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Bitterstoffe des Löwenzahns, Blumenwiese mit Löwenzahn

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Medizin muss bitter schmecken, sonst nützt sie nix". Wer kennt nicht den berühmten Satz aus dem Film "Die Feuerzangenbowle"! Und wer erinnert sich nicht an dieses unerfreuliche Geschmackserlebnis aus Kindertagen. Denn Kinder empfinden "bitter" besonders intensiv. Sie haben hierfür deutlich mehr Geschmacksknospen als Erwachsene. Aber auch viele Erwachsene meiden Bitteres. Sie bevorzugen süße, salzige oder scharfe Geschmackseindrücke. Doch Bitterstoffe tun Körper und Seele gut. Auf verschiedene Weise können sie unser Wohlbefinden steigern. Wir sollten uns also nicht abschrecken lassen und uns ab und zu diese kleine sinnliche Herausforderung gönnen.

Bitterstoffe als Medizin
Bitterstoffe sind eine Wohltat für den ganzen Organismus. Kaum im Mund regen sie schon die Speichelsekretion an. Auch der Saftfluss von Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse kommt durch bittere Geschmacksnoten in Schwung. Bitterstoffe wie Intybin in Chicoree oder Cynarin in der Artischocke beschleunigen die Magenentleerung und stimulieren den Darm. Noch dazu unterstützen sie durch die vermehrte Bildung von Leukozyten unser Immunsystem. Außerdem begünstigen Bitterstoffe die Resorption von Eisen und Vitamin B12 und regen damit die Blutbildung an. Aber sie können noch mehr: Ihre antriebs- und energiesteigernde Wirkung hilft müden und unkonzentrierten Menschen auf die Sprünge. Sogar bei schlechter Stimmung – und selbst bei Depressionen – können Bitterstoffe hilfreich sein.

Pflanzen haben verschiedene Bitterwerte
Viele Wildkräuter und Heilpflanzen enthalten Bitterstoffe. Die Pflanze bildet sie, damit Kuh und Co. sie nicht fressen, quasi als Überlebensstrategie. Wie stark bitter eine Pflanze schmeckt, lässt sich am Bitterwert erkennen. Ein Bitterwert von 10.000 bedeutet beispielsweise, dass ein Extrakt von einem Gramm getrocknetem Pflanzenkraut (Droge) in 10.000 Millilitern Wasser gerade noch bitter schmeckt. Der Gehalt an Bitterstoffen variiert von Pflanze zu Pflanze. Zu den Vertretern mit niedrigem Bitterwert gehören Löwenzahn (100) und Wegwarte (800). Schafgarbe besitzt einen Bitterwert von 3.000, Artischocke 10.000 und Wermut bis zu 20.000. Spitzenreiter unter den Bitterstoffpflanzen ist der Gelbe Enzian mit einem Bitterwert von 30.000.

Die Wurzeln des Löwenzahn sind besonders bitterDie Wurzeln des Löwenzahn sind besonders bitterDie Wiesenapotheke – ein Geschenk aus der Natur
Schon bei einem Spaziergang in die Natur können wir uns die heilsame Kraft heimischer Wildkräuter zu eigen machen – botanische Kenntnisse und Sammelkorb vorausgesetzt. Naturbelassene Wiesen und Gärten sind wahre Fundgruben für diese Kostbarkeiten. Bereits früh im Jahr macht der Löwenzahn mit seinem leuchtenden Gelb auf sich aufmerksam. Löwenzahnwurzeln sind im Frühjahr besonders reich an Bitterstoffen, die jungen Blätter dagegen noch recht mild. Ab Ende Mai ist die Schafgarbe mit ihren cremeweißen Blütendolden nicht zu übersehen. Die wertvollen Bitterstoffe befinden sich hier vor allem im Kraut. Später lädt die Wegwarte mit ihren himmelblauen Blüten zum Sammeln ein. Ob Wurzeln, Blätter oder Blüten – das kleingeschnittene Sammelgut eignet sich bestens zum Würzen von Salaten und Soßen.

Großes Kräuterangebot in Bioqualität
Ähnlich wie Wildkräuter müssen Biopflanzen sich aus eigener Kraft davor schützen, gefressen zu werden. Denn im ökologischen Anbau kommen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Beispielsweise weiß man von Akazien, dass sie als Fraßschutz verstärkt Bitterstoffe bilden. Vermutlich trifft das auch auf viele Biokräuter zu. Diese besonders heilkräftigen Pflanzen können wir im Garten oder auf dem Balkon beherbergen. Immer mehr Gärtnereien bieten eine große Vielfalt an Kräutern in Bioqualität an. Von A wie Artischocke bis Z wie Zwergysop – hier bleibt kein Kräuterwunsch offen.

Darüber hinaus steht uns die heilkräftige Bitterwirkung der Pflanzen auch in Form von Frischpflanzenpresssäften oder Tinkturen – Kräuterauszüge mit Alkohol – zur Verfügung.

Bitter mit Bedacht genießen
Bitterstoffe, gezielt eingesetzt zum Appetitanregen oder für die Verdauung, werden idealerweise eine halbe Stunde vor dem Essen eingenommen. So werden Speichelfluss und andere Verdauungssäfte optimal angeregt. Auf die Beigabe von Süßungsmitteln sollte man zugunsten der Bitterwirkung verzichten. Eine Ausnahme ist Süßholz – es mildert den bitteren Geschmack ohne die Bitterwirkung zu verändern. Viel hilft viel – dies trifft keineswegs auf Bitterstoffe zu! Bereits wenige Tropfen einer Kräutertinktur führen zur erwünschten Wirkung. Alternativ kann man auch auf einem Blättchen Wermut aus dem Garten kauen.

Bitterstoffe im Biogemüse
Auch im Gemüse, etwa in der Endivie, stecken von Natur aus viele Bitterstoffe. Da bitter unbeliebt ist, haben die Pflanzenzüchterinnen und Pflanzenzüchter den Bittergeschmack leider aus unseren Nahrungspflanzen weitgehend herausgezüchtet. Auch aus der einst bitteren Zucchini wurde eine bitterstofffreie Kulturform entwickelt – dies aber aus gutem Grund: Cucurbitacin, der betreffende Inhaltsstoff der Zucchini, kann sogar tödlich sein. Unter bestimmten Bedingungen kann er sich wieder in die Zucchinifrüchte einschleichen. Hierzu gehört Stress durch Hitze, Trockenheit oder starke Regenfälle während der Vegetationszeit. Außerdem ist bei der Weiterverwendung der Samen aus eigenem Zucchinianbau Vorsicht geboten. Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass kein artverwandter Zierkürbis in der Nähe der Zucchini wächst. Denn auch Zierkürbis enthält Cucurbitacin und könnte durch Befruchtung der Zucchini das lebensgefährliche Gift wieder übertragen.

Text: okolandbau.de, Bilder: pixabay

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Gänseblümchen auf dem Tisch

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Essbare Blüten verzieren nicht die Tafel, sondern verleihen den Speisen eine besondere Note. Außerdem schmecken sie lecker und sind gesund. Sie kommen im Sommer frisch auf den Tisch, lassen sich aber auch kandiert oder als Nektar konservieren. 

Essbare Blüten in der Restaurantküche
Blüten zu essen, hat eine lange Tradition: Unsere Vorfahren haben Rosenblüten zu Sirup und Marmelade oder Konfekt verarbeitet. Kandierte Veilchenblüten waren eine begehrte Leckerei. Dufte Holunderblüten versüßten den Pfannkuchen und Co. Und was wäre die Maibowle ohne Waldmeister? Doch in der heutigen Küche führen die Blüten ein Mauerblümchendasein. Nur in einigen der veganen Biorestaurants haben sie bereits Wurzeln geschlagen. 

Bunter Blütensalat frisch auf den Tisch   Foto: Adelheid AndruschkewitschBunter Blütensalat frisch auf den Tisch Foto: Adelheid AndruschkewitschBeim Restaurant Rose im baden-württembergischen Eschenau ist der Blütenname Programm: "Wir verwenden schon seit vielen Jahren Blüten. Inspiriert hat uns ein Kräuterbuch mit Hinweisen zu essbaren Blüten. Die ersten Blüten haben wir in unserer Zeit in Westfalen gesammelt und verzehrt. Unsere Tochter wollte irgendwann keinen Kartoffelsalat ohne Gänseblümchen mehr essen", erinnert sich Blütenpionierin Adelheid Andruschkewitsch.

Schön bunt und gesund
Blüten werten jedes Gericht optisch auf. Nicht umsonst heißt es, das Auge isst mit. Allerdings sollten die Teller nicht blütenüberladen sein. Wie beim Würzen gilt: auf die Dosis kommt es an. Außerdem haben Blüten es in sich. Auffällig sind vor allem die Farbstoffe. Dabei gibt es zwei Gruppen: die wasserlöslichen Flavonoide (alle Farben, aber vor allem rot, violett oder blau) und die fettlöslichen Carotinoide (gelb, orange bis rot). Häufig kommen in den Zellen der Blütenblätter mehrere Blütenfarbstoffe nebeneinander vor und mischen sich. Besonders inhaltsreich sind Blüten und Blätter von Wildpflanzen: "Wildkräuter haben eine höhere Konzentration an Mineralien wie Kalium und Phosphor und Vitaminen, weil sie sich im Vergleich zu Kulturpflanzen mehr behaupten müssen", erklärt der Botaniker der Hohenheimer Gärten Dr. Robert Gliniars. Ein weiteres gesundheitliches Plus bieten die ätherischen Öle. Duftende Blüten wie Veilchen, Thymian und Lavendel haben sich als Heilmittel bewährt. 

Auf den Blütengeschmack kommen
Blüten können Speisen zudem ein unverwechselbares Aroma verleihen. Klassiker wie Bärlauch und Sauerampfer, Wiesenschaumkraut oder Pflaumenblüte peppen würzige Gerichte auf. BIOSpitzenkoch Jürgen Andruschkewitsch bereichert seinen Salat, je nach Jahreszeit, mit verschiedenen frischen Blüten aus dem eigenen Garten. Dazu gehören die Blüten von Borretsch, Ringelblume, Stiefmütterchen, Nesselblüten, Lavendel oder Kapuzinerkresse. Dazu kommen wildgesammelte Blüten von Gänseblümchen, Löwenzahn, Wiesenschaumkraut und Klee. Desserts lassen sich im Prinzip mit den gleichen Blüten verfeinern. Außerdem kommen Veilchen-, Schlehen-, Rosen-, Huflattich-, Holunder- und Akazienblüten in die Süßspeisen. Für Suppen eignen sich die Blüten von Zucchini, Kürbis, Löwenzahn und Lavendel. Darüber hinaus hat der versierte Kräuterkoch aber noch Spezialblütenrezepte auf der Pfanne. Die geben ganzen Gerichten ihren Namen. Wie wäre es beispielsweise mit Gefüllter Glockenblume (Campanula)?   

Grundsätzlich lassen sich Blüten roh, kandiert oder getrocknet einsetzen. Da sie schnell verwelken, sollten sie möglichst frisch auf den Tisch kommen. Blüten erfreuen sich in der Gastronomie immer größerer Beliebtheit   Foto:pixabayIn einer Schale mit Wasser bleiben sie einige Stunden haltbar. Wer nur die Blütenblätter verwenden möchte, sollte sie erst kurz vor dem Servieren abzupfen. Vom Waschen sollten die Köchinnen und Köche möglichst die Finger lassen. Da geht der Duft der Blüten baden und sie werden matschig. Länger Freude machen konservierte Blüten: "Wir trocknen die Blüten oder kandieren sie. Aus den meisten bereiten wir Nektare, um auch im Winter damit arbeiten zu können", erklärt Küchenchef Andruschkewitsch. 

Blüten haltbar machen – so funktioniert es

Der Hohenloher Gastronom empfiehlt folgende drei Methoden

  • Kandieren 1: in der Apotheke Gummi arabicum kaufen und dieses mit etwas Wasser anrühren. Die Blüten damit dann dünn einpinseln und vorsichtig in Staubzucker wälzen. Anschließend auf ein Backpapier oder Butterbrotpapier legen und trocknen lassen.
  • Kandieren 2: Eiweiß anschlagen, nicht schaumig schlagen, nur so weit bis es keine Fäden mehr zieht, damit die Blüten einpinseln und dann weiter wie bei 1 verfahren.
  • Nektar machen: Dazu 300 Gramm Zucker mit 100 Milliliter Wasser und dem Saft einer halben Zitrone aufkochen und abkühlen lassen. Die Kräuter zugeben, abdecken und 24 Stunden stehen lassen. Danach kurz erwärmen und den Sud über ein Sieb in ein Glas schütten. Das verschlossene Glas dunkel aufbewahren. 

 

Kommunikation und Kenntnis muss sein
Manche Gäste betrachten Blüten als hübsche, aber ungenießbare Deko. Da ist Aufklärung gefragt. Daher sollten Küchen- und Servicepersonal sich mit den verwendeten Blüten auskennen. Das gilt vor allem beim Sammeln. Besonders unter den sogenannten Doldenblütlern gibt es ungenießbare oder gar giftige Gewächse wie beispielsweise der berühmte Schierling oder der Wiesenbärenklau. Dann gibt es noch Menschen mit Kreuzallergien. Solche pollenassoziierte Lebensmittel-Allergien gehören laut dem deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. zu den häufigsten Lebensmittel-Allergien bei Erwachsenen. Wer auf früh blühende Blütenpollen von Birke, Erle und Hasel allergisch reagiert, kann Nüsse und einige rohe Obstsorten aus der Familie der Rosengewächse ebenfalls nicht vertragen. Dazu gehören Apfel, Birne, Pfirsich, Pflaume, Kirsche und Mandel. Umgekehrt gibt es unter den Gästen auch viele Blütenfans: "Manche kommen gerade deshalb zu uns und nehmen dafür weite Weg in Kauf", freut sich Adelheid Andruschkewitsch.

Text: www.oekolandbau.de, nicht gekennzeichnete Bilder pixabay,   big merci

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 Worldwide Vegan Bake Sale Himbeertörtchen

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Im April ruft der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) zum veganen Backen auf. Im Rahmen der Kampagne "Worldwide Vegan Bake Sale" bieten Initiativen weltweit selbstgebackene Köstlichkeiten ganz ohne tierische Zutaten an. Der VEBU gibt Tipps zum Backen ohne Milch und Ei.

Vegane Muffins, Kuchen, Kekse und Torten versüßen die Tage zwischen dem 15. und 30. April 2017. In diesem Zeitraum findet der neunte weltweite Bake Sale statt. Im Rahmen des Aktionszeitraums bieten Organisationen und Initiativen selbst gebackene vegane Köstlichkeiten auf öffentlichen Plätzen und in privat organisierten Cafés zum Verkauf an. Der VEBU koordiniert die Kampagne und ruft zur Teilnahme auf. "Die Aktion zeigt, wie lecker Kuchen, Torten und Cupcakes ohne Eier und Milchprodukte sind. Süße vegane Spezialitäten sind ein absoluter Renner. Zahlreiche Cafés in ganz Deutschland locken mit immer neuen Kreationen ein junges Publikum an, das die Kuchentradition als hippen Trend für sich entdeckt", sagt Sebastian Joy, VEBU-Geschäftsführung.

 Am Worldwide Vegan Bake Sale wird es wieder viele süße Leckereien geben Am Worldwide Vegan Bake Sale wird es wieder viele süße Leckereien geben Einnahmen sind für einen guten Zweck
Die Idee des Vegan Bake Sale stammt ursprünglich aus den USA. Vegane Backwaren werden für einen guten Zweck verkauft. Gleichzeitig kommen die Menschen mit köstlichem veganen Essen in Berührung. In den letzten Jahren fanden bis zu 200 Events auf allen sechs Kontinenten statt. Seit 2009 wurden über 300.000 Dollar Spenden mit der Aktion generiert. In Deutschland wird es dieses Jahr Aktionen in Berlin, Dresden, Hildesheim, Saarbrücken und an vielen anderen Orten geben. Weitere Veranstaltungen und Städte kommen fortlaufend dazu.

Beim veganen Backen kann jeder mitmachen
Die einzige Voraussetzung besteht darin, dass die angebotenen Backwaren vegan sind. In vielen Städten Deutschlands nehmen jedes Jahr VEBU-Regionalgruppen an dieser einzigartigen Veranstaltung teil. "Alle können mitmachen. Für Privatpersonen, Cafés, Bäckereien sowie Organisationen und Initiativen bietet der Worldwide Vegan Bake Sale eine tolle Möglichkeit zur Spendengewinnung und zum Informationsaustausch sowie natürlich Spaß am gemeinsamen Essen", erklärt Joy. 

Backen ohne Milch und Ei
Vegan backen ist nicht nur tier- und umweltfreundlich, sondern auch sehr facettenreich. Das Angebot reicht von traditionellem Gebäck wie Schokokuchen, Nussecken und Apfelkuchen, über amerikanische Cupcakes und Muffins bis hin zu aufwendigen Torten. Der Worldwide Vegan Bake Sale beweist jedes Jahr erneut, dass Eier und Milchprodukte nicht notwendig sind, um köstliches Backwerk zu zaubern. Auf der VEBU-Homepage finden Interessierte einfache und leckere Rezepte und Anregungen für die Teilnahme am Bake Sale.
Was: Worldwide Vegan Bake Sale Wann: 15. bis 30. April 2017 Wo: weltweit stattfindende Aktionen können eingesehen werden unter http://veganbakesale.org/2017-bakesales/  Koordinator: VEBU (Vegetarierbund Deutschland) Weitere Informationen: www.veganbakesale.org/
Die Anmeldung eines veganen Kuchenstands erfolgt unter folgendem Link:  http://veganbakesale.org/register/ 
Rezepte finden Interessierte auf der VEBU-Homepage unter: https://vebu.de/rezepte/ 


TIPPS für's Kochen und Backen mit pflanzlichen Alternativen:

  • Pflanzendrinks statt Kuhmilch: Ob aus Soja, Mandel, Kokos oder Getreide – Pflanzendrinks gibt es in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen. Man findet sie mittlerweile in jedem Supermarkt. Einige bieten zudem auch Sahne auf pflanzlicher Basis an. Manche Sorten lassen sich prima aufschlagen. Etwas Sahnesteif und gute Kühlung sorgen zusätzlich für Stabilität. 
  • Margarine und Mandelbutter: Butter kann einfach durch vegane Margarine oder mildes Öl ersetzt werden. Kreativ und abwechslungsreich sind auch Erdnuss- oder Mandelbutter auf pflanzlicher Basis. 
  • Banane an Stelle von Ei: In vielen Rezepten lassen sich Eier ersatzlos aus der Zutatenliste streichen. Benötigt man etwas, um den Teig zu binden, kann man auf Soja- oder Stärkemehl zurückgreifen. Ein Esslöffel Mehl und etwas Wasser ersetzt ein Ei. Bei Kuchen kann man dafür auch eine halbe Banane zerdrücken. Die fruchtige Note erhält man so gleich mit. Für feuchte Teige und Muffins eignet sich auch Apfelmus. Sein Geschmack geht beim Backen fast vollständig verloren. Drei Esslöffel Apfelmus entsprechen etwa einem Ei. Inzwischen gibt es auch fertiges Ei-Ersatzpulver, das hauptsächlich aus Maisstärke und Lupinenmehl besteht. Wenn es darum geht, den Teig aufzulockern, leistet etwas Backpulver sogar viel bessere Arbeit als Ei.

    Text: Wiebke Unger VEBU (Vegetarierbund Deutschland e.V.), Bilder: pixabay 

Mehr vegane Themen gibt es hier. Viel Spaß!

vegan Grillen, Gemüse eingelegt

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"Gemüse ist das neue Fleisch", schreibt Trendforscherin und Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler in ihrem aktuellen 'Food Report 2018'. Pflanzliche Kost liegt eindeutig im Trend. Laut einer Befragung des Marktforschungsinstituts Skopos ernähren sich aktuell 1,3 Millionen Menschen in Deutschland rein pflanzlich. Das zeigt sich auch in der Grillsaison. "Bei vielen Verbrauchern landen immer weniger Tierprodukte auf dem Grill. Der Fleischverzehr in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Pflanzliche Speisen spielen immer häufiger die Hauptrolle auf dem Teller, denn sie sind gesünder als Fleisch und Wurst, schützen die Tiere und unsere Umwelt. Ob Gemüse-Tofu-Spieße, frische Salate oder Paprikaschoten mit einer veganen Frischkäsefüllung – Pflanzliche Grillkreationen laden zum kreativen Ausprobieren ein und bereichern jede Sommerparty", sagt Sebastian Joy, VEBU-Geschäftsführung. 

Gemüse statt Fleisch: Fleischverzehr weiterhin rückläufig
Laut Marktforschungsinstitut Nielsen stieg der Umsatz mit vegetarisch-veganen Produkten im Lebensmitteleinzelhandel im Jahr 2016 auf 686 Millionen Euro. Das ist eine Umsatzsteigerung von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig ist der Fleischverzehr in Deutschland seit Jahren rückläufig. Mit einem Pro-Kopf-Verzehr von 60 Kilogramm im Jahr 2016 hat sich die Menge im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Kilogramm verringert.  

22 Prozent entscheiden sich bewusst für pflanzliche Gerichte
Zu den häufigsten Gründen für die Veggie-Ernährung gehört laut 'Nielsen Food-Studie' die Erhaltung der eigenen Gesundheit. Bereits ein Drittel der Verbraucher reduziert gezielt seinen Fleischkonsum. Eine aktuelle Forsa-Studie für das Jahr 2016 ergab zudem, dass 22 Prozent der Verbraucher mindestens gelegentlich bewusst vegane Mahlzeiten in den Alltag integriert. Im Jahr 2014 waren es noch 12 Prozent. Mittlerweile steigen 8 Prozent der Verbraucher zumindest zeitweise auf eine ausschließlich pflanzliche Ernährung um. Das sind doppelt so viele wie im Jahr 2014. "Immer mehr jüngere Menschen entscheiden sich bewusst für eine nachhaltige, pflanzliche Ernährung. Fleischfreie Haushalte gibt es vor allem bei den unter 29-Jährigen”, so Joy.  

Tipps für kreatives Gemüse-Grillen
"Schon lange haben sich Klassiker wie die Folienkartoffel bewährt. Wer den Trend zum Gemüse auf dem Grill ausprobieren möchte, kann aber ruhig Aus Knollensellerie lässt sich ein tolles Steak zaubernauch zu ungewöhnlichen Sorten greifen. Vor allem wasserarmes Gemüse wie Artischocken, Kürbis, Maiskolben und Chicorée eignet sich hervorragend. Damit möglichst viele Nährstoffe erhalten bleiben, sollte es bei niedriger Temperatur und nicht zu lange gegart werden", erklärt Joy. Knollensellerie (siehe Bild links) ist nicht nur gesund, er eignet sich auch für schmackhafte Steaks. Dafür einfach den Sellerie vorkochen, in zwei Zentimeter dicke Scheiben schneiden und über Nacht in einer Marinade aus Olivenöl und Knoblauch ziehen lassen. Nach Belieben würzen, kurz auf den heißen Grill legen und genießen. Paprika, Zwiebeln, Zucchini und Champignons lassen sich hervorragend abwechselnd auf einem Gemüsespieß zusammenstecken und werden so zum bunten Hingucker auf jeder Grillparty.

VEBU-Kampagne 'Vegan Grillen'
Noch mehr Tipps bekommen Grill-Fans bei den Aktionen der VEBU-Regionalgruppen. Im Rahmen der VEBU-Kampagne 'Vegan Grillen' finden deutschlandweit Veranstaltungen statt, die zum fleischfreien Schlemmen einladen. “Ob mit der Familie, mit Freunden oder bei einer der bundesweit stattfindenden VEBU-Grillaktionen, heute finden sich auf den Grills landauf landab leckere, pflanzliche Grillspezialitäten”, so Joy.  

Leckere Grillrezepte und weitere Informationen zu den VEBU-Grillaktionen finden Sie unter: 
www.vegan-grillen.de 

Text: Wiebke Unger ,VEBU, Bilder: pixabay

Mehr vegane Themen gibt es hier.

Rhabarber schmeckt als Kuchen wie auch als Gemüse.

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Im April startet die Rhabarber-Saison. Manche können es kaum erwarten, dass es das erfrischend säuerliche Gemüse wieder zu kaufen gibt, andere verziehen beim Gedanken an die roten und grünen Stängel das Gesicht. Dabei kann man aus ihnen leckere Gerichte zaubern: vom Klassiker Rhabarberkuchen über herzhafte Kompotte bis hin zu Fischfilet mit Rhabarberpanade.

Die BIOSpitzenköche von "Ökolandbau" liefern dazu die passenden Rezepte:
Kuchen backen! Der erste Gedanke von BIOSpitzenkoch Jürgen Andruschkewitsch beim Anblick des frischen Rhabarbers im Supermarkt. Hier sein Rezept für einen schnellen Rhabarberkuchen.

Rhabarber eingemacht
Das Frühlingsgemüse schmeckt aber auch in herzhafter Form. Und es lässt sich wunderbar einmachen. Deshalb liefert Jürgen Andruschkewitsch sein Rezept für ein Rhabarber-Chutney gleich mit. Konserviert hält es im kühlen Keller bis zu einem halben Jahr.

Auch BIOSpitzenkoch Stefan Walch hat herzhaftes Rhabarberkompott im Programm. "Ein schöner Begleiter zu Linsen, Erbsen und auch zu Fisch und hellem Fleisch, empfiehlt Walch.

Rhabarber als Hauptgericht
Abgeschmeckt mit Wein und verfeinert mit Kardamom, Zwiebeln, Sahne und Honig wird das Rhabarbergemüse von Jürgen Andruschkewitsch zu einer perfekten Beilage für beispielsweise Getreideküchle.

Das Rhabarber-Lieblingsrezept von BIOSpitzenkoch Konrad Geiger ist etwas aufwändiger in der Zubereitung, aber die Mühe wird sich lohnen: Er empfiehlt Zanderschnitzel mit Rhabarber-Orangenpuder paniert auf Spargel-Erdbeer-Mandelragout und lauwarmer Sherry-Vinaigrette.

Rhabarber in Bio-Qualität
Konrad Geiger setzt auch beim Rhabarber auf Stangen aus kontrolliert-biologischem Anbau. "In der ökologischen Landwirtschaft ist die Zugabe von chemisch-synthetischen Düngemitteln sowie von Pestiziden verboten", erklärt der BIOSpitzenkoch. "Bei Biorhabarber greife ich deshalb bedenkenlos zu."

Rhabarber zubereiten und frisch halten
Roter Rhabarber muss nicht geschält werden. Von seinem grünen Pendant sollten Sie das Blatt und das untere Ende der Stange abschneiden. Mit einem kleinen Messer entfernen Sie dann die faserige Haut.  Wenn Sie die Stiele in ein feuchtes Tuch eingeschlagen und im Kühlschrank aufbewahren, bleiben sie bis zu drei Tage frisch. In Stücke geschnittener Rhabarber lässt sich außerdem gut einfrieren. Er hält dann bis zu einem Jahr. Die Stücke sollten Sie im gefrorenen Zustand weiter verarbeiten.

Rhabarber-Säure mildern
Die Oxalsäure im Rhabarber kann sich mit Calcium im menschlichen Körper verbinden und ihm den Mineralstoff somit entziehen. Wenn Sie Rhabarber mit Milch, Pudding oder Vanillesoße zubereiten, verbindet sich die Oxalsäure mit dem Calcium der Milch und nicht mit dem des Körpers. So können Sie nicht nur einen leckeren klassischen Rhabarber-Nachtisch genießen, sondern mildern auch die Säure-Auswirkungen.

Blätter und Schale haben einen höheren Säuregehalt als der Stiel, also schälen Sie den Rhabarber gut. Rohen Rhabarber können Sie kochen oder blanchieren und das Kochwasser abgießen. Leider gehen auf diese Weise neben der Oxalsäure auch Vitamine und Mineralstoffe zum Teil verloren.

Auch beim Kauf können Sie den Säuregehalt Ihres geplanten Rhabarbergerichts beeinflussen, achten Sie auf die Sorte: Grünstieliger, grünfleischiger Rhabarber ist die sauerste Variante. Sein rotstieliger, grünfleischiger Bruder besitzt noch eine herbe Säure. Wer ein zartes Himbeeraroma bevorzugt, sollte zum rotstieligen, rotfleischigen Rhabarber greifen.
Quelle: Text: Ökolandbau/Bilder: Pixabay

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Nur wenige Gütesiegel auf Fleisch geben wirklich Auskunft darüber, wie die Tiere gehalten wurden.

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Greenpeace-Umfrage: Verbraucher verlangen mehr Transparenz von Lidl und Aldi

Hamburg – Fleisch aus besserer, tiergerechterer Haltung wünschen sich 90 Prozent der Kunden von Lidl und Aldi von den Lebensmittel-Discountern. Dafür sind 85 Prozent der Befragten bereit, bis zu fünf Euro pro Kilogramm Fleisch mehr zu bezahlen. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage unter Kunden der beiden Discounter im Auftrag von Greenpeace.

„Auch Supermarkt-Kunden wollen kein Billigfleisch auf Kosten der Tiere“, sagt Dirk Zimmermann, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. „Der Handel muss dem Wunsch seiner Kunden nachkommen.“ Greenpeace fordert für alle Fleischprodukte eine verpflichtende Haltungskennzeichnung.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte vom 30. März bis 3. April 2017 deutschlandweit 1001 Menschen, die bei Lidl oder Aldi einkaufen. Eine breite Mehrheit (84 Prozent) der Befragten befürwortet bei Fleisch eine transparente Kennzeichnung der Tierhaltung wie sie bei Eiern längst gängig ist. Der größte Teil des Discounter-Frischfleisches stammt aus umweltschädlicher Massentierhaltung, die sich lediglich an die gesetzlichen Mindeststandards halten muss. Diese lassen es zu, dass Schweinen die Ringelschwänze abgeschnitten werden, sie auf engstem Raum ohne Auslauf leben müssen und Gen-Futter sowie zu viele Antibiotika verabreicht bekommen.

Lidl kann in Deutschland Vorreiter für bessere Tierhaltung werden

RatgeberLidl zeigt bereits in Dänemark, wie es besser geht: Dort bietet der Discounter in 100 Filialen gekennzeichnetes Schweinefleisch aus deutlich verbesserter Tierhaltung an. Vom Futter bis zum Fleischprodukt lässt sich die Herstellung zurückverfolgen. Auf jeder Packung findet der Kunde den jeweiligen Züchternamen mit Foto. In Deutschland verweisen Lidl und Aldi lediglich auf die vom Einzelhandel ausgerufene „Initiative Tierwohl“, deren Vorgaben kaum besser sind als die gesetzlichen Mindeststandards. Zudem stammt hierzulande nur ein Bruchteil des verkauften Frischfleischs aus Tierställen der Initiative. Verbraucher haben bei konventionellem Fleisch kaum die Möglichkeit, sich über die Tierhaltung zu informieren wie Greenpeace im aktuellen Siegel-Ratgeber für Schweinfleisch zeigt. „Lidl kann in Deutschland Vorreiter werden und Billigfleisch aus Massentierhaltung aus seinen Regalen werfen“, sagt Zimmermann. „Die Händler müssen nicht auf die Politik warten.“

Die industrielle Tierhaltung verursacht riesige Umweltprobleme. Sie erzeugt große Mengen an Treibhausgasen, die zur globalen Überhitzung beitragen. Ein Übermaß an Gülle verursacht zu hohe Nitratwerte in Oberflächen- und Grundwasser, die Wasserversorger vor immer größere Probleme stellen. Was bis zum Jahr 2050 passieren muss, damit auch die Landwirtschaft einen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaziele leistet und das Artensterben gestoppt wird, zeigt Greenpeace in seinem „Kursbuch Agrarwende 2050“. Der Fleischkonsum muss um 50 Prozent gesenkt, Pestizide von den Äckern verbannt und die Überdüngung deutlich reduziert werden.
Quelle: Text und Cover: Greenpeace Deutschland/Bilder: Pixabay

BauernhofDie Umfrage online finden Sie hier!
Wer seine Ernährung auf "vegetarisch" umstellen möchte, findet hier Tipps.

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