Fürs Ausmalen ist die beste Zeit, solange es draußen warm ist. Denn intensives Lüften ist auf alle Fälle notwendig, auch wenn ökologische Farben zum Einsatz kommen. Von Kalkfarben bis zu Naturharzdispersionen reicht die Farbpalette, die unsere Gesundheit und die Umwelt schont. 

Wien - „Beim Ausmalen wird die Farbe besonders großflächig aufgetragen, das heißt wir können damit die Raumluft und das Raumklima erheblich beeinflussen. Daher ist es im Hinblick auf Umwelt und Gesundheit unbedingt ratsam, ökologische Wandfarbe auszuwählen“, erklärt DIin Margit Lessny, Chemieexpertin von "die umweltberatung". Egal, ob die Rolle in ökologische oder konventionelle Farbe getaucht wird, nach dem Ausmalen ist es jedenfalls notwendig, lange und kräftig zu lüften. Denn die Inhaltsstoffe, die beim Trocknen aus der Farbe entweichen, können die Atemwege belasten.

Auf das Gütesiegel achten
Niemand muss lange Listen von Inhaltsstoffen interpretieren, um eine ökologisch bessere von einer ökologisch schlechteren Farbe zu unterscheiden. Ein Blick auf den Farbkübel reicht: Gütesiegel sind natureplus und Blauer Engel. Auch Ökotest-Produkttests erleichtern die Auswahl.

Ökologische Wandfarben im Überblick
Kalkanstrich
zählt zu den günstigsten und ältesten Anstrichstoffen auf mineralischer Basis. Er wirkt positiv auf das Raumklima, ist allerdings nicht wischbeständig.

Silikatfarbe ist eine Mineralfarbe, die zur Verarbeitbarkeit Bindemittel Kaliumwasserglas, Kieselsol oder organische Zusatzstoffe enthält. Sie ist wischbeständig und wirkt außerdem auf natürliche Weise gegen Schimmel. Wie der Kalkanstrich ist auch Silikatfarbe bei der Verarbeitung ätzend, daher muss mit einer Schutzbrille und Handschuhen gearbeitet werden.

Naturharzdispersionsfarbe hat eine hohe Deckkraft, ist leicht zu verarbeiten und ergibt eine widerstandsfähige, wisch- bis waschbeständige Oberfläche.

Kaseinfarbe deckt gut und kann auch gut übermalt werden. Sie ist nicht fertig im Baumarkt erhältlich, sondern muss selbst zusammengerührt werden.

Leimfarbe ist wischfest, aber nicht feuchtigkeitsbeständig. Sie hat den Nachteil, dass sie sehr schlecht mit anderen Farben übermalbar ist.

Kunstharzdispersion
Konventionelle Wandfarbe, oft auch nur Dispersionsfarbe genannt, wird auf Basis von Kunstharzen hergestellt. Sie hat gegenüber natürlichen Farben den Nachteil, dass sie mit jeder Schicht die Wände etwas mehr „abdichtet“, was sich schlecht aufs Raumklima auswirkt. Für Feuchträume werden Kunstharzdispersionen mit pilzvernichtenden Zusätzen, den so genannten Fungiziden angeboten. Die Fungizide können ausgasen und über die Atemluft aufgenommen werden, daher sind diese Dispersionen für Innenräume aus Gesundheitsgründen nicht zu empfehlen.

Der Untergrund entscheidet welche Farbe passt
Welche Farbe zum Einsatz kommt, hängt sehr stark vom Untergrund ab, der übermalt wird. Naturharzdispersion hält zum Beispiel auf jedem Untergrund, Kaseinfarbe hält nur auf Leimfarbe nicht. Kalkfarbe ist nur für Kalk, Lehmputz, Leichtbeton und Kaseinfarbe geeignet. Eine Tabelle die klar darstellt, welche Farbe für welchen Untergrund geeignet ist, bietet "die umweltberatung" in der Online-Broschüre „Selbst gemacht? Ja, aber ökologisch.“
Quelle: Text: "die umweltberatung"/Einl.bild: Pixabay

Information
"die umweltberatung" bietet die Broschüre „Selbst gemacht? Ja, aber ökologisch.“ auf www.umweltberatung.at/hwb zum kostenlosen Download an. "die umweltberatung" hat die Broschüre im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Fortwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft - BMLFUW erstellt. Beratung zum ökologischen Wohnen bietet "die umweltberatung" unter Tel. 01 803 32 32.

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