Tonnen von Lebensmitteln landen jährlich hierzulande auf dem Müll.
Während nach wie vor der Endverbraucher der Hauptverursacher ist, schaffen es eigenwillig geformte Kartoffeln, krumme Gurken oder Obst mit Flecken nicht einmal in ein Verkausregal.
Vor einigen Jahren sorgte die französische Supermarktkette für Intermarché mit dem Abverkauf von „Inglorious Fruit“ für Furore. Der „groteske Apfel“ oder die „unförmige“ Aubergine wandern seitdem vielfach in die Einkaufskörbe der Kunden. Eine Erfolgsgeschichte.

Im April 2016 hat der Discounter Penny damit begonnen, Gemüse anzubieten, das nicht den gängigen „Schönheitsidealen“ entspricht.
Zeit für uns, bei Andreas Krämer, Pressesprecher der REWE GROUP, nachzufragen, inwieweit sich das Angebot für den Händler gerechnet hat.

Kartoffeln, nicht gerade "Germanys next Topmodel" bei PENNYKartoffeln, nicht gerade "Germanys next Topmodel" bei PENNYSeit April 2016 gibt es in den Penny-Filialen „nicht genormtes Gemüse“ zu kaufen. Wie wurde das Angebot von den Kunden angenommen?

Die Bilanz der Naturgut Bio-Helden fällt durchweg positiv aus: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die verkaufte Menge – auch aufgrund intensiven Marketings – um insgesamt mehr als 12 Prozent. Absolute Lieblinge der Kunden sind Bio-Cherry-Tomaten (+66%) gefolgt von Bio-Gurken (+60%), Bio-Paprika (+54%) und schließlich Bio-Rispen-Tomaten (+46%).

Was sagen Ihre Lieferanten zu den vereinfachten Lieferbedingungen?

Die Bewertung teilen auch Erzeuger wie die Marktgenossenschaft der Naturland-Bauern: „Mit den Naturgut Bio-Helden kommen wir dem Ziel, ganzjährig heimische Bio-Kartoffeln vermarkten zu können, einen großen Schritt näher. Immer wieder bildet sich während der Lagerung Silberschorf. Der ist zwar gesundheitlich völlig unbedenklich, führte aber in der Vergangenheit dazu, dass Ware aussortiert werden musste.“ Auch die Möhre profitiere von dem erweiterten Vermarktungsspielraum. Oder: Jose Tienda von Campina Verde schätzt, dass rund zehn Prozent mehr Zitrusfrüchte vermarktet werden: „Vor allem Freilandware und die Verna-Zitrone, eine Sommersorte, profitieren deutlich von dem Konzept. Wir können mehr und länger vermarkten.“ 

Werden Sie in Zukunft Ihr Sortiment mit „unperfekten Nahrungsmitteln“ erweitern?

Wir haben die Anzahl der Naturgut Bio-Helden bereits erhöht.

Übersicht der Naturgut Bio-Helden (Stand JANUAR 2017):
Orangen, Zitronen, Kiwi, Äpfel, Bananen, Speisekartoffeln, Zwiebeln, Karotten, Gurken, Rispentomaten, Cherrytomaten, Paprika, rot, Paprika Mix, Champignons (regional), Baby-Kartoffeln (regional), Spargel (ab Saison 2017), Avocado,Trauben (während der Europa-Saison)

Herr Krämer, danke für das Gespräch.

Das Interview führte Florian Simon Eiler.

Bilder: REWE GROUP, Bild unten: pixabay

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