Na, wie sieht´s aus?! Mal Lust auf einen Aperol Spritz? 4 cl Aperol, 2 cl Mineralwasser, 3-4 Eiswürfel und zu guter Letzt 8 cl Prosecco mit einem Schuss Glyphosat. Wie bitte, was?

Glyphosat gilt als das am häufigsten eingesetzte Herbizid weltweit. Bei fast jedem Lebewesen auf zwei Beinen, im nüchternen oder angetrunkenen Zustand, kann es inzwischen im Urin nachgewiesen werden und es steht im Verdacht, für Krankheiten verantwortlich zu sein, unter anderem Krebs.

Vor allem den Schweizern mag jetzt spontan der Durst nach dem perlenden Wein vergangen sein. Ihnen sagt man nach, sie seien die heimlichen Weltmeister im Runterkippen von Schaumweinen. Auch nicht zu vergessen, manche gestresste Frauentruppe nach einem Shopping-Marathon in der City.  

Doch ruhig, Barkeeper! Schüttle noch einmal richtig und dann rein mit dem leuchtend roten Getränk in die Gläser. Noch einmal kurz umrühren und mit einer halben Orangenscheibe garnieren - und prost!

Im italienischen Prosecco-Konsortium DOC hat man sich nämlich wieder auf die alten Zeiten besonnen. Als die illustre Livia Drusilla, die Gattin von Kaiser Augustus, sich täglich Einen hinter die Krone gekippt hat. Und das war nicht irgendein Gesöff, sondern der Urururopa des heutigen Prosecco. Drusilla, die Durstige, wie sie auch von ihren antiken Freundinnen genannt wurde, erreichte übrigens das biblische Alter von 87. Noch Fragen?

Proseccoanbaugebiet wird "glyphosatfreie-Zone"
Jedenfalls scheren sich die in den Provinzen Venetien und Friaul-Julisch Venetien einen Teufel um die Verantwortlichen in Brüssel. In der EU-Hauptstadt ist man sich nicht so sicher, ob das Pflanzenschutzmittel wirklich krank macht. Der Hersteller Monsanto ist dort ein gern gesehener Gast. Hinter vorgehaltener Hand munkelt man sogar, dass er auch immer großzügige Geschenke dabei hat. Ob es bei den geheimen Treffen auch in Zukunft Prosecco geben wird, darf bezweifelt werden. Im deutschen Bayer-Konzern, der den US-Saatgutkonzern zu gern übernehmen möchte, ist der perlende Wein bis auf weiteres gestrichen.

Ein Glas auf die Glyphosatgegner
Ich jedenfalls habe schon eine Flasche eingekühlt und werde mir gleich ein Gläschen gönnen. Ich stoße an auf den Präsidenten des Konsortiums, Stefano Zanette, und die Seinen. Sie haben wirlich E… in der Hose. Das überarbeitete Anbauregularium Vademecum Viticolo 2017, das bei der gerade zu Ende gegangenen Vinitaly präsentiert wurde, empfiehlt einen Verzicht auf Pflanzenschutzmittel bereits im laufenden Jahr.

Ich stoße an auf die Hansestadt Hamburg, aber auch die kleinen Gemeinden, die Glyphosat und ihre Verwandten aus den öffentlichen Gärten und Anlagen streichen.

Dazu lege ich mir von Neil Young noch die Platte The Monsanto Years auf und lass unsere Brüssel Vertreter gemütlich meinen Buckel runterrutschen. Prost!

 

Florian Simon Eiler , Bilder pixabay, danke dafür

LaborMehr über das Pflanzenschutzmittel Glyphosat gibt es hier