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Schnexagon auf Pflanzentopf auftragen

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Kiel - Im Moment ist für Gartenliebhaber Hoch-Pflanzphase. Doch leider ist der Traum vom eigenen Gemüse ausgeträumt, sobald eine längere Regenphase eine ganze Schnecken-Armada in Bewegung setzt, die sich an den jungen Pflänzchen mit Genuss den Schneckenbauch voll schlagen. Vor allem die braune Nacktschnecke ist der Albtraum deutscher Gärten: Gnadenlos frisst sie junge Triebe und zarte Pflänzchen. Viele Gärtnerinnen und Gärtner greifen daher zu Giften, die dem Gräuel ein Ende machen sollen. Neben dem ungewollten Schädling treffen diese jedoch auch viele andere Tiere wie Igel oder Weinbergschnecke.

Als Alternative zum Gift haben Biologin Nadine Sydow, Materialwissenschaftler Sandro Böhm und Wirtschaftsingenieur Rickert Brand in der Arbeitsgruppe für Funktionelle Morphologie und Biomechanik am Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ein zuverlässiges Mittel gegen Schnecken entwickelt, das diese einfach aus den Beeten aussperrt. „Schnexagon“ ist nun diesem Frühjahr nach einer Testphase in optimierter Form auf dem Markt.

Unsere Redakteurin Lin Fischer hat mit Nadine Sydow über diesen ökologischen Schneckenschutz und seine Wirkung auf die ungeliebten Besucher gesprochen: 

Nadine SydowNadine SydowFrau Sydow, was verbirgt sich unter dem – eigentlich sehr netten Namen – Schnexagon?
Das uns von der Universität Kiel überlassene Forschungsgebäude, ein ehemaliger Wolfszwinger, ist ein Sechseckbau – also Hexagon – und so lag Schnexagon einfach nahe. (lacht)


Wie wirkt das Mittel?
Der getrocknete Anstrich enthält bestimmte, ökologisch verträgliche Tenside (Substanzen, die die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit herabsetzen, Anm.d.Red.) in einem regenabweisenden Holzölgemisch. Der Schleim der Schnecke wird durch die Tenside entspannt – und kann an der Oberfläche nicht binden.

Ist die Anwendung auch für weniger erfahrene „Gartler“ einfach zu handhaben?
SchnexagonSchnexagon - einfache HandhabungSchnexagon ist so leicht anzuwenden wie jeder andere Lackanstrich auch. Auf senkrechte Barrieren mit einem Pinsel aufstreichen, trocknen lassen – fertig!

Ist die Rezeptur gegen alle Schnecken-Arten geeignet auch für ganz besonders hartnäckige?
Das Ziel war von Anfang an ein Schutz gegen die besonders hartnäckige Spanische Wegschnecke. Auch Schnegel (eine Familie großer landlebender Nacktschnecken, werden auch als Egelschnecken bezeichnet, Anm.d.Red.) und Gehäusearten werden am Überkriechen gehindert, doch diese verursachen keine nennenswerten Schäden im Garten. Heimische Schnecken kompostieren Abgestorbenes und werden oft nur durch die blauen Granulate angelockt.

Kann man Schnexagon für alle „Beet-Arten“ verwenden also beispielsweise auch für Hochbeete?
Insbesondere Hochbeete eignen sich hervorragend für Schnexagon. Solang es eine senkrechte Barriere gibt, die höher ist als eine Schnecke sich strecken kann, ist Schutz möglich. Da aber stets Schnecken(eier) auch schon in der Erde vorhanden sind, ist der Effekt nur bei überschaubaren Flächen bis zu ca. 16 m² deutlich. Zur Erklärung: Schnecken legen jeden Tag viele Meter zurück. Doch wenn ein großes Feld nur außen umrandet ist, werden nicht alle Schnecken eines absehbaren Tages außerhalb der Beschichtung sein. In diesem Fall ist es günstig, in „Korridoren“ zu arbeiten oder gezielt die Rückzugsorte wie Kompost, Nordhecke mit geeigneten Barrieren abzuriegeln. Auch für einzelne Töpfe und Gewächshäuser gibt es Einsatzmöglichkeiten.

Wie reagieren heimische Wildtiere wie Bienen, Igel, Kröten auf dieses Mittel?
Bienen überfliegen diese Barrieren einfach, um beispielsweise Blumen zu bestäuben, andere Wechselwirkungen sind nicht bekannt und nicht wahrscheinlich. Nach der Trocknung ist Schnexagon geruchsneutral und auch für Schnecken nicht tödlich. Ameisen und zum Beispiel Spinnen, Käfer, Raupen überqueren den Anstrich ohne Probleme.

Wirkt Schnexagon mit „hundertprozentiger Garantie“ oder sollte man nach langen Regenperioden noch zusätzliche „Hausmittel“ oder Maßnahmen wie beispielsweise rund um die Beete eine breite Schicht aus Sägemehl und Kalk streuen, einsetzen?
SchneckeSchnecke auf dem Salat - Alarmstufe rotEine Garantie gibt es nie, denn Schnecken sind wahnsinnig penetrant. Solange kein Salz und keine Pestizide ausgestreut werden, sehe ich keinen Einwand gegen „Hausmittel“. Lediglich die Bierfalle ist gar keine Hilfe, da sie die Tiere auch aus der Entfernung anlockt. Die Wirkung von „austrocknenden“ Borten ist aber je nach Umgebungsfeuchte nicht immer hilfreich. Die Spanische Wegschnecke hat eine große Toleranz gegen Austrocknung.

Wenn der Anstrich bündig in ausreichender Höhe (oberhalb von 10, besser 15 cm) aufgebracht ist, sind keine zusätzlichen Maßnahmen notwendig. Schneckeneier so gut es geht zu entfernen ist immer eine sinnvolle Maßnahme. Auch soll darauf geachtet werden, dass überhängende Pflanzenteile keine „Brücken“ bilden.

Wo gibt es Schnexagon zu kaufen?
Wir sind erst seit diesem Frühjahr überhaupt auf dem Markt erhältlich. Hornbach hat uns ins Sortiment aufgenommen und viele kleine Ketten sowie selbstständig geführte Gärtnereien kommen derzeit ständig hinzu. Auf unserer Homepage gibt es eine Händlersuche, Onlinebestellungen werden über Hornbach in Kürze möglich sein.

Sie haben über eine Crowdfunding Aktion im vergangenen Jahr gestartet. Wie war die Resonanz und – würden Sie diesen Weg wieder wählen? 
Crowdfunding ist vom Prinzip her großartig, eine Art Demokratie am Innovationsmarkt. Man kann seine Marketing-Qualitäten unter Beweis stellen und das Konzept erproben. Wir haben die deutsche Plattform Startnext gewählt und waren mit dem Support und der Resonanz sehr glücklich. Große Zeitschriften und TV wurden auf uns aufmerksam und auch die ersten Vertriebswege bahnten sich in diesem Zuge an. Investoren haben sich gemeldet und man erfährt, wo Bedarf nach der angebotenen Lösung überall besteht.

Die ganzen Unterstützer hinterher mit ihren Dankeschöns zu versehen, ist mühsam und mehr als 400 Pakete müssen zur Post. Das dauert alles sehr viel länger als gedacht. Doch so kann man von der ersten Stunde an Bindung an seine zukünftigen Kunden knüpfen und schafft eine Vertrauensbasis. Auch der Videodreh zu der eigenen Idee ist eine sehr lohnenswerte Art der Präsentation.

Zum Schluss: Ein Jahr Gartenarbeit mit Schnexagon – Ihr persönlicher Erfahrungs- und vor allem – Ertragsbericht!
(lacht)  Ich bin kein guter Gärtner, doch mein Student Moritz, der seine Abschlussarbeit über Schnexagon geschrieben hat, schon. Er hat jede Woche 20 neue Salate in jeweils zehn beschichteten und zehn unbeschichteten Töpfen den Schnecken zum Fraß vorgeworfen. Die Erfolgsquote lag bei über 90%.
Frau Sydow, vielen Dank für das tolle Gespräch und die Bilder und weiterhin viel Erfolg!


Ganz aktuell: Schnexagon gewinnen + interessanter Kurzfilm

 

Lesen Sie dazu über Gartenfreunde, die eigentlich keinen eigenen Garten haben... 

Kompost liefert den Pflanzen viele wertvolle Nährstoffe und ist kostenlos zu haben.

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KompostfibelDessau-Roßlau - Ein gesunder Boden und gute Versorgung mit Nährstoffen sind die Grundlagen für gutes Gedeihen von Gemüse, Kräutern und allen anderen Gartenpflanzen. Kompost liefert den Pflanzen viele wertvolle Nährstoffe und ist kostenlos zu haben. Ob das Laub aus dem eigenen Garten oder Obst- und Gemüsereste aus der Küche – manche Abfälle sind zu schade für den Restmüll. Auf dem eigenen Komposthaufen kann aus Küchen- und Gartenabfällen wertvoller Humus werden. Doch auch beim Kompostieren im eigenen Garten gibt es einiges zu beachten. Standort, Inhalt, Feuchtigkeit – alles muss in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Die wichtigsten Tipps und Hinweise für einen guten Kompost hat das Umweltbundesamt (UBA) in einer Kompostfibel zusammengefasst.

Abfälle der Natur verrotten zu Humus
Seit Millionen von Jahren verrotten die Abfälle der Natur an Ort und Stelle zu Humus. Bei der Kompostierung wird dieser natürliche Prozess im Garten genutzt. Die Kompostierung ist damit das älteste und einfachste Recyclingverfahren der Welt. Sie hat mehrere Vorteile: Garten- und Küchenabfälle, die im Garten kompostiert werden, müssen nicht als Abfall entsorgt werden. Kompost vitalisiert den Boden und ist ein hervorragender Dünger. Sinnvoll ist die eigene Kompostierung jedoch nur, wenn der Kompost auch wirklich für die Düngung benötigt wird. Wenn keine ausreichenden Gartenflächen mit Rasen und Beeten vorhanden sind, kann auch die Kompostdüngung zu einer Überversorgung des Bodens führen. 

Wichtig für einen guten Kompost ist zum Beispiel die richtige Platzwahl: Als Kompostplatz eignet sich ein (halb-)schattiger Platz auf offenem Boden. Ein Drahtgitter am Boden kann verhindern, dass Nagetiere eindringen. Um Streit mit den Nachbarn zu vermeiden, sollte der Kompostplatz einen ausreichenden Abstand von der Grundstücksgrenze haben, insbesondere von Terrassen oder Fenstern.

Die Kunst des Kompostierens besteht darin, den für die Rotte „zuständigen“ Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) und Kleinstlebewesen (zum Beispiel Würmer und Asseln) günstige Bedingungen zu schaffen, damit sie die Biomasse (Garten- und Küchenabfälle) in ihre Einzelbestandteile abbauen und so für die Pflanzen wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor zur Verfügung stellen können. Dazu sollte der Kompost gut durchlüftet und feucht (aber nicht nass) sein. Die einfachste Grundregel hierfür lautet: Den Kompost mit möglichst unterschiedlichen Kompostmaterialien gut durchmischt aufsetzen. Zu diesem Zweck sollten trockene Gartenabfälle wie kleine Äste, Rindenmulch, Holzmehl oder Stroh bereitstehen, die bei Bedarf mit frischen Obst und Gemüseabfällen oder auch mit Rasenschnitt gemischt werden können.
Quelle: Text + Cover: Umweltbundesamt/Bilder: Pixabay

GartenVielleicht auch interessant: Tipps zur tierfreundlichen Gartengestaltung

Wer ihn im Garten findet, kann sich glücklich schätzen, denn die Käfer fressen Unmengen Blattläuse.

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"die umweltberatung" gibt in einem neuen Infoblatt Tipps zur Unterstützung der kleinen Helfer auf dem Balkon und im Garten

Wien - Nützlinge sind kleine Lebewesen wie Ohrwürmer, Florfliegen oder Marienkäfer, aber auch größere wie Igel, Eidechsen und Vögel. Sie halten Schädlinge auf natürliche Weise im Zaum. Nützlinge kommen von selbst in den Garten und auch auf die Terrasse in der Stadt, wenn man ein paar Dinge beachtet. Sie brauchen Nahrung und Unterschlupf und vor allem darf keine chemisch-synthetische Schädlingsbekämpfung stattfinden.

Ohrwürmer fressen bis zu 120 Blattläuse pro Tag, Florfliegenlarven vertilgen Unmengen an Blattläusen oder Spinnmilben. Wildbienen bestäuben unsere Obstbäume, auch wenn Honigbienen aufgrund der niedrigen Temperaturen noch nicht fliegen. "Damit diese Nützlinge fleißig für uns arbeiten können, brauchen sie nicht nur Nahrung, sondern auch Unterschlupf, Nistplätze und Überwinterungsquartiere", erklärt Mag.a Sophie Jäger-Katzmann, Gartenexpertin von "die umweltberatung".

Wie im Garten und auf dem Balkon gute Bedingungen für Nützlinge entstehen, zeigt "die umweltberatung" im neuen Infoblatt „Bienen und andere Nützlinge fördern“, das auf www.umweltberatung.at/downloads zur Verfügung steht.

Gärtnern ohne Gift
Ganz wichtig ist der Verzicht auf chemisch-synthetische Schädlingsbekämpfungsmittel, denn diese schaden den Nützlingen genauso! Gegen Schädlingsbefall helfen vorbeugender Pflanzenschutz, Gärtnern in Mischkultur statt empfindlicher Monokultur und Pflanzenstärkung. Der richtige Standort macht Pflanzen weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Das Gütezeichen „biologisch gärtnern“ erleichtert die Suche nach Gartenprodukten, die umweltverträglich und schonend für Pflanzen, Tiere und Menschen sind: www.biologisch-gaertnern.at

Was tun im Garten?
Eine hohe Artenvielfalt an (Wild)pflanzen im Balkonkisterl wie im Garten, und reichlich Strukturen wie Totholzhaufen, Steinhaufen oder Altbaumbestand fördern die Nützlinge zusätzlich.

Weitere Informationen
Das neue Infoblatt Bienen und andere Nützlinge fördern kann auf www.umweltberatung.at kostenlos heruntergeladen werden.
Beratung zum naturnahen Garteln bei "die umweltberatung", Tel. 01 803 32 32.
Quelle: Text: "die umweltberatung", Wien/Foto: Pixabay

GartenLesen Sie dazu: Grüninsel für Igel, Molch und Co

 
Stadtbewohner können den Bienen, Schmetterlingen, Amseln oder Grünfinken jedoch helfen, indem sie ihren Balkon naturnah gestalten oder ihre Fensterbretter mit Blumenkästen schmücken.

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PETA gibt Tipps für einen insekten- und vogelfreundlichen Balkon

Stuttgart – Summen, Zwitschern und Flattern: Im Frühling und Sommer erwachen Flora und Fauna wieder zum Leben. Wo es möglich ist, sprießt Grün, die Vögel singen und Insekten tummeln sich um bunte Blumen. In vielen Städten verschwindet die Natur jedoch nach und nach unter Platten und Pflastersteinen. Wo Grünanlagen, Wiesen und Felder dem grauen Stadtbild weichen, geht auch die Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt immer mehr verloren. Stadtbewohner können den Bienen, Schmetterlingen, Amseln oder Grünfinken jedoch helfen, indem sie ihren Balkon naturnah gestalten oder ihre Fensterbretter mit Blumenkästen schmücken. Wie eine tierfreundliche Grüninsel am Haus aussieht, verrät Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei der Tierrechtsorganisation PETA.

„Der Lebensraum für heimische Insekten- und Vogelarten wird in den Städten immer enger. Doch mit nur wenigen Tricks lassen sich graue Balkone und Fassaden in grüne Sommeroasen verwandeln“, so Vanessa Reithinger. „Städter holen sich auf diese Weise ein Stück Natur ans Haus und unterstützen die tierischen Nachbarn durch Nisthilfen und Nahrung.“

So wird das Haus tierfreundlich begrünt:

- Wildblumen statt Zierpflanzen: Geranien, Pelargonien oder Dahlien glänzen zwar durch üppige Blütenpracht, bieten Insekten jedoch kaum Nahrung. Durch die Zucht der opulenten Blüten sind nur noch wenige Staubblätter vorhanden, die den nahrhaften Pollen erzeugen.

- Kräuter-Genuss für Mensch und Tier: Blühender Schnittlauch, Lavendel, Oregano, Salbei und andere Küchenkräuter bieten unter anderem Bienen, Hummeln und Schmetterlingen eine leckere Nahrungsquelle.

- Blumenwiese für Bienen und Schmetterlinge: Wenn der Balkon etwas mehr Platz hergibt, wird er mit einer im Fachhandel erhältlichen Wildblumenmischung zu einem bunten Landeplatz für die kleinen Tiere.

- Fassadenbegrünung statt graue Hauswand: Kletter- und Rankpflanzen wie Waldrebe oder Duftwicke begrünen nicht nur karge Fassaden, sondern bieten Versteckmöglichkeiten für Vögel und Nahrung für Insekten.

- Torffreie Erde verwenden: Beim Abbau von Torf werden große Mengen CO2 freigesetzt, weshalb auf umweltfreundlichere Produkte zurückgegriffen werden sollte.

- Tierfreundliche Pflanzenpflege: Bei der Düngung sollte unbedingt auf natürliche Produkte wie Komposterde und Rindenmulch zurückgegriffen werden. Chemische Mittel sind meist tödlich für Insekten.

- Versteck- und Nistmöglichkeiten: Sogenannte Insektenhotels dienen als Nisthilfe und Unterschlupf, beispielsweise für Wildbienen. Sie können entweder selbst gebaut oder schon fertig gekauft werden. Als Brutmöglichkeit oder Unterschlupf für gefiederte Besucher lassen sich Nistkästen ganz einfach an Balkongeländern, Regenrinnen oder Hauswänden anbringen.

- Tränke: Zahlreiche Arten nutzen Vogeltränken für ein kühles Bad an einem heißen Sommertag oder zur Wasserversorgung.

Balkonbesucher müssen übrigens keine Angst vor den summenden Gästen haben. Denn die friedlichen und sehr nützlichen Bienen, Hummeln & Co sind lediglich auf Nahrungssuche und stechen im Normalfall nur, wenn sie sich bedroht fühlen.

Insekten sind zur Aufrechterhaltung des gesamten Ökosystems der Erde notwendig. Mücken und Larven beispielsweise stellen eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tierarten dar, Pollensammler spielen bei der Bestäubung und Vermehrung von Pflanzen eine essenzielle Rolle. So unauffällig die kleinen Tiere häufig sind, so wichtig sind sie für den Planeten Erde, der ohne sie nicht funktionieren kann. 
Quelle: Text: PETA/Bilder: Pixabay

BlumenkisterlLesen Sie dazu: Bio-Ernte vom Fensterbrett 

Bienen brauchen reichlich Nahrung: heimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten und unterschiedlichen Blühzeiten.

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Glockenblume oder Malve, was darf’s denn für die Bienen sein? Mit dem Poster „Bunte Bienenweiden“ hilft "die umweltberatung" bei der Pflanzenauswahl. 

Wien - Bienen brauchen reichlich Nahrung: heimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten und unterschiedlichen Blühzeiten. Mit welchen Pflanzen der Tisch für Bienen vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein gedeckt ist, zeigt "die umweltberatung" im Poster „Bunte Bienenweiden“ auf www.umweltberatung.at/bunte-bienenweiden

BlumenkisteUm die Bienen zu fördern, ist nicht unbedingt ein Garten notwendig – auch im Blumenkisterl, am Balkon und auf der Dachterrasse können Leckerbissen für Bienen wachsen. „Viele Pflanzen erfreuen zwar das Auge, bieten aber Bienen keine Nahrung, weil es sich um Züchtungen mit gefüllten Blüten handelt. Diese Blüten sehen oft prächtig aus, da die Staubgefäße durch Züchtung in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt wurden. Sie enthalten aber wenig oder keinen Pollen für Bienen und andere Insekten. Am besten für die Tierwelt ist es, heimische Pflanzen mit einfachen, ungefüllten Blüten zu wählen“, empfiehlt Mag.a Bernadette Pokorny, Gartenexpertin von "die umweltberatung".

Heimisches Futter die ganze Gartensaison hindurch
Viele Wildbienen haben sich im Laufe der Evolution an ganz bestimmte heimische Pflanzenarten angepasst. Sie brauchen diese, um zu überleben. Vom zeitigen Frühling an bis in den Herbst hinein benötigen Bienen Blüten für ihre Ernährung. Besonders nach dem Winter und im Sommer, nach der Obstbaumblüte, kann es zu Nahrungsengpässen kommen, deshalb sollten bei der Auswahl der Pflanzen auch solche dabei sein, die zeitig im Frühjahr und im Sommer oder Herbst blühen – am besten in Bio-Qualität. Im Handel erhältliche Ware ist oft mit bienenschädigenden Pestiziden behandelt, daher empfiehlt "die umweltberatung", biologisch produzierte Pflanzen und Samen zu kaufen oder mit FreundInnen und NachbarInnen, die auch biologisch gärtnern, zu tauschen.

Leckerbissen für Bienen
glockenblume© Margit Holzer "die umweltberatung"Im zeitigen Frühjahr sichern zum Beispiel Blaustern, Traubenhyazinthen, Krokus, und Schneeheide den Bienen das Überleben. Sie gedeihen auch im Blumenkisterl gut. Im Garten blühen Dirndlstrauch, Haselnuss und Palmkatzerl schon zeitig.

Zu den Pflanzen, die Bienen anziehen, Trockenheit sehr gut vertragen und im Balkonkisterl gut gedeihen, zählen zum Beispiel Lavendel, Mauerpfeffer, Fetthenne und Steinkraut. Blühende Küchenkräuter ziehen Bienen ebenfalls magisch an, zum Beispiel Borretsch, Salbei, Ysop, Thymian und Dost.

Unter den Zierpflanzen sind Glockenblumen, Katzenminze, Phacelia, ungefüllte Kornblumen und Malven bei den Bienen beliebt.
Quelle: Text: "die umweltberatung" Wien/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen
Das Poster Bunte Bienenweiden stellt Pflanzen vor, die Bienen Nahrung bieten. Im Poster Vielfalt der Bienen sind Wild- und Honigbienenarten abgebildet. Das Poster Bienen fördern – leicht gemacht! zeigt einfache Maßnahmen um Bienen zu fördern und enthält Bienenaufkleber als Belohnung für durchgeführte Maßnahmen. Bestellung der Poster um € 2,40 Versandkosten bei "die umweltberatung", Tel. 01 803 32 32, kostenloser Download auf www.umweltberatung.at/onlineshop.

Bezugsquellen für Biosaatgut und biologisch produzierte Jungpflanzen "Made in Austria" sind auf www.umweltberatung.at/biosaatgut zu finden.

Cover

Ein interessanter Buch-Tipp: Das Haustier mit dem Giftstachel

 

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PETA-Expertin gibt Tipps zur tierfreundlichen Gartengestaltung

Stuttgart – Gartenparadies für Mensch und Tier: Im Frühling und Sommer erwachen Flora und Fauna wieder zum Leben. Wo es möglich ist, sprießt Grün, die Vögel singen und Insekten tummeln sich um bunte Blumen. Vielerorts verschwindet die Natur jedoch nach und nach unter Platten und Pflastersteinen. Wo Bäume, Wiesen und Grünanlagen dem grauen Stadtbild weichen, wird der Lebensraum für die heimischen Wildtiere immer knapper. Gartenbesitzer können den Tieren ganz leicht helfen, indem sie ihre Grundstücke naturnah gestalten und vielfältige Lebensräume schaffen.

SchmetterlingWie ein tierfreundlicher Garten aussieht, verrät Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei der Tierrechtsorganisation PETA: „Inmitten der Kulturlandschaft und der eng bebauten Siedlungsbereiche schwindet der Lebensraum für die heimischen Wildtiere immer mehr“, so Vanessa Reithinger. „Doch mit wenigen Tricks können Gartenbesitzer tierfreundliche Grüninseln gestalten und den Vögeln, Insekten und anderen Kleintieren dabei helfen, ihr Überleben zu sichern. Wer ein solches Biotop schafft, kann sich bald an einer Vielzahl tierischer Bewohner erfreuen.“

So wird der Garten tierfreundlich gestaltet:

Natürliches Grün: Einheimische und möglichst vielfältige Bäume, Büsche, Hecken, Blumen und Kräuter bieten zahlreichen Wildtieren Unterschlupf, Nahrung und Nistmöglichkeiten. Das Zusammenspiel vielfältiger Lebensräume fördert auch die Artenvielfalt der Tierwelt im Garten.

Durchgänge schaffen: Hecken sind eine natürliche Alternative zum Gartenzaun und ermöglichen Wildtieren wie beispielsweise Igeln den Durchgang zu anderen Grundstücken. So können die Tiere von Garten zu Garten streifen und ausreichend Nahrung finden.

Wildblumenwiese: Mit einer im Fachhandel erhältlichen Blumenmischung aus verschiedensten Wildpflanzen wird die Grünfläche zu einem bunten Landeplatz für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Gut zu wissen: Zierpflanzen sehen zwar üppig aus, doch durch die Zucht der opulenten Blüten sind nur noch wenige Staubblätter vorhanden, die den nahrhaften Pollen erzeugen.

KräutergartenKräuter-Genuss für Mensch und Tier: Blühender Schnittlauch, Lavendel, Oregano, Salbei und andere Küchenkräuter bieten unter anderem Bienen, Hummeln und Schmetterlingen eine leckere Nahrungsquelle.

Versteck- und Nistmöglichkeiten: Reisig- oder Steinhaufen bieten Eidechsen und  Blindschleichen Unterschlupf. Totholz oder sogenannte  Insektenhotels dienen Wildbienen, Käfern & Co als Nisthilfe und Unterschlupf.  Als Brutmöglichkeit oder Unterschlupf für gefiederte Besucher lassen sich Nistkästen ganz einfach an Bäumen anbringen.

Tränken: Zahlreiche Arten nutzen Vogeltränken für ein kühles Bad an einem heißen Sommertag oder zur Wasserversorgung.

Lebensraum für Amphibien und Insekten: Teiche oder Feuchtbiotope sehen nicht nur hübsch aus, sondern helfen auch vielen Arten beim Überleben im Garten – Amphibien nutzen zum Beispiel das Wasser als Kinderstube. Mit etwas Glück tummeln sich bald auch schon bunt schillernde Libellen um das kühle Nass. Der Teichrand sollte so gestaltet sein, dass Igel, Mäuse und andere Kleintiere nicht etwa an freiliegender Teichfolie oder glatten Rändern hineinrutschen oder -fallen bzw. problemlos wieder an Land gelangen. Wichtig: Damit Amphibienlaich und Insektenlarven überleben können, sollte auf Fische im Teich verzichtet werden.

GartenarbeitWorauf bei der Gartenpflege geachtet werden sollte:

Vorsicht bei Schnitt- und Aufräumarbeiten: Zum Schutz der Wildtiere ist ein Rückschnitt der Pflanzen (bis auf kleinere Form- und Pflegeschnitte) zwischen März und September laut Bundesnaturschutzgesetz nicht gestattet. Auch in Totholz, Laub- und Reisighaufen können sich Tiere wie Igel oder Eidechsen befinden.

Tierfreundliche Pflanzenpflege: In einem naturnahen Garten kann gut auf eine Düngung verzichtet werden. Andernfalls sollten Gartenfreunde unbedingt auf natürliche Produkte wie Komposterde und Rindenmulch zurückgreifen. Chemische Mittel sind meist tödlich für Insekten und schaden in der Folge auch Igeln und anderen Insektenessern.

Torffreie Erde verwenden: Beim Abbau von Torf werden große Mengen CO2 freigesetzt, weshalb auf umweltfreundlichere Produkte zurückgegriffen werden sollte.

Regentonne sichern:  Regentonnen können zur tödlichen Gefahr für Eichhörnchen werden. Sie sollten unbedingt verschlossen, mit einem Gitter abgedeckt oder mit einem Kletterholz versehen werden – so können keine Tiere hineinfallen bzw. hineingefallene Tiere wieder heraus klettern.

BieneMit diesen Tipps können sich Gartenbesitzer und tierische Bewohner gleichermaßen am sommerlichen Grün erfreuen. Natürlich sollte bei allen anstehenden Arbeiten Rücksicht auf die Naturbewohner genommen und darauf geachtet werden, dass eventuelle Veränderungen des Gartens keine anwesenden Wildtiere stören. Vor allem summende Gäste freuen sich über bunte Wildblumen und Kräuter im Garten.
Quelle: Text: © PETA/Bilder: Pixabay 

Weitere Informationen:
PETA.de/Tierkinder-im-Frühsommer

Lesen Sie dazu: Artenvielfalt stärkt Ökosysteme im Klimawandel

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