München - In Deutschland werden jährlich etwa 30 Millionen Christbäume verkauft. Um den Bedarf an den tiefgrünen und vor allem gerade gewachsenen Bäumen mit Idealmaßen für unsere Wohnzimmer zu decken, werden sie in speziellen Kulturen gezogen, mit Einsatz von Chemie.

Etwa jeder zehnte Christbaum, der in Deutschland verkauft wird, kommt aus dem Ausland, vor allem aus Dänemark sowie anderen Nachbarländern. In den vergangenen Jahren hat sich vor allem die Nordmanntanne in den deutschen Wohnzimmern breit gemacht, und gerade diese werden oft importiert. Gezogen in einer Monokultur und unter Einsatz von viel Chemie, denn damit sie dort möglichst effizient wachsen und zum Fest schön symmetrisch, dicht benadelt und in sattem Grün daherkommen werden sie häufig mit umweltschädlichem Dünger, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln bearbeitet. Ergo: Wir holen uns mit dem Weihnachtsbaum einen Chemiecocktail ins Haus, der vor allem für Allergiker ein Gesundheitsproblem darstellen kann.

Deshalb ist es vor dem Kauf wichtig zu wissen, was wir uns mit dem Tannengrün ins Haus holen und welche Alternativen es gibt:  

Weihnachtsbäume aus regionaler Forstwirtschaft
TannenbaumWer einen Baum aus der eigenen Region kaufen möchte, kann sich zum Beispiel bei den Ämtern für Landwirtschaft und Forsten in Bayern informieren. Hier gibt’s Informationen zu den Ansprechpartnern des nächsten Forstreviers. Oft haben Forstreviere und private Waldbesitzer einen eigenen Weihnachtsbaumverkauf oder sie bieten Christbäume sogar zum Selberschlagen an.

Zudem gibt es im Freistaat den Verein "Bayerischer Christbaumanbauer e.V.", der dafür zuständig ist, Christbäume aus Bayern zu vermarkten. Das Herkunftszeichen "Bayerischer Christbaum" steht für frische Weihnachtsbäume aus Bayern und verlangt, dass ausschließlich Bäume zertifiziert sind, die in Bayern produziert und nach dem 15. November oder nach Vollmondkriterien (also drei Tage vor dem elften Vollmond im Jahr) gefällt worden sind.

Durch den Kauf von regional erzeugten Christbäumen unterstützt man zudem heimische Forstbetriebe und erspart der Umwelt unnötige Transportwege. Auf proplanta.de gibt's eine Christbaum-Map mit regionalen Weihnachtsbaumanbietern (auch zum Selberschlagen).

Zertifizierte Öko-Weihnachtsbäume
Die Umweltorganisation Robin Wood aktualisiert jedes Jahr ein Verzeichnis, das deutschlandweit Anbieter listet, deren Bäume mit Bio-, Bioland-, Naturland-, Demeter- oder FSC-Siegel ausgezeichnet sind.

Und noch ein letzter Tipp für den Kauf:
Die Nordmanntanne gilt als beliebtester Weihnachtsbaum, wächst aber ursprünglich gar nicht bei uns. Also lieber eine heimische Fichte, Kiefer oder Tanne kaufen.

Vor dem Verpacken beim Händler den Weihnachtsbaum mehrmals kurz auf den Boden stoßen: Rieseln die Nadeln, ist er nicht mehr frisch!

WeihnachtenIst dann das Grün sicher nach Hause gebracht, am besten den Baum ins Wasser stellen und ihn zunächst bis zum Schmücken an einem kühlen Ort – Keller, Garage, Terrasse – lagern.

Fröhliche Weihachten!
Text: Linda Fischer/Bilder: Pixabay