Journalistin Astrid Waligura auf der INNATEX - ein Erfahrungsbericht:
Das Angebot an grüner Mode wird zunehmend größer, denn die Nachfrage steigt erfreulicherweise immer mehr. So habe ich mich mal umgesehen auf der INNATEX - Internationale Fachmesse für nachhaltige Textilien in Hofheim-Wallau bei Frankfurt. Der Markt ist wirklich riesig. Als sportbegeisterter Yogafan war mir schnell klar, dass ich mich in erster Linie nach Leisure- und Sportswear umschauen wollte. Ich traf auf viele tolle Menschen hinter innovativen und stylischen Marken. Mein Fazit: Auch bewusste Konsumenten wollen in ihrer Freizeit und beim Sport gut aussehen und so setzen moderne grüne Labels - neben nachhaltigen Produktionsbedingungen - auf ein schönes Design.

 

Julia Mehedintu, Jaya organics   Julia Mehedintu, Jaya organics, Foto:privatAuch Ökomode ist sexy
Bei JAYA organics lernte ich die Modedesignerin und Yogalehrerin Julia Mehedintu kennen. Hinter ihrem Label steckt sinnliche und nachhaltig produzierte Bekleidung für Yoga, Tanz und Freizeit: Yogahosen, Yogatops, Shirts, Jacken, Kleider und Röcke, die aus Bio-Baumwolle und Bambus-Viskose unter fairen Bedingungen in Nepal gefertigt werden. Schön bunt war es an diesem Stand. Farben wie Pink, Aqua, Powder und Plum zogen die Blicke vieler Fachbesucher an. „Der Trend bei der Athleisure Wear, wenn also sportliche Funktionskleidung und alltägliche Mode aufeinander treffen, geht dahin, dass man sich möglichst gar nicht mehr groß umziehen muss nach dem Sport oder Yoga“, erklärte mir Julia. Besonders gut gefielen mir die Kleider im Sortiment – richtig sexy. Auch in Ökomode muss ich also nicht auf meine Weiblichkeit verzichten. Das bestätigte mir auch Julia: „Wir sind doch Frauen und wollen schön sein. Das gehört auch dazu, damit man sich wohlfühlt.“

Nice to meet me, Foto: INNATEX/Christian GreweNice to meet me, Foto: INNATEX/Christian Grewe

Atmungsaktive Stoffe - ideal zum Joggen
Weiter ging es für mich zum  Lable Nice to meet me, das komplett auf Materialien tierischen Ursprungs verzichtet, also vegan produziert, ebenfalls ein Trend in der grünen Modeszene. Die hübschen bunten Prints auf Tops und Leggings werden von der österreichischen Yogatrainerin Denise und dem kolumbianischen Modedesigner Maicol gemeinsam entworfen. Genäht wird die Kleidung zu fairen Bedingungen in einer kleinen Werkstätte in der Tschechischen Republik. Besonders begeisterte mich ein neuer Materialmix bei den Laufhosen: eine Kombination aus Biobaumwolle und recyceltem Polyester aus PET-Flaschen. Der Clou daran: Der innen liegende Polyester saugt sich nicht an beim Schwitzen, also zum Beispiel beim Joggen. Die außen liegende Naturfaser nimmt die Feuchtigkeit auf und die Leggins kann nach außen hin abtrocknen. Klebrige Hosen beim Laufen gehören also auch im Green Fashion Bereich der Vergangenheit an.

Dhara Natura,   Foto: INNATEX/Christian GreweDhara Natura, Foto: INNATEX/Christian GreweEndlich mehr bequeme Biounterwäsche
Die Gesichter hinter Dhara Natura hatten wohl die längste Anreise unter allen Ausstellern auf der INNATEX. Dhara Natura ist eine grüne Modemarke mit Sitz in Miami Beach, USA. Die anschmiegsamen, bequemen und hautfreundlichen Produkte werden in Peru aus Bio-Fairtrade-Baumwolle hergestellt. Chemische Zusatzstoffe sind tabu. Der Familienbetrieb verzichtet bewusst auf gentechnisch veränderte Organismen, Pestizide, Herbizide oder andere Agrochemikalien im Wachstumsprozess der Rohstoffe. Auch bei der Verwendung von Farbstoffen hat der Umweltschutz – und damit am Ende auch die Gesundheit der Endverbraucher – höchste Priorität. Alle Farbstoffe sind vegan.

Maathai Organics,   Foto: INNATEX/Christian GreweMaathai Organics, Foto: INNATEX/Christian GreweAls nächstes schaute ich mich bei Maathai Organics um. Das war wirklich ein Lichtblick für mich, denn bequeme und dazu auch noch schöne Unterwäsche „in Grün“ zu finden, fand ich immer besonders schwierig. Die Multimedia Designerin Jessica A. Soto Montoya ist der kreative Kopf hinter dem Label. Sie ließ sich von Wangari Maathai, der 2011 verstorbenen kenianischen Politikerin und Friedensnobelpreisträgerin, inspirieren und so ist die ethische Philosophie der Marke eng mit dem Fair Trade-Gedanken verbunden. Derzeit gibt es von Maathai Organic eine modische Unterwäschelinie für Frauen, die Komfort und Qualität bietet. 95 Prozent der Kollektion von Maathai Organic wird aus Biobaumwolle hergestellt. Hinter dem Label steht ein ganzheitlicher Ansatz und so wird zum Schutz von Umwelt und Natur auch bei der Verpackung auf Beutel aus Biobaumwolle gesetzt. Sogar die Etiketten werden aus nachhaltigen Naturmaterialien produziert, nämlich aus der Bagasse, einem Rückstand bei der Auspressung von Zuckerrohr.

Heiße Outfits für alle Sommeraktivitäten im Freien
Meine letzte Station auf der INNATEX führte mich zum Stand von Engel Sports. Die Marke steht für ökologisch zertifizierte Funktionswäsche und –bekleidung „Made in Germany“. Die Kombination aus Merinowolle und Seide von Engel Sports soll für beste Atmungsaktivität sorgen und dabei angenehm temperaturausgleichend wirken. Funktionalität finde ich wichtig, aber mich interessierte auch hier wieder in erster Linie das Design. Mein Favorit im neuen Sortiment: Sportbustier und Hotpants in der Trendfarbe Silverstone mit schwarzen Kontrastnähten. Die Kombination eignet sich für alle Sommeraktivitäten im Freien und sieht echt heiß aus. Nach einer kleinen Stärkung im Bio-Bistro trat ich dann auch die Heimreise an – mit einem guten Gefühl und dem Wissen, dass das Bewusstsein für nachhaltige Textilien wächst. Mittlerweile kann wirklich jeder im Bereich "grüne Mode" seinen persönlichen Style finden.

Text: Astrid Waligura www.symbiose-eins.de, Fotos: INNATEX/Christian Grewe   ichtragenatur.de sagt danke!

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