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Sommergemüse auf dem Tisch

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Wien - Jetzt gibt’s im Garten reiche Ernte: sonnengereifte Tomaten, das typische Sommergemüse, und leuchtend orangefarbene Kürbisse als Vorboten des Herbstes. Wer dieselbe köstliche Bio-Ernte auch im nächsten Jahr genießen möchte, hebt am besten die Samen auf. 

Für viele HobbygärtnerInnen beginnt spätestens jetzt die Vorbereitung auf das kommende Gartenjahr. „Gerade in Zeiten, in denen Großkonzerne Saatgut patentieren lassen, trägt das Sammeln und Weiterverwenden von Samen aus dem eigenen Garten zum Erhalt der Sortenvielfalt bei“, erklärt Mag.a Katharina Foglar-Deinhardstein, Gartenexpertin von "die umweltberatung".

Nicht jede Pflanze ist geeignet
Zur Saatgutvermehrung eignen sich nur samenfeste Sorten. Sogenannte „Hybridsorten“ geben ihre spezifischen Eigenschaften nur selten an die nächste Generation weiter, die daraus gewonnenen Pflanzen können sich stark von ihren Eltern unterscheiden und sind reine Zufallsprodukte.

Wichtig ist, für die Samenernte die gesündesten, robustesten Pflanzen auszuwählen und nur die wohlschmeckendsten Früchte zu verwenden. Vielleicht sind bei einer Pflanze die typischen Sortenmerkmale besonders schön ausgeprägt? Gut so, dann rechtzeitig die für die Samenernte vorgesehenen Früchte markieren, damit sie nicht aus Versehen im Kochtopf landen.

Mit Selbstbestäubung geht es leichter
Besonders einfach gelingt die Saatgutgewinnung bei der Gruppe der samenfesten Selbstbestäuber. Da hier die Kreuzung mit anderen Sorten weitestgehend ausgeschlossen ist, gleichen die Kinder der Mutterpflanze und es gibt wenige Überraschungen im kommenden Jahr. Zu den Selbstbestäubern zählen Tomaten, Erbsen, die meisten Bohnensorten, Salat, Zwiebeln und Porree. Pflanzenarten, die fremdbestäubt werden, verlangen den GärtnerInnen mehr züchterische Planung ab.

Die Frucht muss reif sein
TomatenTomaten selbst geerntet, schmecken immer am bestenTomaten sollten vollreif sein, bei Bohnen und Erbsen sind die Schoten bereits trocken und häutig, wenn die Samen reif genug zur Ernte sind. Bei Chilis lassen sich die erntereifen Samen leicht aus den trockenen Fruchthüllen schütteln. Bei fleischigen Früchten wie Kürbis oder Tomaten müssen die Samen vom Fruchtfleisch befreit werden – dazu die Samen am besten in einem feinmaschigen Sieb unter fließendem kaltem Wasser abwaschen. Das Saatgut auf Küchenkrepp gut durchtrocknen lassen und anschließend in Papiersäckchen oder verschraubbaren Gläsern kühl und trocken bis zum nächsten Frühjahr aufbewahren. Und nicht vergessen, die Samen zu beschriften! Auch wenn jetzt ganz klar ist, dass es sich um die Lieblingsparadeiser der Nachbarin handelt, bis zum kommenden Frühjahr ist es vielleicht wieder vergessen.

Und zum Schluss noch ein Tipp: Samen sind meist nicht lange haltbar. Wer von einer tollen Sorte überschüssiges Saatgut hat, hebt es nicht noch ein Jahr auf, sondern bringt es besser im Frühling zur nächsten Samentauschbörse, andere GartenbesitzerInnen werden sich darüber sicher freuen.
Quelle: Text: "die umweltberatung" Wien/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen:
Viele Tipps zum Vermehren und Kaufen von Bio-Saatgut bietet "die umweltberatung" auf www.umweltberatung.at/biosaatgut. Individuelle Beratung zum biologischen Gärtnern bei "die umweltberatung" unter Tel 01 803 32 32.

KräutergartenLesen Sie dazu: Tipps für einen eigenen Heilkräutergarten

Schnexagon auf Pflanzentopf auftragen

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Kiel - Im Moment ist für Gartenliebhaber Hoch-Pflanzphase. Doch leider ist der Traum vom eigenen Gemüse ausgeträumt, sobald eine längere Regenphase eine ganze Schnecken-Armada in Bewegung setzt, die sich an den jungen Pflänzchen mit Genuss den Schneckenbauch voll schlagen. Vor allem die braune Nacktschnecke ist der Albtraum deutscher Gärten: Gnadenlos frisst sie junge Triebe und zarte Pflänzchen. Viele Gärtnerinnen und Gärtner greifen daher zu Giften, die dem Gräuel ein Ende machen sollen. Neben dem ungewollten Schädling treffen diese jedoch auch viele andere Tiere wie Igel oder Weinbergschnecke.

Als Alternative zum Gift haben Biologin Nadine Sydow, Materialwissenschaftler Sandro Böhm und Wirtschaftsingenieur Rickert Brand in der Arbeitsgruppe für Funktionelle Morphologie und Biomechanik am Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ein zuverlässiges Mittel gegen Schnecken entwickelt, das diese einfach aus den Beeten aussperrt. „Schnexagon“ ist nun diesem Frühjahr nach einer Testphase in optimierter Form auf dem Markt.

Unsere Redakteurin Lin Fischer hat mit Nadine Sydow über diesen ökologischen Schneckenschutz und seine Wirkung auf die ungeliebten Besucher gesprochen: 

Nadine SydowNadine SydowFrau Sydow, was verbirgt sich unter dem – eigentlich sehr netten Namen – Schnexagon?
Das uns von der Universität Kiel überlassene Forschungsgebäude, ein ehemaliger Wolfszwinger, ist ein Sechseckbau – also Hexagon – und so lag Schnexagon einfach nahe. (lacht)


Wie wirkt das Mittel?
Der getrocknete Anstrich enthält bestimmte, ökologisch verträgliche Tenside (Substanzen, die die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit herabsetzen, Anm.d.Red.) in einem regenabweisenden Holzölgemisch. Der Schleim der Schnecke wird durch die Tenside entspannt – und kann an der Oberfläche nicht binden.

Ist die Anwendung auch für weniger erfahrene „Gartler“ einfach zu handhaben?
SchnexagonSchnexagon - einfache HandhabungSchnexagon ist so leicht anzuwenden wie jeder andere Lackanstrich auch. Auf senkrechte Barrieren mit einem Pinsel aufstreichen, trocknen lassen – fertig!

Ist die Rezeptur gegen alle Schnecken-Arten geeignet auch für ganz besonders hartnäckige?
Das Ziel war von Anfang an ein Schutz gegen die besonders hartnäckige Spanische Wegschnecke. Auch Schnegel (eine Familie großer landlebender Nacktschnecken, werden auch als Egelschnecken bezeichnet, Anm.d.Red.) und Gehäusearten werden am Überkriechen gehindert, doch diese verursachen keine nennenswerten Schäden im Garten. Heimische Schnecken kompostieren Abgestorbenes und werden oft nur durch die blauen Granulate angelockt.

Kann man Schnexagon für alle „Beet-Arten“ verwenden also beispielsweise auch für Hochbeete?
Insbesondere Hochbeete eignen sich hervorragend für Schnexagon. Solang es eine senkrechte Barriere gibt, die höher ist als eine Schnecke sich strecken kann, ist Schutz möglich. Da aber stets Schnecken(eier) auch schon in der Erde vorhanden sind, ist der Effekt nur bei überschaubaren Flächen bis zu ca. 16 m² deutlich. Zur Erklärung: Schnecken legen jeden Tag viele Meter zurück. Doch wenn ein großes Feld nur außen umrandet ist, werden nicht alle Schnecken eines absehbaren Tages außerhalb der Beschichtung sein. In diesem Fall ist es günstig, in „Korridoren“ zu arbeiten oder gezielt die Rückzugsorte wie Kompost, Nordhecke mit geeigneten Barrieren abzuriegeln. Auch für einzelne Töpfe und Gewächshäuser gibt es Einsatzmöglichkeiten.

Wie reagieren heimische Wildtiere wie Bienen, Igel, Kröten auf dieses Mittel?
Bienen überfliegen diese Barrieren einfach, um beispielsweise Blumen zu bestäuben, andere Wechselwirkungen sind nicht bekannt und nicht wahrscheinlich. Nach der Trocknung ist Schnexagon geruchsneutral und auch für Schnecken nicht tödlich. Ameisen und zum Beispiel Spinnen, Käfer, Raupen überqueren den Anstrich ohne Probleme.

Wirkt Schnexagon mit „hundertprozentiger Garantie“ oder sollte man nach langen Regenperioden noch zusätzliche „Hausmittel“ oder Maßnahmen wie beispielsweise rund um die Beete eine breite Schicht aus Sägemehl und Kalk streuen, einsetzen?
SchneckeSchnecke auf dem Salat - Alarmstufe rotEine Garantie gibt es nie, denn Schnecken sind wahnsinnig penetrant. Solange kein Salz und keine Pestizide ausgestreut werden, sehe ich keinen Einwand gegen „Hausmittel“. Lediglich die Bierfalle ist gar keine Hilfe, da sie die Tiere auch aus der Entfernung anlockt. Die Wirkung von „austrocknenden“ Borten ist aber je nach Umgebungsfeuchte nicht immer hilfreich. Die Spanische Wegschnecke hat eine große Toleranz gegen Austrocknung.

Wenn der Anstrich bündig in ausreichender Höhe (oberhalb von 10, besser 15 cm) aufgebracht ist, sind keine zusätzlichen Maßnahmen notwendig. Schneckeneier so gut es geht zu entfernen ist immer eine sinnvolle Maßnahme. Auch soll darauf geachtet werden, dass überhängende Pflanzenteile keine „Brücken“ bilden.

Wo gibt es Schnexagon zu kaufen?
Wir sind erst seit diesem Frühjahr überhaupt auf dem Markt erhältlich. Hornbach hat uns ins Sortiment aufgenommen und viele kleine Ketten sowie selbstständig geführte Gärtnereien kommen derzeit ständig hinzu. Auf unserer Homepage gibt es eine Händlersuche, Onlinebestellungen werden über Hornbach in Kürze möglich sein.

Sie haben über eine Crowdfunding Aktion im vergangenen Jahr gestartet. Wie war die Resonanz und – würden Sie diesen Weg wieder wählen? 
Crowdfunding ist vom Prinzip her großartig, eine Art Demokratie am Innovationsmarkt. Man kann seine Marketing-Qualitäten unter Beweis stellen und das Konzept erproben. Wir haben die deutsche Plattform Startnext gewählt und waren mit dem Support und der Resonanz sehr glücklich. Große Zeitschriften und TV wurden auf uns aufmerksam und auch die ersten Vertriebswege bahnten sich in diesem Zuge an. Investoren haben sich gemeldet und man erfährt, wo Bedarf nach der angebotenen Lösung überall besteht.

Die ganzen Unterstützer hinterher mit ihren Dankeschöns zu versehen, ist mühsam und mehr als 400 Pakete müssen zur Post. Das dauert alles sehr viel länger als gedacht. Doch so kann man von der ersten Stunde an Bindung an seine zukünftigen Kunden knüpfen und schafft eine Vertrauensbasis. Auch der Videodreh zu der eigenen Idee ist eine sehr lohnenswerte Art der Präsentation.

Zum Schluss: Ein Jahr Gartenarbeit mit Schnexagon – Ihr persönlicher Erfahrungs- und vor allem – Ertragsbericht!
(lacht)  Ich bin kein guter Gärtner, doch mein Student Moritz, der seine Abschlussarbeit über Schnexagon geschrieben hat, schon. Er hat jede Woche 20 neue Salate in jeweils zehn beschichteten und zehn unbeschichteten Töpfen den Schnecken zum Fraß vorgeworfen. Die Erfolgsquote lag bei über 90%.
Frau Sydow, vielen Dank für das tolle Gespräch und die Bilder und weiterhin viel Erfolg!


Ganz aktuell: Schnexagon gewinnen + interessanter Kurzfilm

 

Lesen Sie dazu über Gartenfreunde, die eigentlich keinen eigenen Garten haben... 

Kompost liefert den Pflanzen viele wertvolle Nährstoffe und ist kostenlos zu haben.

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KompostfibelDessau-Roßlau - Ein gesunder Boden und gute Versorgung mit Nährstoffen sind die Grundlagen für gutes Gedeihen von Gemüse, Kräutern und allen anderen Gartenpflanzen. Kompost liefert den Pflanzen viele wertvolle Nährstoffe und ist kostenlos zu haben. Ob das Laub aus dem eigenen Garten oder Obst- und Gemüsereste aus der Küche – manche Abfälle sind zu schade für den Restmüll. Auf dem eigenen Komposthaufen kann aus Küchen- und Gartenabfällen wertvoller Humus werden. Doch auch beim Kompostieren im eigenen Garten gibt es einiges zu beachten. Standort, Inhalt, Feuchtigkeit – alles muss in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Die wichtigsten Tipps und Hinweise für einen guten Kompost hat das Umweltbundesamt (UBA) in einer Kompostfibel zusammengefasst.

Abfälle der Natur verrotten zu Humus
Seit Millionen von Jahren verrotten die Abfälle der Natur an Ort und Stelle zu Humus. Bei der Kompostierung wird dieser natürliche Prozess im Garten genutzt. Die Kompostierung ist damit das älteste und einfachste Recyclingverfahren der Welt. Sie hat mehrere Vorteile: Garten- und Küchenabfälle, die im Garten kompostiert werden, müssen nicht als Abfall entsorgt werden. Kompost vitalisiert den Boden und ist ein hervorragender Dünger. Sinnvoll ist die eigene Kompostierung jedoch nur, wenn der Kompost auch wirklich für die Düngung benötigt wird. Wenn keine ausreichenden Gartenflächen mit Rasen und Beeten vorhanden sind, kann auch die Kompostdüngung zu einer Überversorgung des Bodens führen. 

Wichtig für einen guten Kompost ist zum Beispiel die richtige Platzwahl: Als Kompostplatz eignet sich ein (halb-)schattiger Platz auf offenem Boden. Ein Drahtgitter am Boden kann verhindern, dass Nagetiere eindringen. Um Streit mit den Nachbarn zu vermeiden, sollte der Kompostplatz einen ausreichenden Abstand von der Grundstücksgrenze haben, insbesondere von Terrassen oder Fenstern.

Die Kunst des Kompostierens besteht darin, den für die Rotte „zuständigen“ Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) und Kleinstlebewesen (zum Beispiel Würmer und Asseln) günstige Bedingungen zu schaffen, damit sie die Biomasse (Garten- und Küchenabfälle) in ihre Einzelbestandteile abbauen und so für die Pflanzen wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor zur Verfügung stellen können. Dazu sollte der Kompost gut durchlüftet und feucht (aber nicht nass) sein. Die einfachste Grundregel hierfür lautet: Den Kompost mit möglichst unterschiedlichen Kompostmaterialien gut durchmischt aufsetzen. Zu diesem Zweck sollten trockene Gartenabfälle wie kleine Äste, Rindenmulch, Holzmehl oder Stroh bereitstehen, die bei Bedarf mit frischen Obst und Gemüseabfällen oder auch mit Rasenschnitt gemischt werden können.
Quelle: Text + Cover: Umweltbundesamt/Bilder: Pixabay

GartenVielleicht auch interessant: Tipps zur tierfreundlichen Gartengestaltung

Bienen benötigen Pflanzen mit ungefüllten Blüten und reichlich Nektar und Pollen.

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Wien - Im Sommer, wenn Bäume und Sträucher verblüht und die Wiesen gemäht sind, wird das Nahrungsangebot für Bienen mager. Umso wichtiger ist es, den Bienen im Garten und am Fensterbrett viele Blüten zu bieten. Auch Kräuter blühen lassen und den Wildpflanzen im Garten eine Chance geben, hilft den Bienen. Ab September können winterharte Stauden gepflanzt werden, an denen sich die Bienen im nächsten Jahr den Bauch vollschlagen können. 

Wildbienen und Honigbienen brauchen unsere Unterstützung. Nicht nur Spritzmitteleinsatz und Varroa-Milbe machen ihnen das Leben schwer, sondern auch die Nahrungsknappheit im Sommer – denn da sind viele Nahrungsquellen der Bienen verblüht. „Mit vielfältiger Bepflanzung von Balkon und Garten und Toleranz gegenüber Wildpflanzen ist auch im Sommer der Tisch für die Bienen reich gedeckt“, sagt Mag.a Bernadette Pokorny, Gartenexpertin von "die umweltberatung".

Bienenpflanzen für den Sommer
LavendelEinige mehrjährige Blumenstauden blühen im Sommer wunderschön und helfen den Bienen über die nahrungsarme Zeit. Das sind beispielsweise Kugeldistel, Lavendel, Sonnenhut, Wiesen-Storchschnabel, Mauerpfeffer, Johanniskraut und diverse Astern.

Eine gute Pflanzzeit für winterharte Blumenstauden ist die Zeit von September bis November. In diesem Zeitraum ist das oberirdische Wachstum der Stauden abgeschlossen, die Wurzeln wachsen im Boden jedoch weiter und die Pflanzen blühen im nächsten Jahr üppig.

Einjährige Pflanzen werden im Frühjahr ausgesät und stehen im Sommer in voller Blüte. Dazu zählen ungefüllte Kornblumen, diverse Malven und die Gründüngungspflanze Phacelia, die auch Bienenfreund genannt wird. Letztere kommt sogar noch zur Blüte, wenn sie im Sommer ausgesät wird. Viele dieser Pflanzen eignen sich auch gut für die Bepflanzung von Balkontöpfen und Trögen.

Grundvoraussetzung: kein Gift
Mit dem Kauf von Pflanzen und Saatgut in Bioqualität kann man sichergehen, dass die Pflanzen keine bienenschädigenden Pestizidrückstände enthalten. Eine gute Möglichkeit an unbehandelte Pflanzen zu kommen, ist das Tauschen mit NachbarInnen durch das Teilen von bestehenden Stauden und das Sammeln von Saatgut.

Besser ungefüllt als gefüllt!
Bienen benötigen Pflanzen mit ungefüllten Blüten und reichlich Nektar und Pollen. Viele Zierpflanzen wie Dahlien oder Rosen haben gefüllte Blüten und sind für Bienen nutzlos. Hier wurden die Blütenblätter durch Zucht vermehrt und die Staubgefäße zurückgebildet, sodass die Blüten für uns Menschen attraktiv wirken. Der Preis für die Blütenpracht ist jedoch wenig oder kein Pollen.

Duftende Sommerkräuter für Balkon, Terrasse und Garten
BorretschBlühende Kräuter zählen zu den Lieblingspflanzen von Bienen und Schmetterlingen. Sie sind leicht zu kultivieren, brauchen wenig Platz, bereichern unsere Küche und haben oft wunderschöne Blüten. Im August schwirren die Bienen beispielsweise um die Blüten von Thymian, wildem Majoran oder Oregano. Beliebt bei Mensch und Bienen ist auch das lange blühende Strauchbasilikum, das auf jedem Balkon Platz findet. Borretsch wiederum erfreut bis in den Herbst hinein mit wunderschönen Blüten. Einmal ausgesät, kommt er jedes Jahr wieder.

Im Sommer blühende Kletterpflanzen
Auch Kletterpflanzen wie Efeu, Wilder Wein und Waldrebe stellen mit ihren zahlreichen Blüten im Sommer und Herbst eine gute Nahrungsquelle für Bienen dar. Sie eignen sich zur Begrünung von Trennwänden, Balkongeländern oder Balkonstützen und sind besonders für kleine Flächen interessant.

Wildblumen blühen lassen
Oft ist zum Schutz der Bienen kein zusätzlicher Aufwand erforderlich. Die Natur stellt von selbst Bienennahrung bereit, wenn man sie lässt. Viele Wildpflanzen, die von selbst aufkommen, sind hochwertige Bienenfutterpflanzen. Gerade im Sommer benötigen die Bienen die Blüten von Wegwarte, Natternkopf, Königskerze, Johanniskraut und Steinklee. Diese Pflanzen bereichern in einem wilden Eck des Gartens, auf Böschungen oder unbenutzten Flächen den Speiseplan der Bienen.

Bienenweiden-Poster
Viele Informationen, wie den Bienen geholfen werden kann, bietet "die umweltberatung" auf www.umweltberatung.at/bienen, Einkaufsadressen für Biopflanzen und Biosaatgut auf www.umweltberatung.at/biosaatgut. Im Poster „Bunte Bienenweiden“ stellt "die umweltberatung" 28 Pflanzen vor, die Bienen gerne mögen. Download und Bestellung des Posters auf www.umweltberatung.at/bwp. Beratung zum naturnahen Gärtnern bei "die umweltberatung", 01 803 32 32.
Quelle: Text: "die umweltberatung", Wien/Bilder: Pixabay

Stadtbewohner können den Bienen, Schmetterlingen, Amseln oder Grünfinken jedoch helfen, indem sie ihren Balkon naturnah gestalten oder ihre Fensterbretter mit Blumenkästen schmücken.

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PETA gibt Tipps für einen insekten- und vogelfreundlichen Balkon

Stuttgart – Summen, Zwitschern und Flattern: Im Frühling und Sommer erwachen Flora und Fauna wieder zum Leben. Wo es möglich ist, sprießt Grün, die Vögel singen und Insekten tummeln sich um bunte Blumen. In vielen Städten verschwindet die Natur jedoch nach und nach unter Platten und Pflastersteinen. Wo Grünanlagen, Wiesen und Felder dem grauen Stadtbild weichen, geht auch die Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt immer mehr verloren. Stadtbewohner können den Bienen, Schmetterlingen, Amseln oder Grünfinken jedoch helfen, indem sie ihren Balkon naturnah gestalten oder ihre Fensterbretter mit Blumenkästen schmücken. Wie eine tierfreundliche Grüninsel am Haus aussieht, verrät Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei der Tierrechtsorganisation PETA.

„Der Lebensraum für heimische Insekten- und Vogelarten wird in den Städten immer enger. Doch mit nur wenigen Tricks lassen sich graue Balkone und Fassaden in grüne Sommeroasen verwandeln“, so Vanessa Reithinger. „Städter holen sich auf diese Weise ein Stück Natur ans Haus und unterstützen die tierischen Nachbarn durch Nisthilfen und Nahrung.“

So wird das Haus tierfreundlich begrünt:

- Wildblumen statt Zierpflanzen: Geranien, Pelargonien oder Dahlien glänzen zwar durch üppige Blütenpracht, bieten Insekten jedoch kaum Nahrung. Durch die Zucht der opulenten Blüten sind nur noch wenige Staubblätter vorhanden, die den nahrhaften Pollen erzeugen.

- Kräuter-Genuss für Mensch und Tier: Blühender Schnittlauch, Lavendel, Oregano, Salbei und andere Küchenkräuter bieten unter anderem Bienen, Hummeln und Schmetterlingen eine leckere Nahrungsquelle.

- Blumenwiese für Bienen und Schmetterlinge: Wenn der Balkon etwas mehr Platz hergibt, wird er mit einer im Fachhandel erhältlichen Wildblumenmischung zu einem bunten Landeplatz für die kleinen Tiere.

- Fassadenbegrünung statt graue Hauswand: Kletter- und Rankpflanzen wie Waldrebe oder Duftwicke begrünen nicht nur karge Fassaden, sondern bieten Versteckmöglichkeiten für Vögel und Nahrung für Insekten.

- Torffreie Erde verwenden: Beim Abbau von Torf werden große Mengen CO2 freigesetzt, weshalb auf umweltfreundlichere Produkte zurückgegriffen werden sollte.

- Tierfreundliche Pflanzenpflege: Bei der Düngung sollte unbedingt auf natürliche Produkte wie Komposterde und Rindenmulch zurückgegriffen werden. Chemische Mittel sind meist tödlich für Insekten.

- Versteck- und Nistmöglichkeiten: Sogenannte Insektenhotels dienen als Nisthilfe und Unterschlupf, beispielsweise für Wildbienen. Sie können entweder selbst gebaut oder schon fertig gekauft werden. Als Brutmöglichkeit oder Unterschlupf für gefiederte Besucher lassen sich Nistkästen ganz einfach an Balkongeländern, Regenrinnen oder Hauswänden anbringen.

- Tränke: Zahlreiche Arten nutzen Vogeltränken für ein kühles Bad an einem heißen Sommertag oder zur Wasserversorgung.

Balkonbesucher müssen übrigens keine Angst vor den summenden Gästen haben. Denn die friedlichen und sehr nützlichen Bienen, Hummeln & Co sind lediglich auf Nahrungssuche und stechen im Normalfall nur, wenn sie sich bedroht fühlen.

Insekten sind zur Aufrechterhaltung des gesamten Ökosystems der Erde notwendig. Mücken und Larven beispielsweise stellen eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tierarten dar, Pollensammler spielen bei der Bestäubung und Vermehrung von Pflanzen eine essenzielle Rolle. So unauffällig die kleinen Tiere häufig sind, so wichtig sind sie für den Planeten Erde, der ohne sie nicht funktionieren kann. 
Quelle: Text: PETA/Bilder: Pixabay

BlumenkisterlLesen Sie dazu: Bio-Ernte vom Fensterbrett 

Bienen brauchen reichlich Nahrung: heimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten und unterschiedlichen Blühzeiten.

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Glockenblume oder Malve, was darf’s denn für die Bienen sein? Mit dem Poster „Bunte Bienenweiden“ hilft "die umweltberatung" bei der Pflanzenauswahl. 

Wien - Bienen brauchen reichlich Nahrung: heimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten und unterschiedlichen Blühzeiten. Mit welchen Pflanzen der Tisch für Bienen vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein gedeckt ist, zeigt "die umweltberatung" im Poster „Bunte Bienenweiden“ auf www.umweltberatung.at/bunte-bienenweiden

BlumenkisteUm die Bienen zu fördern, ist nicht unbedingt ein Garten notwendig – auch im Blumenkisterl, am Balkon und auf der Dachterrasse können Leckerbissen für Bienen wachsen. „Viele Pflanzen erfreuen zwar das Auge, bieten aber Bienen keine Nahrung, weil es sich um Züchtungen mit gefüllten Blüten handelt. Diese Blüten sehen oft prächtig aus, da die Staubgefäße durch Züchtung in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt wurden. Sie enthalten aber wenig oder keinen Pollen für Bienen und andere Insekten. Am besten für die Tierwelt ist es, heimische Pflanzen mit einfachen, ungefüllten Blüten zu wählen“, empfiehlt Mag.a Bernadette Pokorny, Gartenexpertin von "die umweltberatung".

Heimisches Futter die ganze Gartensaison hindurch
Viele Wildbienen haben sich im Laufe der Evolution an ganz bestimmte heimische Pflanzenarten angepasst. Sie brauchen diese, um zu überleben. Vom zeitigen Frühling an bis in den Herbst hinein benötigen Bienen Blüten für ihre Ernährung. Besonders nach dem Winter und im Sommer, nach der Obstbaumblüte, kann es zu Nahrungsengpässen kommen, deshalb sollten bei der Auswahl der Pflanzen auch solche dabei sein, die zeitig im Frühjahr und im Sommer oder Herbst blühen – am besten in Bio-Qualität. Im Handel erhältliche Ware ist oft mit bienenschädigenden Pestiziden behandelt, daher empfiehlt "die umweltberatung", biologisch produzierte Pflanzen und Samen zu kaufen oder mit FreundInnen und NachbarInnen, die auch biologisch gärtnern, zu tauschen.

Leckerbissen für Bienen
glockenblume© Margit Holzer "die umweltberatung"Im zeitigen Frühjahr sichern zum Beispiel Blaustern, Traubenhyazinthen, Krokus, und Schneeheide den Bienen das Überleben. Sie gedeihen auch im Blumenkisterl gut. Im Garten blühen Dirndlstrauch, Haselnuss und Palmkatzerl schon zeitig.

Zu den Pflanzen, die Bienen anziehen, Trockenheit sehr gut vertragen und im Balkonkisterl gut gedeihen, zählen zum Beispiel Lavendel, Mauerpfeffer, Fetthenne und Steinkraut. Blühende Küchenkräuter ziehen Bienen ebenfalls magisch an, zum Beispiel Borretsch, Salbei, Ysop, Thymian und Dost.

Unter den Zierpflanzen sind Glockenblumen, Katzenminze, Phacelia, ungefüllte Kornblumen und Malven bei den Bienen beliebt.
Quelle: Text: "die umweltberatung" Wien/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen
Das Poster Bunte Bienenweiden stellt Pflanzen vor, die Bienen Nahrung bieten. Im Poster Vielfalt der Bienen sind Wild- und Honigbienenarten abgebildet. Das Poster Bienen fördern – leicht gemacht! zeigt einfache Maßnahmen um Bienen zu fördern und enthält Bienenaufkleber als Belohnung für durchgeführte Maßnahmen. Bestellung der Poster um € 2,40 Versandkosten bei "die umweltberatung", Tel. 01 803 32 32, kostenloser Download auf www.umweltberatung.at/onlineshop.

Bezugsquellen für Biosaatgut und biologisch produzierte Jungpflanzen "Made in Austria" sind auf www.umweltberatung.at/biosaatgut zu finden.

Cover

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