Im Netz ist man fasziniert von der sogenannten „Crowd“, der Masse der Nutzer, die sich aus allen entlegenen Winkeln der Erde gemeinsam einem Trend oder einer Idee in einer Art Schwarmintelligenz verschrieben haben. Internetseiten wie kickstarter sammeln Geld von der Allgemeinheit ein für kulturell anspruchsvolle bis "spleenige" Projekte. Auf quirky wird die Allgemeinheit eingeladen, Innovationen für definierte Problemstellungen zu entwickeln und beim krautreporter liefern Nutzer Informationen, besser gesagt Berichte und Artikel, zu aktuellen Themen.

Wie solche neuen, offenen Innovations- und Finanzierungsmethoden im Dienste der Nachhaltigkeit eingesetzt werden können, zeigt die neue Plattform www.innonatives.com. Die Online-Plattform ermöglicht nachhaltigkeitsorientierten Design- und Innovationsunternehmen, die nach Lösungen im sozialen und ökologische Segment suchen, sich zu vernetzen, auszutauschen und dementsprechend noch optimalere oder neue, bessere Lösungen zu präsentieren. Das können neue Produkte, Dienstleistungen, Technologien oder Materialien sein, aber auch Systeme, Kommunikations- und Bildungsprojekte oder soziale Innovationen. Die Plattform lädt Menschen weltweit ein mitzumachen und bringt mittlerweile über 1000 kreative Menschen aus allen Kontinenten zusammen, die gemeinsam spannende und radikale Lösungen für bedeutsame Probleme entwickeln.

Das Prinzip von innonatives.com ist, dass Personen oder Organisationen, die nachhaltigkeitsrelevante Probleme definiert haben, sogenannte Seeker (Sucher), mit Personen und Organisationen zusammengebracht werden, die an der Entwicklung von Lösungen mitarbeiten möchten, sogenannte Solver (Problemlöser). Die innonatives Plattform steht unter dem Titel „Offene Innovation für Nachhaltigkeit“ und kombiniert die Funktionen Crowd Sourcing (das Einholen von Lösungen von der Allgemeinheit), Crowd Voting (die Allgemeinheit stimmt ab) und Crowd-Funding (die Allgemeinheit stiftet Geld für Projekte, die implementiert werden sollen) und einen Online-Shop, auf dem nachhaltige Lösungen ge- und verkauft werden können.

So können Innovations- und Implementierungsprozesse von der Problemdefinition durch die Crowd bis zur Realisierung der besten entwickelten Lösungen durchlaufen werden. Innonatives-Nutzer können aber auch die Module einzeln nutzen, also z.B. nur nach Investoren für ihre Projekte suchen oder nur ihre nachhaltigen Lösungen im Shop anbieten.

WebsiteStartseite der innonatives.com-Plattform mit den farbkodierten Funktionsmodulen

Die Plattform existiert seit Ende 2014 und hat bereits spannende Projekte realisiert:


MöbelBeispielsweise wurden für Favelas in Brasilien flexible Möbel aus gebrauchten Holzpaletten gestaltet. Der Gewinnerentwurf von Jennifer Eduviges und Karla Bretz Aceno wird von der Firma EcoDesign in Brasilien produziert und die Designer werden zu 50% am Gewinn beteiligt.

BlumenkastenOder Proflora: Das Unternehmen suchte nach besseren Einsatzmöglichkeiten von Kokoserde, einem Abfallmaterial der Kokosnussindustrie, das die so extrem klimaschädliche Torferde ersetzen kann. Der innonative Gewinnerentwurf kombinierte die neue Kokoserde mit Pflanztöpfchen aus Kokosfaser und Samenpäckchen, sodass individuelle, nachhaltige Pflanzsets für Hobbygärtner und Profis angeboten werden können. Das gesamte Set ist komplett biologisch abbaubar. Die Pflanze kann mitsamt dem Topf in Blumenkästen oder den Garten gesetzt werden. Es entsteht kein Müll, außer einer Papierverpackungsbanderole. Der Gestalter Alessio de Mitri realisiert derzeit das Projekt zusammen mit Proflora und wird mit 5% am Gewinn beteiligt. Die weitere Produktentwicklung soll über innonatives Crowdfunding finanziert und die Sets sollen dann unter anderem im innonatives-Online Shop vertrieben werden.

Das Besondere an der innonatives-Plattform ist, dass sie von Unternehmen, gemeinnützigen Verbänden, Städten und Gemeinden, Professoren und Studenten, professionellen Designern und Ingenieure aber auch Laien genutzt werden kann mit dem Ziel, die Welt ein Stückchen zu verbessern und gleichzeitig gemeinsam davon zu profitieren.

Neben der online Plattform veranstaltet innonatives regelmäßig die innonatives-Konferenzen, damit die Community und andere sich auch offline treffen können.

Text & Bilder: Marc Tobias, Einleitung- und Beitragsbild: pixabay

Nächste kostenfreie innonatives-Konferenz: 22. Februar in München

Weitere Informationen und Anmeldung zur Konferenz bei www.innonatives.com oder www.sustainabilitymaker.org.

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