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 Worldwide Vegan Bake Sale Himbeertörtchen

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Im April ruft der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) zum veganen Backen auf. Im Rahmen der Kampagne "Worldwide Vegan Bake Sale" bieten Initiativen weltweit selbstgebackene Köstlichkeiten ganz ohne tierische Zutaten an. Der VEBU gibt Tipps zum Backen ohne Milch und Ei.

Vegane Muffins, Kuchen, Kekse und Torten versüßen die Tage zwischen dem 15. und 30. April 2017. In diesem Zeitraum findet der neunte weltweite Bake Sale statt. Im Rahmen des Aktionszeitraums bieten Organisationen und Initiativen selbst gebackene vegane Köstlichkeiten auf öffentlichen Plätzen und in privat organisierten Cafés zum Verkauf an. Der VEBU koordiniert die Kampagne und ruft zur Teilnahme auf. "Die Aktion zeigt, wie lecker Kuchen, Torten und Cupcakes ohne Eier und Milchprodukte sind. Süße vegane Spezialitäten sind ein absoluter Renner. Zahlreiche Cafés in ganz Deutschland locken mit immer neuen Kreationen ein junges Publikum an, das die Kuchentradition als hippen Trend für sich entdeckt", sagt Sebastian Joy, VEBU-Geschäftsführung.

 Am Worldwide Vegan Bake Sale wird es wieder viele süße Leckereien geben Am Worldwide Vegan Bake Sale wird es wieder viele süße Leckereien geben Einnahmen sind für einen guten Zweck
Die Idee des Vegan Bake Sale stammt ursprünglich aus den USA. Vegane Backwaren werden für einen guten Zweck verkauft. Gleichzeitig kommen die Menschen mit köstlichem veganen Essen in Berührung. In den letzten Jahren fanden bis zu 200 Events auf allen sechs Kontinenten statt. Seit 2009 wurden über 300.000 Dollar Spenden mit der Aktion generiert. In Deutschland wird es dieses Jahr Aktionen in Berlin, Dresden, Hildesheim, Saarbrücken und an vielen anderen Orten geben. Weitere Veranstaltungen und Städte kommen fortlaufend dazu.

Beim veganen Backen kann jeder mitmachen
Die einzige Voraussetzung besteht darin, dass die angebotenen Backwaren vegan sind. In vielen Städten Deutschlands nehmen jedes Jahr VEBU-Regionalgruppen an dieser einzigartigen Veranstaltung teil. "Alle können mitmachen. Für Privatpersonen, Cafés, Bäckereien sowie Organisationen und Initiativen bietet der Worldwide Vegan Bake Sale eine tolle Möglichkeit zur Spendengewinnung und zum Informationsaustausch sowie natürlich Spaß am gemeinsamen Essen", erklärt Joy. 

Backen ohne Milch und Ei
Vegan backen ist nicht nur tier- und umweltfreundlich, sondern auch sehr facettenreich. Das Angebot reicht von traditionellem Gebäck wie Schokokuchen, Nussecken und Apfelkuchen, über amerikanische Cupcakes und Muffins bis hin zu aufwendigen Torten. Der Worldwide Vegan Bake Sale beweist jedes Jahr erneut, dass Eier und Milchprodukte nicht notwendig sind, um köstliches Backwerk zu zaubern. Auf der VEBU-Homepage finden Interessierte einfache und leckere Rezepte und Anregungen für die Teilnahme am Bake Sale.
Was: Worldwide Vegan Bake Sale Wann: 15. bis 30. April 2017 Wo: weltweit stattfindende Aktionen können eingesehen werden unter http://veganbakesale.org/2017-bakesales/  Koordinator: VEBU (Vegetarierbund Deutschland) Weitere Informationen: www.veganbakesale.org/
Die Anmeldung eines veganen Kuchenstands erfolgt unter folgendem Link:  http://veganbakesale.org/register/ 
Rezepte finden Interessierte auf der VEBU-Homepage unter: https://vebu.de/rezepte/ 


TIPPS für's Kochen und Backen mit pflanzlichen Alternativen:

  • Pflanzendrinks statt Kuhmilch: Ob aus Soja, Mandel, Kokos oder Getreide – Pflanzendrinks gibt es in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen. Man findet sie mittlerweile in jedem Supermarkt. Einige bieten zudem auch Sahne auf pflanzlicher Basis an. Manche Sorten lassen sich prima aufschlagen. Etwas Sahnesteif und gute Kühlung sorgen zusätzlich für Stabilität. 
  • Margarine und Mandelbutter: Butter kann einfach durch vegane Margarine oder mildes Öl ersetzt werden. Kreativ und abwechslungsreich sind auch Erdnuss- oder Mandelbutter auf pflanzlicher Basis. 
  • Banane an Stelle von Ei: In vielen Rezepten lassen sich Eier ersatzlos aus der Zutatenliste streichen. Benötigt man etwas, um den Teig zu binden, kann man auf Soja- oder Stärkemehl zurückgreifen. Ein Esslöffel Mehl und etwas Wasser ersetzt ein Ei. Bei Kuchen kann man dafür auch eine halbe Banane zerdrücken. Die fruchtige Note erhält man so gleich mit. Für feuchte Teige und Muffins eignet sich auch Apfelmus. Sein Geschmack geht beim Backen fast vollständig verloren. Drei Esslöffel Apfelmus entsprechen etwa einem Ei. Inzwischen gibt es auch fertiges Ei-Ersatzpulver, das hauptsächlich aus Maisstärke und Lupinenmehl besteht. Wenn es darum geht, den Teig aufzulockern, leistet etwas Backpulver sogar viel bessere Arbeit als Ei.

    Text: Wiebke Unger VEBU (Vegetarierbund Deutschland e.V.), Bilder: pixabay 

Mehr vegane Themen gibt es hier. Viel Spaß!

Ostern ohne Palmöl? Geht ganz einfach: selber machen.

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Wien - Ostern ohne Süßes? Unvorstellbar. Ostern ohne Palmöl? Geht ganz einfach: selber machen. Ob Cremeschokohase, Kekse oder Schnitten – gekaufte Süßigkeiten enthalten fast immer Palmöl. Dieses wird aus Ölpalmen gewonnen, die meist auf gerodeten Regenwaldflächen gepflanzt sind. Die ökologische Alternative beim Naschen: Selber backen! 

OsterhaseOsterhase aus Germteig © Gabriele Homolka "die umweltberatung"In jedem 2. Supermarktprodukt steckt Palmöl. „Gefüllten Schokoladen gibt Palmfett einen cremigen Schmelz, knusprigen Keksen eine lange Haltbarkeit. Aus technologischer Sicht eignet sich Palmöl hervorragend. Gut ist Palmöl dennoch nicht – weder für unseren Körper noch für die Umwelt“,warnt Mag.a Michaela Knieli, Ernährungswissenschafterin von "die umweltberatung" in Wien.

Schlecht für die Umwelt und unsere Gesundheit
Für den Anbau von Ölpalmen werden Regenwälder abgeholzt und damit wird auch die „Klimaanlage“ unseres Planeten zerstört. Regenwälder sind große CO2-Speicher und zudem Lebensraum für eine Vielzahl an Pflanzen, Tieren aber auch Menschen. Die Rodungen sind endgültig, denn der Artenreichtum des ursprünglichen Regenwaldes kann nicht wieder in der gleichen Qualität aufgeforstet werden.

Ein weiterer Nachteil: bei der Verarbeitung von Palmöl entstehen Verbindungen, die als möglicherweise krebserregend gelten.

DIY-Osterhase
Statt Süßigkeiten vom Fließband schenkt der Osterhase besser Selbstgebackenes - garantiert mit viel Liebe und ohne Palmöl gemacht. „Beim Selberbacken kann man einerseits den Fettgehalt reduzieren, was gut für die Linie ist, und andererseits hochwertige Fette wie Bio-Butter oder Bio-Rapsöl verwenden“, empfiehlt Michaela Knieli. Statt palmölhaltige, cremegefüllte Schoko-Eier kommen bunte Bio-Ostereier ins Nest. Eine Anleitung zum Eierfärben mit Naturfarben finden Sie hier!
Quelle: Text: "die umweltberatung", Wien/Bilder: Pixabay

Weitere Informationen
"die umweltberatung" bietet Rezepte für Kekse und einen Osterhasen aus Germteig (siehe Bild): www.umweltberatung.at/rezepte
Eine Checkliste zeigt, in welchen Lebensmitteln meist Palmöl drin steckt: www.umweltberatung.at/checkliste-da-steckt-meist-palmoel-drin

KükenVielleicht auch interessant: Tipps für eine Osterbäckerei ohne Ei

Brunnen Wasserperlen

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Der Anbau international gehandelter Lebensmittel zapft immer größere Mengen an nicht-erneuerbarem Grundwasser an. Dies führt dazu, dass die Grundwasservorräte schrumpfen – die zukünftige Verfügbarkeit von Lebensmitteln und Wasser gerät damit weltweit in Gefahr, warnt ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Nature”. Laut den Experten des University College of London, des Senckenberg, der Universität Klagenfurt, der NASA and des International Institute for Applied Systems Analysis, ist die Menge an nicht-erneuerbarem Grundwasser, das zur Bewässerung genutzt wird, von 2000 bis 2010 um knapp ein Viertel angestiegen.   

Brunnen EinleitungsbildWasser bedeutet LebenUnmengen von Grundwasser für die Lebensmittelherstellung
Reis aus Pakistan, Weizen aus Ägypten und Baumwolle aus den USA – wenn es um die Herkunft dieser und anderer landwirtschaftlicher Güter geht, bedient sich auch der deutsche Verbraucher gern international. Was in Anbauregionen mit aridem oder semiariden Klima an Regen fehlt, wird durch Bewässerung mit Grundwasser ersetzt. Und genau das ist ein Problem. „Die Menge des dabei verbrauchten, nicht-erneuerbaren Grundwassers – also Wasser, das nicht oder nur wenig durch Regen oder Eindringen von Oberflächenwasser erneuert wird – hat weltweit zwischen 2000 und 2010 um 22 Prozent zugenommen. 11 Prozent des übermäßig genutzten Grundwassers fließen in den Bewässerungsanbau von international gehandelten Lebensmitteln“, so Dr. Thomas Kastner, Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und Universität Klagenfurt, Ko-Autor der neuen Nature-Studie.

Hauptexporteur von landwirtschaflichen Produkten, die mit nicht- erneuerbaren Grundwasser angebaut wurden, ist Pakistan (29 % des nicht-erneuerbaren Grundwassers, das weltweit zum Anbau gehandelter landwirtschaftliche Produkte eingesetzt wird), gefolgt von den USA (27 %) und Indien (12 %). Beim Import ist China der Spitzenreiter (9 % des nicht-erneuerbaren Grundwassers, das weltweit zum Anbau gehandelter landwirtschaftliche Produkte eingesetzt wird), gefolgt von den USA und Iran. Für Deutschland liegt dieser Wert immerhin bei 2,5 % und damit deutlich über dem Anteil der Deutschen an der Weltbevölkerung.

Exporteure von Produkten, zu deren Anbau übermässig Grundwasser verbraucht wurde, mögen kurzfristig profitieren. Langfristig gesehen dürfte diese Form der Landwirtschaft aber nicht aufrechtzuerhalten sein. Aber auch für Importeure, wie Deutschland, birgt die Entwicklung Risiken. „Obwohl in Deutschland kein Grundwassermangel herrscht, importieren wir Nahrungsmittel, die durch übermässige Grundwassernutzung hergestellt wurden. Langfristig gesehen, könnte diese Versorgung einbrechen oder die Preise stark steigen“, so Kastner.

Die Liste der Produkte, die im internationalen Handel das meiste nicht-erneuerbare Grundwasser ‚im Gepäck haben‘ wird angeführt von Reis (29 % der Gesamtmenge an nicht-erneuerbarem Grundwasser). Mit Abstand folgen Weizen (12 %) und Baumwolle (11 %), Mais (4 %) und Sojabohnen (3 %). Beim Anbau in trockeneren Regionen werden häufig konventionelle Berieselungssysteme eingesetzt. Sie stehen in der Kritik, weil die Entnahmenraten 20 bis 50 Mal über der Menge an Grundwasser liegen, die als erneuerbar eingeschätzt wird.

Nachhaltige Strategien sind die große Herausforderung
Dr. Carole Dalin vom University College London, Hauptautorin der Studie, ist besorgt: „Wo und wie Produkte angebaut werden ist äußerst wichtig, denn Grundnahrungsmittel wie Brot und Reis könnten sich negativ auf die globalen Wasservorräte auswirken. Wenn sich Verbraucher und Produzenten nicht auf Strategien einigen, um die Nachhaltigkeit der Grundwasernutzung zu maximieren, stehen für einen großen Teil der Weltbevölkerung die stabile Nahrungsmittelversorgung und -preise auf dem Spiel. Im Zuge des Klimawandels werden zudem Dürren in vielen Regionen häufiger werden. Um dies kompensieren zu können, dürfen wir die Grundwasservorräte nicht erschöpfen.“

Quelle: Sabine Wendler Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Pressestelle Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen, Bilder: Pixabay

Wasser BeitragsbildVielleicht auch interessant: Schnell und leicht Schwermetalle aus Wasser entfernen

Nur wenige Gütesiegel auf Fleisch geben wirklich Auskunft darüber, wie die Tiere gehalten wurden.

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Greenpeace-Umfrage: Verbraucher verlangen mehr Transparenz von Lidl und Aldi

Hamburg – Fleisch aus besserer, tiergerechterer Haltung wünschen sich 90 Prozent der Kunden von Lidl und Aldi von den Lebensmittel-Discountern. Dafür sind 85 Prozent der Befragten bereit, bis zu fünf Euro pro Kilogramm Fleisch mehr zu bezahlen. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage unter Kunden der beiden Discounter im Auftrag von Greenpeace.

„Auch Supermarkt-Kunden wollen kein Billigfleisch auf Kosten der Tiere“, sagt Dirk Zimmermann, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. „Der Handel muss dem Wunsch seiner Kunden nachkommen.“ Greenpeace fordert für alle Fleischprodukte eine verpflichtende Haltungskennzeichnung.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte vom 30. März bis 3. April 2017 deutschlandweit 1001 Menschen, die bei Lidl oder Aldi einkaufen. Eine breite Mehrheit (84 Prozent) der Befragten befürwortet bei Fleisch eine transparente Kennzeichnung der Tierhaltung wie sie bei Eiern längst gängig ist. Der größte Teil des Discounter-Frischfleisches stammt aus umweltschädlicher Massentierhaltung, die sich lediglich an die gesetzlichen Mindeststandards halten muss. Diese lassen es zu, dass Schweinen die Ringelschwänze abgeschnitten werden, sie auf engstem Raum ohne Auslauf leben müssen und Gen-Futter sowie zu viele Antibiotika verabreicht bekommen.

Lidl kann in Deutschland Vorreiter für bessere Tierhaltung werden

RatgeberLidl zeigt bereits in Dänemark, wie es besser geht: Dort bietet der Discounter in 100 Filialen gekennzeichnetes Schweinefleisch aus deutlich verbesserter Tierhaltung an. Vom Futter bis zum Fleischprodukt lässt sich die Herstellung zurückverfolgen. Auf jeder Packung findet der Kunde den jeweiligen Züchternamen mit Foto. In Deutschland verweisen Lidl und Aldi lediglich auf die vom Einzelhandel ausgerufene „Initiative Tierwohl“, deren Vorgaben kaum besser sind als die gesetzlichen Mindeststandards. Zudem stammt hierzulande nur ein Bruchteil des verkauften Frischfleischs aus Tierställen der Initiative. Verbraucher haben bei konventionellem Fleisch kaum die Möglichkeit, sich über die Tierhaltung zu informieren wie Greenpeace im aktuellen Siegel-Ratgeber für Schweinfleisch zeigt. „Lidl kann in Deutschland Vorreiter werden und Billigfleisch aus Massentierhaltung aus seinen Regalen werfen“, sagt Zimmermann. „Die Händler müssen nicht auf die Politik warten.“

Die industrielle Tierhaltung verursacht riesige Umweltprobleme. Sie erzeugt große Mengen an Treibhausgasen, die zur globalen Überhitzung beitragen. Ein Übermaß an Gülle verursacht zu hohe Nitratwerte in Oberflächen- und Grundwasser, die Wasserversorger vor immer größere Probleme stellen. Was bis zum Jahr 2050 passieren muss, damit auch die Landwirtschaft einen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaziele leistet und das Artensterben gestoppt wird, zeigt Greenpeace in seinem „Kursbuch Agrarwende 2050“. Der Fleischkonsum muss um 50 Prozent gesenkt, Pestizide von den Äckern verbannt und die Überdüngung deutlich reduziert werden.
Quelle: Text und Cover: Greenpeace Deutschland/Bilder: Pixabay

BauernhofDie Umfrage online finden Sie hier!
Wer seine Ernährung auf "vegetarisch" umstellen möchte, findet hier Tipps.

Kuhmaul, Wiederkäuer frisst Heu

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Heumilch – das klingt nach grasenden Kühen, blühenden Wiesen und duftendem Heu, kurzum nach Natur pur. Dafür dass es nicht beim schönen Schein bleibt, sorgt jetzt das EU-Gütezeichen "garantiert traditionelle Spezialität".  Aber Achtung: nicht jede Heumilch ist Bio.  

Saftiges Gras bildet die wesentliche Nahrungsgrundlage für Heumilchkühe   Foto: BLE, Thomas StephanSaftiges Gras bildet die wesentliche Nahrungsgrundlage für Heumilchkühe Foto: BLE, Thomas StephanFrüher fraßen die Kühe sommers wie winters ausschließlich Gras und sonnengetrocknetes Heu. Doch was früher normal war, gilt heute als Spezialität – und ist selbst auf Biohöfen eher die Ausnahme: Die meisten Biokühe bekommen heute zusätzlich eine Extra-Portion Kraftfutter in Form von Getreide, Lupinen, Erbsen oder Ackerbohnen, im Winter häufig auch Mais- oder Grassilage. Nur so sind die Kühe in der Lage, bis zu 9000 Liter Milch pro Jahr zu erzeugen, erläutert Martin Hermle, Berater beim Bioland e.V.. Ein Kraftfutteranteil von bis zu 40 Prozent ist im Ökolandbau zulässig. Von einer grundfutterbasierten Fütterung oder einer extensiven Haltung sprechen Landwirtinnen und Landwirte, wenn der Kraftfutteranteil nicht mehr als zehn Prozent ausmacht und die Kühe im Sommer hauptsächlich Gräser und Klee und im Winter Heu fressen. 

Heu statt Silage
Mit dem Produzieren von Heumilch gehen manche Milchbäuerinnen und -bauern noch einen Schritt weiter: Sie verzichten ganz bewusst auf Silofutter. Die Kühe erhalten das Futter angepasst an den Lauf der Jahreszeiten: Im Frühjahr und Sommer grasen sie in der Regel auf der Weide. Dort fressen sie alles, was die Weide bietet: Wiesenschwingel, Wiesenrispe, Weißklee, Knaulgras, Wiesenfuchsschwanz, Rotklee, Spitzwegerich oder Löwenzahn, um nur einige zu nennen. Im Winter werden die Tiere mit Heu versorgt, teilweise angereichert mit Getreide oder Futterrüben. Futter aus Silage wie vergorenes Gras oder vergorener Mais kommt garantiert nicht in den Trog. Nicht umsonst gilt Heumilch als die ursprünglichste Form der Milchherstellung, denn "so naturnah wird sonst keine Milch hergestellt", heißt es auf den Webseiten der ARGE Heumilch Österreich, einem Zusammenschluss von rund 8.000 österreichischen Heumilch-Bäuerinnen und -Bauern sowie mehr als 60 Molkereien, Käsereien und Sennereien. Da nimmt die Landwirtin oder der Landwirt es gerne in Kauf, dass die Kühe im Schnitt höchstens 6000 Liter Milch erzeugen. Insofern passen Heumilch und Bio gut zusammen. 

Artenreiche Wiese – Viele gesunde Kräuter fürs Vieh und eine Augenweide für uns  Foto: BLE, Thomas StephanArtenreiche Wiese – Viele gesunde Kräuter fürs Vieh und eine Augenweide für uns Foto: BLE, Thomas StephanBioheumilch – weit mehr als Silageverzicht
Grundsätzlich gilt: Biomilch darf nicht automatisch mit dem Prädikat "Heumilch" werben – umgekehrt ist nicht jede Heumilch Bio. Zum einen müssen bei konventioneller Heumilch die Futtermittel nicht aus biologischem Anbau stammen! Und auch Vorschriften für die Tierhaltung gibt es keine. So ist der Auslauf der Tiere im Sommer zwar wahrscheinlich, aber im Winter nicht wie im ökologischen Landbau zwingend vorgeschrieben.

Je größer der Artenreichtum der Wiesen, umso ausgeprägter ist der Heumilchgeschmack. Doch Heumilch schmeckt nicht nur besser. Wer regelmäßig Heumilch oder Biomilch trinkt, kann auch für seine Gesundheit etwas Gutes tun: Heumilch und Biomilch aus extensiver Weidehaltung enthalten Studien zufolge nahezu doppelt so viele Omega-3-Fettsäuren und konjugierte Linolsäuren (CLA) wie herkömmliche Milchprodukte. 
Dazu muss man wissen: Diese lebensnotwendigen Fettsäuren kann unser Körper nicht selbst produzieren. Insofern passen Heumilch- und Biomilchprodukte ideal zu einer ausgewogenen Ernährung.  

Wird auf das gängige Futtermittel Silage verzichtet, spiegelt sich das auch in den guten Käsereieigenschaften der Heumilch wieder: Um Emmentaler, Bergkäse oder Parmesan zu produzieren, ist Heumilch ideal, ja geradezu unerlässlich. Der Grund: "Nur silofreie Milch gewährleistet, dass der Herstellungsprozess von länger gereiften Käsesorten nicht durch Clostridiensporen beeinträchtigt wird", erläutert Marc Albrecht-Seidel, Geschäftsführer des Verbandes für handwerkliche Milchverarbeitung (VHM). Diese Sporen können beim Silieren von Gras ins Futter und somit auch in die Milch gelangen.  

Verbindliche Standards für Futter
Mittlerweile können sich Verbraucherinnen und Verbraucher darauf verlassen: Nur wo "Heumilch" drauf steht, ist auch Heumilch drin. Denn auf Initiative der ARGE Heumilch Österreich schließt das EU-Gütezeichen "garantiert traditionelle Spezialität" (g. t. S.) nun auch Heumilch-Produkte ein. Seit März 2016 ist die Bezeichnung "Heumilch" gesetzlich geschützt. Im Detail regelt das "Heumilchregulativ", was das Besondere von Heumilch ausmacht und welche Futterkomponenten zulässig sind: Entscheidend ist eine silofreie und gentechnikfreie Fütterung. Mindestens 75 Prozent des täglichen Bedarfs der Kühe ist durch so genanntes Raufutter zu decken. Darunter verstehen Landwirtinnen und Landwirte Futtermittel, die besonders viel Cellulose einhalten. Das sind im Sommer frische Gräser und Kräuter, die bei Bedarf mit Hülsenfrüchten wie Erbsen oder Ackerbohnen ergänzt werden. Im Winter gibt es vor allem Heu. Weiterhin dürfen Grünraps, Grünmais, Grünroggen und Futterrüben sowie Heu-, Luzerne- und Maispellets auf dem Speiseplan stehen.  

Etwas Getreide geht
In ganz kleinen Mengen sind zusätzliche Futtermittel wie Getreidemischungen erlaubt. Eindeutig verboten sind Silage, Feuchtheu oder gegorenes Heu, ebenso Nebenprodukte von Brauereien, Mostereien und Brennereien und gentechnisch veränderte Produkte. Ebenfalls dürfen die Heumilchproduzenten keine Futtermittel tierischen Ursprungs einsetzen, abgesehen von Milch und Molke für Jungvieh. Auch für die Düngung und den Pflanzenschutz gibt es spezielle Regelungen. Wer seine Milch als "Heumilch" ausloben will, ist verpflichtet, all diese Standards einzuhalten. Sie gelten EU-weit – mit einer Übergangsfrist bis zum 22. März 2018 – für alle Produkte mit der Bezeichnung "Heumilch".

Text: Ökolandbau.de, Einleitungs- und Beitragsbild 

 ursprüngliche WieseVielleicht auch interessant: Lasst uns die ursprünglichen Wiesen wieder säen

Natur Gut Kartoffeln bei Penny

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Tonnen von Lebensmitteln landen jährlich hierzulande auf dem Müll.
Während nach wie vor der Endverbraucher der Hauptverursacher ist, schaffen es eigenwillig geformte Kartoffeln, krumme Gurken oder Obst mit Flecken nicht einmal in ein Verkausregal.
Vor einigen Jahren sorgte die französische Supermarktkette für Intermarché mit dem Abverkauf von „Inglorious Fruit“ für Furore. Der „groteske Apfel“ oder die „unförmige“ Aubergine wandern seitdem vielfach in die Einkaufskörbe der Kunden. Eine Erfolgsgeschichte.

Im April 2016 hat der Discounter Penny damit begonnen, Gemüse anzubieten, das nicht den gängigen „Schönheitsidealen“ entspricht.
Zeit für uns, bei Andreas Krämer, Pressesprecher der REWE GROUP, nachzufragen, inwieweit sich das Angebot für den Händler gerechnet hat.

Kartoffeln, nicht gerade "Germanys next Topmodel" bei PENNYKartoffeln, nicht gerade "Germanys next Topmodel" bei PENNYSeit April 2016 gibt es in den Penny-Filialen „nicht genormtes Gemüse“ zu kaufen. Wie wurde das Angebot von den Kunden angenommen?

Die Bilanz der Naturgut Bio-Helden fällt durchweg positiv aus: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die verkaufte Menge – auch aufgrund intensiven Marketings – um insgesamt mehr als 12 Prozent. Absolute Lieblinge der Kunden sind Bio-Cherry-Tomaten (+66%) gefolgt von Bio-Gurken (+60%), Bio-Paprika (+54%) und schließlich Bio-Rispen-Tomaten (+46%).

Was sagen Ihre Lieferanten zu den vereinfachten Lieferbedingungen?

Die Bewertung teilen auch Erzeuger wie die Marktgenossenschaft der Naturland-Bauern: „Mit den Naturgut Bio-Helden kommen wir dem Ziel, ganzjährig heimische Bio-Kartoffeln vermarkten zu können, einen großen Schritt näher. Immer wieder bildet sich während der Lagerung Silberschorf. Der ist zwar gesundheitlich völlig unbedenklich, führte aber in der Vergangenheit dazu, dass Ware aussortiert werden musste.“ Auch die Möhre profitiere von dem erweiterten Vermarktungsspielraum. Oder: Jose Tienda von Campina Verde schätzt, dass rund zehn Prozent mehr Zitrusfrüchte vermarktet werden: „Vor allem Freilandware und die Verna-Zitrone, eine Sommersorte, profitieren deutlich von dem Konzept. Wir können mehr und länger vermarkten.“ 

Werden Sie in Zukunft Ihr Sortiment mit „unperfekten Nahrungsmitteln“ erweitern?

Wir haben die Anzahl der Naturgut Bio-Helden bereits erhöht.

Übersicht der Naturgut Bio-Helden (Stand JANUAR 2017):
Orangen, Zitronen, Kiwi, Äpfel, Bananen, Speisekartoffeln, Zwiebeln, Karotten, Gurken, Rispentomaten, Cherrytomaten, Paprika, rot, Paprika Mix, Champignons (regional), Baby-Kartoffeln (regional), Spargel (ab Saison 2017), Avocado,Trauben (während der Europa-Saison)

Herr Krämer, danke für das Gespräch.

Das Interview führte Florian Simon Eiler.

Bilder: REWE GROUP, Bild unten: pixabay

Supermarkt BeitragVielleicht auch interessant: "Inglorious Obst und Gemüse" oder das große Werben um Unperfektes und Discounter – das verdiente Lob: Ein Kommentar

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Gartenprojekte und Initiativen, bei denen geflüchtete Menschen mitarbeiten oder die von Geflüchteten initiiert wurden sind aufgerufen, sich am DUH-Wettbewerb zu beteiligen - Gärten sind ideale Orte zur Umweltbildung und Integration Berlin - Garte

 

 

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NEU in der MEDIATHEK

Kaffeekapselwerbung kann gefährlich sein oder Mr. Clooney

Freitag, 21. April 2017 04:48

Kaffeekapselwerbung kann tatsächlich gefährlich sein. Vielleicht bringt auch das kleine Filmchen Mr. Georg Clooney ein wenig zum Nachdenken. Einerseits engagiert sich der Hollywood-Start für Umweltschutz und unseren Planeten Erde. Andererseits ist er nach wie vor gerne bereit für einen Kaffeekapselgiganten als Werbefigur zur Verfügung zu stehen.

 

 

Kaffeekapselwahnsinn ichtragenatur.deUnser Kapselwahnsinn-Spezial:
Der Kommentar   und Die Glosse - nichts als die Bohne



 

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