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Time for change

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Eigentlich ist Deutschland ein Land der Wechsler. In der sehnlichst erwarteten Urlaubszeit reist der Germane zum nächsten Bettenwechsel. Wechselt vorher seine alte Karre mit dem komfortablen Gefährt seiner Schwiegereltern. Vollzieht in adrenalinsteigernder Dynamik Spurwechsel. Verpennt bzw. verwechselt die richtige Ausfahrt, weil ihm das Verkehrsschild „Wildwechsel“ die Sicht versperrt hat. In Rimini geht´s dann weiter mit Luftwechsel, hie und da ein versteckter Partnerwechsel und mehrmals tägliche Kleiderwechsel.

Stromanbieterwechsel nichts für DeutscheStromanbieterwechsel nichts für DeutscheApropos Kleider. Wissen Sie, wie oft der Deutsche seine Socken wechselt? 78 Prozent der Männer wechseln täglich ihre Strümpfe. Nicht zu verwechseln mit den Schweizern und Franzosen, die mehrere Tage ihre Fußbekleidung nutzen. Dass Frauen wesentlich wechselfreudiger sind, egal welcher Nationalität, versteht sich von selbst. Europäische Frauen ziehen sich quasi zum Verwechseln ähnlich an.
 Zurück über den Rhein. Der medienträchtigste Wechsel ist der Stromanbieterwechsel. Doch noch immer rümpft der geordnete, an alten Gepflogenheiten haftende Bundesbürger, bei dem Gedanken an das Wechsel-Prozedere die Nase wie beim Ankurbeln seines heruntergefahrenen Fettstoffwechsels.
 
„Weil wir unseren Strom schon immer bei EGON bekommen haben, bleiben wir auch dabei!“, so die Argumentation. „Nicht, dass wir plötzlich im Dunkeln stehen!“ Den Zahnputzbecher mit dem Bierglas verwechseln. Beim Strom, bei der Biersorte und bei der Versicherung schrumpft die Wechselbegeisterung hierzulande auf die Größe eines iPhones. Tja, dieses Teil ist der wahre Wechsel-Primus. Nach zwei Jahren holt sich gefühlt jeder wischende, schwarz-rot-goldene Nerd das neueste Gerät. Inzwischen sind wir bei der Seriennummer 7 angelangt.
 
Beim Strom wäre es genauso einfach. Mit der alten Rechnung und ein paar Klicks in die Vergleichsportale reiht man sich ein in die knapp zwei Millionen Kunden, die zwischen November und Januar 2017 ihren Stromanbieter gewechselt haben. Die Zeitschrift „Finanztest“ hat irgendwann errechnet, dass ein Haushalt durch die Wechslerei locker über 300 Euro im Jahr sparen kann.
Als hipper Deutscher kann man dabei nur sagen: „Wechseln ist geil!“ Der Wettbewerb bei den Stromanbietern nimmt zu und wenn das, was aus der Steckdose kommt, auch noch nachhaltig ist, sprich CO– neutral aus erneuerbaren Energien, dann ist man der geilste Wechsler zwischen Sylt und dem Watzmann.
 
Befindet sich der „Deutsche Michel“ durch das viele Hin und Her eher im Wechselbad der Gefühle, sollte er dieser Tage einfach in das weiß-blaue Bayern schauen. Dort gibt es einen Landesvater namens Seehofer, der wechselt seine Meinung mit Stromtrassen schneller als manche ihre Wiesn´n-Maß trinken. „Und notfalls holt man den Strom aus dem windreichen Norden der Republik“, tönte es immer wieder lauthals aus dem Maximilianeum. Die „Thüringer Strombrücke" gehörte zum Grundvokabular eines jeden bayerischen Kabinettsmitglieds. Aktuell herrscht zu diesem Thema innerhalb der CSU Amnesie. Jetzt setzt man auf Biogas-Anlagen. Ob bei den nächsten Wahlen ein Regierungswechsel das alles verkraftet oder ein Stimmungswechsel ansteht, wird der Stromrechner zeigen.
 
Florian Simon Eiler,   Bilder pixabay
 
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Waldsee Natur Berge Bergsee

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Waschen gehört seit jeher zu den Grundbedürfnissen der Lebewesen auf unserem Planeten. Katzen, ob groß oder klein, unterziehen sich einer kurzen, oberflächigen Wascherei. Für Linguistiker die Motivation für den Begriff „Katzenwäsche". Noch trockener ging und geht es bei den Orang-Utans zu.
Da holt das Weibchen in diffiziler Handarbeit die Läuse aus dem Fell des Chefs. Diese Art von Reinemachen wurde angeblich auch von unserem Vorfahren, dem Homo erectus, praktiziert. Bloß gab und gibt sich das Menschengeschlecht, wie man weiß, nie mit irgendetwas zufrieden. Ein paar Jahre später wusch sich irgendjemand das erste Mal seine Hände in Unschuld. Danach wusch man Geld, und irgendwann befreite man sich selbst von Dreck und Schweiß. Mit Seife und allerlei Tinkturen.
Heute, und das ist der nächste Schritt in der Evolution, beginnt die Wäsche erst mit Hinzugabe von ein paar  "Megapearls".
green wahing in KonzernenUnternehmen zeigen sich gerne von ihrer "grünen" SeiteGreenwashing bringt mehr Umsatz.
Das Ergebnis ist ein strahlend-sauberes Unternehmen: Ein Spielzeughersteller verkauft "Toys go green". Einer der größten Lebensmittelkonzerne ist vor lauter Nachhaltigkeit kaum mehr wiederzuerkennen, so clean ist er. Und ehedem kriminelle Banker haben das ethisch-verantwortungsvolle Investment für sich erkannt. Greenwashing ist der neue Wachstumsfaktor.
 
Dem Verbraucher wird die Birne weichgespült 
Kreative PR-Agenturen verdienen Millionensummen damit, ihr Klientel "grün" einzufärben. Die Vorstellung der neuen Unternehmenskodices findet im gerade fertiggestellten Businessforest statt. Der Vorstandsvorsitzende schlüpft in sein fair produziertes T-Shirt, garantiert ohne Pestizide.Die Pressemeute bekommt Holzkugelschreiber, und die Häppchen am Ende sind aus nachhaltiger Landwirtschaft und heißen „Gretl-Stulle" oder „Elbe-Aufstrich". Klasse! Selbst als verantwortungsvollem Verbraucher wird einem bei so viel Blattgrün die Birne ordentlich weich gespült. Doch nach zwei, drei Tagen hört jede noch so gut gewaschene Wäsche auf zu duften.
 
Der drollige Energieriese, der uns noch vorgestern erzählt hat, wie wichtig ihm erneuerbare Energie sei, produziert nur zwei Prozent aus derselbigen. Damit uns ein namhafter Lebensmittelkonzern seine nachhaltigen Kekse unter die Nase halten kann, wird in Borneo illegal Regenwald für das „grüne" Palmöl gerodet. Greenwashing ist dreist. Sauber bleibt langfristig nur die Bilanz der Konzerne, und mancher Manager entpuppt sich als knitterfaltiger Waschlappen.
Da bleiben wir doch lieber bei unserem alten Riesen und freuen uns an seiner endlosen weißen Wäscheleine...
 
 
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Fischerkutter Krabbenkutter

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Chemie im Fisch - diese Meldung verdirbt dem Einen oder Anderen den Appetit auf das Weihnachtsmenü. Die Perversion mit der wir heute unsere Gier nach den Meeresbewohner stillen, kennt keine Grenzen. Hier unsere Glosse zu dem Thema:

Irgendwann, vor ein paar Millionen Jahren, hatte der Ururopa des Homo Sapiens die Schnauze voll von der ewigen Plantscherei in dem feuchten Etwas und kroch an Land. Seitdem ist das Verhältnis zwischen Menschen und Fischen, na sagen wir, etwas angespannt. Während sich die Fische in ihrem Element häuslich einrichteten, hatten die Typen im Trockenen nichts Besseres zu tun, als sie heimtückisch in Netze zu locken und anschließend zu verspeisen, oder wie die unter Dauerlangweile leidenden Römer, als Zierfische in Aquarien zu halten.

FischViele Fischarten sind heute überfischtTja, als Fisch hat man es seitdem alles andere als leicht. Und zu allem Überdruss wird die ganze Stresserei noch mit dem Segen „von ganz oben“ genehmigt. Nachzulesen im Neuen Testament im Kapitel „Fischer Apostel Simon Petrus“. Der machte mit seinen Freunden den See Genezareth unsicher und angelte manchen kapitalen Brocken aus dem heiligen Gewässer.
Jetzt fürchten der Wels und die Brache weniger das gemütliche „Petri Heil“, das der hobbyfischende Controller am Wochenende seinem meditierenden Kollegen am Deggendorfer Ufer zuflüstert und dabei seinen Blinker in Stellung bringt.
 
Nein, was die Meeresbewohner wirklich Bange macht, sind die Fischereiflotten, die kreuz und quer ihre Ringwadennetze durch die Weltmeere ziehen. Ganze Fischschwärme können damit eliminiert werden. Delphine, die mit Vorliebe Thunfischschwärmen folgen, verenden qualvoll in den Netzen. Lästiger Beifang wird halbtot über die Reling zurück ins Wasser befördert. Ein Prozedere, das ganze Flottenverbände tagtäglich auf hoher See praktizieren. Der Appetit der Menschen auf Fisch steigt stetig. Werden bestimmte Arten überfischt, kann das erhebliche negative Auswirkungen auf das gesamte ökologische System in den Ozeanen haben.
 
HemingwayErnest Miller Hemingway schrieb den berühmten Roman "Der alte Mann und das Meer"Was waren das noch für Zeiten, als der Fischer Santiago, nur mit einer Angel bewaffnet, sich mit einem riesigen Marlin zwei Tage und zwei Nächte einen erbitterten Kampf lieferte. Ein ebenbürtiges Ringen des Menschen mit der Natur. Ernest Miller Hemingway erlangte mit der Geschichte literarischen Weltruhm und die trug damit bei, dass ihm 1954 der Nobelpreis verliehen wurde. Ein Preis, der noch heute die Kiemen der Schwertfische voller Stolz anschwellen lässt.
Wir wissen nicht, ob die Novelle des Pulitzer-Preisträgers das Bodenseer Team von followfish inspiriert hat.
 
Fakt ist: Das Unternehmen lässt Thunfische noch nach dem „pole & line – Verfahren“ fangen. Wie vor 900 Jahren fischen die Einheimischen vor den Malediven mit Bambusangeln. Diese Methode vermeidet Beifang und schützt die Bestände. Vor Ort findet die Verarbeitung statt.  Das ist für ein Tier, das mit einem Haken im Maul aus dem Wasser gezogen wird, wenig tröstlich. Doch geht es bei der Geschichte um mehr. Ethik, Vernunft und Verantwortung.
Santiago würde sagen, während er die Leine mit blutigen Händen hält: „Es ist gut mein Bruder. Bald haben wir beide es geschafft!“
Bilder:pixabay;    big merci
 

Tag der OzeaneVielleicht auch interessant in unserer Mediathek: Plastik im Wasser - der Fluch der Weltmeere
Mehr "grüne" Glossen? In unserer Rubrik finden sie die unterschiedlichsten nachhaltigen Themen durch die Glossenbrille betrachtet. Viel Spaß!

 
Kaffeebohnen

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Glosse zum Kaffeekapselwahnsinn oder wie Georg Clooney Ihnen die Frau ausspannt

Liegt Ihre Frau seit einiger Zeit sich wohlig räkelnd im Bett? Und seufzt dabei sehnsüchtig im Halbschlaf den Namen „George“, „George“? Na,...?! Ihre Lösung, um dem nächtlichen Seitensprung Ihrer besseren Hälfte ein Ende zu bereiten: Raus aus den Federn, rein in die nächste Shoppingmeile und Run auf einen dieser stylischen Kaffeeautomaten. Zur Orientierung: Steuern Sie den Laden mit dem attraktivsten weiblichen Personal an! Wenn Ihnen dann noch ein Mann im weißen Smoking die Tür öffnet, sind Sie absolut richtig.

Die Kunden-Verarsche beginnt beim Eintreten in den Laden
Wow! Hier ist alles stylisch, alles schön. Myriaden von bunten Kaffeekapseln mit malerischen Namen wie Volluto, Capriccio und Ristretto leuchten Ihnen entgegen. Und „Mann“ möchte sie natürlich alle besitzen, sich darin baden im Kaffee-Vollrausch. Begehrt werden wie „der gute alte George“, „the Sexiest Man alive“.

KaffeekapselnTonnen von Kaffeekapseln wandern über die VerkaufsthekenDu Vollpfosten“, meldet sich Ihr beleidigtes Ego, „was mach’ ich hier eigentlich?“ Unisono doziert Ihr nachhaltiges Gewissen: „Ist es nicht so, dass diese millionenfach-verkauften Aluminium-Kapseln ein absoluter CO-Gau sind? Kaum ein anderes Material ist in der Herstellung so energieaufwändig! Denn um aus dem Ausgangsstoff Bauxit ein Kilogramm Aluminium zu gewinnen, werden 14 Kilowatt-stunden elektrische Energie benötigt. Bei der Stromerzeugung werden dabei in Deutschland durchschnittlich 8,4 Kilogramm Kohlendioxid frei. Und von wegen Recycling! Nur etwa 70 Prozent der Metallkapseln landen in der BRD im Gelben Sack. Ein bunter, metallener Müllberg so hoch wie der K2.“ Filmriss.

„Kann ich Ihnen helfen?“ Eine smarte Verkäuferin blinzelt Sie verführerisch an. So müssen Engel aussehen! „Mann“ reagiert klassisch konditioniert: Sie kaufen eine Maschine MAESTRIA Rosso mit verschiedenen Kapseln wie Fortissio Lungo  und Decaffeinato Lungo.  Beim Verlassen des Ladens werden Sie von einem Passanten angerempelt, was zur kurzzeitigen Unterbrechung o.a. Engel-Wirkung führt: „Hey, Du Öko-Konsument!“, schreit mein grünes Gewissen lautstark, „das große „N“, das überall im Laden zu sehen war, bedeutet aus Kundensicht „Du Niete“! In Nespresso-Maschinen passen nur Nespresso-Kapseln! Als Kunde ist man folglich dazu genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen! Ein Pfund Kaffee in Kapseln kostet umgerechnet 35 Euro!“

Gott John Malkovich gierig auf Kapseln
Ich bin nun hellwach. Bekomme Panik. Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Ich beginne zu laufen, die Rolltreppe runter, Abkürzung durch den Erotik-Shop. Raus auf die Straße. Autoreifen quietschen. Jemand packt sie am Arm und zerrt Sie ins Innere des Wagens. „Nein, bitte nicht...!“ Es ist der Mann im weißen Anzug. Ihr Gedächtnis überlegt, woher es den Mann kennt...

Als Sie aus dem Wagen steigen, haben Sie Ihre Kaffeemaschine Schweizer Fabrikats unter dem Arm und eine einzige Kapsel mit Caramelito-Geschmack in der Hosentasche. Der Rest wurde Ihnen von Gott „John Malkovich“ abgeluchst.

SuperheldSo mancher Kaffeekapseltrinker fühlt sich als SuperheldWie ein begossener Pudel trotten Sie nach Hause. Beim Öffnen Ihrer Wohnungstür knallt hinter Ihnen ein Klavier auf die Straße. „Hallo, Schatz“, hauchen Sie Ihrer Frau ins Ohr, während Sie unter die Decke schlüpfen. Ihre zitternde Hand hält eine frisch-duftende Kaffeetasse in der Hand. Ihre Angebetete schnuppert: „Ohh George...“, flüstert sie, „wo warst Du?“ „Ich war nur kurz Zigaretten holen.“ Mit stolz geblähter Brust kuscheln Sie sich in Ihr Fair-Trade Baumwollkissen. „Ach ja...!“ Sie wissen nun ganz sicher, Werbung funktioniert bei anderen, aber nicht bei Ihnen selbst.

Florian Simon Eiler

Bilder: Pixabay

kompostierbare KaffeekapselVielleicht auch interessant: LaCoppa-Kaffeekapseln: lungo und voll öko 
Der Kommentar zum Kaffeekapselboom oder der Film dazu :-)

TTIP und CETA

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TTIP und CETA bedeuten die Entdemokratisierung unserer Gesellschaft. Und nichts anderes.
Erst kürzlich konnten wir den 13.500sten Leser der Glosse begrüßen.

Vor allem in der letzten Zeit wird das allumfassende Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika gerne verbal als „Deal mit trojanischem Pferd“ bezeichnet. Klar, dass diejenigen, die das Pferd begeistert nach Hause bringen, die leichtgläubigen Malteser, Schweden oder Deutschen sind.

TTIP Trojanisches PferdTTIP und CETA wird gerne auch als Trojanisches Pferd beschrieben. Weil bekanntlich Bilder immer mehr sagen als Worte hat vorsichtshalber der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) oder Greenpeace Austria ein, na sagen wir, kleines Fohlen zu der antiken Urmutter nachbauen lassen. Soweit so gut. Versucht man allerdings einen 5000-jährigen Brückenschlag vom Nordwesten der heutigen Türkei zur Jetztzeit bedarf es einiger Aufklärungsarbeit.

Damals waren die Erbauer müde, frustrierte griechische Kämpfer, die nach zehn Jahren erfolgloser Belagerung der Stadt Troja endlich den Sieg einfahren wollten. Heute sind es angelsächsische Welt-Konzerne, mitunter auch ein paar europäische Unternehmen, die nichts anderes anstreben als Weltmacht und jedes Mittel dafür einsetzen. In der Antike mischten bei der ganzen Keilerei die vornehmsten Helden mit. Solche hehre Namen wie Odysseus, Achill oder Hektor werden durch X,Y und Z ersetzt.
Die Strippenzieher treten nicht in Erscheinung. Ihre Sprachrohe sind Hopliten wie Merkel, „Gabriel der Listige“ und „Junker die Brechmaschine“.


Der Ablauf war und ist derselbe. Man verkauft einem Volk, dass der Besitz des Pferdes beziehungsweise des Handelsabkommens mit den USA nur Glück, Wohlstand und Seligkeit bedeutet. Und siehe da! Es funktioniert. „Ja, wir wollen mehr Arbeitsplätze, Wachstum…lasst uns das Pferd in unsere dicken Mauern Europas hieven.“ Alle sind glücklich, feiern und tanzen. „Scheiß auf das Chlorhühnchen und den Genmais. Ich esse nur das, was ich will.“ Hoplit und TTIPDer mediterrane Dichterfürst Homer schreibt: In der Nacht krochen die Soldaten aus dem Bauch des Pferdes und öffneten die Stadttore.
Man wagt sich kaum vorzustellen, wie der listige Gabriel mit seinem Hoplitenkostüm sich durch die enge Holzöffnung im Rumpf des Pferdes zwängt. Irgendwie klappt es und die Stadttore stehen meilenweit auf. Schiedsgerichte nehmen alles, was sie brauchen. Es wird gefrackt, Monsanto beschenkt das Volk mit genmanipulierten Samen und der Dax und Dow Jones steigen jeden Tag um 10 Prozentpunkte.

Troja ging durch diese List unter und der Schatz des Priamos wurde legendär. Auch hier wird sich die Geschichte wiederholen: In tausenden Jahren wird man sich von den „Goldenen Europäern“ erzählen, die zu dumm waren, aus der Geschichte zu lernen. Man wird die unglaubliche Legende von einem Leseraum weitergeben, in dem gewählte EU-Verteter die Vertragsunterlagen von #CETA und #TTIP nur "anschauen" durften. Darüber sprechen und Informationen notieren, bedeutete eine Sanktion für das Herkunftsland aus dem Vertreter stammte.

 

Florian Simon Eiler

Foto:pixabay

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Schlittenfahrt Holzschlitten

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Jedes Jahr zum Nikolaustag gibt es von der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) ordentlich etwas auf die weihnachtliche Mütze. Traditionell bewertet der Verein Kirchenoberhäupter nach deren Motorisierung. Ergebnis: Während die evangelische Kirche die Zeichen der Zeit erkannt hat und auf überwiegend C02-sparsame Dienstlimousinen umgestiegen ist, lassen es die Kollegen aus der katholischen Sektion weiterhin krachen und geben ordentlich Gummi.

Tacho Bei den Kirchenoberhäuptern hat mancher einen "Bleifuß"Die Schlitten, die sie dafür benutzen, treiben dem Heiligen Vater im weit entfernten Rom wahrscheinlich die Zornesröte ins Gesicht. Hat selbiger doch den Fuhrpark seines Vorgängers aufgelöst und sich sparsamere und wenig prunkvolle Gefährte zugelegt.

Was ist also los mit den Oberhirten der Katholiken? Zwischen all dem Shoppingwahn und völlig überfüllten Weihnachtsmärkten begeben wir uns auf Spurensuche und hoffen auf Antworten:

Option eins – das Tebartz-van Elst-Syndrom. Die Auswirkungen: Seit Bekanntwerden der Symptome hat der gemeine Pöbel nichts anderes mehr im Kopf, als zu schauen, in welchen Badewannen man als Bischof badet und ob die Kücheneinrichtung von IKEA oder doch von einem beauftragten Designer ist. Nur beim Auto kann der Klerus noch ordentlich klotzen, ohne gleich am nächsten Tag eine Meute von glühweingetränkten Reportern vor der Kirchenpforte zu begrüßen.

Option zwei – protzige Karossen sind einfach geil. Tja,…muss man einfach so stehen lassen. Überzeugendes Beispiel dafür: Bischof Franz-Josef Overbeck aus Essen. In Fachkreisen nennt man ihn auch „Der heilige Vettel“. Sein Dienstwagen, ein VW Phaeton, liegt mit 224 g CO2/km etwa 70 Prozent über dem geltenden EU-Klimaschutzgrenzwert. Nach massiver Kritik hat er sich dieses Jahr von dem "Schiff" verabschiedet und ist auf einen  Audi A6 umgestiegen mit einem offiziellen CO2-Ausstoß von 128 g/km, allerdings mit Dieselmotor.

Die dritte Möglichkeit - das Kleiderproblem. Haben Sie schon mal einen Kardinal Marx Rad fahren sehen? Wenn ihm beim Herunterpreschen des Freisinger Berges die Soutane ins Gesicht peitscht? Jede Frau in stylischer Abendrobe steigt doch auch lieber aus einem großen Daimler als von einem Drahtesel runter.   

Schlitten für die katholische KircheBescheidenheit bei der Fahrzeugwahl - bei den deutschen Kirchenoberhäuptern gibt es dabei noch eine Menge AufholbedarfPunkt vier: Die deutschen Hirten reagieren auf die miesen Umfrageergebnisse der Kirche mit einem ausgeklügelten Marketingkonzept. Deutschland ist doch Autoland, oder? Also warum nicht die mächtige Autolobby als stolzer Protzkarossenbesitzer ein bisschen umgarnen? Wer weiß, vielleicht ist das eine oder andere automobilbegeisterte Schäfchen dabei und findet mit Bleifuß mal den Weg in die Kirche.

Vielleicht ist auch die mobile Partnerschaft zwischen katholischer Kirche und der Autoindustrie in Deutschland einfach eine Zweckgemeinschaft. Motto: Gemeinsam sind wir stark. Beide Organisationen halten an alten eingefahrenen Bräuchen fest und sehen nicht im Geringsten ein, sich in eine neue Richtung zu bewegen. 

Bilder: pixabay,   big merci

Florian Simon Eiler

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