Entschuldigung, wer hat in der Weihnachtszeit eigentlich Bock, sich so richtig zu verändern? Klar, niemand, oder?!

Da platziert man sich standardgemäß mit seiner heißen Tasse schön gemütlich an einem windgeschützten Plätzchen hinter der Glühweinhütte und lässt den Nikolaus einen guten Mann sein. Prostet seinem Nachbarn zu und futtert ein paar Thüringer rein, damit man die „saukalten“ Tage übersteht. Wer mehr will, ist eindeutig bescheuert oder glaubt noch immer an den himmlischen Paketlieferanten.

EonDie bei Eon haben mit dem Christkind anscheinend gar nichts am Hut. Ließen doch die Bosse – ohne jegliche Besinnlichkeit - die hausinterne Bombe am Abend des ersten Advent in Düsseldorf platzen. Manchem gutgelaunten Aktionär ist daraufhin der Appetit auf Zimtsterne vergangen. Der Energieriese trennt sich bis 2016 von seinen bisherigen „fetten Gänsen“ Atom, Kohle und Gas. Diese Geschäftsfelder werden ausgegliedert. Eine eigens gegründete Gesellschaft soll sich darum kümmern.

Eon selbst will nach dem Schnitt nur noch Ökostrom erzeugen, sich um bisherige Strom- und Gasnetze kümmern und sich vor allem wieder mehr um den Kunden sorgen.

Bei so viel energetischer Wohlfahrt muss man doch Theorie zwei ansetzen:Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen ist sehr wohl am Fest der Liebe interessiert. Sein peinlich berührter Blick am Sonntag spricht Bände.

Papperlapapp! Fakt ist doch eines. Eonier haben echt Eier in der Hose. Sich einfach so von der Kernenergie trennen. Man hätte schon erwarten können, dass sie noch so lange weiter machen, bis das letzte Brennstäbchen aufgehört hat zu rauchen. Übrigens: Im selbstgemachten Vorweihnachtsstress kann so mancher Strommanager es gerne mit einem Raucherstäbchen verwechseln. Halb so schlimm. Die Halbwertszeit ist bei beiden relativ lange.

Die Lanze würde mancher Politiker gerne für die Energiemänner aus deutschen Landen brechen. Schon Herrmann Hesse wusste über Menschen, die mutig neue Wege beschreiten zu berichten: „Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“

GlühbirnenDoch der Chor der Kritiker mag nicht verstummen:

Stille Nacht, heilige Nacht

Alles schläft, einsam wacht,

damit nicht am Ende der Steuerzahler

für die Kosten der Rückbaumaßnahmen der Atomkraftwerke haft.“

Na, dann frohe Weihnacht und schalten Sie mal öfter das Licht aus!

 

 

Florian Simon Eiler