Eva Padberg.
Quelle: Text: Linda Fischer/Bilder: UNICEF

Im November 2013 zerstörte der Wirbelsturm Haiyan auf den Philippinen ganze Landstriche. UNICEF-Botschafterin Eva Padberg hat die schwer beschädigte Stadt Tacloban besucht. Sie berichtet von bewegenden Begegnungen mit Taifun-Opfern und von der erfolgreichen Nothilfe durch die UNICEF-Mitarbeiter vor Ort:

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Mann im Grünen    Alternativer

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Heute, am 03.11.2016, ist "Weltmännertag". Aus diesem Anlass bringen wir ein Beispiel, wie sich "Mann" mit allem, was er hat, für mehr Nachhaltigkeit einsetzt. Viel Spaß! 

Viele Menschen versuchen in ihrem Alltag nachhaltiger zu leben. Manche, na sagen wir, sehen das Ganze, ein bisschen zu verbissen.  

Auszug aus einem Tagebuch:
Inhaber der Seiten: Bekennender Markenfetischist, männlich, lebt mit seinem Kater Julius in einer deutschen Großstadt.
Viel Spaß!
 
Sonntag
Ziehe mir mit Julius eine DVD rein. Kult aus den 80ern. Terminator. Traumhaftes Bild auf meinem neuen 46 Zoll Flat. Arnold Schwarzenegger in seinen besten Zeiten. Schön aufgepumpt. Gefühlte fünf Worte bilden seinen Wortschatz. Julius zieht eine Mütze voll Schlaf in seinem Designerkörbchen von Colani vor. Ich finde Arnie einfach klasse.
 
Montag
Gerade habe ich im Radio gehört, dass der Ex-Gouverneur von Kalifornien, Schwarzenegger, bei einer Rede gesagt haben soll, Klimaschutz sei sexy. Arnie hat´s einfach drauf. Spontan bekenne ich mich zu der neuen Idee. Marschiere an vorderster Front einer neuen, quasi sexuellen Revolution entgegen.
Jeder Tag kann nachhaltig seinErste Handlung im neuen "nachhaltigen" Leben - FahrradfahrenErste Handlung: Lasse mir über ein Online-Versandhaus ein T-Shirt drucken mit dem Slogan: „Ich bin sexy, weil ich das Klima schütze.“ Sprinte in den Keller und schleppe mein verstaubtes Fahrrad nach oben. Julius glotzt ungläubig auf die quietschende Fahrradpumpe, während ich mehr Luft in meinen Bizeps als in meine Reifen presse. Gleich darauf geht es in die Redaktion.
 
Wow! Fahrradfahren macht richtig Spaß. Natürlich fahre ich abseits der Hauptstraße und natürlich verfahre ich mich.
Später meint mein Chef, was denn mit mir los sei, ich sei noch nie zu spät zur Arbeit erschienen. Ich, noch völlig außer Puste und verschwitzt, entgegne, dass alles in bester Ordnung sei und Klimaschutz das eine oder andere Opfer von uns abverlangen würde. Mein Chef ringt jetzt ebenfalls nach Luft.
Fühle mich wie neugeboren. Den restlichen Tag bin ich mehr damit beschäftigt, mir meinen persönlichen Aktionsplan auszudenken, als mich auf meine Arbeit zu konzentrieren.
 
Dienstag
Gestern Abend ist Marie mit einer selbstgemachten Ananastorte vorbeigekommen, „die ich doch so gerne mag". Jedenfalls bis gestern. Musste ihr erklären, dass Unmengen von CO2 in die Luft gepustet werden auf dem Weg vom Anbaugebiet der Ananas in Zentralamerika bis zu uns in das Supermarktregal.
Anschließend war sie ein bisschen beleidigt. Heute ist sie die Erste im Bad. Ich klopfe und frage, ob es nötig sei, dass während des Haarewaschens das Wasser weiterlaufen müsse. Maulen aus der Duschkabine. Gerade die Morgentoilette steht bei mir ganz oben auf meinem Aktionsplan. Hier gibt es genügend Einsparpotenzial. Beispiel Rasur. Momentan Vier-Tage-Bart. Überlegung: Rasierapparat frisst Energie. Deswegen nur noch einmal die Woche das Gerät einschalten. Bevor ich noch über meine Dusche nachdenken kann, fällt mir ein, dass ich los muss. Sollte heute vielleicht mal wieder pünktlich sein.
 
Mittwoch
Julius nachhaltige WocheJulius hat das vegetarische Futter "ordentlich gestrichen" sattJulius kaut etwas unmotiviert auf seinem neuen Katzenfutter rum. Gestern habe ich im Internet gelesen, dass die kleinen Tiger wahre CO2-Verursacher sind, rechnet man die Herstellung des Futters, den verursachten Müll und die Sauberhaltung des Katzenklos mit rein. Julius hat das Rumbeißen auf seinem ersten vegetarischen Futter unterbrochen und schaut mich vorwurfsvoll an. Wahrscheinlich kann er Gedanken lesen.
Schlüpfe mit meiner stahlharten Männerbrust in mein neues T-Shirt. Draußen regnet es. Fahre mit der Tram. Viele der Fahrgäste schauen auf mein Hemd und lächeln. Na also. Wirkt! Hier kommt „Hero Man of Climate“. Während ich noch in meinem selbst erfunden Comic schwelge, verpasse ich meine Haltestation. Chef meint, wenn ich so weitermache, sollte ich mir nicht über das Klima Gedanken machen, sondern eher über meinen Job, weil ich bald keinen mehr haben würde. Ich bin tiefenentspannt und weiß, wahre Helden müssen sich ab und zu Herausforderungen stellen.
Höhepunkt des Tages: Ich halte spontan in unserer Kantine ein Referat über den völlig geisteskranken Fleischkonsum der Industrienationen und die damit verbundenen Auswirkungen auf das gesamte Klima auf unserem Planeten. Tosender Beifall von einer Gruppe von Küchenhelfern aus Rumänien. Meine Kollegen wollen lieber das Thema unter sich ausdiskutieren.
 
Donnerstag
Seit gestern hält es Julius nicht mehr lange in der Wohnung aus. Spielt den Beleidigten und beachtet mich gar nicht mehr. Wahrscheinlich geht er hinaus, Mäuse jagen. Auch gut. Wird wenigsten die Regionalität gefördert. Bei dem Gedankenspiel kommt mir eine Idee. Ich gehe zu meinem Metzger und frage ihn, woher das Rindfleisch eigentlich komme. Am Anfang schaut er mich etwas fragend an. „Ach so, Sie sind es Herr Brommer. Ich hab Sie gar nicht erkannt wegen des Bartes.“ Das Fleisch komme von einem nahegelegenen Hof. Das ist mir zu wenig Info. Ich will wissen, wie viel Kilometer der Hof weg ist und wie das Rind mit Vornamen geheißen hat. Tja, das war´s dann. War mal mein Metzger. Als ich den Laden verlasse, ruft mir der Chef noch hinterher, ich solle lieber an Sojawürstchen rumlutschen.
Abends sitze ich bei Kerzenlicht und schaue alte Fotoalben an. Spart Energie und ist mal wieder richtig schön. Bin heute nicht so gut drauf. Auf meine Lieblingsserie „Sex and the City“ zu verzichten, ist echt hart. Julius glotzt demonstrativ den ganzen Abend in die Wohnzimmerecke.
 
Freitag
Heute Vormittag eine Rundmail verfasst mit dem Aufruf, dass jede Kollegin beziehungsweise jeder Kollege doch bitteschön über das Wochenende seinen Computer und das Licht ausschalten möge. Ja, Klima-Held zu sein, ist nicht immer einfach.
Nach der Arbeit treffe ich Marie im Park. Sie wolle mit mir reden. Wir kaufen am Kiosk noch zwei „Latte to go“. Meinen lasse ich in mein mitgebrachtes Senfglas füllen. Das habe ich mal bei einem Amerikaner im Fernsehen gesehen. Spart eine Menge Müll. Marie scharrt unruhig mit den Füßen. Sie kommt sofort zur Sache. Ich hätte mich die letzten Tage stark verändert. Ich sei nicht mehr normal vor lauter Klima schützen.
„Alex, du riechst nicht mehr ganz frisch. Du solltest mal wieder unter die Dusche und außerdem, was soll das mit dem Bart? Lässt Du Dir jetzt einen Vollbart wachsen? Du bist doch total abgedreht!“ Ich lache, habe gar nicht richtig zugehört und frage sie, ob sie wisse, wie viel CO2 man beim Sex erzeuge?
Das war´s dann. Sechzehn Monate futsch. Bevor sie geht, zeigt sie mir noch den Autofahrergruß.
 
 Samstag
Kuh nachhaltige WocheKommt die Milch von Elsa, Sigi oder Margit?Heute komme ich überhaupt nicht auf die Beine. Liege mit einem Kopf im Bett, als hätte ich einen Riesenkater. Julius ist diese Nacht nicht nach Hause gekommen. Klimaschützen ist doch nicht so sexy.
 Irgendetwas läuft falsch. Mein Kater mutiert langsam zur Wildkatze, meine zweibeinige Katze ist auch weg und mein Chef läuft einen persönlichen Feldzug gegen mich. Ich stehe auf, mache mir ein Müsli mit der Milch vom Bauern Gottfried, der ist Luftlinie zirka drei Kilometer von mir entfernt. Ob jetzt die Milch von Elsa, von Sigi oder Margit kommt, ist mir völlig egal. Ich habe heute schon genug Klima gerettet.
 
Bilder: pixabay
Vielleicht Lust auf "grüne Themen durch die Glossenbrille betrachtet" - gibt es nur bei uns         . Viel Spaß!

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...und schon gibt es die ersten Erdbeeren in den Verkaufsregalen. Ökologisch ein Wahnsinn. Unser Wohlstand verlangt das ganze Jahr nach Früchten.

Der lange Weg eines Plastikschälchens Erdbeeren - in den Müll.

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