Ressourcen aufgebraucht: Ab 02. August nimmt Menschheit Schulden auf / Welterschöpfungstag sechs Tage früher als 2016 / "die umweltberatung" regt zum ökologischen Leben an

Wien - Der 2. August war der letzte Tag in 2017, an dem die Menschheit ein Guthaben auf ihrem globalen Konto hat. Ab diesem Tag sind dann die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Damit ist der Welterschöpfungstag (Englisch: Earth Overshoot Day), der sich aus Berechnungen des Global Footprint Networks ergibt, um sechs Tage im Kalender nach vorne gerutscht. 2016 reichten die Ressourcen noch bis zum 08. August. Für den Rest des Jahres lebt nun die Menschheit von den stillen Reserven der Erde.

Die "umweltberatung" Wien rät deshalb: Am besten also gleich anfangen mit dem Leben auf kleinerem Fuß. Große Schritte sind genauso gefragt wie kleine Maßnahmen im Alltag, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern:

Ein autofreies Leben genießen
Es ist gut, sich zu überlegen, ob man überhaupt ein Auto braucht, und wenn ja, ob man nicht manche Autofahrt stattdessen auch umweltfreundlicher zurücklegen könnte. Wer es schafft, ganz ohne Auto auszukommen oder die Autofahrten deutlich zu reduzieren, verkleinert seinen ökologischen Fußabdruck deutlich, und spart sich oft auch einiges an Geld und Nerven. In vielen Städten wie beispielsweise in Wien ist das öffentliche Verkehrsnetz hervorragend ausgebaut. Durch die Kombination aus öffentlichem Verkehr, Fahrrad und Fußwegen gelingt es hier vielen Menschen sogar, ganz auf das Auto zu verzichten.

Wenn’s wieder kälter wird: g‘scheit heizen
Derzeit ist das schwer vorstellbar, aber die nächste Heizperiode kommt bestimmt und bietet viel Potenzial, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. G’scheit heizen beginnt schon beim richtigen Lüften: Nicht beim gekippten Fenster rausheizen, sondern mehrmals täglich kurz und kräftig durchziehen lassen! Und außerdem bringt 1% niedrigere Raumtemperatur 6 % Energieersparnis. Informationen dazu auf www.umweltberatung.at/spartipps.

Flüge vermeiden
Ob beruflich oder im Urlaub: Fliegen vergrößert den ökologischen Fußabdruck deutlich. Kürzere Flugstrecken können gut durch Zugfahrten ersetzt werden, mit vielen Vorteilen: Ein- und Ausstieg zentrumsnahe, keine lange Fahrt zum Flughafen, kurze Wartezeiten auf die Abfahrt, während der Fahrt einfach aufstehen und herumgehen können - das ist äußerst komfortabel im Vergleich zu einem Flug.

KuhGesund essen
Auch wenn das in Nationen wie Deutschland und Österreich, in der Schnitzel und Schweinsbraten daheim sind, nicht gern gehört wird: Zuviel Fleisch ist ungesund! ErnährungsexpertInnen empfehlen nur maximal drei Portionen Fleisch pro Woche, neun Portionen sind jedoch Realität. Aus Getreide, saisonalem Gemüse und Hülsenfrüchten lassen sich köstliche Alternativen zaubern. Viele Rezepte dazu bietet "die umweltberatung" auf www.umweltberatung.at/rezepte - in der Suchmaske „vegetarisch“ oder „vegan“ anklicken.

Produkte lange nutzen
Kaputte Gegenstände reparieren lassen statt wegwerfen, am Secondhand-Markt einkaufen oder aus alten Dingen selbst etwas Neues basteln – das alles trägt dazu bei, dass Produkte möglichst lange genutzt werden. Die lange Nutzung schont die Ressourcen, denn die Herstellung von Neuware ist immer mit großem Einsatz von Energie und Material verbunden. 

Abfall vermeiden
Kleinzeug macht in Summe viel Mist und verbraucht viele Ressourcen zur Herstellung. Auch hier gilt die Devise, Dinge länger zu nutzen statt laufend Neues zu kaufen. Schwammtücher immer wieder auswaschen statt wegschmeißen, einseitig bedrucktes Papier als Schmierpapier verwenden, mehrfach verwendbare Taschen zum Einkauf verwenden, …das sind ein paar von vielen Möglichkeiten, um im Alltag den ökologischen Fußabdruck durch kleine Schritte etwas zu verkleinern. Weitere Infos auf www.umweltberatung.at/avl.

Wasser aus der Leitung trinken
Im Sommer trinken wir viel und häufig werden unnötig viele Getränke in Wegwerfflaschen oder Dosen nach Hause geschleppt – dabei ist Leitungswasser der beste Durstlöscher. Es ist kalorienarm und unschlagbar billig, muss nicht abgepackt und nicht transportiert werden. Zum Spritzen gibt’s Mineralwasser in Mehrwegflaschen oder Soda aus dem eigenen Sodaautomaten. Bei abgefüllten Getränken verursachen Mehrwegflaschen aus der Region den kleinsten ökologischen Fußabdruck. Ranking der Getränkeverpackungen auf www.umweltberatung.at/gvp.

Hintergrund
Die Berechnungen zum Welterschöpfungstag (Overshoot Day) gehen auf das Konzept des Ökologische Fußabdrucks zurück, der ausweist, wie viel Fläche benötigt wird, um alle Ressourcenbedürfnisse inklusive der Energieversorgung zu gewährleisten.

Allein die CO2-Emissionen haben sich seit 1970 mehr als verdoppelt. Deutlich ist auch der Rückgang der Artenvielfalt. So zeigt der Living Planet Index für die vergangenen vier Jahrzehnte einen Rückgang der Biologischen Vielfalt um 52 Prozent. Im Durchschnitt hat sich die Anzahl der untersuchten Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische damit halbiert.

Lebt die Menschheit unverändert weiter wie bisher, benötigen wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung und nachwachsenden Rohstoffen  zu decken. Bis zum Jahr 2050 wären es knapp drei.
Quelle: Text: "die umweltbertung", Wien/Bilder: Pixabay 

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