ok-LogoFreiburg - Das ok-power Label veröffentlichte am vergangenen Mittwoch, 8. Juli, seine neuen Kriterien für die Zertifizierung von Ökostromprodukten und setzt damit neue Maßstäbe für anspruchsvolle Qualitätsstandards im Ökostrommarkt.  Ziel der Reform ist zum einen, den Grundgedanken der Ökostromzertifizierung zu stärken, wonach qualitativ hochwertige Ökostromprodukte über die Belieferung mit 100% Ökostrom hinaus einen signifikanten Beitrag zur Energiewende leisten müssen. Zum anderen wird mit den neuen Kriterien der Verbraucherschutz gestärkt und die Transparenz für die Stromkunden bezüglich der Anbieter erhöht.

„Stand bisher die Förderung des Ausbaus von erneuerbaren Kraftwerken allein im Mittelpunkt unserer Zertifizierung, soll nunmehr der Bezug von gutem Ökostrom die Energiewende als Ganzes beschleunigen und erfolgreich machen“ erläutert Veit Bürger, Vorstand des EnergieVision e.V. „Damit fordern wir eine starke Rolle der Ökostromanbieter zum Gelingen der Energiewende ein und wollen noch mehr Stromkunden von der Sinnhaftigkeit eines glaubwürdigen Ökostromtarifs überzeugen.“

Vorstandskollege Udo Sieverding ergänzt: „Ökostrombezug muss einen sichtbaren Beitrag zur Energiewende beinhalten. Dass dabei Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts des Tarifdschungels Orientierung finden, bleibt wichtige Aufgabe des ok-power-Siegels“.

Im Einzelnen werden ab Januar 2016 folgende Neuerungen eingeführt:

  • Kern der Kriterien-Reform wird die Förderung der Energiewende im Sinne einer zügigen und sicheren Integration der erneuerbaren Energien in das Versorgungssystem sowie die Nutzung der Potenziale bei Energieeffizienz und -einsparung. In dem dafür neue geschaffenen „Innovationsfördermodell“ verwendet der Anbieter zwischen  0,5 ct. pro Kilowattstunde aus den Einnahmen gelieferten Ökostroms an Haushaltskunden (für Gewerbekunden gelten mengengestaffelte Förderbeiträge), um innovative Projekte zur Förderung der Energiewende durchzuführen. Solche Projekte können thematisch vielfältig sein und reichen z.B. von Energieeffizienzmaßnahmen über Verbrauchssteuerung bis zu innovativen Speicherkonzepten.  
         
  • Anbieter, die an Atom- oder Braunkohlekraftwerken mittel- oder unmittelbar beteiligt sind, können ihre Ökostromprodukte nicht mit ok-power zertifizieren lassen. Somit werden Ökostromprodukte zukünftig nicht mehr unabhängig von dem Verhalten des Anbieters zertifiziert. „Damit tragen wir dem Umstand Rechnung, dass Versorgungsunternehmen nach 15 Jahren Energiewende inzwischen ausreichend Zeit hatten, sich von umweltschädlicher Erzeugung zu verabschieden“, so Veit Bürger.  

  • Verbraucherschutz: Anbieter von ok-power zertifizierten Ökostromprodukten müssen faire Vertragsbedingungen nachweisen – ein deutliches Signal, dass Energiewende und Verbraucherschutz zwei Seiten derselben Medaille sind.

Die Beschleunigung der Energiewende bleibt ein von ok-power gefördertes Ziel. Deshalb bleibt die Förderung des Ausbaus von erneuerbaren Erzeugungsanlagen in Form des Initiierungsmodells und des Händlermodells als Zertifizierungsoption weiterhin bestehen.   

Die neuen Kriterien wurden von dem 2014 neu eingerichteten Kriterien-Beirat entwickelt, beschlossen und zuvor mit den ok-power zertifizierten Ökostromanbietern diskutiert. Mit dieser strukturellen Reform soll sichergestellt werden, dass die Kriterien auch in Zukunft im Zusammenwirken von Notwendigkeiten der Energiewende, des Verbraucherschutzes und der Möglichkeiten der Anbieter gestaltet werden.

Hintergrund:
Das ok-power -Gütesiegel
Das ok-power Label ist das führende Gütesiegel für Ökostrom in Deutschland und hat im Jahr 2014 rund 6 Terawattstunden Ökostrom von über 50 Ökostromanbietern zertifiziert. Damit vertrauen rund 1,3 Mio. Haushalte und zahlreiche Unternehmen auf ok-power zertifizierten Ökostrom. EnergieVision e.V. wird getragen von Öko-Institut und von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Die neuen Kriterien können auf der Website www.ok-power.de heruntergeladen werden. Dort finden Sie auch weitere Informationen zur Ökostromzertifizierung.
Quelle: Text: Öko-Institut e.V./Bilder: Pixabay