Cover von Ökotstest, MärzausgabeSind Obstsalate zum Mitnehmen praktische Vitaminbomben oder eklige Keimschleudern? Dieser Frage ist das ÖKO-TEST-Magazin in der aktuellen März-Ausgabe nachgegangen. 

Auf dem Weg zur Arbeit in der S-Bahn noch schnell mit einer kleinen Dose Obst die tägliche Vitaminzufuhr sichern - da kommt so ein Obstsalat to go am Bahnhof oder im Supermarkt gerade recht. Die Plastikgabel wird gleich mitgeliefert, praktischer könnte die gesunde Zwischenmahlzeit also kaum sein. Die Läden, die täglich "frisches Obst" anpreisen, sind mittlerweile an jedem Bahnhof zu finden. Doch wie frisch ist das Obst in den Plastikbechern wirklich? Und hält der Obstsalat to go dem Vergleich mit einem selbst gemachten stand? Ist er genauso frisch?

Die Antwort lautet: Nein. Zwölf Obstsalate zum Mitnehmen wurden ins Labor geschickt. Zwei der Proben waren so verdorben, dass laut Magazin die Sensoriker sie gar nicht mehr probieren wollten. Immerhin: Drei Produkte schneiden "sehr gut" ab. Das Resümee der Tester: Obst to go enthält weniger Vitamine, ist teilweise vergammelt und dreimal so teuer wie selbst gemachter Obstsalat.

ObstsalatÄrgerlich: Der Obstsalat von Coffee Fellows sah unappetitlich aus und war nur halb gefüllt.Denn mit dem Schälen und Schnippeln beginnt die Verkeimung und quasi ein Wettlauf mit der Zeit. Während aller Verarbeitungsschritte können unerwünschte Keime ins Obst gelangen: beim Anbau, Waschen, Schälen, Schneiden und Verpacken. Die Hersteller garantieren oft vier Tage Haltbarkeit, während der sich die Keime vermehren, insbesondere wenn die Salate nicht durchgehend gut genug gekühlt werden. Und wenn ein Salat vier Tage lang stand, kann er nicht mehr so frisch sein wie ein selbst gemachter. Für gewöhnlich werden die Obstsalate nur gekühlt angeboten, weil das den Prozess der Verkeimung reduziert. Sollte das einmal nicht der Fall sein, lassen Sie besser die Finger von dem Becher.

Außerdem ein Zeichen für mangelnde Frische: Wenn sich unten im Becher schon viel Flüssigkeit gesammelt hat, steht er bereits länger. Wenn die Flüssigkeit sogar Blasen wirft, ist das ein Zeichen für den beginnenden Verderb. Besonders schnell verderben Früchte mit einem geringen Säuregehalt: Melonen zum Beispiel, die in fast jedem der untersuchten Becher stecken. 

Einige Produkte im Test waren so verdorben, dass die geschulten Sensoriker sie gar nicht mehr probieren wollten. Zudem sind viele auch wahre Keimschleudern: Mit Ausnahme von einem Produkt überschritt jede Marke zumindest einen Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) für Hefen und Schimmelpilze. Bei den Enterobakterien – das sind Keime, die bei empfindlichen Personengruppen zu Magen-Darm-Beschwerden führen können – hat das Labor in manchen Proben sogar Werte über dem Warnwert der DGHM gemessen.

Das Verbrauchermagazin hat zudem den Gehalt an Vitamin C messen lassen. Denn Obst verliert, nachdem es aufgeschnitten wird, Vitamine. 

ÖKO-TEST empfiehlt, die Obstsalate besser selber zu machen. Denn die sind nicht nur frischer und gesünder, sondern auch erheblich billiger: Die Produkte to go kosten das Doppelte bis Dreifache.
Quelle: Text: Ökotest/Bilder: Pixabay

Das ÖKO-TEST-Magazin März 2016 gibt es seit dem 25. Februar 2016 im Zeitschriftenhandel. Mehr dazu auch im Internet!

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