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Tiefkühlen ist die energieaufwändigste und somit teuerste Lagermethode.

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Wien - Ein strenger Winter und Engpässe bei Gemüse aus dem sonst so sonnigen Süden - die perfekte Zeit um Inventur im Tiefkühlschrank zu machen, Geräte abzutauen und die Produkte zu verkochen. "die umweltberatung" Wien gibt Tipps zur Haltbarkeit und macht mit vielen Rezepten Lust auf Restlküche.

SuppeAus tiefgefrorenem Gemüse lässt sich eine leckere Suppe zaubern. Sommerliches Gemüse und Reste von Festen liegen im Kühlschrank oft dicht aneinandergedrängt. Es ist Zeit zum Auftauen, denn im April kommt schon der frische Spinat. „Wenn Lebensmittel tiefgekühlt werden, ist es besser, sie nicht zu lange zu lagern. Auch tiefgefroren kommt es zu Abbauprozessen, Vitamine und Geschmack gehen verloren, Fette können ranzig werden. Brot ist tiefgekühlt bis 3 Monate haltbar, Rindfleisch bis 12 Monate, Spinat bis 2 Jahre“, empfiehlt Mag.a Michaela Knieli, Ernährungswissenschafterin von "die umweltberatung".

Energie sparen beim Tiefkühlen
Tiefkühlen ist die energieaufwändigste und somit teuerste Lagermethode. „Regelmäßiges Abtauen von vereisten Geräten spart Energie. Eine Eisschicht, die nur einen Zentimeter dick ist, macht auch das energiesparendste Tiefkühlgerät zum Stromfresser“, warnt Sabine Vogel, Energieberaterin von "die umweltberatung".

Wer ein neues Gerät kauft, sollte zuerst überlegen, wie groß das Gerät sein muss und dann Geräte gleicher Größe vergleichen: Energieverbrauch und Energieeffizienzklasse sind auf dem bunten Energielabel ablesbar, das auf den Geräten kleben muss. Zu empfehlen sind Geräte mit Energieeffizienzklasse A++ und A+++.

Geld sparen bei der Restl-Challenge
Mit einer guten Vorratsplanung können Lebensmittelabfälle vermieden werden. In Wien beispielsweise landen genießbare Lebensmittel im Wert von über € 400,- pro Haushalt im Müll anstatt gegessen zu werden. Mit zufällig zusammengewürfelten Zutaten – ob frisch oder eingefroren - zu kochen ist eine Herausforderung. "die umweltberatung" unterstützt auf ihrer Rezepteseite dabei, das passende Rezept für Reste zu finden: Einfach die Zutaten in die Suchmaske eingeben und schon erscheinen die passenden Rezepte.

„Auch in der Tiefkühltruhe können Lebensmittel verderben, und das wäre schade. Beschriften Sie daher die Lebensmittel gut mit Datum und Inhalt und führen Sie bei größeren Mengen ein Inventurbuch. So behalten Sie über Ihre gefrorenen Lebensmittel den Überblick!“ meint Ernährungswissenschafterin Knieli.
Quelle: Text: "die umweltberatung"/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen:
"die umweltberatung" bietet auf ihrer Website viele Rezepte:  www.umweltberatung.at/rezepte 

Im Lebensmittellexikon informiert "die umweltberatung" über Herstellung, Inhaltsstoffe und Verarbeitung von Lebensmitteln: www.umweltberatung.at/lebensmittellexikon

GemüsestrudelVielleicht auch interessant: Die Reste vom Fest kulinarisch verwertet

Für die Reste des Festtagsbratens gibt es leckere "Restl-Varianten".

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Wien - Übergroße Einkaufswägen und berstende Supermarktregale verleiten dazu, dass für das große Festessen zu Weihnachten oder für die Silvesterparty mehr gekauft wird als tatsächlich nötig ist. Tipps für eine gute Mengenplanung und Restlrezepte, falls trotzdem etwas übrigbleibt, gibt’s auf www.umweltberatung.at.

fondueAn Festtagen beliebt und mengenmäßig schwer planbar: Fondue.Zu den Feiertagen stehen mehr oder weniger geliebte Besuche ins Haus, für die groß aufgekocht wird. Da es für die wenigsten Menschen alltäglich ist, eine größere Personenanzahl zu bekochen, ist gute Planung des Festessens gefragt. „Was für KüchenchefInnen tägliches Brot ist, kann HobbyköchInnen vor eine große Herausforderung stellen. Eine einfache Tabelle zur Mengenberechnung und eine Einkaufsliste helfen Geld zu sparen und dabei die Umwelt zu schonen“, so DI Josef Schenkenfelder, Lebensmitteltechnologe von "die umweltberatung".

Gute Planung ist die halbe Miete
Ein Haushalt in Österreich beispielsweise wirft jährlich Lebensmittel im Wert von etwa 300 Euro in den Müll, wobei ein Großteil davon noch bedenkenlos genießbar wäre. Oft ist ein fehlender Überblick über die Vorräte dafür verantwortlich, dass Lebensmittel nachgekauft werden obwohl noch Reste vorhanden sind. Auch Lockangebote und Aktionen im Supermarkt tragen dazu bei, dass mehr gekauft wird als man tatsächlich benötigt. Für das Festessen ist es daher ratsam, die Menge je nach Personenanzahl zu berechnen und mit einer Einkaufsliste einkaufen zu gehen. Wer im Supermarkt nur jene Sachen kauft, die auf der Einkaufsliste stehen, vermeidet Lebensmittelreste. Am besten gelingt dieser Vorsatz mit vollem Magen.

Resteverwertung ist eine Frage der Kreativität
Wenn trotz sorgfältiger Planung einmal Reste übrigbleiben, der hat auf www.umweltberatung.at/rezepte die Möglichkeit, nach Rezeptideen suchen und dabei bestimmte Zutaten vorgeben. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt wie nachfolgendes Rezept zeigt: 

Restl-Gemüsestrudel mit Schnittlauch-Sauce (Bild: siehe oben)
Ca. 3 Tassen Gemüse-Restl nach Belieben wie z.B. Karotte oder Kürbis. Dazu gekochter Bulgur, Couscous, Reis, Dinkel, auch gekochte Linsen, Kichererbsen, Bohnen etc. – je nachdem, welche Restl man zu verkochen hat. Weiters 10 dag Käse, 1 Becher Naturjoghurt, Salz, Pfeffer, div. Kräuter, Strudelteig, 1 Bund Schnittlauch, 1 Knoblauchzehe.

Gemüse weich dünsten, Käse reiben und mit ⅓ des Joghurts vermengen, salzen, pfeffern, mit Kräutern verfeinern und unter das Gemüse mischen. Strudelblätter auflegen und die Masse auf dem vorderen Drittel des Teiges verteilen, zusammenrollen und bei 180 Grad Heißluft ca. 15 bis 20 Minuten im Rohr backen.

Für die Schnittlauchsauce den Rest des Joghurts mit gehacktem Schnittlauch, Knoblauch, Salz und Pfeffer abschmecken und zum Strudel servieren.
Quelle: Text: "die umweltberatung", Wien, Bilder: Pixabay

Weitere Informationen:
Das Infoblatt „Kreative Resteküche“ kann auf www.umweltberatung.at/kreative-restekueche kostenlos heruntergeladen werden.
Beratung zur ökologischen Ernährung bei "die umweltberatung", Tel. 01 803 32 32.
Eine Tabelle zur Mengenplanung für das Festessen gibt es von "die umweltberatung" auf www.umweltberatung.at/menge-berechnen.
Viele köstliche Rezepte bietet "die umweltberatung" auf www.umweltberatung.at/rezepte.

WeihnachtenÜbrigens: Weitere Tipps für ein ökologisches Weihnachtsfest gibt's hier bei uns!

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Wien - Jetzt ist Sammelzeit für Rosskastanien – nicht nur zum Basteln, sondern vor allem auch zum Wäschewaschen! Denn die Rosskastanie hat sehr hohe Waschkraft. Kostengünstiger und ökologischer kann das Waschen gar nicht sein! Die Anleitung zum Selbermachen von Waschpulver gibt’s im Infoblatt „Naturwaschmittel aus Rosskastanien“ zum kostenlosen Download auf www.umweltberatung.at.

Wer Sammelleidenschaft mit ökologischem Waschen verbinden möchte, geht im Herbst am besten mit großen Taschen spazieren und hält nach frischen Rosskastanien Ausschau. „Rosskastanien sind eine günstige, umweltschonende Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln. Das Natur-Waschpulver kann im Herbst auf Vorrat hergestellt werden. Nach mehrmaligen Verwendung wird es ganz einfach über den Biomüll entsorgt“, erklärt DI (FH) Harald Brugger MSc, Ökotoxikologe von "die umweltberatung".

So einfach geht‘s
Die Schritte zum natürlichen Waschen mit Rosskastanien:

  • Rosskastanien sammeln
  • Kastanien mit einem Esslöffel Natron pro Liter Wasser waschen
  • die ganzen Samen in kleine Stücke schneiden
  • pulverisieren in einer Küchenmaschine wie Gewürzmühle, Smoothie-Maker und Multizerkleinerer oder einem Eis-Crusher
  • das Pulver trocknen lassen
  • 1 Stunde lang 50 Gramm Rosskastanienpulver in 1 Liter Wasser einweichen. Die Lauge kann bei Zimmertemperatur auch einen ganzen Tag lang angesetzt bleiben.
  • die Lauge abseihen
  • 5 Esslöffel Essig zur Lauge geben und ins Waschmittelfach leeren
  • abgeseihtes Pulver trocknen lassen, es kann bis zu viermal wiederverwendet werden

Effizient und gleichzeitig sanft zur Haut
Rosskastanien bestehen zu ca. 10 Prozent aus Saponinen, also seifenartigen Substanzen, und sind deshalb sehr ergiebig. „Zwei Kilogramm getrocknetes Rosskastanienpulver reicht für rund 100 Waschmaschinenladungen“, berichtet Naturpädagogin Gabriela Nedoma von ihren Erfahrungen. Die Rosskastanie ist außerdem sehr gut hautverträglich und eignet sich daher besonders zum Waschen der Wäsche von Kindern und Menschen mit empfindlicher Haut.
Quelle: Text: "die umweltberatung"/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen:
Das Infoblatt Naturwaschmittel aus Rosskastanien mit genauer Anleitung gibt es zum kostenlosen Download auf www.umweltberatung.at. "die umweltberatung" hat das Infoblatt gemeinsam mit der Naturpädagogin Gabriela Nedoma erarbeitet.

Beratung zum ökologischen Waschen und Reinigen bei "die umweltberatung", Tel. 01 803 32 32. "die umweltberatung" Wien ist eine Einrichtung der VHS Wien, basisfinanziert von der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22.

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Wien - Langsam werden die Tage wärmer und machen bei Hobbygärtnern schon Lust auf Wühlen in der Erde und Arbeit im Freien. Jetzt ist es Zeit, die Bepflanzung von Fensterbrett und Balkon zu planen und Samen zu kaufen. Am besten Bio! Biologisches Saatgut ist frei von Pestiziden und wird ohne Einsatz von Gentechnik produziert. Schon Ende Februar kann das Vorziehen beginnen.  

Blumen auf der TerrasseBlumenkisterl am Fenster und Töpfe auf Balkon und Terrasse bringen lebendiges Grün in die Stadt. Sogar eigenes Obst und Gemüse kann auf kleinstem Raum geerntet werden. „Frischen Salat pflücken, duftende Kräuter ernten und Schmetterlingen beim Futterholen zuschauen – all das ist am Fensterbrett möglich. Wer vom Samen bis zur Ernte biologisch wirtschaftet, tut Gesundheit und Umwelt Gutes“, sagt Mag.aSophie Jäger-Katzmann, Gartenexpertin von "die umweltberatung". Bio-Produkte erkennt man an der Biokontrollnummer, diese muss immer auf der Verpackung abgedruckt sein, z.B. AT-BIO-xxx oder DE-BIO-xxx. Zusätzlich befindet sich meist ein Biokontrollzeichen oder die Aufschrift „aus kontrolliert biologischem / ökologischem Anbau“ auf dem Produkt.

Wind und Sonne machen Kisterl und Tröge zu Extremstandorten, die nicht für alle Pflanzen geeignet sind. Welche Blumen, Gemüse und Kräuter auch dort gut gedeihen und zudem Schmetterlinge anlocken, zeigt "die umweltberatung" im Infoblatt „Blumenkisterl“ und im Poster „Buntes, Duftendes und Essbares vom Fensterbrett”.

Saatgut und Pflanzen aus der Region mit Startvorteil
Biologisches Saatgut und Bio-Jungpflanzen aus der Region sind die beste Wahl im Hinblick auf Ökologie und gute Ernte. Die Pflanzen aus der Region sind gut an die klimatischen Bedingungen angepasst. Bei der biologischen Produktion kommen keine Pestizide und Kunstdünger zum Einsatz, kurze Transportwege reduzieren die Umweltbelastungen zusätzlich.

Jetzt geht’s los!
Samen in BlumenkisteEnde Februar kann bereits das Vorziehen von Chili, Paradeisern und Paprikapflanzen oder Melanzani beginnen. Dafür eignet sich ein warmes, helles Fensterbrett. Hinaus dürfen die wärmeliebenden Pflanzen erst Mitte Mai nach den Eisheiligen. Denn eine alte Bauernregel besagt: „Pflanze nie vor der kalten Sophie!“

Eigenes Saatgut ernten
Sortenraritäten sind samenfest, das heißt man kann von ihnen eigenes Saatgut ernten und sie im Folgejahr wieder anbauen. Der Samen sollte so lang wie möglich an der Pflanze verbleiben. Nur dann reift er gut aus und lagert die notwendigen Reservestoffe ein. Der ideale Zeitpunkt der Abnahme ist bei schönem Wetter, wenn möglich nach einer Trockenperiode.
Quelle: Text: "die umweltberatung"/Fotos: Pixabay

Weitere Informationen:
Bezugsquellen für Bio-Saatgut und -Pflanzen hat "die umweltberatung" auf www.umweltberatung.at/bio-saatgut-und-jungpflanzen gelistet. Das Poster Buntes, Duftendes und Essbares vom Fensterbrett stellt Pflanzen vor, die sich gut fürs Fensterkisterl eignen. Es kann um € 2,40 Versandkosten bei "die umweltberatung" unter Tel. 01 803 32 32 bestellt werden. Viele Informationen zum Bepflanzen von Balkonkisterln bietet auch das Infoblatt Blumenkisterl, das auf www.umweltberatung.at/blk heruntergeladen werden kann.

"die umweltberatung" Wien ist eine Einrichtung der VHS Wien, basisfinanziert von der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22.

Vielleicht auch interessant: Andernach, eine Stadt in der Bürger ihr Gemüse selbst anbauen

Zimtstangen und Orangenscheiben

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Weihnachtszauber, Winterduft, Bratapfel – Weihnachtsduft strömt in vielen Nuancen aus der Spraydose in heimische Wohnungen. Was so heimelig klingt, kann aber Kopfweh und Allergien verursachen oder verstärken. "die umweltberatung" rät, den Druck auf den Sprühknopf bleiben zu lassen und lieber wirklich Bratäpfel oder Kekse zu backen. Viele weitere Tipps rund um gesunde, ökologische Weihnachten bietet "die umweltberatung" auf www.umweltberatung.at/weihnachten.

BratapfelNicht jeder Weihnachtsduft ist empfehlenswertDie Duftnoten von Duftkerzen, synthetischen Duftsprays, automatischen Duftdosierpumpen und sogenannten Luftverbesserern sind perfekt an die Jahreszeit angepasst. Sie sollen romantische Assoziationen und Kindheitserinnerungen wecken, können aber gesundheitliche Probleme verursachen.

Synthetische Duftstoffe tragen nicht zur Luftverbesserung bei. Im Gegenteil: sie belasten die Raumluft und viele von ihnen gelten als potenziell allergieauslösend“, sagt DI (FH) Harald Brugger MSc, Ökotoxikologe von "die umweltberatung". Von künstlicher Dauerbeduftung in der Wohnung rät "die umweltberatung" ab: „Wer sich Weihnachtsduft ohne Nebenwirkungen ins Haus holen will, stellt besser Bienenwachskerzen auf oder lässt Bio-Orangenschalen auf der Heizung trocknen.“

 

Tipps für natürlichen Weihnachtsduft:

  • Bio-Orangenscheiben oder Bio-Mandarinenschalen und Gewürznelken auf die Heizung legen
  • Kerzen aus 100 % Bienenwachs ins Zimmer stellen
  • Wenige Tropfen eines 100 % naturreinen ätherischen Öles aus biologischem Anbau auf Bimsstein träufeln
  • Duft von Bratäpfeln und Keksen aus dem Rohr: Rezepte dazu auf der Rezeptewebsite von "die umweltberatung":  www.umweltberatung.at/rezepte


Jedem Mistkübel sein Parfüm?

Es gibt sogar Müllsäcke, die Vanille- und andere exotische Düfte verströmen, zu kaufen. Als Alternative empfiehlt "die umweltberatung" regelmäßiges Ausleeren des Mistkübels und Auswischen von Kübel und Kastel.
Quelle: Text: umweltberatung.at/Bilder: Pixabay

Weihnachten veganVegane Weihnachtsmärkte liegen im Trend - Informationen und Termine

 

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Absolventin der FH Münster entwickelte System für die richtige Lagerung von Lebensmitteln

Münster - Großmutter Schlegel wusste sehr genau, was Kartoffeln mögen. Zum Knollengemüse, das sie dunkel und trocken in einer Kiste lagerte, legte sie einen Apfel dazu. Damit die Kartoffeln nicht so schnell keimen und länger halten, erklärte sie. Inzwischen lebt die alte Dame nicht mehr, doch Enkelin Joana Schmitz erinnert sich noch gut daran, wie die Großmutter mit Lebensmitteln umging. Dieses Wissen ist nun sogar in die interdisziplinäre Abschlussarbeit der 23-Jährigen an der FH Münster eingeflossen.

richtige Lagerung LebensmittelMit „Bewusst wie“ hat Joana Schmitz ein Aufbewahrungssystem für die richtige Lagerung von Lebensmitteln außerhalb des Kühlschranks entwickelt. Foto: FH Münster„Meine Oma ist eine wichtige Impulsgeberin gewesen“, sagt die Absolventin des Fachbereichs Design. In ihrer Bachelorarbeit im Schwerpunkt Produktdesign entwickelte Schmitz ein Aufbewahrungssystem mit vier Modulen, in denen Gemüse und Eier außerhalb des Kühlschranks richtig gelagert werden. „Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass alles nur gekühlt länger frisch bleibt“, erklärt Schmitz. Bei manchen Lebensmitteln bewirke die Lagerung im Kühlschrank sogar genau das Gegenteil, Nährstoffe und Aromen gehen schneller verloren: Tomaten werden wässrig, Bananen braun, Kartoffeln werden unter vier Grad süß. Dann wird es wahrscheinlicher, dass sie in der Tonne landen.

Schmitz findet es schade, dass so viele Lebensmittel weggeworfen werden: in Privathaushalten in Deutschland etwa 82 Kilogramm pro Kopf und Jahr. „Einer der Gründe ist sicherlich, dass wir oft nicht wissen, wie wir Lebensmittel richtig lagern“, sagt sie. Ihre Arbeit sollte ein Beitrag sein, dieses Problem bewusster zu machen und Möglichkeiten zu zeigen, wie man es besser machen könnte. „Bewusst wie“ hat sie deshalb das Aufbewahrungssystem getauft. „Ein gutes Beispiel, wie Design auf sinnvolle und einfache Art den Alltag verbessern kann“, findet Prof. Steffen Schulz. Der Hochschullehrer mit dem Schwerpunkt  Produktdesign stand der Examenskandidatin als Erstbetreuer zur Seite. Für das ernährungswissenschaftliche Know-how zog sie Prof. Dr. Guido Ritter vom Fachbereich Oecotrophologie – Facility Management zurate.

Hatte die Oma recht damit, Kartoffeln mit einem Apfel zu lagern? Joana Schmitz wollte es wissen. Sie startete mehrere Versuchsreihen unter wissenschaftlichen Bedingungen: Sie lagerte Kartoffeln mal mit einem Apfel, mal ohne. Und tatsächlich: Die Kartoffeln fingen fünf Tage später an zu keimen, wenn ein Apfel dabei war. Das Reifehormon Ethen, das Äpfel in ihre Umgebung abgeben, verzögert die Keimung der Kartoffeln. Die Großmutter wusste also, was sie tat.

BehälterDas Aufbewahrungssystem umfasst insgesamt vier Module. Hier zu sehen sind die Module für Eier, Fruchtgemüse und Kartoffeln. Foto: FH MünsterDie junge Frau recherchierte weiter. Sie wollte mehr über die Bedürfnisse der einzelnen Lebensmittel wissen und mehr über die Eigenschaften von Lagermaterial sowie Hygiene erfahren. Ihre Recherchen wertete sie aus und baute anschließend Modelle in der Werkstatt des Fachbereichs Design: zunächst eine Kiste aus regionalem Ahorn für Kartoffeln und Zwiebeln, dazu einen Deckel aus Kork mit kleinen Löchern, durch die das Ethen der Äpfel in die Kiste strömen konnte.

Die Form des Deckels hatte es in sich. „Das hatte ich mir leichter vorgestellt“, sagt Schmitz. Anfangs sei der Kork zu porös gewesen. Über Versuch und Irrtum, mit Unterstützung aus der Werkstatt und einem glatten Kork aus Portugal habe es am Ende dann richtig gut funktioniert.

Ein Modul für Eier, eines für Fruchtgemüse wie Paprika und Zucchini sowie eines für aufrecht wachsendes Gemüse kamen hinzu. Ganz überrascht war sie davon, dass aufrecht gewachsenes Gemüse auch stehend gelagert werden sollte. „Liegen etwa Karotten und Spargel waagerecht, verlieren sie mehr Energie, weil sie in die aufrechte Position zurückstreben.“ Die Formen der Module hielt Schmitz bewusst zurückhaltend, die Lebensmittel sollten im Vordergrund stehen. „Schönheit und Duft von Nahrungsmitteln werten jede Küche auf. Sie sind immer sichtbar und verderben nicht heimlich, still und leise in der hintersten Ecke des Kühlschranks.“

Schmitz wünscht sich, dass ihr Aufbewahrungssystem „Bewusst wie“ in Serie produziert wird. Das möchte die Designerin nach ihrem Praktikum, das sie zurzeit in einer Berliner Agentur für Produktdesign absolviert, auf den Weg bringen.

Die Großmutter hätte es sicherlich gefreut, so Schmitz, dass altes Wissen ihrer Enkelin zu einem Studienabschluss verholfen hat. „Für Oma war es selbstverständlich, so wertschätzend mit Lebensmitteln umzugehen. Wir müssen das erst noch verinnerlichen.“
Quelle: Text und Bild: Pressestelle FH Münster

GemüseLesen Sie dazu: Das große Werben für "unperfektes Gemüse"

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