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Elektromagnetische Felder sind unsichtbar und allgegenwärtig: Bei der Arbeit am Computer, beim Fernsehen oder Telefonieren, in der Wohnung, in der Natur und am Arbeitsplatz. Auch wenn Elektrosmog zunächst nicht als potentielle Gefahr für die Gesundheit gilt, gibt es vorgeschriebene Grenzwerte, die den menschlichen Körper vor schädlichen Folgen schützen sollen.         

Arten der elektromagnetischen Felder
Grundsätzlich wird zwischen natürlichen elektromagnetischen Feldern (das Erdmagnetfeld) und technisch erzeugten elektromagnetischen Feldern (Licht) unterschieden. Im Alltag werden wir von statischen Feldern (Batterien), Niederfrequenzfeldern (diverse  elektrische Geräte) und Zwischenfrequenzfeldern (Induktionsherde/Energiesparlampen) umgeben. Manche davon haben eine stärkere Wirkung auf den Körper: „Mit hochfrequenten Feldern arbeiten im Wohlumfeld unter anderem mobile Funknetze, Radio und Fernsehen sowie Mikrowellenherde. Diese Felder können durch ihren Energieeintrag im Gewebe des Körpers Wärme erzeugen“, erklärt Dr. Frank Gollnick vom Forschungszentrum für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit am Institut für Arbeitsmedizin der Uniklinik Aachen.

Vorsorge durch Grenzwerte
Die Grenzwerte schützen vor zu starker Einwirkung der elektromagnetischen Felder auf den Körper. Sie werden von verschiedenen Kommissionen, z.B. der International Commision on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) festgelegt und den Staaten zur nationalen Umsetzung empfohlen. Empfindliche Bevölkerungsgruppen wie Kinder und ältere Menschen werden mit einer ausreichenden Sicherheitsreserve geschützt. Doch nicht alle Länder halten sich an die vorgeschriebenen Standards. Die Staaten Europas orientieren sich an den Empfehlungen der Europäischen Union. In Deutschland gibt es verbindliche Grenzwerte, die von ortsfesten Anlagen wie Mobilfunk- und Rundfunksendern eingehalten werden müssen. Für die Benutzung von elektrischen Geräten ist die  Einhaltung der Grenzwerte durch das CE-Siegel gekennzeichnet. Der Arbeitsmediziner Dr. Gollnick betont: „In jedem Fall nimmt die Stärke der Felder mit dem Abstand von der Feldquelle deutlich ab“.

Elektromagnetische Strahlung im Haushalt
Bei elektromagnetischen Feldern im Zwischenfrequenzbereich, wie sie bei Induktionsherden, Energiesparlampen, kabellosen Ladestationen, Bildschirmen, Staubsaugern usw. entstehen, sollte der Nutzer etwas Abstand wahren. Laut Dr. Gollnick sind hier die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen noch nicht hinreichend untersucht. Hochfrequenzfelder entstehen durch Funksender wie Handymasten, WLAN-Router, Smartphones, Notebooks, Bluetooth-Geräte sowie Babyüberwachungsgeräte. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt deshalb die Nutzung von Geräten mit möglichst geringer Feldintensität, wie etwa bei manchen Babyüberwachungsgeräten, die mit dem „Blauen Engel“-Siegel versehen sind. Bei der Nutzung von Mikrowellenherden sollte man auf den technisch einwandfreien Zustand des Gerätes und genug Körperabstand achten, denn das elektromagnetische Feld erzeugt Wärme im Körpergewebe. Eine längerfristige Erhöhung der Körpertemperatur um mehr als 1 ⁰C gilt als Schwelle für eine gesundheitsschädliche Einwirkung.
Gesundheitsrisiken durch elektromagnetische Felder?
Manche Betroffene klagen unter Einwirkung von elektromagnetischen Feldern über Symptome wie Müdigkeit und Schwindel. Es gibt allerdings keinen belastbaren wissenschaftlichen Nachweis, dass diese Beschwerden wirklich durch elektromagnetische Strahlung ausgelöst werden. Deshalb wird Elektrosensibilität von der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht als Krankheit betrachtet. Bis dato ist es den Forschern auch nicht gelungen, einen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und dem erhöhten Risiko für Krebs-, Parkinsonerkrankungen sowie Kinderleukämie nachzuweisen.

Empfehlungen des Bundesamtes für Strahlenschutz
Die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der elektromagnetischen Felder ist noch lange nicht ausgeschöpft. Für die private Gesundheitsvorsorge empfiehlt das BfS ein paar Vorsorgemaßnahmen wie das vollständige Abschalten der Geräte bei Nichtbenutzung, möglichst kurze Benutzungsdauer z.B. bei  Handys, Verwendung von strahlungsarmen Geräten und Verwendung von Headsets beim Mobiltelefonieren. Auch das WLAN sollte nur im Bedarfsfall eingeschaltet werden.
Mehr zum Thema „Elektromagnetische Felder“ erfahren Sie im Beitrag von Dr. Frank Gollnick in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Umweltmedizin“ (ASU): https://www.asu-arbeitsmedizin.com/ASU-2017-7/Elektromagnetische-Felder-im-Wohnu...

Text: Dr. Thomas Nesseler Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. , Bilder: pixabay   

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Berlin - Skandale in Zulieferbetrieben großer Konzerne etwa aus der Textil- oder der Elektronikindustrie haben zu einer steigenden Kritik an der Intransparenz globaler Lieferketten geführt, die auch deutsche Unternehmen zu spüren bekommen – zu diesem Ergebnis kam eine Befragung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und „future – verantwortung unternehmen“ haben sich 63 der größten deutschen Unternehmen beteiligt

Verantwortung für Lieferkette: Deutsche Großunternehmen spüren steigende ErwartungenVerantwortung für Lieferkette: Deutsche Großunternehmen spüren steigende Erwartungen

EU-Recht für mehr Transparenz wird 2017 verpflichtend
„Die Lieferketten von Unternehmen spannen sich um den gesamten Globus. Über die Auswahl ihrer Lieferanten sind deutsche Unternehmen mitverantwortlich für die Arbeitsbedingungen und Umweltstandards an anderen Orten in der Welt. Nachhaltiges Wirtschaften endet nicht am eigenen Werkstor, sondern reicht weit darüber hinaus“, kommentierte IÖW-Wissenschaftler Gerd Scholl die Befragungsergebnisse. Auf ein weiteres Ergebnis wies IÖW-Geschäftsführer Thomas Korbun hin: „Gut drei Viertel der antwortenden Unternehmen – überwiegend selbst CSR-Berichterstatter – befürworten, dass es nach EU-Recht ab dem Jahr 2017 für Großunternehmen verpflichtend wird, Rechenschaft über ihren Umgang mit Menschenrechts-, Arbeits-, Sozial- und Umweltbelangen abzulegen – auch entlang der Lieferketten.“ Die berichterstattenden Unternehmen haben dies bislang auf freiwilliger Basis getan und sahen die Berichtspflicht in der Vergangenheit auch eher kritisch. 


Nachhaltigkeitsberichte werden Bestandteil in der Unternehmenskommunikation
Die Unternehmensbefragung ist Teil des Rankings der Nachhaltigkeitsberichte von IÖW und future, in dem auf Basis umfangreicher Qualitätskriterien Berichte von Großunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen bewertet werden. „In vielen Unternehmen sind Nachhaltigkeitsberichte längst zum selbstverständlichen Bestandteil der Unternehmenskommunikation geworden“, so Udo Westermann von future. „In unserem Benchmarking unternehmerischer Nachhaltigkeitsberichterstattung waren noch nie so viele Unternehmen vertreten wie in diesem Jahr. Aber es gibt weiterhin Leerstellen: Von den 150 größten deutschen Unternehmen veröffentlicht bislang etwa jedes zweite Unternehmen noch keinen eigenen Nachhaltigkeitsbericht.“
Mit dem Ranking der Nachhaltigkeitsberichte verfolgen das IÖW und future das Ziel, auf eine Verbesserung der Qualität und Transparenz der Berichterstattung hinzuwirken. Welche deutschen Unternehmen am besten über Nachhaltigkeit berichten und in welchen Bereichen noch Defizite bestehen, wird am 23. September 2016 auf der Konferenz „CSR-Reporting vor der Berichtspflicht“ im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Berlin bekanntgegeben.
Mehr Informationen: http://www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de

Text: Richard Harnisch Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH, gemeinnützig, Bilder:pixabay 

 

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Berlin (ots) - Die Hälfte der untersuchten Städte erhält erstmals eine "Grüne Karte" für ausreichende Kontrollen der Umweltzonen - Elf "Rote Karten" an Städte, die Bürgern das Recht auf "saubere Luft" verweigern - Magdeburg, Halle, Langenfeld und Schramberg schneiden besonders schlecht ab

Sieben Jahre nach Einführung der Umweltzonen kontrolliert jede zweite Stadt die Einfahrverbote für ungefilterte Dieselfahrzeuge, um die Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Belastung in den Innenstädten zu reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in ihrer aktuellen Abfrage unter 76 Städten. Seit der ersten Untersuchung im Jahr 2010 hat sich die Zahl der Städte, die umfassende Kontrollen durchführen und Verstöße ahnden, von zwei auf 38 erhöht.

Als unverständlich bezeichnet die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation, dass jede siebte Stadt ihren Bürgern noch immer das Recht auf "saubere Luft" verweigert. Weil sie keine wirksamen Kontrollen der Einfahrtbestimmungen durchführen, erhielten sie in der Umfrage die "Rote Karte". Die DUH kündigt an, die Kontrolle der entsprechenden Umweltzonen auf dem Rechtsweg durchzusetzen und die EU-Kommission über die Verweigerungshaltung zu informieren. In insgesamt 27 Städten und Kommunen bewertet die DUH die Kontrolltätigkeiten als mittelmäßig bis schlecht.

In den 38 Städten werden sowohl parkende als auch fahrende Pkw, Busse und Lkw auf ihre Zufahrtberechtigung in die Umweltzonen effektiv kontrolliert und Verstöße mit einem Bußgeld geahndet. Vorbildlich agiert die Bundeshauptstadt, die seit 2010 durchgehend mit der "Grünen Karte" ausgezeichnet wurde. Elf Städte erhalten von der DUH eine schlechte Bewertung, weil sie die Umweltzonenregelungen unzureichend oder gar nicht durchsetzen. Besonders negativ fallen Magdeburg und Halle auf, die sich seit Einführung der Umweltzonen jeglicher Verantwortung entziehen und eigenständige Kontrollen aus Sicht der DUH mit absurden Argumenten verweigern.

"Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die Umweltzone das effektivste Instrument zur Reduktion der Luftschadstoffbelastung ist. Die volle Wirksamkeit kann sie allerdings nur entfalten, wenn sie ausreichend groß bemessen ist, klare Regeln gelten und diese effizient kontrolliert werden", erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. "Neben dem Dieselruß bereiten uns die Stickstoffdioxidabgase derzeit große Sorgen. Es wird vielerorts nicht genügen, alte und ungefilterte Dieselfahrzeuge auszusperren. Auch die Luftbelastung durch Kaminöfen, Busse, Schienenfahrzeuge und Baumaschinen muss dringend reduziert werden."

Unter den elf Bundesländern mit Umweltzonen gibt es große Unterschiede in der konsequenten Kontrolle der Luftreinhaltevorschriften. Berlin, Bremen und Sachsen erreichen die volle Punktzahl und erhalten eine "Grüne Karte". Thüringen und insbesondere Sachsen-Anhalt erhalten dagegen eine "Rote Karte" für Ignoranz und mangelhafte Durchsetzung der eigenen Luftreinhalteregeln.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen weisen lediglich sieben der insgesamt 25 Umweltzonenstädte vorbildlich umgesetzte Umweltzonen auf, darunter Essen und Düsseldorf. Die Mehrheit der Städte in NRW führt nur selten oder gar keine Überprüfungen durch. Köln beispielsweise kommt schon seit Jahren allen "Plakettenmuffeln" entgegen: Fahrzeughalter, die an ihren Autos keinen Aufkleber angebracht haben, müssen lediglich ein Verwarngeld von 20 Euro zahlen. Dieses Kölner Modell ist nicht nur ordnungsrechtlich fragwürdig, die Stadt verzichtet dadurch auch auf Einnahmen in Millionenhöhe, welche wiederum eine umfangreichere Kontrolle ermöglichen könnten.

Hintergrund:

2008 sind die Umweltzonen als Instrument zur Luftreinhaltung eingeführt worden. In den überwiegenden Fällen dürfen nur noch Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette einfahren. Lediglich die Städte Schramberg, Münster, Augsburg und Neu-Ulm dulden noch Fahrzeuge mit gelber Plakette. Zuständig für die Kontrollen sind die Ordnungsbehörden und die Polizei. Bei einem Verstoß gegen die Plakettenpflicht in der Umweltzone müssen Autofahrer seit dem 1. Mai 2014 mit einem Bußgeld von 80 Euro rechnen.

Ausschlaggebend für die Bewertung des Kontrollverhaltens sind festgestellte Verstöße gegen die Umweltzonenregelung sowie ausgestellte Bußgeldbescheide für den ruhenden und fließenden Verkehr in Relation zur Einwohnerzahl. Eine Erläuterung der Bewertungssystematik sowie alle Ergebnisse der diesjährigen Abfrage zum Kontrollverhalten in deutschen Umweltzonen sowie finden Sie unter http://l.duh.de/p210415#download.

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Berlin - Transparenz herzustellen zu Menschenrechts-, Arbeits-, Sozial- und Umweltbelangen gewinnt in der Wirtschaft an Bedeutung. Doch wie viel Substanz steckt in den „Nachhaltigkeitsberichten“, die Unternehmen veröffentlichen? Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) unterstützte, unabhängige Ranking der Nachhaltigkeitsberichte, das vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Unternehmensvereinigung „future – verantwortung unternehmen“ im September im BMAS in Berlin vorgestellt wurde, zeigt zwar, dass sich immer mehr Unternehmen um Nachhaltigkeit und Transparenz bemühen. Doch insbesondere die Bedingungen, unter denen zugelieferte Rohstoffe gefördert oder Vorprodukte hergestellt werden, liegen oft noch im Dunkeln. Unter den knapp 120 analysierten Nachhaltigkeitsberichten deutscher Unternehmen gibt es allerdings Vorreiter: Jeweils drei Großunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wurden für ihre vorbildhafte Transparenz ausgezeichnet.

Die besten Berichte im Ranking der Nachhaltigkeitsberichte 2015 von IÖW und future Bild: IÖWDie besten Berichte im Ranking der Nachhaltigkeitsberichte 2015 von IÖW und future Bild: IÖW

Wer am besten über Nachhaltigkeit und Lieferkette berichtet
Die besten Nachhaltigkeitsberichte aus der Gruppe der 150 größten deutschen Unternehmen veröffentlichen BMW, Miele und die KfW-Bankengruppe. Bei den kleinen und mittleren Unternehmen wurden der Biopionier Lebensbaum, der Outdoor-Ausrüster Vaude sowie der Beton- und Natursteinhersteller Rinn ausgezeichnet. Thorben Albrecht, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), hob die Bedeutung guter CSR-Berichterstattung für nachhaltiges unternehmerisches Handeln hervor: „Wenn Unternehmensführung und Mitarbeiter in den Berichtsprozess eingebunden sind, dann steigert dies das Bewusstsein im gesamten Unternehmen für Nachhaltigkeit als wichtiges Zukunftsthema und fördert Innovationen. Eingefahrene Abläufe werden hinterfragt und die sozialen und ökologischen Auswirkungen betrachtet, auch solche in den Lieferketten.“

Unter denjenigen Unternehmen, die ihre Lieferketten bereits ausführlich durchleuchten, befinden sich der Versandhändler Otto und die Sportartikelhersteller Adidas und Puma. „In unserer Analyse haben diese Unternehmen bei den Kriterien, die wir an eine transparente Darstellung der Lieferkette anlegen, besonders gut abgeschnitten“, kommentiert Udo Westermann von future. „Solche Bemühungen lohnen sich mehrfach: Verbraucher können umfassend informiert werden, wie ein Produkt entstanden ist. Und das Unternehmen schützt sich vor möglichen schlechten Schlagzeilen, die durch einen Skandal bei einem Zulieferer entstehen können.“

Nachhaltigkeit2Die besten Berichte im Ranking der Nachhaltigkeitsberichte 2015 von IÖW und future Bild: IÖW

Mehr Transparenz wird Pflicht
Ab 2017 müssen bestimmte Großunternehmen über ökologische und soziale Auswirkungen informieren. Ab dem kommenden Jahr sind insbesondere große kapitalmarktorientierte Unternehmen nach einer EU-Richtlinie, zu deren Umsetzung das Bundeskabinett im vergangenen Monat einen Gesetzentwurf beschlossen hat, dazu verpflichtet, über Maßnahmen zu informieren, mit denen sie Umwelt und Klima schützen oder wie sie darauf achten, dass bei ihren Zulieferfirmen Menschenrechte eingehalten werden.
Während diese Transparenz für einige Unternehmen seit langem selbstverständlich ist, gibt es unter den größten deutschen Firmen weiterhin einige, die sich bedeckt halten. „Insbesondere einige große Handels- und Versicherungsunternehmen halten sich bisher zurück“, sagte Gerd Scholl, Wissenschaftler am IÖW. „Unternehmen wie Alte Leipziger, Amazon Deutschland, die Schwarz-Gruppe (Lidl), Signal Iduna oder die Unternehmensgruppe Theo Müller geben bisher kaum Informationen etwa zu den Arbeitsbedingungen in ihren Unternehmen heraus. Doch ohne Transparenz wird es für einige von ihnen ab dem nächsten Jahr nicht mehr gehen. Zumindest die Versicherungsunternehmen sind dann nämlich in der Pflicht.“ Mehr Informationen: www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de 
Mehr Informationen zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz): http://www.bmjv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2016/09212016_CSR-RL.html

Text: Richard Harnisch Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH, gemeinnützig, Nicht gekennzeichnete Bilder   pixabay    

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Berlin - Nur zwei von 14 Handelsunternehmen haben konkrete Maßnahmen zum Jugendschutz bei den umstrittenen Energy Drinks ergriffen. Das ergab eine Umfrage der Verbraucherorganisation foodwatch unter Supermarktketten, Discountern und Drogeriemärkten. 

Demnach hat die Geschäftsführung der Drogeriekette Rossmann im Herbst 2015 angewiesen, Energy Drinks nicht länger an Unter-16-Jährige zu verkaufen. Mit Testkäufen in drei Filialen konnte foodwatch bestätigen, dass diese freiwillige Altersgrenze angewandt wird. dm verzichtet sogar vollständig auf den Verkauf von Energy Drinks. Bei Lebensmitteleinzelhändlern gibt es dagegen bislang keine Verkaufsbeschränkung für die Getränke, wie die Unternehmen Aldi Nord und Süd, Globus, Kaisers Tengelmann, Kaufland, Lidl, Norma, Penny, Real und Rewe auf Anfrage von foodwatch bestätigten. Edeka gab lediglich an, dass es in einzelnen Regionen unverbindliche „Empfehlungen“ gebe, Energy Drinks nur an mindestens 16-Jährige abzugeben. Globus erklärte zudem gegenüber foodwatch, die Abgabe an Kinder und Jugendliche zu „prüfen“. Andere Handelsunternehmen verwiesen auf fehlende gesetzliche Vorgaben. „Für diese Getränkesorte gibt es kein gesetzlich festgelegtes Alter für den Verkauf“, begründete exemplarisch Real den Verzicht auf Jugendschutzmaßnahmen. Drogerist Müller verweigerte eine Auskunft.

"Die Umfrage zeigt: Ohne eine verbindliche Altersgrenze wird der Jugendschutz nicht durchzusetzen sein“, erklärte Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelmarketing bei foodwatch. „Bundesernährungsminister Christian Schmidt ist auf dem Holzweg, wenn er hier allein auf Aufklärung und die freiwillige Mithilfe des Handels setzt. Wenn er Kinder besser vor den Risiken von Energy Drinks schützen will, kommt er an verbindlichen Regelungen nicht vorbei.“

Dr. Martin Hulpke-Wette, niedergelassener Kinderkardiologe aus Göttingen und Sprecher der Arbeitsgruppe Prävention der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie erklärte: „Kinder gehen mit dem Konsum von Energy Drinks erhebliche gesundheitliche Risiken ein. Vor allem ein Dauerkonsum kann die Herzfunktion schädigen. Es ist inakzeptabel, dass die Politik dies auch noch unterstützt, indem sie die Produkte ohne Altersgrenze für den Verkauf zulässt!“

Verbot von Energy Drinks bei RossmannHinweis auf Altersbeschränkung bei Rossmann Foto: foodwatchEnergy Drinks können Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Nierenversagen verursachen. Sogar Todesfälle werden mit den Getränken in Verbindung gebracht. Insbesondere Jugendliche sind gefährdet: Sie verzehren nachweislich gefährlich große Mengen. Jeder vierte jugendliche Konsument in der EU trinkt drei oder mehr Dosen auf einmal und überschreitet damit selbst die für Erwachsene maximal empfohlene Koffein-Menge von 200 Milligramm. 

Als erstes europäisches Land hatte Litauen den Verkauf von Energy Drinks an Unter-18-Jährige verboten. Diese Regelung – damals initiiert vom heutigen EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis – gilt seit November 2014. 

Die Forderung nach einer Altersgrenze haben neben foodwatch und der Gesellschaft der Europäischen Kinderkardiologen bereits Experten der Weltgesundheitsorganisation, der Verbraucherzentrale Bundesverband sowie Verbraucherschutzpolitiker von SPD und Grünen vertreten. Das Bundesernährungsministerium lehnt dies jedoch bislang ab – stattdessen kündigte Minister Christian Schmidt im Herbst dieses Jahres eine steuerfinanzierte, rund 100.000 Euro teure Aufklärungskampagne an, durch die der Konsum von Energy-Drinks bei Jugendlichen reduziert werden soll. 
Quelle: Text: foodwatch/Bilder: Pixabay

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