Hamburg - Der Sommer ist da und egal, ob im Internet, per Anzeige in der Frauen­zeitschrift, im Fernsehen oder in der Apotheke – überall locken angebliche Wundermittel oder Diät-Coaches mit häufig sehr überzeugend klingenden Wirk­mechanismen fürs schnelle Abnehmen. Denn: Viele wollen jetzt noch schnell ihre Figur "Schwimmbad-tauglich" aufpeppen oder mit einem idealen "Sixpack" beim weiblichen Geschlecht punkten. Mit unhaltbaren Werbesprüchen versuchen zudem unseriöse Anbieter, Übergewichtige zu ködern. Dass irreführende Werbung verboten ist, stört die Anbieter wenig.

Bikini-Figur

Doch Fakt ist, die vermeintlichen Helfer in der Not sind (leider) meistens wirkungslos und im schlimmsten Fall sogar gesundheitsgefährdend. 

In ihrer kompakten Publikation listet die Verbraucherzentrale Hamburg fast 150 Schlankheitsmittel auf, darunter auch erstmals homöopathische Mittel. Es werden die verschiedenen Wirkstoff­gruppen der Präparate vorgestellt, deren Wirkweisen erläutert und mögliche Neben­wirkungen benannt. Für jede Wirkstoffgruppe gibt es abschließend eine fachliche Bewertung. Des Weiteren liefert die Broschüre zehn wertvolle Tipps für all diejenigen, die dauerhaft und gesund abnehmen möchten.

Was die Online-Diät-Coachings betrifft, so hat die Verbraucherzentrale Hamburg einige Gratis-Angebote stichprobenartig überprüft und rät Verbrauchern zur Vorsicht. Die kostenlosen Coachings helfen nach Auffassung der Verbraucherschützer selten weiter, sondern sollen vor allem den Verkauf von Abnehmprodukten ankurbeln.

„Nach der Beschwerde einer Verbraucherin haben wir uns als Testkunden auf den Internetseiten von sechs Coaches angemeldet“, berichtet Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Schnell wurde klar, dass es den Anbietern in erster Linie um das Wohl ihres Kontos geht", so die Verbraucherschützerin.

Die Methoden sind alle gleich:
Angebot anpreisen: Mit kostenlosen „Crashkursen“ oder „Challenges“ werden abnehmwillige Verbraucher geködert – teils mit haltlosen Versprechen, die gegen die Vorgaben der Health-Claims-Verordnung verstoßen, wie beispielsweise „30 Tage und 10,4 Kilo weniger“ oder „2 kg pro Woche abnehmen“. Eine lockere Ansprache, Geschichten aus dem Leben des Coachs und Erfolgsberichte anderer Verbraucher sollen Vertrauen schaffen.

Fragliche Tipps geben: Teil der meisten Online-Diät-Coachings sind tägliche Mails, die statt der versprochenen fundierten Ratschläge zum Thema Gewichtsreduktion nur allseits bekannte Tipps enthalten, wie zum Beispiel die Empfehlung, ausreichend Wasser zu trinken oder langsam und bewusst zu essen. Aussagen wie „Weizen enthält extrem viele schädliche Abwehrstoffe, die den Organismus kaputt machen können“ oder „Basis-Supplemente empfehlen wir jedem“ lassen ebenfalls an der Qualifikation und Seriosität einiger Coaches zweifeln.

Kostenpflichtige Produkte verkaufen: Mit Produktplatzierungen in Videos, penetranten Werbemails oder -bannern und anderen verkaufsfördernden Maßnahmen auf Website und Social-Media-Kanälen wird immer wieder versucht, kostenpflichtige Intensivcoachings, Diät-Abos, Rezeptbücher oder Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen.

Das Ergebnis der Recherche der Verbraucherzentrale Hamburg zeigt: Geschenkt bekommen Verbraucher nichts. „Die kostenlosen Online-Diät-Coachings sollen vor allem skeptische Neukunden gewinnen, diese binden und dazu bewegen, doch noch etwas Kostenpflichtiges zu erwerben“, fasst Schwartau die Vertriebsmasche der Abnehmcoaches zusammen.
Quelle: VZHH/Bilder: Pixabay

Die aktualisierte „Schwarze Liste der Schlankheitsmittel“ wurde nun neu herausgegeben. Die Broschüre kostet 2 Euro. Zum Download geht's hier! Mehr Infos zum Thema  sowie eine Übersicht der überprüften Coaching-Angebote sind zu finden auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg unter www.vzhh.de.

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