Der große Tüfteln und Forschen rund um das Thema regenerative Energie geht munter weiter. Unzählige Forscher suchen nach immer neuen Wegen, um Energie nachhaltig, sprich sauber, zu erzeugen. Während in Montreal eine Gruppe von Wissenschaftlern einen Kinngurt, der Kaubewegungen in Energie umwandeln kann, erfunden haben, gibt es in Deutschland Schüler, die ihre eigenen Mini-Windanlagen bauen und die dadurch gewonnene Energie für die Schulstunden nutzen.

Kaugummikauen erzeugt EnergieMit Kaugummikauen soll jetzt nicht die Energiewende geschafft werden. Aber es könnte zumindest ein kleiner Beitrag dazu sein, um kleine, persönliche Elektronik-Geräte selbst zu betreiben. Das können sich zumindest Entwickler im entfernten Montreal vorstellen. Dr. Aidin Delnavaz von der Montreal's École de Technologie Supérieure und seine Kollegen haben ein Ein-Mann-Kraftwerk entwickelt. Ein Gurt, der aus piezoelektrischen Verbundfaser (PFC) besteht, wird um das Kinn gespannt. Wenn PFC bewegt wird, entsteht eine elektrische Spannung. Laut Studie sind bei Kaubewegungen Leistungen von 18 Mikrowatt erzeugt worden.

Die Schüler der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule in Gladbeck lassen lieber den Wind für sich arbeiten. Im Rahmen eines Projekts haben sie Mini-Windanlagen aus Biegesperrholz gebaut. „Wir liegen bei einer Spannung von acht bis neun Volt. Damit könnte man zum Beispiel eine Autobatterie laden“, verdeutlicht Techniklehrer Guntram Seippel in einem Interview in der Zeitung „Der Westen“. Nach der Winterpause sollen die kleinen Holzkraftwerke im Schulhof wieder aufgestellt werden und Strom für die schuleigene Ladestation bewerkstelligen. E-Bikes, E-Roller sind dort angeschlossen. So viel Erfindergeist wurde im Dezember vergangenen Jahres mit einem zweiten Platz beim Gladbecker Umweltpreis belohnt. Das Preisgeld solle in zukünftige Objekte fließen, so Lehrer Seippel.

Kaubewegungen erzeugen Strom

In Montreal wird hingegen kräftig gekaut. Die erkaute Energie eines Gurtes reicht aus, um zum Beispiel ein Hörgerät zu betreiben. Allerdings könnte man durch weitere Lagen PFC die Strommenge multiplizieren, so die Entwickler.  

Die Forschung steckt freilich noch in den Kinderschuhen beziehungsweise in den Weisheitszähnen. Bis nutzerrentable Stromerzeugung stattfinden kann, bedarf es noch einiger Forschungsarbeit.

Zum Training kann jeder schon einmal munter drauf loskauen. Man reiht sich somit ein in eine prominente Gruppe von Wiederkäuern mit John Wayne, James Dean, Doris Day und Uschi Obermaier..

 

Florian Simon Eiler

Foto: pixabay,   big merci

Windenergie_GlosseMal etwas Humoriges - Glosse zum Einstieg der Mafia in die grüne Energie: Viel Wind um die Familie