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Neues NGO-Stipendium für BWL-Studenten
Zum Herbstsemester bietet der Fachbereich Wirtschaft der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn in Kooperation mit seinem neuen Praxispartner TransFair e. V. (Fairtrade Deutschland) ein neues NGO-Stipendium an. Der Stipendiat bekommt die monatlichen Studiengebühren für den sechssemestrigen Bachelorstudiengang BWL unter dem Motto „Wirtschaft neu denken“ der Hochschule erlassen und verbringt gegen ein zusätzliches Praktikumsgehalt seine Praxisphasen bei Fairtrade in Köln. Studieninteressierte können sich bis zum 26. September 2016 für das Stipendium bewerben.

Logo FairtradeLogo FairtradeFairtrade Deutschland wird neuer Praxispartner der Alanus Hochschule
„Es ist uns eine große Freude, dass wir für unsere Spezialisierung NGO-Management nun neben Germanwatch auch Fairtrade Deutschland als hochattraktiven und kompetenten Praxispartner gewonnen haben“, sagt BWL-Professor Steffen Koolmann. Der Fachbereich könne seinen Studenten nun noch weitere praxisorientierte Einblicke in den fairen Handel mit Alltagsprodukten ermöglichen. „Das ist eine enorm wichtige Erfahrung für angehende Betriebswirte, liegt doch unter anderem im fairen Handel zwischen Produzent und Konsument die Zukunft unserer Wirtschaftsgesellschaft“, so Koolmann. 

TransFair ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung des fairen Handels und die nationale Fairtrade-Organisation in Deutschland. Der „Verein zur Förderung des Fairen Handels in der ‚Einen Welt‘“ wird von 32 Verbänden und Organisationen wie Misereor, Brot für die Welt, Welthungerhilfe, Global Nature Fund und der Verbraucherinitiative getragen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für Produkte, die den internationalen Fairtrade-Standards entsprechen. TransFair e. V. ist zusammen mit Initiativen aus 25 Ländern sowie den drei Produzentennetzwerken aus Asien, Lateinamerika und Afrika Mitglied des internationalen Dachverbandes Fairtrade International e. V., der die Richtlinien für Fairtrade-zertifizierte Produkte festlegt. 

Der Studierende lernt den fairen Handel intensiv kennen
Der Stipendiat lernt anhand konkreter Projekte die abwechslungsreiche Arbeit der Fair-Handels-Organisation kennen und erhält intensive Einblicke in die Bereiche Presse-, Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit, Marketing und Key Account Management. Er begleitet Veranstaltungen mit kampagnenrelevantem Publikum und lernt das gesellschafts- und entwicklungspolitische Umfeld von Fairtrade Deutschland kennen. „Wir freuen uns, dass das Thema fairer Handel im Studium so mehr Raum bekommt“, so Dieter Overath, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. „Wir erleben in Deutschland eine sehr dynamische Marktentwicklung für Fairtrade-Produkte. Die Nachfrage und das Bewusstsein steigen. Nachhaltigkeitsthemen, soziales Wirtschaften und öko-soziale Gestaltung von Lieferketten sollten deshalb auch dringend in den Wirtschaftswissenschaften eine höhere Bedeutung bekommen.“

Gesucht werden Studenten, die sich für nachhaltiges Wirtschaften sowie politische und gesellschaftliche Zusammenhänge interessieren. Die Bewerbung soll ein aussagekräftiges Motivationsschreiben, einen Lebenslauf sowie Zeugnisse und Referenzen enthalten. Interessierte müssen sich sowohl an der Hochschule für einen Studienplatz als auch bei TransFair e.V. für einen Praxisplatz bewerben. Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren bekommen Interessierte unter http://www.alanus.edu/studium-bwl.

Hintergrund 
Der Fachbereich Wirtschaft bietet zwei dreijährige Vollzeit-Bachelorstudiengänge sowie einen berufsbegleitenden Masterstudiengang an. Das Vollzeit-Bachelorstudium und das berufsbegleitende Masterprogramm sind durch die FIBAA akkreditiert und die Abschlüsse entsprechen denen staatlicher Universitäten. Dieses Jahr feiert der Fachbereich Wirtschaft sein zehnjähriges Bestehen.
Während des dreijährigen Bachelorstudiums verbringen die Studenten insgesamt 60 Wochen bei einem Partnerunternehmen ihrer Wahl. Neben Fairtrade Deutschland gehören unter anderem die NGO Germanwatch, dm-drogerie markt, Alnatura, die GLS Bank oder Weleda zum Partnernetzwerk der Hochschule. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich ein eigenes Praxisunternehmen zu suchen. Alternativ ist auch ein Studium ohne Praxisphasen möglich.

Über die Alanus Hochschule
Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft ist eine staatlich anerkannte Kunsthochschule in Alfter bei Bonn. Wichtiger Teil des Konzepts der Hochschule ist die Begegnung von Kunst und Wissenschaft. Sie vereinigt unter ihrem Dach Studiengänge aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Schauspiel, Eurythmie, Kunsttherapie, Pädagogik und Betriebswirtschaftslehre. Der Blick über den Tellerrand des eigenen Studienfachs ist ein wesentlicher Teil des Bildungskonzepts der Alanus Hochschule. Alle Studenten besuchen das fach- und jahrgangsübergreifende „Studium Generale“. Zu den konkreten Disziplinen des kulturwissenschaftlichen Ergänzungsstudiums gehören unter anderem Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Philosophie- und Kulturgeschichte sowie Kunstwissenschaft. Zurzeit sind rund 1400 Studenten eingeschrieben, die von etwa 70 Professoren betreut werden. Alle Abschlüsse der Alanus Hochschule sind staatlich anerkannt.

Weitere Informationen:http://www.alanus.edu

Text: Dr. Julia Wedel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Bilder: pixabay

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Bonn/Berlin - Die kürzlich von SÜDWIND und INKOTA vorgelegte Studie zu Arbeitsbedingungen in der chinesischen Schuhproduktion lenkt den Blick nach China, dem Land mit der weltweit mit Abstand größten Schuhproduktion. Allein 2014 produzierte China über 15,7 Mrd. Paar Schuhe.

SchuheAuf der Grundlage einer Befragung von Beschäftigten aus drei Schuhfabriken in der chinesischen Küstenprovinz Guangdong, die vom SÜDWIND-Partner Globalization Monitor Ende 2015 durchgeführt wurde, zeichnet die Studie ein erschreckendes Bild der Arbeitswelt in der Schuhproduktion und gibt wieder, wie es um Arbeitsrechte in der chinesischen Schuhindustrie derzeit bestellt ist.

„Die befragten Beschäftigten der Zulieferfabriken europäischer Marken wie z.B. Adidas, Clarks und ECCO berichten von zu niedrigen Löhnen, unfreiwilligen Überstunden, mangelndem Schutz vor Gesundheits- und Sicherheitsrisiken, dem Einsatz von staatlicher Gewalt, um Streiks zu unterdrücken, nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen und zu geringen Abfindungszahlungen bei Entlassungen“, erläutert Anton Pieper/SÜDWIND, einer der Autoren der Studie.

Arbeitsrechtsverletzungen in der chinesischen Leder- und Schuhindustrie sind demnach noch immer ein häufiges Phänomen.

„Dabei verfügt China, gerade im Vergleich zu anderen wichtigen Produktionsländern, über eine fortschrittliche Arbeitsgesetzgebung, die ArbeiterInnen auf dem Papier viel Schutz gewährt, auch wenn grundlegende Rechte wie Versammlungs- und Gewerkschaftsfreiheit nach wie vor kaum Berücksichtigung finden“, so Pieper weiter. „Zudem haben heutzutage die meisten großen Schuhunternehmen Verhaltenskodizes, die dazu beitragen sollen, Arbeitsrechtsverletzungen in Zulieferbetrieben einzudämmen.“

In der Vergangenheit wurden die enormen Wachstumszahlen der Branche unter Missachtung international anerkannter Standards wie bspw. den ILO-Kernarbeitsnormen erreicht. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, formuliert international geltende Arbeits- und Sozialstandards, die dafür sorgen sollen, dass Arbeitsbedingungen weltweit menschenwürdig sind. China hat viele dieser ILO-Übereinkommen nicht ratifiziert - die Unterdrückung der ArbeiterInnenschaft besteht weiterhin, Arbeitskämpfe werden nach wie vor häufig gewaltsam beendet.

CoverNiedrige Löhnen, unfreiwillige Überstunden, mangelnder Schutz vor Gesundheits- und Sicherheitsrisiken – diese Missstände sind in der Wertschöpfungskette von Schuhen weit verbreitet. Die vorliegende Studie untersucht die Arbeitsbedingungen in chinesischen Zulieferbetrieben, die für europäische Markenunternehmen produzieren.
Die Studie kann hier bestellt werden oder steht ab sofort hier zum Download bereit.


Zur Kampagne: 
„Change Your Shoes“ ist eine Initiative von 18 Menschenrechts- und Arbeitsrechtsorganisationen, die sich für eine nachhaltige und ethische Schuhlieferkette einsetzen. Indem die Kampagne die KonsumentInnen für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisiert, Lobbyarbeit bei PolitikerInnen und Labelorganisationen leistet und Unternehmen drängt ihre Sorgfaltspflichten wahrzunehmen, zielt die Kampagne darauf ab, die sozialen und ökologischen Bedingungen in der Schuh- und Lederindustrie zu verbessern.

Die Kampagne „Change Your Shoes“wird von der Europäischen Union finanziell unterstützt sowie von Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch Brot für die Welt und von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt sind allein die Herausgebenden verantwortlich.
Quelle: Text: Südwind/Bilder: Pixabay

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Als eine der ersten Universitäten in Deutschland darf sich die Leuphana Universität Lüneburg jetzt „Fairtrade-University“ nennen. Dieses Gütesiegel wird von TransFair Deutschland e.V. nach einer erfolgreichen Bewerbung verliehen. Es kennzeichnet Hochschulen, die das Thema fairer Handel in die Lehre integrieren, in öffentlichen Veranstaltungen behandeln und den Hochschulmitgliedern fair gehandelte Produkte anbieten. Universitäts-Präsident Sascha Spoun freut sich über die Auszeichnung: „Sie stellt eine wertvolle Ergänzung unserer zahlreichen Initiativen und  Anstrengungen in Sachen Nachhaltigkeit dar." 

        

Hochschulen in Deutschland können sich seit dem Sommersemester 2014 mit ihrem Engagement für den fairen Handel um den Titel Fairtrade-University bewerben. Außer der Leuphana haben dies zum Beispiel die Universität Rostock und die Universität des Saarlandes mit Erfolg getan. Die Leuphana erfüllt aber nicht nur alle Kriterien für die Auszeichnung. Studierende der Universität haben das Thema längst durch eigene Unternehmensgründungen mit Leben erfüllt: Mit „Lünebohne“ haben sie fair gehandelten Kaffee, Espresso und Kakao für Lüneburg auf den Markt gebracht. Und die studentische Gründung mela wear vertreibt 100% Fairtrade- und biozertifizierte Kleidung sowie den weltweit ersten Fairtrade-Rucksack.


Mit der aktuellen Auszeichnung hat die Leuphana in Sachen Fairtrade jetzt mit der Hansestadt Lüneburg gleichgezogen. Die ist bereits seit Oktober 2012 eine von inzwischen knapp 400 Fairtradetowns in Deutschland.

Text: Henning Zuehlsdorff Pressestelle Leuphana Universität Lüneburg    Bilder : pixabay

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Viele Verbraucher sind der Meinung, dass die Leistungen der Landwirte in der Lebensmittelproduktion unfair entlohnt werden. In einer Studie des Lehrstuhls „Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte“ der Universität Göttingen sollten sie einschätzen, wieviel ein Landwirt bei den heutigen Preisen im Einzelhandel für Backwaren, Fleisch und Milch verdient. Zugleich sollten die Verbraucher angeben, welche Preise sie für angemessen halten würden. „Die Ergebnisse zeigen, dass viele Verbraucher in einer fairen Welt den Landwirten einen höheren Anteil zusprechen würden als den, der heute gezahlt wird“, so Hauptautorin Gesa Busch. 

Verbraucher wollen faire Preise für Milch, Fleisch und Backwaren
Das gilt vor allem für die Milchpreise. Der Lebensmitteleinzelhandel hingegen sollte nach Verbrauchermeinung bei allen Produkten Anteile abgeben. Beeinflusst wird die Höhe des erwünschten fairen Anteils unter anderem dadurch, wie die Verbraucher das Verhältnis von Erlös zu Arbeitsaufwand der Landwirte und deren Investitionen einschätzen. Je mehr die Verbraucher hier ein Missverhältnis vermuten, desto höhere Erlösanteile würden sie den Landwirten in einer gerechten Welt zuteilen. Auch nicht-monetäre Werte, wie eine gerechte Behandlung der Landwirte durch die Gesellschaft und die Abnehmer haben aus Sicht der Verbraucher einen Einfluss auf eine faire Verteilung. Ebenso spielt eine Rolle, dass die Landwirtschaft als relativ machtlos wahrgenommen wird.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass viele Verbraucher die Position der Landwirte gestärkt sehen möchten. Co- Autor Prof. Dr. Achim Spiller weist darauf hin, dass die Befragung bereits vor der aktuellen Preiskrise für Milch und Fleisch durchgeführt wurde. „Auch wenn eine Stärkung der Landwirte aus politischer Sicht schwierig umzusetzen ist, so verdeutlicht die Studie doch ein grundsätzliches Wohlwollen der Gesellschaft für die Landwirtschaft“, sagt er. „Es gibt wahrscheinlich keine andere Warengruppe, bei der die Verbraucher ein so deutliches Störgefühl bei den heutigen Preisen haben.“ Mit höheren Erzeugeranteilen würde sowohl den Landwirten in Zeiten niedriger Weltmarktpreise geholfen, als auch den Anforderungen vieler Verbraucher besser entsprochen. So können Verbraucher in Schweden zum Beispiel im Geschäft entscheiden, ob sie einen freiwilligen Aufschlag von etwa 10 Cent für die Bauern bezahlen möchten: Zwei Drittel der Verbraucher zahlen den Aufschlag.

Originalveröffentlichung: Busch, Gesa & Spiller, Achim (2016). Farmer share and fair distribution in food chains from a consumer’s perspective. In: Journal of Economic Psychology. doi: 10.1016/j.joep.2016.03.007. 
Text: Romas Bielke Öffentlichkeitsarbeit Georg-August-Universität Göttingen, Bilder: pixabay,   vielen Dank    

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Der Trend geht zum nachhaltigen Schoko-Osterhasen/Jeder zweite Schokolade-Hase trägt mittlerweile Gütesiegel - zwei Drittel beinhalten aber Pestizid-Rückstände

Wien - 31 Schokolade-Osterhasen aus österreichischen Supermärkten wurden von Südwind und GLOBAL 2000 in Österreich beim Osterhasen-Check 2017 auf ihre ökologische und soziale Qualität getestet.

SchokohaseTestsieger wurden die Hasen „Biologische Milchschokolade dekoriert“ (EZA-Fairer Handel), „Natur aktiv Bio Confiserie Osterhase“ (Hofer) und „Swiss Confisa Franz“ (Chocolats Halba). Zehn der Schoko-Bunnies wurden, aufgrund der prekären Umwelt- und Produktionsbedingungen im Kakaoanbau, als sozial und ökologisch bedenklich eingestuft.

Nachhaltige Hasen im Trend
„Nach dem Osterhasen-Check im Vorjahr und einer breit unterstützten Petition ist das Angebot von sozial und ökologisch zertifizierten Schokolade-Osterhasen stark gewachsen. Vor allem die Eigenmarken-Hasen der Supermärkte tragen zunehmend Gütesiegel“, freut sich die Kakao-Expertin Caroline Sommeregger von Südwind über den Erfolg der Initiative von GLOBAL 2000 und Südwind. Während im Vorjahr nur ein Testsieger sowohl im sozialen als auch ökologischen Bereich mit „grün“ ausgezeichnet werden konnte, gibt es beim Osterhasen-Check 2017 drei Testsieger mit dieser Bewertung. Nur noch ein Drittel der Hasen – 2016 waren es über die Hälfte – wurde mit „rot“ aufgrund fehlender Zertifizierungen gekennzeichnet.

Anstrengende und gefährliche Arbeit für Kinder
Kakao in GhanaKind hilft auf der Farm der Eltern beim Trocknen der Bohnen, Ghana © Südwind/Christina SchröderDurchschnittlich neun Kilogramm Schokolade isst jede/r ÖsterreicherIn im Jahr – einen nicht unwesentlichen Teil davon in Hasenform. „Viele Österreicherinnen und Österreicher freuen sich schon auf den süßen Geschmack der Schokolade-Osterhasen. Viele dieser Schokolade-Tierchen haben jedoch einen bitteren Beigeschmack“, erklärt Caroline Sommeregger von der Menschenrechtsorganisation Südwind. Mehr als die Hälfte der weltweit verfügbaren Kakaobohnen werden in der Elfenbeinküste, in Ghana und in Indonesien produziert. In Ghana verdienen KakaobäuerInnen rund 80 Cent am Tag, in der Elfenbeinküste rund 50 Cent. Über zwei Millionen Kinder arbeiten in dieser Region unter missbräuchlichen Bedingungen im Kakaoanbau. „Der Gewinn für die Bauern und Bäuerinnen ist so gering, dass sie keine Landarbeiter bezahlen können. So müssen die eigenen oder fremde Kinder die anstrengende und gefährliche Arbeit erledigen“, beschreibt Sommeregger die Situation in Ghana und der Elfenbeinküste und sie empfiehlt: „Um Kinderarbeit auszuschließen und ein faires Einkommen für die Produzentinnen und Produzenten sicherzustellen, sollten wir beim Kauf von Osterhasen auf das FAIRTRADE-Siegel achten.“

Hoher Einsatz von Pestiziden

Osterhasen31 Osterhasen aus österreichischen Supermärkten wurden bewertet © Südwind
In 22 der 31 getesteten Schokolade-Osterhasen konnten Pestizide nachgewiesen werden – bis zu fünf verschiedene in einem Hasen. „Die nachgewiesenen Pestizid-Rückstände in den Osterhasen deuten auf einen massiven Einsatz von Pestiziden in der Produktion hin – mit enormen negativen Folgen für die Gesundheit der Arbeiter und Arbeiterinnen und für die Umwelt“, erklärt Martin Wildenberg, Nachhaltigkeits-Experte der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. Die festgestellten Mengen in den Schokolade-Hasen bergen jedoch keine direkten Gesundheitsrisiken für die KonsumentInnen. Einige der Chemikalien (wie z.B. Chlorpyrifos, Cypermethrin, Deltamethrin und Permethrin) sind allerdings hormonell wirksam und entfalten ihre Wirkung auch in kleinsten Mengen. Darüber hinaus ist über das Zusammenwirken der verschiedenen Pestizide als „Cocktail” nur wenig bekannt. „Mein Tipp ist, beim Einkauf auf das EU-Bio-Siegel am besten in Kombination mit dem FAIRTRADE Gütesiegel zu achten. Der Bio-Anbau verbietet die Verwendung von Pestiziden und Bauern und Bäuerinnen können dank wachsender Nachfrage einen höheren Preis für ihre Bio-Produkte erzielen“, so Wildenberg.

Bewertungskriterien
Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und die Menschenrechtsorganisation Südwind haben 31 Schokolade-Osterhasen auf Pestizid-Rückstände getestet und basierend auf unabhängigen Gütesiegeln – dem FAIRTRADE-Siegel, dem UTZ-Siegel und dem EU-Bio-Siegel – die soziale und ökologische Qualität bewertet. Unternehmenseigene Nachhaltigkeitsinitiativen der Schokolade-Anbieter wurden in diesem Test nicht berücksichtigt, da sie auch für die KonsumentInnen nicht am Produkt nachvollziehbar sind. „Nachhaltigkeitsinitiativen von Unternehmen sind begrüßenswert, sie sind aber kein Ersatz für unabhängige Kontrollen“, erklärt Sommeregger das Vorgehen bei der Bewertung.

Das Fairtrade-Siegel
fairtradeDas Fairtrade-Siegel steht für bessere soziale Bedingungen, verbietet ausbeuterische Kinderarbeit und den Einsatz einiger Chemikalien und unterstützt eine nachhaltige Produktion. Anders als UTZ und Rainforest Alliance sichert es Mindestpreise und zahlt Prämien zur Förderung von Gemeinschaftsprojekten. Die Fairtrade-Sozialstandards gelten gemeinhin als strenger als die der beiden vorgenannten Siegel. Für Mischprodukte mit dem Fairtrade-Siegel gilt: Alle Zutaten, die es Fairtrade-zertifiziert gibt, müssen auch vollständig nach Fairtrade-Standards gehandelt worden sein (zum Beispiel: Schokolade: Kakao, Zucker, Vanille). Der Fairtrade-Gesamtanteil am Endprodukt muss mindestens 20 Prozent betragen.

UTZ Certified
UTZ
UTZ setzt vor allem auf Rückverfolgbarkeit, zu den Kriterien gehören sowohl Sozial- als auch Umwelt-Bedingungen, etwa maßvoller Umgang mit Düngemitteln und Pestiziden (Bio-Strenge erreicht das nicht), Unterkünfte und medizinische Versorgung für Plantagenarbeiter und auch die Vermeidung von Kinderarbeit durch Mindestalter gemäß ILO-Konventionen. Die Teilnahme ist für Landwirte kostenlos, UTZ zahlt Ernteprämien, aber keinen Mindestpreis. Um als Schokolade das Siegel zu erhalten, müssen seit 2014 90 Prozent des enthaltenen Kakaos UTZ-zertifiziert sein.

Das Bio-EU-Siegel 
Siegelsetzt zwar keine sozialen Standards, berücksichtigt aber nachhaltige Aspekte (Dünger, Schädlingsbekämpfung, Fruchtwechsel). Mindestens 95% der Inhaltsstoffe kommen aus kontrolliert ökologischem Anbau (aufs Sternchen bei Zutaten wie Kakaobutter und Kakaomasse achten!). Weil Bio zahlreiche Pestizide verbietet, haben am Ende auch die Arbeiter vor Ort etwas davon.

Südwind und GLOBAL 2000 rufen den Handel auf, ausschließlich Schokolade-Osterhasen aus zertifizierter Produktion anzubieten.

20 Schokoladen-Osterhasen aus deutschen Supermärkten wurden von der Christlichen Initiative Romero (CIR) 2016 beim Osterhasen-Check auf ihre ökologische und soziale Qualität getestet. Testsieger wurde der Hase von Schönenberger.
Vier Schoko-Hasen konnten entweder aufgrund ihrer sozialen oder ökologischen Verträglichkeit positiv, also mit grün bewertet werden. Über die Hälfte (11) der Schoko-Bunnies wurde, aufgrund der prekären Umwelt- und Produktionsbedingungen im Kakaoanbau, als sozial und ökologisch bedenklich eingestuft.

Durchschnittlich fast zehn Kilogramm Schokolade isst jeder Deutsche im Jahr - einen nicht unwesentlichen Teil davon in Hasenform. 

Die Christliche Initiative Romero (CIR) setzt sich seit 1981 für Arbeits- und Menschenrechte in Ländern Mittelamerikas ein. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Unterstützung von Basisbewegungen im Süden, sowie die Kampagnen- und Bildungsarbeit in Deutschland. Vor dem Hintergrund der globalisierten Wirtschaft engagiert sich die CIR seit langem für faire Lieferketten von europäischen Supermärkten, derzeit als Leiterin der Kampagne SUPPLY CHA!NGE.
Quelle: Text: PM Südwind, CIR, lin/Bilder: Südwind/Pixabay

Hintergrundinformationen
Download Osterhasen-Check Österreich 2017 hier. Die deutsche Check-Version gibt es hier.

SchokoladeLesen Sie dazu: Süße Versuchung mit bitterer Note

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Fairtrade präsentiert Absatzwachstum und neuen Klimastandard

Im Oktober stellte TransFair auf der Lebensmittelmesse Anuga den neuen Fairtrade-Klimastandard vor. Anpassen, Bekämpfen, Reduzieren, heißt der Dreiklang, den Fairtrade verfolgt. Der Klimastandard unterstützt Kleinbauern im Kampf gegen den Klimawandel und ermöglicht Partnern, Emissionen innerhalb der Fairtrade-Lieferkette zu kompensieren. Klimaschutz und Fairer Handel gehen so noch enger Hand in Hand.

Derweil zeigt das erste Halbjahr 2015 eine positive Marktentwicklung für Fairtrade-Produkte gegenüber dem Vorjahreshalbjahr. Vor allem dank Bananen stieg der Gesamtabsatz von Fairtrade-Lebensmitteln deutlich auf knapp 58.000 Tonnen – ein Plus von 39 Prozent.

Bildnachweis: TransFair e.V./Miriam ErschBildnachweis: TransFair e.V./Miriam ErschMarktentwicklung: Das erste Halbjahr 2015 ist gelb
„Die Banane erlebte eine große Absatzsteigerung von insgesamt 59 Prozent“, erläuterte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. „Neun von zehn Bio-Bananen tragen inzwischen auch das Fairtrade-Siegel. Dagegen fehlen uns nach wie vor Partner für konventionell fair angebaute Bananen.“ Der Absatz von Fairtrade-Bananen lag bei rund 35.000 Tonnen. Bananen wurden im Sommer 2014 bei Aldi fest gelistet, dadurch wird sich das Gesamtwachstum in diesem Jahr noch relativieren. „Wir erwarten für das Gesamtjahr ein Plus von wenigstens zehn Prozent“, so Overath. Im ersten Halbjahr wurden zudem rund 6.400 Tonnen fairer Kaffee verkauft; ein leichtes Minus von zwei Prozent, das durch zahlreiche Aktionen im zweiten Halbjahr aber ausgeglichen werden wird. Ein deutliches Plus von 25 Prozent auf 7,6 Mio. Liter zeigt der Absatz von Säften und Softdrinks. Durch Neuprodukte und die Rohstoffeinkäufe für das Kakaoprogramm erwartet TransFair für die zweite Jahreshälfte eine anhaltende positive Dynamik.

Neuer Fairtrade-Klimastandard
„Ob Kleinbauern in Zukunft ihre und unsere Ernährung sichern können, ist eng damit verknüpft, ob der Klimawandel ungebremst weitergeht“, sagte Overath. „Deshalb war es für Fairtrade eine logische Konsequenz, sich stärker in diesem Bereich zu engagieren. Der Klimastandard wurde gemeinsam mit „Gold Standard“ entwickelt, dem führenden Zertifizierer in diesem Bereich. Kleinbauern reduzieren CO₂ durch Klimaschutzprojekte. Diese CO₂-Reduktion ermöglicht ihnen die Teilnahme am freiwilligen Emissionshandel. Unternehmen hierzulande können durch den Kauf von Zertifikaten – den Fairtrade Carbon Credits – jene Emissionen innerhalb der Fairtrade-Lieferkette ausgleichen, die sie nicht reduzieren können.

Deutsche Post DHL Group wird erster Partner
Als erstes Unternehmen will sich die Deutsche Post DHL Group für den Fairtrade-Klimastandard qualifizieren und die CO₂-Zertifikate im Rahmen seiner GoGreen-Services für Kunden nutzen. Dabei soll das konzerneigene Klimaschutzprojekt in Lesotho, das mit effizienten Kochern bereits die Kriterien des Gold Standards erfüllt, nun auch nach dem neuen Fairtrade-Klimastandard zertifiziert werden. „Mit der Zertifizierung nach dem Fairtrade-Klimastandard wollen wir unser klimaneutrales Angebot erweitern und den positiven Beitrag für die lokale Gemeinschaft in Lesotho sichtbar machen", bestätigte Katharina Tomoff, verantwortlich für das GoGreen-Programm von Deutsche Post DHL Group.

Text: TransFair

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