Schon als Kind lernten wir, was ein Singularis Porcus alles kann. Es kann als eine Art Maskottchen mitten unter einer ungehobelten gallischen Abordnung in der Südkurve des Circus Maximus auf der Tribüne sitzen. Es kann schnell laufen und zwar um sein Leben. Hat es das verloren, kann es außerordentlich gut schmecken. Gegrillt, am Spieß. Heutzutage sind Wildschweine in der Bretagne eher selten anzutreffen.

Wen wundert’s. Es gab da nämlich mal dicke Männer in verrückten Klamotten mit roten Zöpfen, die durch die Gegend streiften. Obelix verspeiste nach getaner Arbeit (meist verkloppte er Unmengen von römischen Legionären, Anm. der Red.) nachweisbar 125 der borstigen Fleischgiganten.

WildschweinEin Singularis Porcus ist bei Gourmets sehr beliebt

Nun droht neues Ungemach. Aus der Cäsarenhochburg Berlin kommt die Order, dass in jeder Provinz ein "Veggie Day" eingeführt werden soll.

„Beim Teutates. Die spinnen die Grünen.“ Aufmerksame Beobachter sehen in ihren Zaubertrank-geäderten Augen bereits Hinkelsteine in die Parteizentrale fliegen. Statt einer römischen Legion werden ganze Kohorten von Vegetariern, Parlamentariern und Klimaschützern vermöbelt. Urgssh, Zack, Puff...die spinnen die...! Nicht auszudenken, wenn Jürgen Trittin mit einem perfekt platzierten Kinnhacken senkrecht gen Himmel fährt.

Tja, die Zeiten haben sich geändert. Während früher die Wildschweinjäger nur in einem kleinen gallischen Dorf anzutreffen waren, findet man sie 2013 n. Chr. auf dem ganzen Kontinent verstreut. In der Präfektur Germania soll sogar jeder Barbar täglich auf einem fleischigen Knochen herumknabbern. Das gibt ihnen das Gefühl, als würden sie ständig in einen Topf mit Zaubertrank fallen. Aber auch ihre Frauen können sich nur schlecht von Geflügel- und Hufrezepten trennen. Um diese schier grenzenlosen Fleischesgelüste zu stillen, werden die Viecher zu tausenden in Ställe gepfercht. Das verbraucht Unmengen von Ressourcen und verändert das Klima. Dorfchef Majestix würde darauf sagen: „Das Schlimmste, was uns bei dieser Geschichte passieren kann, ist, das uns der Himmel auf den Kopf fällt.“

Was lehrt uns unser geschultes Geschichtswissen?

Glosse Veggie DavKlar, oder?! Zack, Bumms...Rummms.

Wir verkloppen uns alle gegenseitig. Wie die Dorfbewohner damals. „Nieder mit dem Ökodiktat!“, rufen die Steakfetischisten, die Obelixe, Methusalixe und Verleihnixe und schwingen ihre Fäuste.

„Halt!“, ruft der kleine, listige Asterix. „Freunde, es geht nur um einen Tag. Nur ein Tag.“

Die Städte Gent, Bremen praktizieren einen fleischfreien Tag seit Jahren sehr erfolgreich, und Ökodiktatur sehe anders aus.

Die letzte Seite der Folge „Asterix bei den Ökobarbaren“: Wie immer Party. Troubadix ist wieder einmal verhindert. Hochprozentiges und Kulinarisches. Serviert wird eine große vegetarische Grillplatte mit Köstlichkeiten aus der Bretagne. Alle gröhlen und sind wieder versöhnt. „Ist doch gar nicht so schwer“, grunzt Obelix zu Freund Asterix. „Wir schauen, wer mehr Tofubraten essen kann. Wer gewonnen hat, kriegt ein Wildschwein.“