Kein Zündgeräusch, kein knatternder Diesel. Das gelbe Paketauto liefert immer häufiger mit leisem Summen die bestellte Ware an seine Kunden. Man kann es kaum glauben – aber aktuell macht die E-Mobilität bei der Deutschen Post beziehungsweise ihrer Tochter DHL Furore und nimmt den deutschen Autokonzernen ordentlich „Luft aus den Reifen".
 
Der „gelbe Riese" hat im Sinne unserer Umwelt gehandelt, was man von einem ordentlichen, verantwortungsvollen Großunternehmen hierzulande erwartet. Bereits vor zwei Jahren haben sich die Paket- und Briefzusteller an die bekannten Autohersteller Volkswagen, Daimler und Audi gewandt mit der Idee, gemeinsam einen Stromer für die Paketzustellung zu bauen. Die Bosse der Wolfsburger und Stuttgarter hatten an dem „grünen" Vorschlag wenig Interesse.
 
PostStreetScooter thyssenkrupp hat die Entwicklung des neuartigen Elektromobils unterstützt. Foto: ThyssenkruppElektrische Postwagen alltagserprobt
Doch die Post gab nicht auf. Kaufte das Aachener Start-up „Streetscooter" besetzt mit hungrig forschenden Köpfen frisch von der Uni. - In diesem Zusammenhang muss man den Erfinder- und Wissensgeist in den deutschen Universitäten loben! – Wie man sieht, hat sich die Investition gelohnt: Elektrische Transporter rollten und rollen nun erfolgreich durch unsere Wohnsiedlungen.
 
Und nun soll's noch größer werden: Vergangene Woche gab's zusammen mit Ford die Vorstellung eines noch größeren Paketwagens, „Work XL", sieben Meter lang, ein Stromer der Extra-Klasse an dem man erkennt, wie sich die gesamte Automobilindustrie verändert. Der Autohersteller Ford ist nur noch Zulieferer für Gestell- und Fahrerkabine.
 
Und was machen derweilen die deutschen „Automobil-Vorzeigekonzerne"? Ja, sie betrügen, manipulieren, greifen indirekt in Gesetze und Verordnungen ... Und was noch viel schlimmer ist, sie machen bis zum heutigen Tag einfach so weiter als wäre nichts passiert. Es will mir nicht einleuchten, dass ein deutscher Volkswagenbesitzer weniger wert ist als ein amerikanischer. Letzterer bekommt gute Dollars für seinen manipulierten Diesel-Wagen als Entschädigung, während in Good Germany ein kostenloses, sehr fragwürdiges Update auf den Autobesitzer wartet...
Eine Aufarbeitung der Manipulation hat nicht einmal ansatzweise innerhalb der Konzerne stattgefunden. Über die Jahre hinweg haben sich die Autobauer von einem „gesunden" Miteinander zu Ihren Kunden entfernt. Die Politik hat dabei stumm zugesehen.
Profit, Profit, Profit. Und gab es doch mal flaue Kritik an ihren Machenschaften so holen die Chef-Etagen reflexartig die alles zertrümmernde „Arbeitsplatzkeule" heraus.
 
Die Post ist gegen Fahrverbote gerüstet
Fakt ist: Aufgrund der hohen Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Werte drohen Fahrverbote für München, Stuttgart und in vielen anderen Städten. Volkswagen, Audi, Daimler, Porsche, BMW und Opel haben mit SUVs ihre Antwort auf die Entwicklung geliefert. Leider komplett die falsche.
Seit diesem Jahr verkauft die Post ihre beiden ersten Modelle vom Streetscooter auch an Handwerker, Lieferdienste und kommunale Betriebe. Die Anfrage steigt rapide. Auch sieht man inzwischen immer mehr Tesla-Modelle des kalifornischen E-Autoherstellers zwischen Elbe und Zugspitze. Das Tankstellennetz steht schon lange.
 
Und die Deutschen?
Post-Vorstand Jürgen Gerdes scherzte bei der Vorstellung des „Work XL": „Ich freue mich, jetzt nebenbei in der Automobilindustrie tätig zu sein."
 
Vielleicht kann von nebenbei schon bald keine Rede mehr sein...
 
Einleitungs-, und Beitragsbild und Bild unten: pixabay   big merci