Es gibt Wissenschaftler, die behaupten, dass Musik einen ähnlichen Effekt hat wie Sex. Je mehr die Musik gefällt, desto mehr positive Botenstoffe setzt das Gehirn frei. Allein die Vorfreude auf schöne Melodien bewirkt bereits warme Dopaminschübe. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, um den Mitarbeitern im Bundesinstitut für Risikobewertung mal auf eine eher angenehme Weise den „Marsch zu blasen“.
Selbige haben nämlich für eine Studie, die die Europäische Union über das Pflanzenschutzmittel Glyphosat in Auftrag gegeben hat, einfach Leserbriefe in die Publikation einfließen lassen. Besonders heikel, zehn der vierzehn Briefe stammen allesamt entweder direkt von Mitarbeitern des Herstellers oder aus dem weiteren Umfeld. Erfinder von Glyphosat ist der US-Konzern Monsanto. Zu seinen Errungenschaften gehört auch Agent Orange. Das todbringende Entlaubungsmittel im Vietnamkrieg. Noch heute kommen behinderte Kinder in den kontaminierten Gebieten auf die Welt.

Also Musik für die mit Statistik gequälten Beamten in Berlin. Vorschlag aus der Redaktion: mal probeweise das Album „The Monsanto Years“ von Neil Young reinziehen. Hier gibt´s neun Songs lang den Jüngern von Monsanto ordentlich eins auf die Mütze. Außerdem wird Glyphosat in rockigen Harmonien erklärt. Wie es wirkt, wie kanzerogen es ist, und noch dazu der Konzern Monsanto die Bauern knebelt.
Stehen die im Bundesinstitut mehr auf weibliche Stimmen und Country, empfehlen wir die Dixie Chicks. Die haben sich schon einmal mit einem amerikanischen Präsidenten angelegt. Goldkehlchen der besonderen Art, die immer sagen oder vielmehr singen, was sie sich gerade politisch denken. Oder doch eher was Solides? Da können wir Bob Dylan empfehlen. Der durfte aufgrund seiner kritischen Lieder 2010 nicht in China auftreten.

Tja, als „grüner“ Musikkritiker könnte man TTIP eigentlich etwas abgewinnen?! Sollte das gefürchtete Freihandelsabkommen mit den Amis doch zustande kommen, kriegen wir hoffentlich auch die musikalischen Revoluzzer mitgeliefert. Für irgendetwas muss ja der Ausverkauf gut sein. Wir haben beispielsweise einen Sänger namens Pierre Baigorry. Pierre wer? Besser bekannt als Peter Fox. Dieser fordert die Bürger auf seiner Website auf, sich zur Energiewende zu bekennen und sich nicht von Schwarzmalern von der Einsicht ablenken zu lassen. Demgegenüber stehen die Chicks aus Texas. Bei denen ist schon einmal vorgekommen, dass aufgebrachte Konservative mit einem Bulldozer tausende ihrer Musik-CDs zu Sand gemahlen haben.

Übrigens: Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Glyphosat für nicht gefährlich eingestuft. Also, es erzeugt tatsächlich keinen Krebs.
In der amtlichen Bewertung ist wirklich Musik drin, oder?

Florian Simon Eiler

Fotos; Big Merci an pixabay 

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