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teilen Peer-to-Peer Sharing  Kleidersharing Carsharing

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► Sharing über Onlineplattformen wird weiter wachsen: Privates Autoteilen hat größtes Potenzial ► Zwei Drittel der Deutschen finden, dass Teilen Geldbeutel und Umwelt schont ► Fast jeder vierte Befragte bis 24 Jahren sieht privates Carsharing als adäquaten Ersatz für ein eigenes Auto         

Sharing statt Shopping ist im Internet immer häufiger die Devise: Immer mehr Internetplattformen ermöglichen es, Dinge von Privat zu Privat zu teilen, leihen oder verkaufen (Peer-to-Peer Sharing). Eine bundesweite Befragung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zeigt, dass zwei Drittel der Deutschen diese Entwicklung positiv bewerten.

Boom Carsharing
Vor allem beim Auto finden die Befragten das Nutzen wichtiger als das Besitzen: In Zukunft könnte sich die Nachfrage nach privatem Carsharing verfünffachen. Auch bei Kleidung, Wohnungen oder Mitfahrgelegenheiten können sich viele Menschen vorstellen in Zukunft mehr privat zu teilen. Die Befragten rechnen damit, dass dies Geld spart und die Umwelt schont. Die Wissenschaftler haben 2000 Menschen zu ihrem Nutzungsverhalten von Sharing-Plattformen im Internet befragt. Die Befragung wurde im Projekt PeerSharing durchgeführt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung gefördert wird. Die Ergebnisse sind nun in der Broschüre „Teilen digital – Verbreitung, Zielgruppen und Potenziale des Peer-to-Peer Sharing in Deutschland“ erschienen.

Mehrheit findet, dass privates Carsharing zur Nachhaltigkeit beiträgt   IÖWMehrheit findet, dass privates Carsharing zur Nachhaltigkeit beiträgt IÖW

Wachstumspotenzial in allen Bereichen
„Aktuell nutzen zwar nur etwa zwei Prozent der Befragten die Möglichkeit, das Auto von anderen zu mieten oder ihr eigenes Auto zu vermieten“, so Studienautor und Projektkoordinator Dr. Gerd Scholl. „Aber zehn Prozent können es sich für die Zukunft vorstellen. Fast jeder vierte Befragte bis 24 Jahre sieht dies sogar als adäquaten Ersatz für ein eigenes Auto. Die Menschen nehmen dabei positiv wahr, dass privates Carsharing zur Nachhaltigkeit beiträgt und die Umwelt schont“, führt er weiter aus.
Private Mitfahrgelegenheiten, die über das Internet vermittelt werden, gibt es noch häufiger: Fast jeder und jede Zehnte hat eine solche schon angeboten oder genutzt. Die Nachfrage könnte sich noch verdoppeln.
Die eigene Wohnung oder ein Zimmer als Übernachtungsort zur Verfügung gestellt haben bisher etwa drei Prozent der Bevölkerung – etwa sechs Prozent können es sich zukünftig vorstellen. Dieses Angebot selbst genutzt haben bisher sechs Prozent der Bevölkerung. Dies könnte sich in Zukunft verdreifachen. Am weitesten verbreitet ist heute schon Kleidersharing: Etwa jede und jeder Fünfte verkauft oder kauft gebrauchte Kleidung über moderne Internetplattformen. Zukünftig kann es jede und jeder Vierte sein.

Pioniere des Sharing: Unterschiedliche Zielgruppen identifiziert
Vor allem bewerten gut gebildete, junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren Peer-to-Peer Sharing positiv. Diese „Aktiven“ nutzen Sharing-Angebote aus allen Bereichen schon relativ häufig. Besitz ist für sie nebensächlich und das organisierte Teilen passt zu ihrem Selbstbild. Sie machen die wichtigste Zielgruppe aus. Ähnlich wichtig sind die „Pragmatischen“ – eine junge Gruppe, die oft über wenig Geld verfügt, aber schon viel über das Internet teilt. Die Forscher geben Plattformanbietern und Gründern im Bereich Online-Sharing mit ihrer Analyse einen Einblick in unterschiedliche „Sharing-Typen“ als zentrale Zielgruppen, um Onlineplattformenbetreiber beim Aufbau ihrer Geschäftsmodelle zu unterstützen.

Text: Richard Harnisch Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH, gemeinnützig , Bilder: pixabay

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Haelen, Niederlande (ots/PRNewswire) - Die Zentrale des Trockner- und Kühlerherstellers Geelen Counterflow in Haelen in den Niederlanden steht auf der Liste der umweltfreundlichsten Büros in der ganzen Welt ganz oben: Es erreicht sagenhafte 99,94 % der Punkte nach dem BREEAM-Zertifizierungssystem.

GebäudeDie grüne Wand Foto: John Sondeyker/Geelen CounterflowDas Gebäude für 50 Büroangestellte produziert 50 % mehr Solarenergie als es zum Heizen, für die Klimaanlage, für die Beleuchtung und die Computer braucht. Die überschüssige Energie wird in der Fabrik zum Laserschneiden von Edelstahl und Wiederaufladen der elektrischen Gabelstapler genutzt.

Wo auch immer möglich, sind die Baumaterialien "Cradle to Cradle"-zertifiziert; das bedeutet, dass sie die Umwelt nicht schädigen und nach Ende der Nutzungsdauer wiederverwertet werden können. Das Gebäude wurde aus Holz erbaut; denn Holz gilt als das Baumaterial mit der geringsten CO2-Belastung.

Das Design ist optimal gestaltet, um die Gesundheit und Produktivität der Mitarbeiter durch einfallendes Tageslicht, gute Luftqualität und Innenbeleuchtung sowie die Verwendung gesunder Materialien zu fördern.

Um das Bürogebäude wurde ein Naturgarten mit einer Vielzahl von einheimischen Pflanzen und Blumen angelegt. Zur Gartengestaltung gehören auch Nistplätze für Vögel, Käfer, Fledermäuse und Amphibien.

Sander Geelen ist der Managing Director von Geelen Counterflow: "Bei unseren unerschöpflichen Bemühungen, die besten Trockner und Kühlgeräte für Futter- und Lebensmittel herzustellen, machen wir uns die Naturgesetze der Gravitation, Aerodynamik und Thermodynamik zunutze. Wenn wir also ein neues Bürogebäude bauen, ist es sinnvoll, dabei ebenfalls diese Gesetze und Grenzen der Natur zu respektieren. Dieses Bürogebäude ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg zum schrittweisen Ausgliedern fossiler Brennstoffe. Der nächste Schritt wird darin bestehen, eine neue Generation von Trocknern zu entwickeln, die nur noch erneuerbare Energie nutzen."

Das Bürogebäude wurde vom Architektenbüro Architecten en Bouwmeesters entworfen. Die Bauleitung führte Wagemans Bouwadvies. Die technischen Installationen wurden von Dubourgraafgestaltet und Ad van de Ven war als BREEAM-NL-Experte tätig.

BREEAM ist die weltweit führende Methode zur Nachhaltigkeitszertifizierung von Gebäuden und Projekten. Auf der ganzen Welt gibt es mehr als 540.700 BREEAM-zertifizierte Entwicklungen. In den Niederlanden wird das System vom "Niederländischen Rat für umweltfreundliche Bauen" (Dutch Green Building Council) verwaltet.

Geelen Counterflow entwickelt und produziert Gegenstromtrockner und Kühler für die Lebensmittel- und Futtermittelindustrien. Zusammen mit 100 Mitarbeitern produziert das Unternehmen Anlagen zur Produktion von Nahrungsmitteln (wie Kaffee, Cornflakes und Croutons) sowie von Futtermitteln für Nutztiere, für die Aquakultur und für Haustiere. Das Unternehmen unterhält Vertriebs- und Kundendienstbüros in den Niederlanden, den USA, Argentinien und China.
Quelle: Text: Presseportal Deutschland/Bilder: Geelen Counterflow, Pixabay

FirmaLesen Sie dazu: Firmengelände naturnah gestalten und Im kompostierbaren T-Shirt auf der schwimmenden Rohstoffbank

Alufolie

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Wien - Ob für´s Pausenbrot, die Reste vom Mittagessen oder die Torte vom Besuch bei der Großmutter: Die Verpackung kommt von der Rolle, der Rohstoff dafür meist aus dem Regenwald. Aluminium wird extrem umweltschädlich produziert und ist auch gesundheitlich bedenklich. Es gibt viele Alternativen zu Alufolie, www.wenigermist.at informiert darüber.

Alufolie ist ein Standardprodukt in vielen Haushalten, obwohl es große Nachteile hat. „Alufolie hat einen bitteren Beigeschmack – nicht nur weil sich das Aluminium durch Salz und Säure löst und in die verpackten Lebensmittel übergeht, sondern auch weil bei der Herstellung Regenwald vernichtet wird, giftige Abfälle entstehen und viel Energie verbraucht wird“, warnt Mag.a Michaela Knieli, Ernährungswissenschafterin von "die umweltberatung".

Schlecht für die Umwelt
Bauxit heißt das Gestein, aus dem Aluminium gewonnen wird. Bauxit wird zum größten Teil in Australien, China, Brasilien und Indien abgebaut. Meist werden dazu große Flächen an Regenwald gerodet. Der Abbau hinterlässt grobe Spuren in der Landschaft und schädigt die Gesundheit der Bevölkerung. Bei der Gewinnung von Aluminium aus Bauxit bleibt ätzender, mit Schwermetallen verunreinigter Rotschlamm übrig, der eine Gefahr für die Umwelt darstellt. Zur Verarbeitung ist hoher Energieeinsatz notwendig.

Aluminium kann Ihre Gesundheit gefährden
Mittlerweile sind es nicht nur UmweltschützerInnen die sich gegen die Verwendung von Aluminium im Lebensmittelbereich verwehren. Auch die Medizin sieht eine mögliche Gefährdung, da Aluminium in hohen Dosierungen nervenschädigend wirkt, die Blut-Hirn-Schranke passieren kann und in Verbindung mit Demenzerkrankungen wie Alzheimer gebracht wird.

Nicht für Kuchen und für Fisch
OfenkartoffelAluminium reagiert mit Säure und Salz. Das macht sich zum Beispiel beim Abdecken eines Obstkuchens bemerkbar: Das Metall löst sich durch die Fruchtsäure ab, dunkle Flecken bilden sich am Kuchen. Auch Schinken oder Käse sollten nicht in Alufolie verpackt werden, um den Körper nicht unnötig mit Aluminium zu belasten. Zum Kochen ist Alufolie ebenfalls nicht geeignet, Rezepte mit Alufolie wie Fisch in Salzkruste oder Ofenkartoffeln sind nicht empfehlenswert. Denn auch hier können Salz oder Säure Aluminium aus der Folie lösen und die Aufnahme von Aluminium unnötig erhöhen.

Garantiert aluminiumfrei

- Butterbrotpapier und Jausenboxen halten Pausenbrote frisch
- Glasbehälter mit Deckel sind die beste Wahl zur Aufbewahrung von Lebensmitteln
- beim Kochen Alufolie durch Backpapier ersetzen
- Grillschalen aus Edelstahl verwenden
- Lebensmittel in einer Schale, die mit einem Teller zugedeckt wird, im Kühlschrank
  aufbewahren
- Zwiebelhälften mit Schnittfläche auf Untertasse legen und mit einer Kaffeetasse abdecken

Aluminium ist zu schade zum Wegwerfen
Wichtig ist es, Aluminiumprodukte wie Dosen und Folien zu trennen und in den Altmetallcontainer zu werfen. So können die Aluminiumabfälle dem energiesparenden Recycling-Kreislauf zugeführt werden und es entstehen daraus neue Produkte, ohne Bauxit abzubauen.

Wer nicht auf Alufolie verzichten will, sollte Recycling-Alufolie kaufen, da für ihre Herstellung weniger Rohstoffe und Energie verbraucht werden. Recycling-Alufolie ist zum Beispiel in Bio-Supermärkten und Online-Shops erhältlich. Doch Vorsicht, gesundheitlich schneidet Recycling-Alufolie auch nicht besser ab!
Quelle: Text: "die umweltberatung" Wien/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen
Viele weitere Informationen zum Vermeiden unnötiger Abfälle bietet die Website www.wenigermist.at.

Die Initiative „natürlich weniger Mist“ ist Teil der "Umwelt Musterstadt Wien" und wird von Umweltstadträtin Ulli Sima und den Abteilungen der Geschäftsgruppe Umwelt unterstützt.

grillenLesenswert: Für ein nachhaltiges Grillvergnügen Besteck von Leef oder der Kaffeekapselwahnsinn mit dem Alu-Mäntelchen - ein Kommentar

 adidas Futurecraft Biofabric Schuhs

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Im Herbst 2016 spielte unter anderem der FC. Bayern München in seinem Heimspiel in adidasTrikots aus 100 Prozent recycelten und aufbereiteten Plastikabfällen. Nun wurde kürzlich das passende Schuhwerk dazu vorgestellt.
Beim Prototyp des adidas Futurecraft Biofabric Schuhs ist das Obermaterial aus 100% Biosteel®-Fasern gefertigt, einer naturbasierten und vollständig biologisch abbaubaren Hochleistungsfaser, entwickelt vom deutschen Biotechnologieunternehmen AMSilk. Das Material vereint auf einzigartige Weise Eigenschaften, die für eine hohe Leistungsfähigkeit entscheidend sind. So ist die Biosteel®-Faser beispielsweise 15% leichter als herkömmliche Synthetikfasern und potenziell das stärkste, bislang verfügbare Naturmaterial.

Nachhaltige Fasern überzeugen
Biosteel®-Fasern sind darüber hinaus noch nachhaltiger, da sie in einem vollständig natürlichen Prozess zu 100% biologisch abbaubar sind. Damit setzt adidas einen weiteren Meilenstein in seiner Reihe nachhaltiger Innovationen – eine Entwicklung, die bereits weg von neuem Kunststoffmaterial über wiederverwertete Kunststoffe bis hin zur Partnerschaft mit Parley for the Oceans führte. Mit dem adidas Futurecraft Biofabric folgt nun ein weiterer, vollkommen neuer Ansatz, in Lösungen zu investieren, die Wissenschaft und Natur zu einem integralen Bestandteil von Innovation machen.

James Carnes, Vice President Strategy Creation bei adidas, erklärt dazu: „In einem Jahr bahnbrechender Innovationen von adidas ist die Bekanntgabe unserer Partnerschaft mit AMSilk und die Vorstellung des adidas Futurecraft Biofabric Schuhs ein weiteres Zeichen unseres Engagements, die Sportartikelbranche neu zu definieren. Durch den Einsatz von Biosteel ®-Fasern in unseren Produkten erzielen wir ein unvergleichlich hohes Maß an Nachhaltigkeit. Damit bewegen wir uns von der Idee geschlossener Kreisläufe weg hin zu einem Endloskreislauf, ja vielleicht sogar weg vom Kreislaufdenken überhaupt."

‚Futurecraft‘ ist eine zukunftsweisenden Designinitiative, die den Fokus auf kreative Open-Source-Partnerschaften gepaart mit kompetenter Handwerkskunst legt. Das Ergebnis ist Innovation…Foto: adidas‚Futurecraft‘ ist eine zukunftsweisenden Designinitiative, die den Fokus auf kreative Open-Source-Partnerschaften gepaart mit kompetenter Handwerkskunst legt. Das Ergebnis ist Innovation…Foto: adidas AGFuturcraft Biofabric desSportgiganten
Die Vorstellung des adidas Futurecraft Biofabric erfolgt im Herbst 2017, in dem adidas mit einer ganzen Reihe von Produkten die Grenzen der Sneaker-Innovationen neu definieren wird. Dazu zählen der Futurecraft Tailored Fibre, der in einem innovativen Fertigungsverfahren hergestellt wird und einzigartige Schuhdesigns ermöglicht, sowie der Futurecraft M.F.G., der als erstes Produkt in der die gesamte Branche revolutionierenden adidas SPEEDFACTORY hergestellt wurde.

Diese wegweisenden Produktentwicklungen symbolisieren die Hingabe von adidas für Nachhaltigkeit. Dazu gehört nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit Parley for the Oceans, im Rahmen derer der erste massenproduzierte Schuh entstanden ist, der überwiegend aus Parley-Meeresplastik besteht – der UltraBOOST Uncaged Parley.

Text: adidas AG, Einleitungsbild: © AMSilk Biosteel

TrikotVielleicht auch interessant: FC Bayern spielt in Trikots aus Ozeanmüll

Tofu auf Teller angerichtet

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Die Auswertungen der Soja-Züchtungsinitiative "1000 Gärten - das Soja-Experiment" vom Bio-Tofuhersteller Taifun und der Uni Hohenheim zeigen erste positive Ergebnisse aus über 1300 Soja-Gärten.

–Ein Jahr ist es her, seit der Bio-Tofuhersteller Taifun gemeinsam mit der Uni Hohenheim "1000 Gärten – Das Soja-Experiment" startete (wir berichteten). Das Ziel der Initiative: die Züchtung neuer, klimatisch angepasster und für die Tofuherstellung geeigneter Sojasorten, um den Sojaanbau in Deutschland voranzutreiben. Eine hierzulande einzigartige Studie, an der sich über 2400 Hobbygärtner, Profigärtner und Landwirte beteiligten. Von den Bayerischen Alpen bis zur Waterkant haben sie im vergangenen Jahr fleißig gesät, gejätet und dokumentiert. Im Zeitraum September bis Oktober war schließlich Erntezeit:

Im Zeitraum September bis Oktober war Erntezeit   Foto: Life Food GmbH  Im Zeitraum September bis Oktober war Erntezeit Foto: Life Food GmbH 15000 Sojaproben aus deutschen Landen
Letztendlich haben 1300 Gärtner 15000 Sojaproben an die Uni Hohenheim geschickt. Die rege Teilnahme und das Engagement der Gärtner haben die Erwartungen von Taifun und der Uni Hohenheim bei Weitem übertroffen. Nun arbeiten die Wissenschaftler unter Hochdruck daran, die Daten auszuwerten. Auch wenn es noch etwas dauern wird bis endgültige Ergebnisse vorliegen – die ersten Resultate sind sehr positiv. So testet Taifun aktuell in der hauseigenen Labortofurei, ob sich die vielversprechenden Sojaproben auch für die Tofuherstellung eignen. Seit Oktober 2016 hat die Landessaatzuchtanstalt der Uni Hohenheim alle Hände voll zu tun. Denn zwischen September und Oktober färbten sich die grünen Sojahülsen erst gelb und dann braun – ein Zeichen für die Gärtner, dass die Sojabohnen reif sind und geerntet werden können. Insgesamt 1300 Pakete mit 15000 Sojaproben erhielt die Uni Hohenheim daraufhin.

Um die Proben analysieren zu können, mussten die Wissenschaftler die Sojabohnen zunächst von den Hülsen befreien. Im Anschluss prüften die Forscher die Sojabohnen auf wertvolle Inhaltsstoffe, wie Eiweiß- und Ölgehalt. Parallel dazu werteten sie die Daten aus, die die Gärtner zum Vegetationsverlauf gesammelt haben. So hatten die Gärtner beispielsweise die Blütenfarbe, Pflanzenhöhe und die Reifezeit der Sojabohnen dokumentiert. Mehr als 70 Prozent der Teilnehmer haben ihre Daten eingegeben und online an die Uni Hohenheim übertragen; die übrigen knapp 30 Prozent hörten aufgrund von Hagel, zu viel Regen, Schneckenfraß oder aus persönlichen Gründen vorzeitig mit dem Experiment auf.

Beste Voraussetzung für den Sojaanbau im Rheintal und im Osten Deutschlands
Mit dem Projekt "1000 Gärten" nutzten die Wissenschaftler die einmalige Chance, bundesweit über 1700 Kreuzungen an verschiedenen Standorten anzubauen. Jeder Gärtner erhielt 12 Saatguttütchen mit unterschiedlichen Sojastämmen.
"Um die Linien regelmäßig über ganz Deutschland zu verteilen, hatten wir das Land in fünf Regionen eingeteilt“, so Dr. Volker Hahn von der Landessaatzuchtanstalt der Uni Hohenheim. Dabei wurde jede Linie doppelt in jeder Region angebaut. "Eines der wichtigsten Studienziele ist für uns, frühreife Sojastämme zu identifizieren“, erklärt Hahn weiter. Die Wissenschaftler suchen also nach Pflanzen, die schneller reifen und somit auch für den Anbau in Regionen Deutschlands geeignet sind, in denen der Sommer kürzer und kühler ausfällt.

Die gute Nachricht: Bei der ersten Analyse konnten sogar mehrere frühreife Sojastämme identifiziert werden. "Diese werden wir dieses Frühjahr noch einmal anbauen, um den Ertrag der Sojapflanzen zu vergleichen“, so Hahn. Generell gilt bei den Sojapflanzen: Je wärmer die Temperaturen, desto früher sind die Sojabohnen reif. Nach ersten Auswertungen lässt sich erkennen, dass sich das Rheintal, aber auch östliche Regionen Deutschlands rund um Berlin, Leipzig und Magdeburg sowie das Donautal in Bayern aufgrund milder Temperaturen besonders gut für den Anbau der Sojastämme eignen.

Die Mitarbeiter von Taifun prüfen, ob sich die Sojabohnen zur Herstellung qualitativ hochwertigen Tofus eignen   Foto: Life Food GmbHDie Mitarbeiter von Taifun prüfen, ob sich die Sojabohnen zur Herstellung qualitativ hochwertigen Tofus eignen Foto: Life Food GmbHDas Zeug zum Tofu: Sojabohnen werden in Labortofurei getestet
Auch besonders eiweißreiche Sojabohnen wurden identifiziert: Einige der getesteten Sojalinien haben einen Proteingehalt von 43-45 Prozent. Damit liegen sie über den üblichen 40 Prozent und haben einen idealen Proteingehalt für die Tofuherstellung. Ob sich aus den vielversprechenden Linien mit hohem Eiweißgehalt tatsächlich schmackhafter Tofu herstellen lässt, prüft nun der Freiburger Bio-Tofuhersteller Taifun: In der hauseigenen Labortofurei werden die geernteten Sojabohnen zu Mini-Tofus verarbeitet. Taifun besitzt 30 Jahre Erfahrung in der Herstellung von Tofuprodukten – als Branchen-Pionier weiß das Unternehmen genau, auf welche sensorischen Eigenschaften zu achten ist, um qualitativ hochwertigen Tofu zu produzieren.

30 Jahre Tofukompetenz und ein Jubiläumstofu
Ende Februar bringt der Markenhersteller Taifun anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums einen 300 g Jubiläumstofu natur in den Naturkostfachhandel. Das Besondere daran: Er wird ausschließlich aus deutschen Bio-Sojabohnen hergestellt. Bereits seit 1997 setzt sich Taifun für den Anbau von Sojapflanzen in Deutschland ein. Mit Hilfe der engagierten Gärtner, die an "1000 Gärten – das Sojaexperiment“ teilgenommen haben, konnte nun ein weiterer wichtiger Schritt gemacht werden.

Über Taifun
Die 1987 gegründete Life Food GmbH ist Vorreiter der vegetarischen und veganen Ernährung. Mit seinen Marken Taifun und Tukan bio&vegan ist das Freiburger Unternehmen Marktführer für biologische Tofu- und Tofuprodukte in Europa. Die Sojabohnen für das derzeit rund 40 Produkte umfassende Sortiment stammen aus ökologischem Landbau und werden seit 2017 ausschließlich aus Deutschland, Österreich und Frankreich bezogen. Mit den Landwirten pflegt Life Food langfristige und vertraglich abgesicherte Geschäftsbeziehungen. Das firmeneigene "Landwirtschaftliche Zentrum für Sojaanbau und Entwicklung“ (LZ Soja) arbeitet bereits seit sechs Jahren an der Entwicklung neuer Sojasorten. Seit 2013 beteiligt sich das LZ Soja zudem am Projekt "Soja-Netzwerk zur Ausweitung des Sojaanbaus in Deutschland“ im Rahmen der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie.

Über die Landessaatzuchtanstalt an der Universität Hohenheim
Die Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim besteht seit 1905. Ihre Aufgaben orientieren sich an den Erfordernissen einer ressourcenschonenden, umwelt- und marktgerechten landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion. Um den Soja-Anbau in kühlere Regionen auszuweiten und die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, sind ertragreiche, kühletolerante Soja-Sorten notwendig. Die Arbeiten an der Landessaatzuchtanstalt konzentrieren sich auf die Züchtung proteinreicher Sorten und von Soja-Sorten für die Tofu-Produktion. Sollten Sie weitere Informationen oder Bildmaterial benötigen, können Sie mich gerne kontaktieren. Besuchen Sie auch: www.1000gärten.de

Text: Elisabeth Torge raabengrün - nachhaltig kommunizieren, Einleitungs- Beitragsbild und Bild unten: pixabay

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Metallschrott

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„Die Welt ein kleines Bisschen besser machen.“ - Mit diesem Ansatz schießen „grüne“ Startups wie Pilze aus dem Boden. Verwundert reibt man sich als Verbraucher die Augen, wenn man per App Lebensmittel bei sich um die Ecke ausfindig machen kann, die übermorgen ihr Mindesthaltbarkeitsdatum verlieren - günstig einkaufen und damit den Lebensmittelmüllberg ein wenig reduzieren helfen. Erholen kann man sich von der Shopping-Tour auf einer Parkbank. Sie ist an eine grün bemooste Wand, einen sogenannten CityTree, montiert, der mit Vorliebe Feinstaub frisst. Ein kleiner Beitrag für zunehmend saubere Luft in unseren Metropolen. In Wien gibt es Belohnung für soziale Arbeit, in den Niederlanden werden Recycling-Ideen am Fließband geboren und in Berlin trifft sich alles, was Rang und Namen hat, um fair produzierte und nachhaltige Mode zu bestaunen.

Copyright CityTreeCityTree in Oslo; Copyright CityTreeMitten aus unserer Gesellschaft erwachsen Fragen nach dem „wie wir leben“. Experten monieren, dass unsere Lebensweise bisher sehr wenig dazu beigetragen habe, dass wir mit voller Stolz den Planeten an unsere Enkel weitergeben können. Eine ständige wachsende Zahl von Menschen, die nach Lösungen suchen, findet sich beispielsweise in der „degrowth“-Bewegung. Sie stellen die provokante Frage: „Schadet dem Menschen das Streben nach immer noch mehr Wachstum mehr, als es ihm gut tut? Postwachstum also als Chance, um die weitere Vergiftung, Vermüllung und Erwärmung unseres Planeten zu stoppen.

Die Idee von Cradle to Cradle (C2C) steht dem Wachstumsgedanken eher neutral gegenüber. C2C, übersetzt „von der Wiege zur Wiege“, baut auf Materialkreisläufe und positiv definierte Materialien, die für Mensch und Umwelt gesund sind.

Bei cradle to cradle entsteht kein Müll
Rohstoffkreisläufe nehmen die zentrale Rolle in dem Konzept ein. Dabei unterscheidet man zwischen einem biologischen und einem technischen Kreislauf. Beide sind einfach erklärt: Obst und Gemüse wächst. Bei der Ernte fallen Schalen, Strunk usw. an. Diese „Bio-Abfallprodukte“ werden nicht weggeworfen, sondern kompostiert und später zur Düngung des Apfelbaums wieder eingesetzt. „Am Ende darf kein Müll entstehen“, erklärtNora Sophie Griefahn. Sie ist Mitbegründerin und Geschäftsführerin des gemeinnützigen Cradle to Cradle-Vereins. Man könne die richtigen Dinge tun, um gar keinen Abfall mehr zu erzeugen. „Materialien gebrauchen, statt kopflos zu verbrauchen“, so Griefahn. Ein Anspruch, der beim technischen Kreislauf in unserer Wegwerfgesellschaft alles andere als gegeben ist. Beispiel Alt-Computer: Die meisten Teile des Geräts werden einfach weggeworfen.

Ziel von Cradle to Cradle ist, dass alle Bestandteile, und gemeint sind wirklich alle, wiederverwendet werden können. Wissenschaft und Technik sind inzwischen soweit, Materialien derart aufzubereiten, dass sie in neuen Gegenständen problemlos und ohne jede Qualitätsminderung eingebaut werden können.    

Das dass alles nicht nur bloße „grün-gefärbte“ Träumerei ist, zeigt eines der größten Containerschiffe der Welt. Die von der dänische Reederei „Maersk Line“ gebaute, 400 m lange, über die Weltmeere schippernde Rohstoffbank besitzt einen „C2C-Passport. In dem Pass sind alle im Schiff verbauten Materialien gelistet. Wird der Containerriese abgefrackt, kann jede einzelne Schraube, jeder Bolzen und der Bordcomputer wieder verwendet werden.

Foto: cradle to cradle e.V.Foto: cradle to cradle e.V.Zurück auf trockenem Boden, in Deutschland, bei Cradle to Cradle e.V. Die Organisation macht derartige Projekte wie das voll recyclefähige Containerschiff erst möglich. Die Organisation mit seinen 22 Regionalverbänden und 300 ehrenamtlichen Aktiven sieht sich als Vermittler zwischen Politik, Industrie und Wissenschaft. „Wir gehen rein in die Unis und erzählen von Cradle to Cradle“, erzählt Tim Janßen, selbst Wissenschafter mit Fokus auf Nachhaltigkeitsmanagement. Wichtig sei bei der Übermittlung der Idee ein „Perspektivenwechsel“. Der C2C-Dozent: „Ein Ingenieur hat sicher ein spezifisches Fachwissen und geht die Sache von einer ganz anderen Warte aus an.“ Der Verein sehe sich hauptsächlich als „Rahmen für engagierte Menschen“.

C2C-Produkte wecken bei dem Verbraucher großes Interesse
Engagiert muss man auf alle Fälle sein, wenn man ein konsequent C2C-konzipiertes Produkt auf den Markt bringen möchte. Soll heutzutage ein „grünes“ Produkt im freien Markt funktionieren, muss auch das „Drumherum“ in Ordnung sein. Stichwörter wie fairer Handel, Sozialstandards der Angestellten und Bauern, CO2 - Fußabdruck und ressourcenschonende und umweltfreundliche Anbau-, Ernte- und Weiterverarbeitungsmethoden. Das Berliner Startup leef hat diesen Schritt gewagt. Es macht aus heruntergefallenen Palmblättern der Areka-Palme in Indien kompostierbares Geschirr und verkauft es erfolgreich im „hauseigenen“ Online-Shop. In Baden-Württemberg ist der Sitz von Trigema, einem wahren Pionier in Sachen C2C in Deutschland. Schon vor Jahren hat die Firma mit ihren kompostierbaren T-Shirts für Aufsehen gesorgt. Ein mutiger Schritt, der belohnt wurde. „Das Cradle to Cradle-Konzept wird von den Kunden gut angenommen, die Nachfrage steigt“, sagt Sabine Breusch von der Trigema Werbeabteilung.

Umso verständlicher ist, dass der erste Internet-Shop mit rein Cradle to Cradle zertifizierten Produkten seine Eröffnung vorbereitet. Im Netz sammelt cradlelution aus Lüneburg mit Crowdfunding Startkapital für die ersten Klicks auf C2C Bio Kapuzen-Sweatshirts.

Von der Wiege zur Wiege – die Idee einer müllfreien Welt, in der alles gebraucht und wiederverwendet wird, ist längst den Kinderschuhen entschlüpft und auf dem Weg, erwachsen zu werden.

Florian Simon Eiler

Foto: pixabay,   big merci

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