Wien - Wenn draußen zartes Grün sprießt, wird drin geputzt, was das Zeug hält. "die umweltberatung Wien" rät, den Frühjahrsputz mit guter Planung effizient und ökologisch zu erledigen. Mikrofasertücher und ein paar wenige umweltschonende Reinigungsmittel unterstützen beim sauberen Start in den Frühling.

Im Haushalt braucht es für die regelmäßige Reinigung nur wenige Produkte: Geschirrspülmittel entfernt fettige Flecken, Badreiniger und WC-Reiniger auf Basis von Essig- oder Zitronensäure beseitigen Kalkflecken. Ein milder Allzweckreiniger reinigt den Boden und ein Glasreiniger auf Alkoholbasis ermöglicht streifenfreies Wischen. „Es reicht also vollkommen, sich auf ein paar wenige und ausgewählte Reinigungs- und Waschmittel und deren richtige Dosierung zu beschränken. Das spart Geld und Platz im Putzschrank“, sagt Mag.a Sandra Papes, Reinigungsexpertin von "die umweltberatung".

Effizient und ökologisch reinigen – so geht‘s
- den Schmutz erst gar nicht reinlassen
- das Putzen planen
- chemische Reinigungsmittel durch Mechanik ersetzen
- von oben nach unten putzen
- unnötige Reinigungsmittel weglassen
- umwelt- und gesundheitsschonende Mittel verwenden
- empfindliche Oberflächen schonen

Tipp 1: Das Putzen planen
Um den Anfang des Frühjahrsputzes leicht zu machen, ist es gut mit der Lieblingstätigkeit zu beginnen – oder anders gesagt mit der Tätigkeit, die am wenigsten mühsam erscheint. Wer Zimmer für Zimmer reinigt, anstatt an allen Ecken und Enden etwas anzufangen, hat rasch Erfolgserlebnisse. Von innen nach außen und von oben nach unten lautet die Devise. Kästen und Laden zuerst innen putzen. Dann von oben nach unten putzen, zuerst die Regale, dann den Boden, weil der Staub beim Abstauben zu Boden sinkt.

Tipp 2: Chemische Reinigungsmittel durch Mechanik ersetzen
Mikrofasertuch© Sandra Papes "die umweltberatung"Mechanische Hilfsmittel können in vielen Fällen chemische Reinigungsmittel ersetzen. Mikrofasertücher und waschbare Mikrofaserwischbezüge für den Boden eignen sich trocken oder nebelfeucht zum Reinigen glatter Oberflächen - ganz ohne Reinigungschemikalien! Mikrofasertücher nehmen zudem aufgrund ihrer ausgeklügelten Struktur Schmutz sehr gut auf. Wird das Tuch drei Mal hintereinander jeweils in der Mitte gefaltet, ergibt das ganze 16 Flächen zum Reinigen. Das heißt, mit einem Mikrofasertuch kann ein Raum komplett gereinigt werden, bevor das Tuch wieder ausgewaschen werden muss. Die Kalkflecken auf Armaturen und am Waschbecken lassen sich übrigens ganz einfach mit einem trockenen Mikrofasertuch wegpolieren.

Tipp 3: Von oben nach unten putzen
Beim Staubwischen kommt es unvermeidlich zum Aufwirbeln von Staub, der sich nach einer Weile auf anderen Gegenständen wieder absetzt. Um das zu verhindern, wird von oben nach unten geputzt. Mikrofasertücher binden Staub sowohl trocken als auch feucht, wobei das feuchte Wischen für AllergikerInnen besser ist. Beim Oben-nach-unten-putzen-Prinzip wird zuerst oben auf den Schränken und oberen Regalen gewischt und zuletzt auf den untersten Flächen mit einem trockenen oder nebelfeuchten Mikrofasertuch gewischt. Zum Schluss wird der Boden staubgesaugt und anschließend feucht aufgewischt.

Tipp 4: Auf unnötige Reinigungsmittel verzichten
Desinfektionsmittel und antibakterielle Reinigungsmittel sind im Privathaushalt nicht notwendig und hinsichtlich Gesundheit auch kontraproduktiv. Die Mittel enthalten aggressive Wirkstoffe, die über die Haut aufgenommen werden können und Allergien oder Hautschäden hervorrufen können. Außerdem töten Desinfektionsmittel auch die für die Menschen nützlichen Bakterien - das kann unter Umständen das Immunsystem schwächen. In der Kläranlage stören Desinfektionsmittel die Bakterien, die das Abwasser reinigen sollen.

Raumsprays, sogenannte Luftverbesserer, belasten die Raumluft und WC-Beckensteine das Abwasser unnötig und haben keinerlei Reinigungswirkung. Einwegreinigungstücher lassen die Abfallberge wachsen und es ist schade um die Energie und die Ressourcen, die bei ihrer Herstellung verbraucht werden.

Tipp 5: Alkohol oder Geschirrspülmittel für saubere Fenster
Fenster putzenFrühjahrsputz heißt traditionsgemäß wieder einmal die Fenster zu putzen. Glasreiniger auf Alkoholbasis oder ein Spritzer Geschirrspülmittel in einen Kübel mit Wasser, ein Fensterabzieher mit Gummilippe und Mikrofasertücher zum Abtrocknen und Wischen – und schon geht es los. Blitzblanke Fenster lassen die Wohnung sofort viel sauberer und ordentlicher aussehen. Am besten zusätzlich die Vorhänge waschen, dann hält das Frischegefühl noch länger an.

Tipp 6: Den Schmutz draußen lassen - Fußmatten reinigen
Der Sinn einer Fußmatte ist es von den Schuhsohlen so viel Schmutz wie möglich aufzunehmen. Je weniger Schmutz in die Wohnung eingetragen wird, desto weniger muss geputzt werden. Wenn aber die Fußmatte selbst schmutzig ist, passiert genau das Gegenteil. Sie gibt dann den Schmutz an die Sohlen wieder zurück, das wird auch „Stempelkissen-Effekt“ genannt. Fußmatten lassen sich entweder draußen ausklopfen, abbürsten oder in der Bade- bzw. Duschwanne mit Wasser abspülen. Es gibt auch Matten, die in der Waschmaschine gereinigt werden können.

Tipp 7: Empfindliche Oberflächen schonen
Mikrofasertücher eigenen sich zwar für glatte Oberflächen bestens, aber nicht für geölte Holzböden, Möbel aus Vollholz, Plexiglas und glänzende Kunststoffoberflächen. Holzoberflächen sollten nicht zu nass, sondern nur nebelfeucht gewischt werden.
Quelle: Text: "die umweltberatung" Wien/Bilder: Pixabay 

Weitere Informationen:
Die Broschüre Chemie im Haushalt informiert über Reinigungsmittel und andere Chemikalien im Haushalt und stellt ökologische Alternativen zu schweren chemischen Geschützen vor. Die Broschüre und das Infoblatt „Mikrofasertücher“ gibt es auf www.umweltberatung.at zum kostenlosen Download. Umwelt- und gesundheitsschonende Wasch- und Reinigungsmittel sind auf www.umweltberatung.at/oekorein zu finden. "die umweltberatung" bewertet gemeinsam mit der Energie- und Umweltagentur NÖ Produkte, die in der ÖkoRein-Datenbank gelistet werten.

Bestellung der Broschüre „Chemie im Haushalt“ und Beratung zur ökologischen Reinigung bei "die umweltberatung" unter Tel. 01 803 32 32.

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