Fairtrade präsentiert Absatzwachstum und neuen Klimastandard

Im Oktober stellte TransFair auf der Lebensmittelmesse Anuga den neuen Fairtrade-Klimastandard vor. Anpassen, Bekämpfen, Reduzieren, heißt der Dreiklang, den Fairtrade verfolgt. Der Klimastandard unterstützt Kleinbauern im Kampf gegen den Klimawandel und ermöglicht Partnern, Emissionen innerhalb der Fairtrade-Lieferkette zu kompensieren. Klimaschutz und Fairer Handel gehen so noch enger Hand in Hand.

Derweil zeigt das erste Halbjahr 2015 eine positive Marktentwicklung für Fairtrade-Produkte gegenüber dem Vorjahreshalbjahr. Vor allem dank Bananen stieg der Gesamtabsatz von Fairtrade-Lebensmitteln deutlich auf knapp 58.000 Tonnen – ein Plus von 39 Prozent.

Bildnachweis: TransFair e.V./Miriam ErschBildnachweis: TransFair e.V./Miriam ErschMarktentwicklung: Das erste Halbjahr 2015 ist gelb
„Die Banane erlebte eine große Absatzsteigerung von insgesamt 59 Prozent“, erläuterte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. „Neun von zehn Bio-Bananen tragen inzwischen auch das Fairtrade-Siegel. Dagegen fehlen uns nach wie vor Partner für konventionell fair angebaute Bananen.“ Der Absatz von Fairtrade-Bananen lag bei rund 35.000 Tonnen. Bananen wurden im Sommer 2014 bei Aldi fest gelistet, dadurch wird sich das Gesamtwachstum in diesem Jahr noch relativieren. „Wir erwarten für das Gesamtjahr ein Plus von wenigstens zehn Prozent“, so Overath. Im ersten Halbjahr wurden zudem rund 6.400 Tonnen fairer Kaffee verkauft; ein leichtes Minus von zwei Prozent, das durch zahlreiche Aktionen im zweiten Halbjahr aber ausgeglichen werden wird. Ein deutliches Plus von 25 Prozent auf 7,6 Mio. Liter zeigt der Absatz von Säften und Softdrinks. Durch Neuprodukte und die Rohstoffeinkäufe für das Kakaoprogramm erwartet TransFair für die zweite Jahreshälfte eine anhaltende positive Dynamik.

Neuer Fairtrade-Klimastandard
„Ob Kleinbauern in Zukunft ihre und unsere Ernährung sichern können, ist eng damit verknüpft, ob der Klimawandel ungebremst weitergeht“, sagte Overath. „Deshalb war es für Fairtrade eine logische Konsequenz, sich stärker in diesem Bereich zu engagieren. Der Klimastandard wurde gemeinsam mit „Gold Standard“ entwickelt, dem führenden Zertifizierer in diesem Bereich. Kleinbauern reduzieren CO₂ durch Klimaschutzprojekte. Diese CO₂-Reduktion ermöglicht ihnen die Teilnahme am freiwilligen Emissionshandel. Unternehmen hierzulande können durch den Kauf von Zertifikaten – den Fairtrade Carbon Credits – jene Emissionen innerhalb der Fairtrade-Lieferkette ausgleichen, die sie nicht reduzieren können.

Deutsche Post DHL Group wird erster Partner
Als erstes Unternehmen will sich die Deutsche Post DHL Group für den Fairtrade-Klimastandard qualifizieren und die CO₂-Zertifikate im Rahmen seiner GoGreen-Services für Kunden nutzen. Dabei soll das konzerneigene Klimaschutzprojekt in Lesotho, das mit effizienten Kochern bereits die Kriterien des Gold Standards erfüllt, nun auch nach dem neuen Fairtrade-Klimastandard zertifiziert werden. „Mit der Zertifizierung nach dem Fairtrade-Klimastandard wollen wir unser klimaneutrales Angebot erweitern und den positiven Beitrag für die lokale Gemeinschaft in Lesotho sichtbar machen", bestätigte Katharina Tomoff, verantwortlich für das GoGreen-Programm von Deutsche Post DHL Group.

Text: TransFair

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