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Der Fair Finance Guide Deutschland hat zum zweiten Mal deutsche Geldhäuser unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten analysiert und verglichen: GLS Bank und Triodos weiterhin an der Spitze - Postbank ist neues Schlusslicht

Berlin - Der Fair Finance Guide - das erste frei zugängliche Informationsportal zur Überprüfung der sozialen und ökologischen Richtlinien deutscher Banken - hat heute seine zweite Untersuchung veröffentlicht. Im Vergleich zur Premiere im März dieses Jahres wurde die Zahl der untersuchten Banken auf zehn vergrößert. Analysiert und verglichen wurden die Richtlinien deutscher Banken zu ökologischen und sozial-gesellschaftlichen Aspekten und der Art der Unternehmensführung (ESG) sowie deren Einhaltung. Ein zentraler Befund: Die Nachhaltigkeitsrichtlinien von acht Banken haben sich seit der ersten Untersuchung verbessert, doch es gibt aus Sicht der Nichtregierungsorganisationen, die hinter dem Guide stehen, weiterhin inakzeptable Defizite.

Seit der letzten Untersuchung hat sich etwas getan
Die Platzierungen: Die GLS Bank und Triodos liegen erneut an der Spitze, Neueinsteiger Postbank nimmt den letzten Platz ein. Vergleichsweise schlecht steigt auch die zweite neu untersuchte Bank, die HypoVereinsbank (UniCredit Deutschland), ein: Rang 7 unter den zehn untersuchten Geldinstituten. Die katholische Pax-Bank, die bei der ersten Untersuchung noch die schlechteste Bewertung erhielt, macht einen großen Sprung auf Platz 4, direkt hinter die evangelische Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank). Unter den konventionellen Großbanken ist die Commerzbank nach wie vor bestplatziert und liegt vor der Deutschen Bank, deren ESG-Selbstverpflichtungen sich aber auch spürbar verbessert haben. Die DZ Bank und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) treten auf der Stelle.

DollarNach wie vor geht es für viele Banken nur um fette Dollar. Woher die kommen, ist den Geldhäusern egalBei Klimawandel zeigen die Banken wenig Interesse
Obwohl laut einer forsa-Umfrage 72 Prozent der Deutschen genau wissen wollen, wie Banken ihre Gelder verwenden, halten sich diesbezüglich viele Geldhäuser nach wie vor bedeckt, so ein Ergebnis der Analyse. „Das Schweigen der Bänker muss ein Ende haben“, fordert Thomas Küchenmeister, geschäftsführender Vorstand der Nichtregierungsorganisation Facing Finance, die den Fair Finance Guide Deutschland koordiniert. „Solange Banken intransparent agieren oder sogar ihre eigenen Richtlinien unterlaufen, solange werden wir Bankkunden darüber informieren, ob ihre Gelder zum Beispiel für Rüstungsprojekte, Klimazerstörung oder Steuerfluchtgeschäfte verwendet werden“, so Küchenmeister.

Gerade beim Thema Klimawandel haben sich die Banken am wenigsten bewegt und schneiden durchschnittlich am schlechtesten ab. „Es ist schon bemerkenswert, dass ausgerechnet die Landesbank LBBW aus dem grün-schwarz regierten Baden-Württemberg über keinerlei Ausschlusskriterien in Bezug auf den hochgradig klimaschädlichen Energieträger Kohle verfügt“, sagt Sarah Guhr, Projektleiterin des Fair Finance Guide Deutschland. Die Selbstverpflichtungen der untersuchten Banken reichten nicht aus, um die beschlossenen Pariser Klimaziele umzusetzen.

Eine langjährige Partnerschaft verbindet die Deutsche Bank und die Rüstungsindustrie
Die wenigsten Berührungsängste in Bezug auf die Rüstungsindustrie zeigt die Deutsche Bank, wie auch die Konzerntochter Postbank, was aus menschenrechtlicher Sicht sehr problematisch ist. „Die Postbank beruft sich öffentlich ausschließlich auf unverbindliche Universalstandards wie den UN Global Compact", erklärt Johanna Sydow von Germanwatch. "Auch das erklärt das schlechte Ergebnis bezüglich sozial-gesellschaftlicher Aspekte sowie der Art der Unternehmensführung.“ Der Verweis der Bank auf interne Selbstverpflichtungen reiche nicht aus, da diese nicht öffentlich und damit nicht überprüfbar sind.

Auch beim Thema Steuern attestiert der Fair Finance Guide den Banken schlechte Noten mit Verweis auf mangelnde Richtlinien zur Vermeidung von Steuerflucht. Insgesamt tauchen laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung 28 deutsche Geldinstitute in verschiedenen Zusammenhängen in den Panama Papers auf, darunter auch die Commerzbank, die Deutsche Bank, die DZ Bank, die LBBW und die HypoVereinsbank.

Fair Finance Guide zeigt Wirkung
„Für die genossenschaftlichen bzw. öffentlich-rechtlichen Institute DZ Bank und die LBBW lassen sich nur geringfügige Verbesserungen feststellen, sie verharren auf den hinteren Plätzen“, kritisiert Antje Schneeweiß von SÜDWIND. Grundsätzlich ist aber ein positiver Einfluss des Fair Finance Guide auf die Branche festzustellen. „In sieben Fällen wurden von Banken verbesserte Nachhaltigkeitsrichtlinien veröffentlicht, die auch auf das Engagement des Fair Finance Guide und den intensiven Dialog mit den Banken zurückzuführen sind“, betont Mario Dziamski von Rank a Brand. Um in Zukunft das Ambitionsniveau der Banken weiterhin zu erhöhen, werden Bankkundinnen und -kunden noch aktiver entsprechende Informationen einfordern und nachhaltige Finanzprodukte nachfragen müssen. Auch hierfür möchte der Fair Finance Guide eine Entscheidungshilfe sein.

Facing Finance und die Kooperationspartner im Fair Finance Guide werden ihre Zusammenarbeit fortsetzen und ausweiten. Zudem ist vorgesehen, anhand von öffentlich zugänglichen Fallstudien kontinuierlich zu prüfen, ob Banken ihre ESG-Richtlinien einhalten.

Ziel des Fair Finance Guide Deutschland ist es, für Bankkundinnen und -kunden mehr Transparenz und Vergleichbarkeit in Bezug auf die soziale und ökologische Bilanz deutscher Banken herzustellen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle besser beurteilen zu können. Dafür steht das anhand von 250 Kriterien detailliert recherchierte und frei zugängliche ESG-Bewertungsportal zur Verfügung: www.fairfinanceguide.de

Der Fair Finance Guide Deutschland ist Teil des Netzwerkes Fair Finance Guide International (www.fairfinanceguide.org), gegründet von Oxfam Novib und finanziert von der schwedischen Entwicklungsbehörde Sida. Die dem Projekt zugrunde liegende, umfassende Methodik wurde mit Unterstützung der niederländischen Agentur Profundo (www.profundo.nl) entwickelt. Der FFG Intrnational umfasst derzeit 9 Länder und vereint annähernd 40 Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, Umweltgruppen und Verbraucherorganisationen.

Text: Facing Finance e.V. Schönhauser Allee 141, HH 2  I  10437 Berlin Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.facing.finance.org, Bilder:pixabay   big merci

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Freiburg/Berlin/Frankfurt - Wie hoch sind die Gesamtkosten eines gewerblich genutzten Elektrofahrzeugs im Vergleich zu einem Diesel- oder Benzin-Fahrzeug? Welchen Einfluss haben Haltedauer und jährliche Fahrleistung und wie könnten sich die Gesamtkosten in den nächsten Jahren entwickeln? Diese und weitere Fragen beantwortet ein neuer Kostenrechner, der vom Öko-Institut im Auftrag des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. im Rahmen der Begleit- und Wirkungsforschung der Schaufenster Elektromobilität entwickelt wurde und der nun online ist.

Kostenrechner als Entscheidungshilfe für Gewerbetreibende
Das Online-Tool analysiert transparent Kosten für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybridfahrzeuge und bietet den direkten Vergleich mit konventionellen Fahrzeugen. In die Berechnung fließen sowohl die Anschaffungskosten als auch Ladeinfrastruktur, Kraftstoffe und Strom, Werkstattbesuche, Steuer und Versicherung, Abschreibung für Abnutzung sowie Fahrzeugrestwert ein. Die aktuelle Kaufprämie der Bundesregierung für Elektrofahrzeuge ist ebenfalls in den Kostenrechner integriert.

„Ob Industrie, Handwerk oder Dienstleistung – die Frage nach den Anschaffungs- und Halterkosten für Elektroautos spielt in allen Bereichen eine wesentliche Rolle. Gleichzeitig ist der Informationsbedarf weiterhin hoch“, erklärt Dr. Moritz Vogel vom VDE den Ausgangspunkt für die Arbeiten zum Online-Tool.

„Der Kostenrechner kann eine erste Entscheidungshilfe sein. So kann sich  zum Beispiel ein Pflegedienstleister ausrechnen, ob sich für die Anschaffung eines kleinen Fahrzeugs mit einer Jahresfahrleistung im Unternehmen von 20.000 km eher ein Benziner, ein Plug-In-Hybrid oder ein Elektrofahrzeug lohnt und welche Kostenbestandteile wie hoch zu Buche schlagen. Durch die übersichtliche graphische Darstellung der Kosten kann der Nutzer zudem sehr einfach abschätzen, ab welcher Jahresfahrleistung oder Haltedauer sich die Anschaffung rechnet“, ergänzt Moritz Mottschall, Projektleiter und Senior Researcher mit Schwerpunkt Energieeffizienz und alternative Antriebskonzepte am Öko-Institut.

Großes Potential für Elektromobilität
Schon heute werden 84 Prozent der Elektroautos gewerblich zugelassen. Im Vergleich zum privaten Einsatz bieten Elektrofahrzeuge in Unternehmensflotten Vorteile. In einem variablen Fuhrpark können Elektroautos wirtschaftlicher betrieben werden. Der Aufbau und die hohe  Auslastung von Ladestationen sind auf dem eigenen Betriebsgelände eher zu realisieren. Die eingeschränkte Reichweite von Elektroautos stellt ein geringeres Problem dar, wenn der Fahrer bei Bedarf auf andere Firmenfahrzeuge ausweichen kann.

Neben den Kosten können auch die Umweltauswirkungen für einen Kauf entscheidend sein. „Elektromobilität ist kein Selbstzweck, sondern verfolgt auch das Ziel, Treibhausgasemissionen zu verringern“, so Moritz Mottschall. „Der Onlinerechner bietet daher auch die Möglichkeit, die Treibhausgasemissionen der Fahrzeuge verständlich nachzuvollziehen.“ Technisch umgesetzt wurde der Rechner von der Datenvisualisierungsagentur Journalism++.
Quelle: Text: PM Öko-Institut und VDE/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen:
Kostenrechner des Öko-Instituts für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge

Studie „Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen in gewerblichen Anwendungen“ des Öko-Instituts i.A. der Begleitforschung zum BMWi Förderschwerpunkt IKT für Elektromobilität II

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Studie: Bürger vertrauen in verantwortungsvolle Unternehmen

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Eine Frage, die ich mir selbst immer wieder stelle: Sind nachhaltige Kapitalgeschäfte überhaupt möglich? Aktuell richtet sich „Volkes-Zorn“ an den Zinssatz des Dispo-Kredits der verschiedenen Geldhäuser. Die Negativ-Liste führt ein Institut aus Nordrhein-Westfalen mit 18,25 Prozent an. Wahnsinn, oder?!  Hier geht es rein um Abzocke! Sonst um nichts.

Natürlich hat ein Dispo weniger mit Sparen zu tun, viel mehr ist er ein Instrument, kurzzeitig einen finanziellen Engpass auszugleichen. 

Wenn wir uns etwas auf die Seite legen wollen, sind wir Deutschen strukturiert und diszipliniert. 
„Hundert Euro kann ich mir monatlich locker zur Seite legen und meine doch sehr kleine Rente aufbessern", so denken die meisten. Doch was passiert mit diesen hundert Euro Monat für Monat? Haben Sie sich das schon einmal gefragt? Wie arbeiten die Finanzinstitute und Versicherungen, denen sie regelmäßig ihr Geld anvertrauen? Immer mehr Menschen stellen sich diese Fragen. 
grüne AnlagenformenDer Sparer des 21. Jahrhunderts ist kritischer und richtigerweise auch misstrauischer geworden. Er will wissen, ob er an diesem Gezocke, diesem sehr undurchschaubaren Geflecht aus Investoren und Spekulanten, beteiligt ist. Das Geschäft gleicht einem perversen Pokerspiel.

Ethik, Moral, ökologische und sozial-gesellschaftliche Kriterien saßen und sitzen nicht am gemeinsamen Tisch. Die Spieler lassen sich kaum treffender beschreiben, wie sie unser Altbundeskanzler Helmut Schmidt charakterisiert hat: Es gibt drei Arten von Menschen. Die erste, das sind Sie und ich. Die zweite sind Verbrecher. Und dann gibt es noch eine Spezies. Das sind die Spekulanten.“

Bis vor zwei Jahren hatte auch ich bei einer großen deutschen Bank einen "monatlichen Sparer". Ein TV-Bericht hat mich aus meiner "satten" Zufriedenheit  herausgerissen. Genau meine Bank investierte Millionenbeträge in Rüstungsfirmen. Die Tatsache war anscheinend nicht neu, bloß ich hatte mich vorher nie dafür interessiert. Außerdem lassen sich Konzerne nicht so gerne in die Karten schauen, wie sie am Finanzmarkt Milliarden Jahr für Jahr verdienen. 

Rüstungsfirmen sind häufig Teil besonders erfolgreicher InvestmentfondsDer junge Mann im Fernsehen, der durch Streubomben seine Beine verloren hat, berührte mich tief. Denn ausgerechnet meine Bank kaufte seit Jahren und - wahrscheinlich tut sie es heute noch - Aktien des Unternehmens, welches diese todbringenden Waffen, trotz weltweiter Ächtung, sehr lukrativ produzierte. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir das alles egal gewesen. Der Fonds hatte seit Jahren hervorragende Renditen erwirtschaftet. Ich musste nicht lange überlegen: Nach ein paar Tagen kündigte ich meinen Vertrag.

Ein weiteres Beispiel: Immer wieder steht der Allianz-Versicherungskonzern und die Deutsche Bank am Pranger. Nach einer Studie der Entwicklungsorganisationen Oxfam und foodwatch e.V. spekulieren deutsche Banken und Versicherer massiv mit Termingeschäften auf Nahrungsmittel - allen voran und trotz Zusicherung damit aufzuhören die Deutsche Bank. Verlierer sind die armen Menschen in den Entwicklungsländern. Die Preise für Lebensmittel steigen. Noch mehr Menschen werden hungern. Darin keinen Zusammenhang zu sehen, ist einfach naiv. 

Vielen großen Finanzkonzernen ist es egal, wie sie ihren Profit erwirtschaften, Hauptsache sie erwirtschaften ihn. Wir Sparer ermöglichen den Konzernen, viel Geld zu machen. Sie kaufen mit unserem Geld für sich Anteile von Unternehmen, die ethische, soziale und ökologische Grundsätze nicht erfüllen oder ihnen nicht entsprechen oder gegen internationale Normen und Standards verstoßen, wie sie von OECD, ILO, UN und anderen definiert werden. Raffgier treibt immer neuere skurrile Blüten. Die letzte Euro-Krise liefert fast wöchentlich neue Beweise.
 

Was können wir Sparer tun?   

Bevor man sich für ein Geldanlage entscheidet, ist es unerlässlich, sich ausreichend zu informieren. Tagelang durchstöbern wir Websites, Foren und Blogs nach Verbraucher-Bewertungen über Kaffeemaschinen oder das neueste Smartphone. Wir vergleichen Preise in diversen Shops, um ja nicht das günstigste Angebot zu übersehen. 

grüne Anlagenformen werden immer beliebterWenn wir nachhaltig sparen wollen, brauchen wir Informationen. Wir müssen uns diese Informationen holen. Bei dem Makler oder bei den Institutionen selbst. Bekommen wir von einem Fonds oder einer privaten Rentenversicherung keine Offenlegung, aus was sich die Wertsteigerung ergibt, lässt man besser die Hände davon. 

Die Finanzwirtschaft hat den Trend erkannt und lanciert neue Produkte unter dem Deckmantel „grüne Anlageformen“ auf den Markt. Man will hier eine ehrliche und verantwortliche Unternehmenskultur verkaufen. Auch hier gilt: Genau hinschauen! 

Sehr bliebt sind Anlageformen in „nachhaltige“ Agrarkonzerne, welche sich dem Anbau von Palmöl verschrieben haben. Leider sind diese Firmen alles andere als nachhaltig. Sie zerstören ursprüngliche Regenwälder und fördern eine Monokultur, die mit Chemie auf maximale Ertragsleistung getrimmt wird.

Es gibt Verbände für nachhaltige Geldanlagen. Dort kann man sich informieren. Sie überzeugen durch Transparenz und einem strengen Verhaltenskodex der Mitglieder wie  das "Forum für nachhaltige Geldanlagen" (FNG). Seit 2001 ist es der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zu seinen mehr als 140 Firmen-Mitgliedern zählen u. a. Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Versicherungen, Ratingagenturen, Investmentgesellschaften, Vermögensverwalter, Finanzberater und NGOs (non- governmental organisation) sowie rund 20 interessierte Privatpersonen.

 

Trotzdem: Wer nachhaltig investieren will, darf nie blind vertrauen!

Florian Simon Eiler

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Frankfurt baut das weltweit erste Krankenhaus im Passivhaus-Standard

Darmstadt/Frankfurt/M. - Gummistiefel und Spaten standen bereit für eine besondere Premiere: Im Frankfurter Stadtteil Höchst entsteht das weltweit erste Krankenhaus in Passivhaus-Bauweise. Das bisherige Klinikgebäude wird durch einen Neubau ersetzt. Auf sechs Geschossen sind zehn Operationssäle und 666 Betten vorgesehen. Das Passivhaus Institut hat das Klinikum Frankfurt Höchst schon bei der Planung intensiv begleitet und setzt die Begleitung in der Bauphase fort. 

Krankenhäuser zählen beim Energiebedarf aufgrund ihres 24-Stunden-Betriebes zu den Spitzenverbrauchern unter den Gebäuden. Hessens Sozialminister Stefan Grüttner rechnete bei der Feier zum symbolischen Spatenstich in Höchst vor, dass in Hessen pro Jahr und Krankenhausbett 3350 Euro an Energiekosten anfallen. 

Passivhaus_KlinikumAbläufe optimieren, Kosten reduzieren 
Mit dem Neubau will das Klinikum Frankfurt Höchst sowohl die internen Betriebsabläufe optimieren als auch die Betriebskosten drastisch reduzieren. „Die Grundidee des Passivhaus-Konzeptes, bei verbessertem Komfort den Bedarf an Energie deutlich zu reduzieren, ist bei einem Krankenhaus besonders lohnenswert, muss jedoch in einer Klinik spezielle Anforderungen erfüllen“, erläutert Oliver Kah vom Passivhaus Institut. Besondere Anforderungen gelten unter anderem für hygienisch sensible Bereiche wie die Operationssäle. Was die Raumtemperatur angeht, empfinden Patienten eine erhöhte Temperatur von rund 23 °Celsius in Krankenzimmern als komfortabel.

Besondere Anforderungen an Hygiene und Komfort 
Im Auftrag des Landes Hessen untersuchte Oliver Kah zusammen mit Kollegen im Vorfeld, wie die hoch energieeffiziente Passivbauweise in einer Klinik umgesetzt werden kann. Diese Erkenntnisse könnten auch den insgesamt 2.100 Krankenhäusern in Deutschland zu Gute kommen, von denen viele sanierungsbedürftig sind. Wie die Untersuchung unter anderem zeigt, hat die Ausstattung des Krankenhauses einen wesentlichen Einfluss auf den Energiebedarf. 

In konventionellen Bilanzverfahren (wie z. B. der DIN V 18599) wird ausschließlich der Energiebedarf für Heizung, Trinkwasser, Beleuchtung und Kühlung betrachtet. In einer Klinik sollte jedoch auch die komplette Gebäudeausstattung und damit unter anderem der Bedarf für medizinische Geräte berücksichtigt werden. „Wird die Gebäudeausstattung nicht betrachtet, entgeht den Planern rund die Hälfte des gesamten Energiebedarfs der Klinik. Gleichzeitig sparen effiziente Geräte Energie ein und verringern den Kühlbedarf“, erklärt Oliver Kah. 

Passivhaus_OPMedizinische Ausstattung berücksichtigen 
240 Millionen Euro hat die Stadt Frankfurt für den Neubau des Klinikums Frankfurt Höchst veranschlagt. Das Land Hessen beteiligt sich mit 46 Millionen Euro. „Wir statten einen hochkomplexen Bau mit Sondernutzung durch modernste Technologien aus und tragen damit unserer Zielvorgabe Rechnung, 2050 eine klimaneutrale Stadt zu sein“, erläutert Frankfurts Umwelt- und Sozialdezernentin Rosemarie Heilig. 

Viele Krankenhäuser sind sanierungsbedürftig 
Das Klinikum Frankfurt Höchst gilt als Einrichtung der höchsten Versorgungsstufe und Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Über 2000 Beschäftige versorgen jährlich rund 36.000 stationäre und 80.000 ambulante Patienten. Der Passivhaus-Neubau soll im ersten Halbjahr 2019 bezogen werden.
Quelle: Text und Bild Passivhausinstitut Darmstadt 

Weitere Informationen unter www.passiv.de

BüroLesen Sie dazu über das umweltfreundlichste Büro in den Niederlanden

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Stuttgart - Elf Lebensmittelproduzenten erhöhen erfolgreich ihre Energieeffizienz oder setzen nun erneuerbare Energiequellen in ihrem Produktionsprozess ein. Sie zeigen, dass eine Reduktion des Energieeinsatzes um 15 Prozent oder mehr technisch und wirtschaftlich machbar ist. Für Unternehmen, die es ihnen gleichtun wollen, stehen ein kostenloses branchenspezifisches Berechnungstool und eine Palette an Informationsmaterialien zu Optimierungsmaßnahmen, Erfolgsbeispielen und Finanzierungsoptionen zur Verfügung.

In der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie Europas schlummern beträchtliche Potentiale zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Einsatz erneuerbarer Energien. Die Verringerung der Produktionskosten und der Treibhausgasemissionen, die damit einhergehen, tragen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche bei. Dies zeigen die Ergebnisse von 204 Überblicks- und 45 Detailenergieaudits, die vorwiegend in kleinen und mittelgroßen Betrieben durchgeführt wurden, davon 28 Überblicksaudits und 12 detaillierte Audits in Deutschland.

Das Projekts GREENFOODS, im Rahmen dessen diese Aktivitäten stattfinden, wird aus dem Programm „Intelligent Energy Europe“ der Europäischen Union kofinanziert, und in Deutschland von der HFT Stuttgart und der Universität Kassel umgesetzt. 

Technisch möglich sind – so die Resultate der Audits – Einsparungen von rund 45 Prozent. Insgesamt könnten in den Unternehmen, bei denen Detailanalysen durchgeführt wurden, der Energieverbrauch um 150.000 MWh und der Treibhausgasausstoß um 30.000 Tonnen CO2e reduziert werden. Rund 15 Prozent Einsparungen (je nach Unternehmen teils auch beträchtlich mehr) sind auch wirtschaftlich rentabel und machbar. Die teilnehmenden Betriebe erhielten dazu detaillierte Empfehlungen und Ratschläge.

Strom sparenIn einer Branche, in der über 99 Prozent der Unternehmen Klein- oder Mittelbetriebe sind, von denen nicht wenige mit Recht stolz auf ihre mehrere Generationen umspannende Geschichte sind, auf überlieferte Familienrezepte und traditionelle Herstellungsmethoden, herrscht manchmal Skepsis bezüglich innovativer Lösungen. Hier braucht es Vorzeigebetriebe, die deren Machbarkeit und Erfolg demonstrieren. Aus diesem Grund haben die Expertinnen und Experten von GREENFOODS elf Unternehmen, darunter Bäckereien, Handwerksbrauereien und Fleischverarbeiter, bis zur erfolgreichen Umsetzung der gewählten Optimierungsmaßnahmen begleitet. Um über diese Demonstrationsprojekte hinaus Unterstützung für die Branche anzubieten, entwickelten die GREENFOODS Partner eine Reihe von Werkzeugen und Informationsmaterialien, die nun europaweit für Betriebe zur Verfügung stehen:

Das GREENFOODS Branchenkonzept erlaubte es, unterschiedliche Lösungen zur Verbesserung der Energieeffizienz oder zur Integration von erneuerbaren Energiequellen einfach, schnell und trotzdem umfassend zu bewerten. Das Branchenkonzept ist online kostenlos erhältlich.
Das GREENFOODS WikiWeb ist ein kostenloses online-Nachschlagewerk, speziell zugeschnitten auf die Lebensmittel –und Getränkeindustrie und deren Subsektoren. 
Die GREENFOODS Trainings bieten aktuelles Wissen zu all den genannten Themenbereichen und kombinieren dabei Fachvorträge mit der Ausarbeitung konkreter Beispiele. 
Virtuelle Energiekompetenzzentren in allen sechs Ländern fungieren als erste Anlaufstelle für interessierte Unternehmen. In Deutschland hat die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz Deutscher Industrie- und Handelskammertag in Berlin die Rolle des VECC übernommen. Kontakt: Fr. Janine Hansen/ E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel: +49 800 934 2375.

Ganz aktuell hat der Projektkooridnator AEE INTEC an der Klimakonferenz COP 21 PARIS im Dezember im Rahmen der UN Weltklimakonferenz in Paris teilgenommen und die Ergebnisse des GREENFOODS Projekts innerhalb eines Expertenforums diskutiert. Hier das Video:

Alle erwähnten Materialien sind auf www.green-foods.eu verfügbar.

Quelle: Text: Petra Dabelstein Marketing und Presse, Hochschule für Technik Stuttgart/Bilder: Pixabay

Projektwebsite: www.green-foods.eu
Facebook: GREENFOODSproject 
Twitter: @GREENFOODS_AEE, #GREENFOODSproject
Linkedin: http://www.linkedin.com/groups?gid=4989642&mostPopular=&trk=tyah 

Hier lesen Sie, wie Unternehmen auch beim Händewaschen Energie und Kosten sparen können

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